Freitag, 3. Juli 2015

Schäuble beliebt wie nie

Bei nachrichten wie der, daß 70% der Deutschen mit der arbeit des finanzministers Schäuble zufrieden oder gar sehr zufrieden sind, fange ich an mich zu fragen, ob tatsächlich die breite mehrheit meiner mitbürger oder bloß die figuren bei »infratest dimap« einen knall haben.

Wen haben die gefragt? In meinem bekanntenkreis sind selbst die konservativen CDU-wähler nicht mit Schäubles politik einverstanden.

Aber lustig, daß sie bei der ARD im rss gleich darunter ein anderes, schönes thema hatten.
Bildschirmfoto ARD
An sterbehilfe mußte ich bei dieser nachricht auch irgendwie denken.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Währungsreform 1990

An die währungsunion am 1. juli 1990 kann ich mich noch recht gut erinnern. Damals wurde vornehmlich von westlichen politikern propagiert, daß sich das wirtschaftswunder nach der währungsreform von 1948 dann in der DDR wiederholen würde, wenn sie da »drüben« möglichst schnell die DM bekämen. Man erinnere sich an Kohls »blühende landschaften (…), in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt«.

In meinem jugendlichen leichtsinn habe ich das damals nicht geglaubt. Ich fürchte, ich habe recht behalten. Im Januar 1990 gab es in der DDR 7.440 arbeitslose. Deren zahl sich bis juni auf 142.096 deutlich erhöht hatte. Nach der währungsunion beschleunigte sich der anstieg rasant, mitte juli waren es schon 220.000 arbeitslose und zur »wiedervereinigung« im oktober 537.800 - dazu kommen ab juli 500.000 kurzarbeiter, bis ende september hatte deren anzahl sich auf 1.771.576 erhöht.

Das lag nicht an der maroden wirtschaft der DDR, die zwar technisch dem westen hinterherhinkte und sanierungsbedürftig war, aber immerhin stark genug war, 40 % der hergestellten güter zu exportieren. Es lag am politischen willen der Bonner Regierung, den realsozialismus auf Deutschem boden mit einem schlag zu zerstören und da mußten möglichst rasch unumkehrbare tatsachen geschaffen werden, koste es was es wolle. Die wirtschaftlichen interessen der bürger der DDR, deren wirtschaft zu retten gewesen wäre, waren dabei egal. Die pläne gab es, jedoch fehlte der politische wille, sie umzusetzen.

Mit einführung der DM war die wirtschaft der DDR von einen tag auf den anderen wettbewerbsunfähig. Der handel zwischen der BRD und der DDR wurde im verhältnis 1 : 4 abgewickelt. Dadurch waren die produkte aus der DDR auch im westen konkurrenzfähig, weil sie unschlagbar billig waren, damit war mit einführung der harten währung schluß: die preise stiegen mit der währungsunion um ca. 350 %, damit waren sie auch für die ehemaligen handelspartner im RGW-raum unerschwinglich. So drohte bereits im Juli 1990 mehr als 90 % der unternehmen in der DDR die zahlungsunfähigkeit.

Die wirtschaft der DDR, die nach 40 jahren realsozialismus nicht ruiniert war, hat der Oggersheimer in nur einem sommer geschafft.

Dienstag, 30. Juni 2015

Sarrazynismus des tages

Zum morgigen 25. jahrestag der währungsunion ein zitat von Thilo Sarrazin, der gemeinsam mit Horst Köhler und Theo Waigel die einführung der DM in der DDR vorbereitete:
»Mit der schlagartigen Einbeziehung der DDR-Wirtschaft in den
D-Mark-Wirtschafts- und Währungsraum gewinnt der Reformprozeß eine neue, gänzlich anders geartete Qualität: Die Hirn zermaternden, fast unlösbaren Fragen, wie in einem planwirtschaftlichen System zügig und ohne zu große soziale Kosten ein funktionierendes Preissystem, Wettbewerb, ein funktionierender Kapitalmarkt verwirklicht werden können, lösen sich in ein Nichts auf, denn mit dem Tag der Umstellung ist alles da.«
Später wurde behauptet und gern geglaubt, daß man vorher nicht hätte wissen können, was passiert, wenn man in einem realsozialistischen staat eine »richtige« währung einführt. Den »vätern« der währungsunion dürfte allerdings sehr klar gewesen sein, daß sie mit der einführung der DM die wirtschaft der DDR auf einen schlag zerstören.

