»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Samstag, 22. Januar 2011
Zensur im Deutschen Fernsehen
Im Deutschen Fernsehen darf die dokumentation »der drückerkönig« nur noch zensiert gezeigt werden. Dr. h.c. Maschmeyer steht bei den ablehnungen der interview-anfragen des NDR blöde da, weil ihm alles auf die stirn geschrieben steht.
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Freitag, 21. Januar 2011
Was es in diesem »besten aller wirtschaftssysteme« nicht gibt...
...sind versorgungsengpässe. Damit hat sich bekanntermaßen der Realexistierende Sozialismus herumgeplagt, daß es mangel hier und an allen ecken und enden gab und materialknappheit herrschte.
Derartiges gibt es im kapitalismus nicht, obgleich er keinen »versorgungsengpaß« ausläßt. Das problem, daß es keine nützlichen dinge, beispielsweise nahrung für die leute gibt, ist egal!
Solange man auf dem markt geld verdienen kann - und mit einem knappen und begehrtem gut kann man doch viel besser etwas verdienen - wird das hungerproblem nicht aus der welt geschafft.
Der derzeitige außenminister und vorsitzende der FDP, Guido Westerwelle hat gesagt »im Kommunismus wird sogar der sand in der wüste knapp!« - in der wüste Brandenburg hat das nicht so recht geklappt mit der sandknappheit, weshalb der boden dort oft noch immer recht mager ist.
Aber der Realsozialismus war kein Kommunismus, weshalb aus dem sandigen Brandenburg auch noch was werden kann. Machen wir das mit dem Kommunismus doch einfach, damit alle menschen satt werden!
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Mittwoch, 19. Januar 2011
Gedanken zu einem radiointerview mit einem LINKEN
In einem radiointerview gab der schatzmeister der LINKEN mit dem wohlklingenden indischen namen zum besten, daß er »jetzt keinen kommunismus anstrebe.« (Zum nachhören und nachlesen des interviews bitte hier klicken)
Es ist ein trauerspiel, daß ausgerechnet bei denen, die eine alternative zur derzeitigen politik bieten möchten, der begriff »kommunismus« kein anfang einer diskussion ist, sondern das totschlagwort, mit dem sie beendet wird. Wenn man sich heldenhaft mit ex-terroristen nicht an einen tisch setzt, wer soll ihnen dann sagen, daß sie auf dem holzweg wandeln, wenn sie beispielsweise die meinung vertreten, daß »abfackeln von bundeswehreinrichtung« »legitim« sei - schon allein, weil das überhaupt nichts an den zielen, die der staat mit dem krieg verfolgt, ändert. Das ist kein widerstand sondern blödsinn!
Dann muß herr Sharma natürlich darauf beharren, daß man, wenn man schon vom kommunismus spricht, auf jeden fall an die opfer der gewaltherrschaft erinnern müsse - sicher, wenn man begriffe wie »feudalismus« oder »kapitalismus« ausspricht, liegen einem die zahlreichen opfer, man muß es gar nicht sagen, unausgesprochen auf der zunge!
Im grunde könnte es einem auffallen, daß diese menschenrechtsliebenden »westlichen zivilisierten länder« kaum probleme mit gewaltherrschaft und terror haben, solange die eigentumsstrukturen nicht in frage gestellt werden.
Wenn linke politik nicht hinterfragt, weshalb es in diesem reichen land und anderswo auf der welt armut gibt, obwohl der reichtum der produziert wird, wächst wie nie zuvor - und wenn linke politik nicht nach lösungen sucht, wie man die armut abschaffen kann (beispielsweise durch gleichzeitige abschaffung der ausbeutung), dann ist sie überflüssig!
Grundeinkommen ist keine linke idee. Die FDP hat das, unter anderem namen im programm - und teile der CDU ebenso. Die situation der lohnarbeiter wird sich dadurch verschlechtern, weil viele arbeiten, die bisher noch halbwegs bezahlt werden, dann einfach nicht mehr bezahlt werden. Und wenn das großartige grundeinkommen für die miete nicht reicht, dann ist man gezwungen für jeden lohn zu arbeiten, koste es, was es wolle! Daran, daß es ausbeutung gibt, ändert das nichts und das ist überhaupt nicht friedlich.
Lieber herr Sharma, man kann den kapitalismus nicht verbessern. Man kann ihn nur abschaffen!
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Sonntag, 16. Januar 2011
Seifenschaum...
