Freitag, 25. April 2014

Mecklenburgisch Kuwait oder fracking auf Usedom

Auf der ostseeinsel Usedom wurde vor über 50 jahren das größte erdölvorkommen der DDR entdeckt. Verirrt man sich heutzutage ins hinterland der insel, findet man dort kuhweid. Wiesen, auf denen nicht nur rinder, sondern auch ölpumpen stehen.


Auf dem ölfeld wächst weizen:

Die umwelt dort machte auf mich trotz ölförderung, von der man immer vermutet, besonders umweltschädlich zu sein, den eindruck einer normalen agrarlandschaft.

Zumindest, wenn ich davon ausgehe, daß auf der wiese nicht statistenrinder seit DDRzeiten grasen, um die leute zu beruhigen.

Allerdings könnte es sein, daß das nicht so bleibt. Es gibt bereits probebohrungen nach weiteren ölvorkommen, die auf herkömmliche weise nicht gefördert werden können, sondern die per fracking gefördert werden sollen.

Hier wird probegebohrt:

Der brauerbund, der bauernverband, der verband Deutscher mineralbrunnen, der milchviehverband sind dagegen. Man könnte sagen, daß die bloß ihr eigenes interesse vertreten, weil die auf sauberes wasser angewiesen sind. Ich aber zufällig auch. Die landesärtztekammer in Stuttgart ist auch dagegen, obgleich man meinen sollte, daß sie durch das dafürsein mehr kundschaft kriegen würde.

CSU-politiker wie Aigner oder Seehofer haben sich gegen fracking ausgesprochen. In Bayern, wohlgemerkt. Womöglich ist das dort kein attraktives geschäftsmodell und in Meck Pomm hat es so oder so auch den vorteil, daß meckerige ossies, die zwar ganze menschen aber manchmal immer noch halbe kommunisten sind, vergiftet werden. Um die ist es nicht schad.

Die doku »gasrausch« zeigt risiken und nebenwirkungen des fracking in den USA. Das ist gesundheitsschädlich, aber in den USA nimmt man die opfer an der heimatfront offenbar hin, wenn man damit dem Russen, der sein erdgas verkaufen möchte, ordentlich in den borschtsch spucken kann.

Dafür wird in kauf genommen, die eigenen brunnen zu vergiften.


Weitere informationen gibt es bei der Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern

Kommentare:

  1. Mööööglicherweise könnte es u.U. aber auch in Bayern trotz aller echter und evtl. auch nur vorgetäuschter Ablehnungshaltung in nicht allzu ferner Zukunft zum "Probefracking" kommen: http://www.br.de/nachrichten/fracking-oberpfalz-erkundungslizenz-100.html

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    1. Das ist zu befürchten, die firmen machen schließlich nicht teure probebohrungen, um dann auf den gewinn zu verzichten. In Nordostdeutschland steht das interesse an einem gewinn von drei oder mehr milliarden gegen die menschliche unsitte, sauberes wasser und eine gesunde umwelt haben zu wollen. Leider ist es wahrscheinlicher, daß sich das geldinteresse durchsetzt und das ist in der Oberpfalz nicht anders.

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