Montag, 29. Juni 2015

Foto am montag (165)

Mittagessen auf der Spree.

Fütterungszeit für die kleinen haubentaucher (podiceps cristatus). Der rotfeder dürfte es weniger gut gefallen haben.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Petition gegen sport

Eigentlich kann ich es befürworten, daß es jetzt eine petition gegen die »Bundesjugendspiele« gibt. Ich kann mich daran erinnern, daß dies »sportfest« und auch das training dazu im sportunterricht für weniger sportbegeisterte schüler eine qual und oft demütigend war. Ich kann mich daran erinnern, daß ich die 100m in weltrekordzeit sprintete, allerdings rekordzeit für die doppelte strecke und dafür vom lehrer ausgelacht wurde.

In ihrem blog schreibt Christine Finke: Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse. Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?

Ja, das stimmt. Aber ist es der frau doktor Finke noch nie aufgefallen, daß man in der schule fortwährend einem wettbewerb ausgesetzt ist, dem man sich nicht freiwillig stellt?

So weit ich mich erinnere, war die schule war kein ort des lernens, das war die tägliche konkurrenz, die irgendwie überstanden werden mußte.

Wenn ein notenspektrum von eins bis sechs vergeben werden muß, wobei die sechs bei uns nur in ausnahmefällen gegeben wurde, läuft es darauf raus, daß nicht alle gut sein dürfen - vielleicht erinnert sich noch jemand an Sabine Czerny. Die war eine lehrerin in Bayern, die vor einigen jahren in die schlagzeilen geriet, weil sie ihre schüler so gut unterichtete, daß keiner mehr schlecht war. Die frau wurde strafversetzt, weil das leider gar nicht geht, daß sich plötzlich alle für mathe begeistern und alle etwas lernen.

Die schule ist nicht nur bei den »Bundesjugendspielen« bzw. beim sport brutal, sondern auch in Deutsch, Englisch, mathe, chemie und was es sonst noch so gibt. Da werden immer die ungleichen gleich gemessen und in bezug auf die position in der konkurrenz bewertet.

So sympathisch ich die abneigung gegen sport finde, ich werde diese petition nicht unterschreiben. Ich halte sie für falsch. Sie greift einen blöden, kleinen teilaspekt aus der schulbildung raus, welchen ich zufällig besonders wenig mochte, im sportunterricht herrschte für gewöhnlich kasernenhofton. Wer schlappmachte wurde zusammengebrüllt, allein deshalb haßte ich den sportunterricht. Allerdings wurden mitschüler in anderen fächern, in denen ich gut war, nicht minder gequält.

Wenn, dann müßte man schon ein anderes schulsystem wollen.

Dienstag, 23. Juni 2015

Aus gegebenen anlaß

Zum Berlinbesuch. God save the queen


Als alter royalist bin ich entsprechend begeistert. Sofort abschieben in das kleinste nest des commonwealth. Aber was sollen die armen leute dort mit der?

Samstag, 20. Juni 2015

Neues aus dem sommerloch

Immer wenn das sommerloch um die ecke schaut, kommen die geistigen tiefflieger mit tollen plänen, um es wenigstes mal in die zeitung zu schaffen. So auch Paul Ziemiak, der neue vorsitzende der Jungen Union, der laut Süddeutscher Zeitung auf die glänzende und brandneue idee gekommen ist, eine sonderabgabe für kinderlose zu schaffen, während es für jedes neugeborene tausend euro wurfprämie geben soll.