Gestern abend fand im »Theater am Schiffbauerdamm« die premiere der Hanns-Eisler-Revue statt. Trotz »kommunismus-debatte« war das theater bis auf den letzten platz ausverkauft. Sehr gefreut hat mich, daß Gisela May anwesend war und nach der konzertpause etwas über ihre arbeit mit Eisler erzählte, leider wurde diese freude nicht von allen menschen im publikum geteilt - wer nicht zuhören mag, soll nicht ins theater gehen! Kritisieren kann man hinterher.
Als enttäuschend habe ich es empfunden, daß die politische seite der lieder nicht allzu sehr herausgestellt wurde. Hanns Eisler hat, als er in den USA vor gericht stand, gesagt, er wolle sich angesichts der heldentaten der widerstandskämpfer gegen den faschismus nicht anmaßen, sich als kommunist zu bezeichnen, er sei komponist. Mir ist überliefert, daß er mitglied der KPD war, aber nie beiträge zahlte, weil er kein geld hatte.
Er hat die arbeiterlieder nicht geschrieben, weil er darin eine möglichkeit gesehen hätte, den arbeitern geld aus der tasche zu ziehen, um sich selbst ein besseres leben zu machen. Er hat diese lieder aus überzeugung komponiert. Sein bekanntestes werk, die nationalhymne der DDR wurde ausgespart, dabei wäre es doch kein problem gewesen, den text von Johannes R. Becher, der seit 1974 in der DDR nicht mehr gesungen wurde, vorzutragen. Ist nicht verboten - und ich hätte dieses musikalisch gelungene werk sehr gern einmal live gehört (dazu fällt mir am rande ein, in der BRD wird noch immer die östereichische kaiserhymne gesungen - das sagt über diesen staat fast schon mehr aus als man verkraften kann!)... oder wenigstens ein satz aus dem Lenin-Requiem, vielleicht der siebente. Opus 13 war schon in ordnung, in den bildern der Kriegsfibel wird auf das »bimbambimbam«motiv ein schöner text aufgesetzt:
(bimbambimbam)
Die glocken läuten
und die salven krachen
nun danket gott
- als mörder und als christ!
Er gab uns feuer -
feuer anzufachen.
Dies volk ist übel,
gott ist ein faschist,
ein faschist!
(brecht)
Das wird man wohl noch singen dürfen! Des elenden copyrights wegen kann ich leider kein tonbeispiel dieser wunderbaren Eislerkomposition geben.
Äußerst gelungen war die inszenierung des abschlußliedes Die Solidarität. Der »bürgerliche ungehorsam« endet in der orientierungslosigkeit. Das bild das auf der bühne geboten wurde, ist exakt das bild, daß auf diverse protestbewegungen des landes paßt - egal ob castor, h4 oder stuttgart 21: in »anständigen grenzen« darf »protest« hier stattfinden, weil von anfang an feststeht, was im gesetzlichen rahmen zulässig ist. Wer darüber hinausschießt, wird bestraft - und an diesem system gibt es nichts zu rütteln.
Die verhältnisse sind klar: wer die mehrheit hat, hat die macht über die, die mehrheit sind, die menschen stehen hinterher orientierungslos im raum - sie sind für eine sache aufgestanden, haben sich gewehrt - und sind damit gescheitert.
In unserem system ist protest und kritik erlaubt, weil das alles nichts ändert. Statt bürgerprotesten destruktive kritik!
Vorwärts und nicht vergessen!
Mittwoch, 12. Januar 2011
Kommunisten und Moral
Unter dem äußerst originellen titel »Utopie und Terror« hat spiegelschreiber (ist das eigentlich so etwas wie ein spiegeltrinker?) Jan Fleischhauer zur abwechslung mal wieder einen völligen blödsinn publiziert. Der ärmste leidet noch heute, als fast 50jähriger, unter seiner SPD-geprägten kindheit. Daß man unter lauwarmer sozialdemokratie leiden kann ist für mich nachvollziehbar, daß man deshalb komplett bekloppt werden muß, nicht.
Werter herr Fleischhauer, den klassenwahn haben doch nicht kommunisten erfunden, sondern diejenigen, die zwar nicht wissen wollen, was kommunismus ist, aber auf jeden fall dagegen sind!
Wer will denn eine gesellschaft, in der diejenigen die den reichtum erarbeiten mit einem trockenen brotkanten abgefüttert werden?
Wer will denn eine gesellschaft, in der konkurrenz herrscht und diejenigen, die sich nicht durchsetzen von almosen leben müssen?
