Dienstag, 6. November 2012

Bahnsteigkarte

An sich ist Sahra Wagenknecht eine der sympathischeren deutschen politikerinnen. Sie sieht gut aus, ist intelligent und nun sowas. Sie fordert ein politisches streikrecht. Das ist komisch.

Nicht, daß ich etwas gegen politischen streik hätte, aber es hat etwas eigenartiges, die selbe obrigkeit, die einem es verunmöglicht, ein vernünftiges leben zu führen, um erlaubnis zu fragen, sich gegen die zumutungen, mit denen man tagtäglich konfrontiert ist, wehren zu dürfen.

Das, was der mensch im arbeits- oder arbeitslosenleben ständig als »normal« ertragen muß, würde man im »normalen« leben schlicht als erpressung bezeichnen.

So mußte ich an Lenin denken und hatte eine idee, meinen rechtstreuen landsleuten das leben etwas einfacher zu machen:

Bahnsteigkarte
Bitte ausdrucken, ausschneiden, ins portemonnaie stecken, immer mitführen und bei bedarf vorzeigen. Darf kostenlos weiterverteilt werden.

Montag, 5. November 2012

Foto am montag (27)

Ein haubentaucher (podiceps cristatus) im schlichtkleid.

Donnerstag, 1. November 2012

rummelrommel


Heute abend gibts in der ARD einen film zu sehen, den ich mir nicht anschauen werde. Schon allein, weil ich sowieso nicht fernsehn schaue.

Interessant ist, daß um diesen film schon länger ein medienrummel betrieben wird. Und - wie mir soeben ein freund mitteilte, liegt die DVD schon vor der erstausstrahlung verkaufsbereit in den läden.

Bitte laßt es einen flop werden! Lest lieber ein interessantes fachblatt!

November

Der wilden Affenscheiße ganze Fülle
Liegt auf der Welt in den Novemberkeiten.
Der Mond ist dumm. Und auf den Straßen schreiten
Die Regenschirme. Daß man warm sich hülle

In starke Unterhosen schon beizeiten.
Nur Bethge* haust noch auf dem Dichter-Mülle
Man nehme sein Geschmier. Zum Arschwisch knülle
man das Papier zum dienst der Hinterseiten.

Die Martinsgans glänzt in der braunen Pelle
Stefan george steht in herbstes-staat.
an Seiner nase glänzt der perlen helle.

Ein gelbes Rotztuch blinkt. Ein Auto naht.
Drin sitzt mit Adlerblick die höchste Stelle.
Fanfare tutet: Sellerie Salat!

* oder Benzmann oder Hesse – nach Belieben!


Georg Heym

Montag, 29. Oktober 2012

Foto am montag (26)

Preußischer herbst.
Weil heute das letzte oktobermontagsfoto erscheint, gibt es heute ausnahmsweise eine kleine bilderserie mit herbstlichen motiven aus Berlin und umgebung.


Wunderschön ist die herbstfärbung der parrotie (parrotia persica), diesen baum sieht man in Deutschland gelegentlich als parkbaum, wie der wissenschaftliche name vermuten läßt, stammt er aus dem Iran.




stachelbart (hericium coralloides)


hallimasch (armillaria mellea)


herbstlorchel (helvella crispa)


Sonntag, 28. Oktober 2012

Ein Industrieller

von Erich Weinert aus »Anonyme Grabschriften«
Unter diesem pompe funèbre
Ruht ein wackerer Arbeitgeber.
Arbeit gab er, und mit offenen Händen
Jeder Kreatur.
Für sich selber nur
Nahm er ganz bescheidene Dividenden.


Passend dazu auf dem friedhof gefunden:
Im detail:
»Arbeit ist des Bürgers Zierde. Segen ist der Mühe Preis.«

Ich glaube kaum, daß ein arbeiter sich so einen schmarrn auf den grabstein schreiben lassen würde. Der ist froh, daß ihm wenigstens auf dem friedhof des bürgers »zierde« und »segen« erspart bleibt.

Aber die »fleißigen arbeitgeber« gönnen sich nicht einmal selbst die letzte ruhe!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Am 23. oktober vor sechzig jahren

wurde zum ersten mal in der »Bonner Republik« eine partei verboten. Es handelte sich um die SRPD (Sozialistische Reichspartei Deutschlands), deren mitglieder und wähler hauptsächlich ehemalige NSDAP-wähler waren.

