Freitag, 5. November 2010

Bedingungsloses grundeinkommen

In den vergangenen wochen habe ich an einem ausführlicheren artikel zum thema »bedingungsloses grundeinkommen« gearbeitet - weil am samstag in Berlin eine demo stattfinden wird, auf der man mich vergeblich suchen kann, möchte ich den schluß meines artikels vorwegnehmen:

Ich bin dagegen!

Wenn man die verschiedenen modelle vergleicht und darüber nachdenkt, stellt man fest, daß hier die habenichtse und die mittelschicht für die wohltaten bezahlen müssen, die der Oberschicht zugedacht sind. Im grunde genau wie immer, nur schlimmer als jetzt. Hier sollen die derzeitigen sozialsysteme, verbunden mit lohnkostenersparnis, zerschlagen werden.

Durch h4 ist die zahlungsmoral vieler arbeitgeber schon gründlich aufgeweicht »weshalb soll ich lohn zahlen? Du bekommst doch sowieso geld vom amt!« Heute läuft das auf halblegalem wege, denn eigentlich sollen arbeitslose sich schon nach bezahlter arbeit umsehen und unabhängig vom amt werden.

Arbeitgeber wie der herr Anti-Schlecker, die nach »bürgergeld« oder »bedingungslosem grundeinkommen schreien«, wollen endlich ein reines gewissen haben, wenn sie menschen ohne bezahlung ausbeuten, denn dann ist für jeden irgendwie gesorgt, man muß nichts bezahlen!

So verlockend der gedanke ist, relativ einfach aus dieser tretmühle herauszukommen: Ein bedingungsloses grundeinkommen ändert nichts an den derzeitigen verhältnissen. Im gegenteil: Stärker als zuvor wird erwartet werden, daß man auf seinen lohn verzichtet »um der guten sache willen«.

Wenn man das lohnsystem abschaffen möchte, gibt es gewiß bessere ansätze

Kommentare:

  1. Meine sehr bewunderte Freundin Mechthild,
    Wie kämpferisch!
    Zur Info: In Flandern (in Belgien) gibt es ein gesetzlich garantiertes Mindesteinkommen:
    Allleinstehende: € 740, 32, Zusammenwohnende: € 493, 54 und siehe weiter in den Tabellen( Google: Leefloon 2010). Falls Rente oder Arbeitslosenunterstützung niedriger ausfallen kann man die Differenz beim Sozialamt beanspruchen. Dieses System ist auf jeden Fall weit günstiger als das derB*R*D*, Gefahr von Abschaffung dessen droht vor allem von der antisozialen EU-Integration (Nivellierung nach unten)!

    Hoeveel bedraagt het leefloon en hoeveel mensen moeten - Feiten ...
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    13 sept 2010 ... Sinds 1 september 2010 bedraagt het leefloon voor een alleenstaande 740,32 €/ maand, 493,54 €/maand voor een samenwonende en 987,09 €/maand ...
    www.armoedebestrijding.be/cijfers_leefloon.htm

    Gute Demo wünscht Dir aus Flandern,
    Deine Freundin
    Nadja

    xoxo

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  2. Liebe Nadja,

    natürlich war ich heute nicht demonstrieren - der leeflohn in Belgien ist, wenn ich das richtig verstanden habe so etwas wie ein mindestlohn - und wenn Du eine rente erhältst, die niedriger ist, wird sie von staatlicher seite aufgestockt, damit Du am ende des monats noch was zum verknabbern hast.

    Mit dem bedingungslosen grundeinkommen verhält es sich anders, siehe

    http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen

    hier wird vorgesehen, daß der staatliche steuertopf zu gleichen teilen aufgeteilt werden soll - vom penner bis zum milliadär soll ein jeder die gleiche staatliche unterstützung erhalten - die finanzierungsmodelle sind unterschiedlich aber ähnlich schwachsinnig! Lies in der Jungen Welt vom freitag

    http://www.jungewelt.de/2010/11-05/017.php

    und vom samstag

    http://www.jungewelt.de/2010/11-06/001.php

    In allen parteien, auch in der LINKEN gibt es menschen, die dafür sind. Es klingt human, ist es aber nicht!

    Man braucht doch keine andere form der armutsverwaltung - es gibt genug reichtum in der welt - er muß nur verteilt werden!

    Liebe grüße,
    Mechthild

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  3. Meine liebe Mechthild,
    Verstanden! Dieses „bedingungslosen“ Mindesteinkommen ist ein pseudosozialer Dummenfang und somit ist es sehr richtig daß Du heute NICHT demonstrieren warst. Das „Leefloon“ in Flandern ist übrigens auch nur eine Form der Armutsverwaltung, nur nicht so schlimm, nicht so kraß wie im „Sozialmodell“ B“R“D.
    Liebe Kampfesgrüße,
    Deine Nadja

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