Wer will denn eine gesellschaft, in der es eine kleine, reiche »elite«gibt und im gegensatz dazu ein heer von armen?
Nicht die kommunisten. Im gegensatz zu Ihnen, werter herr Fleischhauer, wollen kommunisten klassenlos leben. Der kommunismus, den es übrigens bisher nirgendwo auf der welt gegeben hat, wird den egoismus und die gier der menschen nicht einschränken, es wird eben anders damit umgegangen.
Und dann auch noch diese moralvorstellungen! Kommunisten können für gewöhnlich mit moral nicht viel anfangen, das ist etwas für fromme bürger wie der herr Fleischhauer selbst einer ist.
Passend zum thema empfehle ich einen vortrag vonr Dr Peter Decker: Die Moral - Das gute Gewissen der Klassengesellschaft
Sicherlich, es ist viel menschlicher, die systemversager einfach verhungern zu lassen, anstatt sie einzusperren. Umerziehung jedoch findet im derzeitigen system statt: selbstlos soll man für den profit anderer arbeiten, sich aber keine gedanken um die »persönliche entfaltung« machen, sondern selbstentwöhnt dafür arbeiten, daß »Schland« exportweltmeister wird und bleibt.
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Dienstag, 11. Januar 2011
Wiglaf Droste über den Antikommunismus
»Bis 1989 war ein gegeifertes ›Geh doch nach drüben!‹ der zwangsrepitative rhetorische Höhepunkt des Antikommunismus; allein um diese kopfmäßige Bankrotterklärung wieder erleben zu können, sollte es die DDR noch einmal geben.« (Ganzer text hier)
Weil ich diese »kopfmäßige bankrotterklärung« in meiner kindheit und jugend übermäßig oft zu hören bekam - obgleich ich mich damals nicht als »kommunist« bezeichntet hätte, schon allein, weil ich keine ahnung hatte, was kommunismus eigentlich ist - wäre es in der tat eine gute sache, wenn es endlich wieder etwas zum »nach drüben gehen« gäbe.
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Sonntag, 9. Januar 2011
Gedenken 2011
Auch heute kamen wieder tausende zur gedenkstätte in Berlin-Friedichsfelde, um der ermordeten zu gedenken.
Nicht nur gedenken sondern auch nach vorn schaun...
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Mittwoch, 5. Januar 2011
Wer will in diesem land eigentlich kommunismus?
Fragte der spiegel-schreiberling Stefan Berg am ende eines artikels.
Ich! Es gibt keinen grund, ihn nicht zu wollen. Wer denkt schon an die blutspur, die der kapitalismus hinterlassen hat und tagtäglich liefert?
Wer verliert auch nur ein einziges wort über die opfer des kapitalismus, die täglich krepieren, weil es »unwirtschaftlich« ist, ihnen sauberes wassser, nahrung, kleidung, ein dach über dem kopf und/oder medizinische versorgung zu geben?
Kapitalismus kann diverse formen annehmen. Nur eines bedeutet er nie: Mitmenschlichkeit.
Marxistenblatt ist ein ehrentitel für die Junge Welt! FDP-mitglied kann jeder depp sein, der zahlen kann, wissen muß man darfür nichts.
Wer hingegen marxist werden möchte, muß eine menge lernen und das ist eben nicht anstrengungslos zu haben. Die marxisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind nette leute - und im gegensatz zur regierung sind sie gegen gewalt.
Ich! Es gibt keinen grund, ihn nicht zu wollen. Wer denkt schon an die blutspur, die der kapitalismus hinterlassen hat und tagtäglich liefert?
Wer verliert auch nur ein einziges wort über die opfer des kapitalismus, die täglich krepieren, weil es »unwirtschaftlich« ist, ihnen sauberes wassser, nahrung, kleidung, ein dach über dem kopf und/oder medizinische versorgung zu geben?
Kapitalismus kann diverse formen annehmen. Nur eines bedeutet er nie: Mitmenschlichkeit.
Marxistenblatt ist ein ehrentitel für die Junge Welt! FDP-mitglied kann jeder depp sein, der zahlen kann, wissen muß man darfür nichts.
Wer hingegen marxist werden möchte, muß eine menge lernen und das ist eben nicht anstrengungslos zu haben. Die marxisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind nette leute - und im gegensatz zur regierung sind sie gegen gewalt.
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Mittwoch, 29. Dezember 2010
2011 weniger 1-€-jobs
Leider ist dies keine gute nachricht, auch wenn es eigentlich so klingen sollte, ab 2011 soll es weniger 1-€-jobs geben - stattdessen soll es »bürgerarbeit« heißen. Zu gerinfügig anderen konditionen, die aber für die menschen keinesfalls besser werden.