Wie diese form des »staatsantifaschismus« in der BRD der Adenauerära mit ehemaligen NSDAPleuten in höchsten staatsämtern problemlos zusammengingen, erfährt man unter anderem aus diesem interview mit Freerk Huisken vom 6. oktober, welches am 8. im »freien radio potsdam« gesendet wurde.

Montag, 22. Oktober 2012

Foto am montag (25)

Eichhörnchen
Im herbst bleibt es nicht aus, daß man im park äußerst fleißigen »teufelchen« begegnet.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Die gefährlichste band der welt


Ist selbstverständlich nicht die russische band, deren schönen namen man mit »fotze aufruhr« recht gut ins deutsche übertragen hätte, sondern die deren name auf deutsch »feine sahne fischfilet« lautet.

Aber was macht diese band so gefährlich? Haben sie den Kölner Dom, das Ulmer Münster oder wenigstens die Marienkirche zu Rostock gestürmt? Die mutter gottes zu bitten für uns sünder um die erlösung von dem bösen, beispielsweise in gestalt des bundespredigers?

Nichts dergleichen. Wer nicht verfassungsschutzberichtleser ist, kennt diese provinzband aus MeckPomm für gewöhnlich nicht, denn »feine sahne fischfilet« hat es immerhin zu anderthalb seiten im mecklenburgischen verfassungsschutzbericht gebracht.

Das löst in mir ein sonderbares mitgefühl aus: Wer in der jugend nie für ein undergroundfanzine schreiben durfte, hat es im alter schwer. Der kommt zu einer verknöcherten weltanschauung. Beispielsweise, daß, wie im verfassungsschutzbericht sinngemäß zu lesen, der staat zu bestimmen habe, was antifaschismus sei - das ist die vielbeschworene freiheit.

Der verfassungsschutz war über jahre hinweg nicht imstande, morde an ausländischstämmigen mitmenschen zu verhindern, hatte gar ku-klux-clan-mitglieder in den eigenen reihen. Aber immerhin bekommen sie es hin, ein paar junge menschen, die auf dem flachen land von dorf zu dorf tingeln und diese von oben bis unten nach bananen duftende republik nicht übermäßig toll finden, bestens zu überwachen.

Spitzelei nicht reformieren. Abschaffen!

Anmerkung:
Bei der band allerdings handelt es sich natürlich nicht um die gefährlichste band der welt, sondern bloß um die gefährlichste band Mecklenburg-Vorpommerns. Aber das hätte meine sensationsheischende leserschaft nicht hinter dem erkalteten kohleofen hervorgelockt.

Vielleicht geht es demnächtst wieder etliche nummern kleiner. Womöglich »die ätzendste frau Mecklenburg-Vorpommerns« oder so.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

(Wegen der guten wirtschaftslage…) mir wird schlecht

An sich hatte ich nach den nachrichten von der »guten wirtschaftslage« gar keine lust mehr, mich mit neuigkeiten zu befassen, die im grunde gar keine sind.

Wie beispielsweise die »neuigkeit«, daß das Allensbach Institut im auftrag der irrenagentur nachgewiesen hat, daß es vorurteile gegen h4empfänger gibt..

Wofür braucht es da eine umfrage? Weiß doch jeder mensch, der die vergangenen acht bis zehn jahre nicht verschlafen hat und mit einigermaßen offenen augen durchs leben gegangen ist, aus dem alltäglichen erleben, daß es bereits vor der h4einführung vorurteile gegen arbeitslose gab. Geschürt von CDUleuten in der Springerpresse  und vom »zirkus sarrazyni«, der in der SPD lief, ganz zu schweigen. Siehe auch »Volksverhetzung von staats wegen und staatliche gegenpropagenda«.