Man kann auch eine jauchegrube in »heilbadeanstalt« umbenennen. Fragt sich nur, weshalb die ehemalige dauerstudentin Uschi nicht als erste drin baden sollte!
Samstag, 25. Dezember 2010
Kriegsweihnacht
Eher zynisch würde es mir vorkommen, angesichts der derzeitigen situation allen lesern und nichtlesern friedliche feiertage zu wünschen.
Auch wenn das mit dem frieden durchaus zu wünschen übrig läßt! Aber wenigstens weiße weihnacht...
Hierzu schrieb die tagesschau »weihnachtsfreude bleibt auf der strecke«. Daran läßt sich erkennen, daß die zeiten sich geändert haben. In der ewigen von a-nach-b-hetze haben die leute nicht einmal mehr zeit, sich über einen schönen wintertag zu freuen. So werden wetterwidrigkeiten zur katastophe, weil ferienflieger nicht starten können und der ICE fahrplangemäß nicht fahren kann, wenn eine schneeflocke quer auf den gleisen liegt.
Beim lesen der weihnachtsansprache des bundespräser wäre mir fast der gute weihnachtsborschtsch (der auch von atheisten gern gegessen wird) aus dem gesicht gefallen. Wenn herr Wulff in meine richtung spricht »wir gehören zusammen«, dann kann ich das nur vehement verneinen! Wir gehören nicht zusammen, weil die interessen, die herr Wulff vertritt, mit den meinen unvereinbar sind.
Punkt.
Dabei hat er mit dem was er sagt, nicht einmal völlig unrecht. Die deutsche gesellschaft lebt von denen, die für lau oder viel zu wenig arbeiten. Ein gemeinsames »füreinanderdasein« oder solidarität kann ich allerdings beim besten willen nicht erkennen!
Werter herr Wulff! Wenn Sie für ehrenamtliche arbeit sind, dann fragen Sie einfach mal Ihren freund Carsten Maschmeyer ob er nicht lust hat, im obdachlosenasyl oder im asylbewerberheim für wenigstens zehn stunden pro woche die flure zu fegen. Im gegensatz zu anderen hat er an der ruinierung der rentenkasse dermaßen viel geld verdient, daß er es sich leisten könnte, bis zu seinem todestag kostenlos zu arbeiten!
Arbeitslose können es sich nicht leisten, ihre arbeitskraft zu verschenken! Die haben kein vermögen, von dem sie zehren könnten. »Gebraucht werden« hat in unserem system grundsätzlich etwas mit entlohnung zu tun. Persönlich habe ich es tatsächlich noch kein einziges mal erlebt, daß es gereicht hätte, im kaufland an kasse der kassiererin zu sagen, daß sie gut arbeitet. Die wollte immer geld, obwohl ihr die nahrungsmittel, die ich haben wollte, nicht einmal gehörten!
Aber Sie können wohl nichts anderes sagen. Es ist krieg, fast wie vor fünfzig jahren.
Reich gegen arm.
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Sonntag, 28. November 2010
Die Atomlüge
Heut früh besuchte ich eine veranstaltung mit Dieter Herrmann. Bei allem respekt vor Herrn Prof. Dr. Dieter B. Hermann - ich bin im gegensatz zu ihm nach wie vor gegen atomenergie. Der schaden, den diese anrichtet wird langfristig erheblich größer sein als ihr nutzen.
Die 45-Min reportage berichtet über den »billigen« und »sauberen« atomstrom. An sich ist es nichts neues, daß die entstehenden kosten auf die allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn man sich das anschaut, kommt man auf den gedanken, daß eigentlich noch viel zu wenige in Gorleben gegen den castortransportdemonstriert haben.
In voller länge und am stück ist die doku auch hier
Niemand weiß, wohin das führen soll. Im umfeld der Asse
gibt es eine erhöhte anzahl von krebseerkrankungen. Und niemand weiß, woher das kommt.
Die 45-Min reportage berichtet über den »billigen« und »sauberen« atomstrom. An sich ist es nichts neues, daß die entstehenden kosten auf die allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn man sich das anschaut, kommt man auf den gedanken, daß eigentlich noch viel zu wenige in Gorleben gegen den castortransportdemonstriert haben.
In voller länge und am stück ist die doku auch hier
Niemand weiß, wohin das führen soll. Im umfeld der Asse
gibt es eine erhöhte anzahl von krebseerkrankungen. Und niemand weiß, woher das kommt.
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Montag, 22. November 2010
Neuer Preis Ihres Stromprodukts, gültig ab 1. Januar 2011
lautete die hübsche betreffzeile eines schreibens, das mir kürzlich ins haus flatterte. Fast noch besser als die wortschöpfung »stromprodukt« gefiel mir die begründung, weshalb der strom teurer werden muß:
» ...der Anteil an umweltfreundlich erzeugtem Strom (z.B. aus Wind und Sonne) nimmt weiter zu. Diese erneuerbaren Energien werden durch eine gesetzliche Umlage finanziell gefördert, die alle Stromkunden über ihren Energieversorger tragen.
Die dadurch gestiegenen Kosten sind der wesentliche Grund, warum wir unsere Preise im kommenden Jahr leider nicht stabil halten können und eine Preisanpassung erforderlich ist...«
Verständlich, daß die preise erhöht werden müssen. Wie man den nachrichten entnehmen konnte, haben die energieversorger ordentliche gewinne gemacht.
Auch klar, daß die kosten durch regenerative steigen müssen, wenn die sonne kostenlos auf photovoltaikanlagen scheint und der wind völlig gratis windräder dreht. Das muß natürlich auf dauer teurer kommen, als menschen sich in einem bergwerk schinden zu lassen, um dort kohle oder uran abzubauen, störanfällige atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen und alle welt der gefahr der radioaktiven verseuchung preiszugeben, ohne zu wissen, wo man mit dem hochgiftigen müll hinsoll. Ganz zu schweigen von den gefährlichen und teuren castortransporten.
Als hätte die regierung mit den laufzeitverlängerungen für atomkraftwerke den konzernen nicht bereits ein milliardenschweres geschenk gemacht wird so getan, als sei allein die umlage für erneuerbare energien dran schuld, daß der preis steigt.
Selbst, wenn ich berücksichtige, daß in den 3,5 cent die ab dem 1. januar anstatt der bisher üblichen knapp 2,05 cent noch keine umsatzsteuer enthalten ist (ist das so?), berechnet mein anbieter pro kWh 1/3 cent zu viel, das klingt lächerlich gering, ergibt auf sämtliche stromkunden hochgerechnet allerdings millionen mehreinnahmen, die vor allem in ärmeren haushalten fehlen werden.
Zur erinnerung der »monitor«bericht vom 23. juli 2009 über die lügen vom billigen atomstrom
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Freitag, 19. November 2010
Kaum überraschende »neuigkeiten«
Diese woche fand der Bundesrechnungshof heraus, daß 1eurojobs die vermittlungschancen arbeitsloser menschen nicht verbessern.
Was hätte man auch erwarten sollen? Es ist nach wie vor unmöglich, den menschen arbeitsstellen zu vermitteln, die es nicht gibt! (Lesen zum thema kann man hier - hier, hier und hier )
Und die »vermittlungserfolge«, die verbucht wurden, waren oft produkte der phantasie: Die leute wurden per »vergabe ABM« vom dritten in den ersten arbeitsmarkt umsortiert: sie »durften« also auf staatskosten in privaten firmen aufträge, die im öffentlichen interesse standen, abwickeln. Wahrscheinlich in den meisten fällen für monatslöhne, die unter 1200 brutto lagen - somit ergänzend h4 bezogen werden mußte, sofern die leute es beantragt hatten.
»Zusätzliche« arbeit ist ein hirngespinst! Das gibt es nicht! Es wurden nur reguläre »öffentliche« stellen in 1eurostellen oder in ABMstellen umgemünzt. Das »jobwunder« (ich bin immer noch der auffassung, daß das ziel eines ausgebildeten menschen, der einen beruf hat, kein »job« sein kann!) bestand darin, einigermaßen »vernünftige« arbeitsstellen in jeweiles zwei bis drei »jobs« umzuwandeln. Heutzutage muß schließlich keiner mehr von der arbeit leben können. Man hat ja das amt - oder wenigstens die pulsadern, die man sich aufschlitzen könnte.
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aus anderen foren,
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Freitag, 5. November 2010
Bedingungsloses grundeinkommen
In den vergangenen wochen habe ich an einem ausführlicheren artikel zum thema »bedingungsloses grundeinkommen« gearbeitet - weil am samstag in Berlin eine demo stattfinden wird, auf der man mich vergeblich suchen kann, möchte ich den schluß meines artikels vorwegnehmen:
Ich bin dagegen!