Und jetzt soll ausgerechnet die pr-agentur Scholz and Friends, die das konzept für die arbeitgeberpropagandatruppe INSM ersonnen hat, den ruf der arbeitslosen mit der kampagne »ich bin gut!« retten, weil denen aus der irrenagentur mal aufgefallen ist, daß man solche nulpen, wie h4leute im öffentlichen bild dastehen nun auch wirklich keinem arbeitgeber zumuten kann. Dort werden »erfolgsgeschichten« von h4empfängern erzählt, weil man sich nicht mehr drüber einkriegt, was für super karrieren die in diesem staat hinlegen können. Diese PR-agentur hat uns auch so schöne pr-kampagnen beschert wie die mit dem damals noch nicht bundesprediger.

Darüber nachdenken, wofür dieser tolle staat ständig geld raushaut, will ich eigentlich nicht.

Ich bin nicht gut, aber mir ist bereits schlecht.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Dank guter wirtschaftlicher lage: sanktionen für arbeitslose auf rekordniveau

Manchmal kommt man aus dem staunen nicht raus, wozu die »gute wirtschaftliche lage« in diesem staat fähig ist: Sie ermöglicht es nämlich, daß in diesem jahr bis ende juli bereits mehr als 520.000 arbeitslosen die stütze gekürzt werden konnte.

Hierzu sagte irrenagenturvorstand Heinrich Alt:
»Der Wert hat natürlich auch etwas damit zu tun, dass wir aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation - des Wachstums von Erwerbstätigkeit und Beschäftigung - sehr viele Angebote machen können.«

Wenn es tatsächlich daran läge, müßte es doch 89 % weniger strafen geben, wenn bei 11 % der fälle die meinungen, was eine zumutbare arbeit sei, auseinandergehen. Die gute wirtschaftliche lage ist an allem schuld: Erst daran, daß es keine rente gibt und jetzt an den strafen für h4empfänger.

Ich fange an, was gegen »gute wirtschaftslagen« zu haben.

Montag, 15. Oktober 2012

Foto am montag (24)

Ein wohlbeleibter frosch (ich bin nicht sicher um welche art es sich handelt, deswegen keine weitere angabe), der sich über die herbstsonne genau so freute wie ich. Der goldene glanz seiner augen ist im foto leider nicht so schön zu sehen, wie er tatsächlich war.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Kulturhaus Zinnowitz

Zu meinem artikel »kultur ost - kultur west«, in welchem es um den zerfall des kulturhauses in Zinnowitz geht, schreibt Ronald Mehlhorn:
Ich erinnere mich auch gerne an die Zeit. Hatte 1985 dort meine Feier zur Schuleinweihung mit festlicher Rede und ganz stolz das erste mal mit meinem blauen Halstuch. Sicher war vieles besser aber nicht alles gut und man darf die Vergangenheit auch nicht mit verklärtem Blick sehen, sogern man sich auch dazu hinreißen läßt.

Heute steht nun dort ein erbämliches Stück Bauwerk wo einst getanzt, gesungen, gelacht und in stiller Aufmerksamkeit zugehört wurde. Am 1. Juli 1954 jährt sich die Einweihung des Mittelbaus zum 60. mal.

Ich bin optimistisch, daß in vielen Zinnowitzern der bisweilen stille Wunsch lebt diesen Schandfleck wieder zu einer attraktiven und erschwinglichen Anlaufstelle für Veranstaltungen und Begegnungen aller Art werden zu lassen.

Das Ziel das gemeinsame Bewußtsein dafür zu wecken soll eine Austellung im ersten Halbjahr 2014 in Zinnowitz haben, die dann mit einer Feierlichkeit auf dem Vorplatz des Kulturhauses im Park am 1. Juli endet.

Hierfür ist jede tatkräftige Hand herzlich willkommen. Ich möchte alles beitragen, von der Planung bis zur Ruine, was der Austellung dienlich ist, auch und grade persönliche Geschichten wie die erste Liebe wären eine schöne Anekdote. Viele Bilder, Filme und Ideen für eine Sanierung werden mit einfließen. Ich hoffe ich habe Euer Interesse geweckt und freue mich auf Eure Zusammenarbeit.

dr-roof@gmx.de
Leider kann ich keine persönliche geschichte über das kulturhaus erzählen, weil ich es nur in ruiniertem zustand kenne.

Die idee, durch eine ausstellung aufmerksamkeit für das kulturhaus zu wecken, finde ich gut und bitte deshalb meine leser, es weiterzusagen, daß selbsterlebte geschichte, die im zusammenhang mit dem kulturhaus in Zinnowitz steht, gefragt ist.