Wenn man die verschiedenen modelle vergleicht und darüber nachdenkt, stellt man fest, daß hier die habenichtse und die mittelschicht für die wohltaten bezahlen müssen, die der Oberschicht zugedacht sind. Im grunde genau wie immer, nur schlimmer als jetzt. Hier sollen die derzeitigen sozialsysteme, verbunden mit lohnkostenersparnis, zerschlagen werden.
Durch h4 ist die zahlungsmoral vieler arbeitgeber schon gründlich aufgeweicht »weshalb soll ich lohn zahlen? Du bekommst doch sowieso geld vom amt!« Heute läuft das auf halblegalem wege, denn eigentlich sollen arbeitslose sich schon nach bezahlter arbeit umsehen und unabhängig vom amt werden.
Arbeitgeber wie der herr Anti-Schlecker, die nach »bürgergeld« oder »bedingungslosem grundeinkommen schreien«, wollen endlich ein reines gewissen haben, wenn sie menschen ohne bezahlung ausbeuten, denn dann ist für jeden irgendwie gesorgt, man muß nichts bezahlen!
So verlockend der gedanke ist, relativ einfach aus dieser tretmühle herauszukommen: Ein bedingungsloses grundeinkommen ändert nichts an den derzeitigen verhältnissen. Im gegenteil: Stärker als zuvor wird erwartet werden, daß man auf seinen lohn verzichtet »um der guten sache willen«.
Wenn man das lohnsystem abschaffen möchte, gibt es gewiß bessere ansätze
Ich bin dagegen!
Wenn man die verschiedenen modelle vergleicht und darüber nachdenkt, stellt man fest, daß hier die habenichtse und die mittelschicht für die wohltaten bezahlen müssen, die der Oberschicht zugedacht sind. Im grunde genau wie immer, nur schlimmer als jetzt. Hier sollen die derzeitigen sozialsysteme, verbunden mit lohnkostenersparnis, zerschlagen werden.
Durch h4 ist die zahlungsmoral vieler arbeitgeber schon gründlich aufgeweicht »weshalb soll ich lohn zahlen? Du bekommst doch sowieso geld vom amt!« Heute läuft das auf halblegalem wege, denn eigentlich sollen arbeitslose sich schon nach bezahlter arbeit umsehen und unabhängig vom amt werden.
Arbeitgeber wie der herr Anti-Schlecker, die nach »bürgergeld« oder »bedingungslosem grundeinkommen schreien«, wollen endlich ein reines gewissen haben, wenn sie menschen ohne bezahlung ausbeuten, denn dann ist für jeden irgendwie gesorgt, man muß nichts bezahlen!
So verlockend der gedanke ist, relativ einfach aus dieser tretmühle herauszukommen: Ein bedingungsloses grundeinkommen ändert nichts an den derzeitigen verhältnissen. Im gegenteil: Stärker als zuvor wird erwartet werden, daß man auf seinen lohn verzichtet »um der guten sache willen«.
Wenn man das lohnsystem abschaffen möchte, gibt es gewiß bessere ansätze
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Donnerstag, 4. November 2010
Merkel integrationsunwillig
Beim durchblättern eines boulevardblattes vom sonntage fiel mir auf, daß die kanzlerin zum ersten mal eine entscheidung getroffen hat, mit der ich konform gehe. Sie will das sarrazynische buch nicht lesen.
Wer Sarrazins schmierige scheiße in gebundener form nicht kaufen und zu konsumieren ist also integrationsunwillig. Der »sarrazene« scheint leicht verwirrt zu sein: Nicht die Türkei, oder hierlebende Türken, bedrohen christliche werte, sondern der werte Herr T.S. selbst.
Sofern er mit seiner theorie, daß dumme frauen öfter gebären als intelligente, wäre frau Ursula von der Leyen das allerbeste beispiel - manchmal trifft selbst die dümmste theorie zu! Ich werde es der kanzlerin gleichtun und das machwerk nicht lesen - manchmal hat die Merkel sogar recht.
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zirkus sarrazyni
Dienstag, 2. November 2010
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Donnerstag, 30. September 2010
Hinweis auf ein neues blog
In zeiten, in denen ich keine zeit zum schreiben hab, empfehle ich meinen lieben leserinnen und lesern, sich mit »gedanken(v)erbrechen«, dem neuen blog modestys, zu befassen.
Ich freue mich, nun hoffentlich öfter interessante artikel von modesty lesen zu können.
Ich freue mich, nun hoffentlich öfter interessante artikel von modesty lesen zu können.
Donnerstag, 16. September 2010
Welthunger sinkt unter 1 milliarde
Die tagesschau berichtete, daß die zahl der hungerleidenden erstmals seit 15 jahren gesunken sei. Dem bericht zufolge hungern »nur« 925 millionen menschen. Das sind rund 14 % der weltbevölkerung. Das ist keinesfalls wenig.
Daß es in der welt hunger geben muß, obgleich ausreichend nahrung produziert werden könnte, liegt an einem geisteskranken wirtschaftssystem, welches den hungertod von millionen klaglos überstehen kann. Den geldverlust einer bekloppten bevölkerungsschicht hingegen nicht.
Passend zum thema empfehle ich die doku Hühnerwahnsinn - niemals wird sich eine innerafrikanische marktwirtschaft entwickeln, deren bedingungen nicht von den derzeitigen industrienationen diktiert werden!
Montag, 30. August 2010
Und nochmal: Zirkus Sarrazyni
Ein gastbeitrag von modesty
Dass Banker in ihrem eigentlichen Job schon genügend Unheil anrichten, haben die aktuellen Finanzkrisen bewiesen. Ganz fatal wird es aber, wenn sich exponierte Bundesbanker und Ex-Finanz-Senatoren als Soziologen und gar als Genetiker betätigen wollen. Dann kommen Machwerke heraus wie »Deutschland schafft sich ab« - wobei es eigentlich gar nicht so schlimm wäre, wenn sich ein Staat, der solche Politiker hervor bringt, abschaffen würde. Aber bevor wir uns zu früh freuen, hier noch ein paar Fakten. Interessant ist allein schon ein Geständnis von Herrn Sarrazin, das auf WeltOnline zu finden ist: »Oftmals konnten subjektiv empfundene Wahrheiten nur dosiert vorgetragen werden«, gesteht er sein jahrelanges Leiden als Beamter und Politiker, der nie sagen durfte, was er dachte. Das ist nun wirklich cool, denn wie wahr sind »subjektiv empfundene Wahrheiten«? Eine Wahrheit sollte eigentlich nicht subjektiv empfunden, sondern objektiv nachvollziehbar wahr sein, sonst ist es nämlich keine.
Aber ungerührt von solch spitzfindigen Überlegungen sondert Sarrazin die »Wahrheit« ab: »Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden« (sagte Sarrazin der »Welt am Sonntag« und der »Berliner Morgenpost«) Wenn es ein Gen für Ignoranz geben würde, fände es sich gewiss in der Erbsubstanz von Herrn Sarrazin, aber so etwas gibt es nun einmal nicht. Wobei, Ignoranz gibt es zweifelsohne, aber es wäre zu einfach, sie auf einen bestimmten Abschnitt der Desoxyribonukleinsäure (DNA) zu schieben. Das würde ja bedeuten, dass Herr Sarrazin gar nichts dafür kann, dass er so dumm ist. Genau das darf und muss man aber bezweifeln, denn wenn einer so berechnend giftige Halbwahrheiten verbreitet, aus denen falsche Schlüsse gezogen werden sollen, darf man dahinter schon eine gewisse Intelligenz vermuten, die bestimmte Ziele verfolgt. Allerdings kann man auch das wiederum nicht auf einen bestimmten DNA-Schnipsel schieben, der seinen Träger schlauer macht.
Unbestritten ist, dass es in allen Lebewesen Erbsubstanz und somit Gene für alles mögliche gibt. Derzeit sind beispielsweise gewisse Resistenzen gegen Antibiotika neu im Genom von früher wenig problematischen Bazillen zu finden, die dadurch nun zu gefährlichen Krankheitserregern mutiert sind. Man könnte sich natürlich auf den Standpunkt stellen, die Einzeller seien nun dank der Resistenz-Gene in ihrem Erbgut »intelligenter« geworden, aber das ist natürlich Unsinn. Sie machen uns dadurch leider mehr Probleme als zuvor, aber das ist ein anderes Kapitel.
Jedenfalls ist die primitive Vorstellung, dass es Gene gibt, die für bestimmte »Rassen« typisch seien, ist in der modernen Biologie obsolet. Im Gegenteil: Genetische Analysen haben gezeigt, dass dass die genetischen Unterschiede zwischen den Individuen innerhalb jeder Population ziemlich groß sind während im Vergleich dazu die genetische Variation zwischen den verschiedenen Populationen verhältnismäßig klein ist. Die Wahrnehmung im äußeren Erscheinungsbild (Hautfarbe, Augen- und Nasenform, Körperbau usw.) hat früher dazu verleitet, anzunehmen, dass es entsprechende genetische Unterschiede geben müsste, durch die verschiedene »Rassen« definiert wären. Genau das lässt sich durch die moderne Genetik allerdings nicht belegen.