Für mich wäre es interessant zu erfahren, wie der kulturbetrieb dort zu DDRzeiten ausgesehen hat.

Freuen täts mich, wenn ich weiterhin darüber höre, was mit dem kulturhaus passiert.

Samstag, 13. Oktober 2012

Herzlichen glückwunsch

Die »Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften« (kurz GWUP) feiert heute ihr 25jähriges jubiläum. Hierzu gratuliere ich.

Zum thema passend gibt es in der ARDmediathek ein video »die wunderhändler - geschäfte mit dem übersinnlichen«.

EU erhält dynamiterfinderpreis für frieden

Weil die Europäische Union weltweit nicht nur für sozialen sprengstoff sorgt, sondern auch bereit ist den »kampf für den frieden« auch mit waffengewalt auszutragen, erhält sie den friedenspreis, der nach dem erfinder des dynamits benannt ist.

Da können die griechischen, portugiesischen und spanischen arbeiter wirklich dankbar sein, daß ihre staaten beizeiten der EU beigetreten sind und sie bloß verhungern müssen anstatt in einem krieg erschossen zu werden.

Ist so wesentlich humaner!

Freitag, 12. Oktober 2012

Hexenjagd

Als ich heute früh bei recht gutem herbstwetter einen stadtspaziergang machte, ging ich in einen buchladen. Das ist an sich nichts erzählenswertes, weil ich trotz elektronischen büchern gern und oft realexistierende geschäfte aufsuche, um dort nach lesenswertem zu gucken.

Im regal lagen nebeneinander Heinz Buschkowski »Neukölln ist überall« und Ursula Sarrazin »Hexenjagd«.

»Vielleicht war das mit der hexenverbrennung nicht in jedem fall eine schlechte idee!« schoss es mir durch den kopf.

Einen moment später stand ich unverrichteter dinge wieder auf der straße und stellte fest, daß schlechte literatur auch ungelesen unmenschliche gedanken hervorruft.

Der sarrazin-champignon (amanita phalloides - weiße farbvariante).

Vorsicht! Auf keinen fall essen - am besten auch nicht anfassen - und wenn, dann nur mit derben gummihandschuhen.

Er ist ein leider nicht seltener giftbolzen, der langsam und qualvoll tötet.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Ostprodukte im westregal

In diskussionen erlebe ich es immer wieder, daß die DDR als wirtschaftlich nicht leistungsfähig bezeichnet wird, weil sie nicht imstande gewesen sei, ihre bürger mit dem notwendigsten zu versorgen.

Das problem der DDR war nicht, daß dort keine hochwertigen waren produziert wurden, sondern daß die DDRwirtschaft für die versorgung der bevölkerung rohstoffe auf dem weltmarkt einzukaufen mußte - und für die weltmarktpreise devisen benötigte. Daher entstand die absurde situation, daß die besten waren an den klassenfeind geliefert wurden.

Diese doku bestätigt, was ich seit jahren immer wieder gesagt und geschrieben habe: zur bunten warenwelt der BRD hatten ärmere leute vor allem wegen der preiswerten waren aus der DDR zugang - zu dingen, die in der DDR oft sehr teuer waren, oder schwer zu bekommen.

Montag, 8. Oktober 2012

Foto am montag (23)

Weil ich in der vergangenen woche nichts schönes über die Peenewiesen schrieb, heute ein foto von einem braunkehlchen (saxicola rubetra), das ich dort gemacht habe. Selten gesehen und hier zum ersten mal fotographiert.

Nachtrag: Im bild zu sehen ist ein weibchen - wer das auffälligere männchen im prachtkleid anschauen möchte, schaue sich das bild bei »politik en kultuur« an. Merci, Nadja

Sonntag, 7. Oktober 2012

Lachen mit Steinbrück

»Ich bin kein Knecht des Kapitals!«

 Ja, selbstverständlich nicht! Knechte wie Sie nennt man heutzutage »mietmaul«.

Tag der Republik

Zur feier des tages gibt es heute die bekannteste komposition von Hanns Eisler zu hören. Der text ist von Johannes R. Becher.