Dafür beweisen Sarrazins Äußerungen etwas anderes. Nämlich, dass Rassismus weiterhin in Deutschland weiterhin salonfähig ist und durchaus ernsthaft diskutiert wird.
Rassismus ist der Glaube, dass sich menschliche Populationen (also Deutsche, Türken, Akademiker, Hartz-4-Empfänger usw.) in genetisch bedingten Merkmalen im sozialem Wert unterscheiden, so dass bestimmte Gruppen gegenüber anderen höher- oder minderwertig sind. Nochmals: Es gibt keinen überzeugenden wissenschaftlichen Beleg, dass es tatsächlich so ist, wie Herr Sarrazin glaubt. Aber das Problem mit dem Glaube ist ja, dass ein Gläubiger gegen Beweise resistent ist. Somit ist Glaube das Gegenteil von Wissen. Auch wenn Herr Sarrazin so tut, als habe sein Werk eine wissenschaftliche Grundlage: Es gibt kein Intelligenz-Gen. Und es gibt keine genetisch definierten Rassen. |
Es ist kein Tabu, das Herr Sarrazin als mutiger Querdenker bricht, wenn er behauptet, »dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen«. Eine solche Äußerung ist schlicht ein Beweis seines Unwissens (vulgo Dummheit). Man kann sich jetzt noch kleinlich darüber streiten, wie groß der Anteil von kinderlosen Universitätsabsolventinnen in unserer Gesellschaft ist tatsächlich ist. Angesichts der heutigen Lage ist es aber tatsächlich so, dass eine Frau, die intelligent genug ist, über ihre Situation nachzudenken, lieber keine Kinder bekommt. Denn auch Sarrazins unwissenschaftliche Tiraden ändern nichts daran, dass die mit der Kinderaufzucht verbundenen Nachteile in erster Linie zu Lasten der Frauen gehen - und das keineswegs, weil die Biologie vorsieht, dass sie die Kinder bekommen und stillen. Viele Frauen begreifen diesen Umstand durchaus nicht als Nachteil.
Sondern diese Gesellschaft lässt auch ihre akademisch ausgebildeten Frauen komplett im Regen stehen, wenn sie so blöd sind, Kinder zu bekommen. Das fängt mit der oft vergeblichen Suche nach einem Kindergartenplatz an und hört längst nicht mit der oft noch vergeblicheren Suche nach einem halbwegs anständig bezahlten Job auf, der sich mit Kinderaufzucht vereinbaren lässt. Über die Doppelbelastung mit Haushalt und Job, falls sie es tatsächlich schaffen, sowohl die Kinderbetreuung, als auch eine Erwerbstätigkeit zu organisieren, mal gar nicht zu reden. Im Zweifelsfall ist die Mama zuständig, ganz gleich ob es ums Schulbrot, vergessene Hausaufgaben oder nicht vorhandene Turnschuhe geht. Oder um anständige Gene im völkischen Genpool.
Es wird zwar (gerade auch von Sarrazin) so getan, als sei es eine gesamtgesellschaftliche Pflicht und Aufgabe, Kinder zu produzieren und aufzuziehen, Fakt ist aber, dass es im Einzelfall Privatsache ist. Wie so vieles in diesem Staat Privatsache ist und auch bleiben soll. Und gerade Sarrazin als Staatsausgabeneinsparexperte sagt ja auch selbst immer mal wieder, dass die Leute, die sich keine Kinder leisten können, besser keine bekommen sollten. Das sollen lieber die mit den guten Akademiker-Jobs tun. Zwar hat auch ein Sarrazin davon gehört, dass es auch etwas mit der Umwelt bzw. dem Umfeld zu tun hat, ob aus einem Kind ein funktionierender Staatsbürger oder ein Problemfall wird. Trotzdem behauptet er, dass Intelligenz »zu 50 bis 80 Prozent erblich« sei, was seine Empfehlung nahelegt, doch bitte schön auch Akademikerinnen zum Kinderkriegen heranzuziehen, um eine weitere Verblödung des deutschen Volkes zu verhindern. Aber: Wenn ihm so sehr daran gelegen sein sollte - warum trägt er dann selbst massiv zur Massenverblödung bei?!
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