Als gäbe es nicht schon ausreichend geborene menschen, die in diesem staat kaum wissen, wovon sie eigentlich ihren lebensunterhalt bestreiten sollen. Ich zumindest habe nicht den eindruck, daß die menschheit gerade aussterben würde. Es werden durch die gesteigerte produktivität ohnehin weniger leute gebraucht.

Anstatt es zu organisieren, den leuten, die sowieso schon da sind, ein vernünftiges leben zu verschaffen, soll staatstragendes kindermachen belohnt werden, das ist bestimmt keine besonders schlaue idee.

Montag, 15. Juni 2015

Foto am montag (163)

Frühsommerabend an der Havel. Das geht natürlich nicht ohne rohrsänger - in diesem fall ein drosselrohrsänger (acrocephalus arundinaceus).

Sonntag, 14. Juni 2015

Paul und Paula Ufer

Einer der romantischsten orte in Berlin war in lauen sommernächten das Paul und Paula Ufer an der Rummelsburger bucht. Benannt ist dieser ort nach dem film »Die Legende von Paul und Paula«, weil dort eine bedeutende filmszene gedreht wurde. Man muß den film nicht mögen - angeblich ist das Angela Merkels lieblingsfilm.

Als ich dort vor einigen jahren spazieren ging, gab es rund um die bucht fünf nachtigallen, die dort um die wette sangen, heute gibt es da kaum noch vögel, es sieht dort so aus:


Zweispurige radrennpiste. Und weil in jedem gebüsch nicht nur nachtigallen trapsen, sondern stets auch vergewaltiger lauern, wurde gründlich aufgeräumt:


Niemand der einigermaßen bei trost ist, fühlt sich in so einer umgebung wohl.

Samstag, 13. Juni 2015

(Menschen)freies Kosovo!

Die Republik Kosovo hat 1,8 millionen einwohner. Allein im jahr 2014 begrüßten 37.895 menschen vom Amselfeld die lebensumstände dort so sehr, daß sie um asyl in der EU baten.

Zwar war die NATO sehr daran interessiert, daß es ein »freies Kosovo« geben muß. Was aus den leuten werden soll, die in der nicht lebensfähigen republik klar kommen müssen, hat von anfang an nicht interessiert. Nach der grandiosen befreiung vom »Serbischen joch« tät die freundschaft der westlichen staaten not. Nur hat die eigenartiger weise ausgedient, weil die NATO-stützpunkte jetzt bereits im land sind und die menschenrechte waren nur ein vorwand eine mögliche Serbische vorherrschaft auf dem Balkan zu verhindern.

Die GRÜNIN und abgebrochene theologIN Katrin Göring-Eckard gab dazu folgendes zu protokoll:

Zitat Katrin Göring-Eckard »Eine weitere Entscheidung betraf den Militäreinsatz im Kosovo. Ich tat mich sehr schwer damit, eine Abwägung zu treffen: Auf der einen Seite das Friedensgebot, auf der anderen die Menschenrechte. Wie kann man da eine Abwägung finden?! Damals las ich sehr, sehr viel in der Bibel und sprach mit vielen Leuten darüber, was mir sehr wichtig war. Ich sagte mir, wenn es um Krieg und Frieden geht oder um Leben und Tod, kann man nicht gegen den Glauben handeln. Ich stimmte allerdings für den Militäreinsatz, weil ich beim Abwägen fand, dass es wahrscheinlich richtig war. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es sich als richtig herausgestellt hat.«

Wie schön, daß die entscheidung richtig war. Nicht, weil den menschen mit der bombardierung gedient gewesen wäre. Und nicht, weil es gelungen wäre, daß die menschen dort irgendeine lebenspespektive hätten.

Nein, es ist ja schon genug, wenn wenigstens die freunde von der »Atlantik Brücke« zu ihrem kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn unter die menschenrechtsheuchelei denn dann auch noch die bedürfnisse der Kosovarischen bevölkerung fielen?

Liebe menschen aus dem Kosovo, unsere politiker können sich leider nicht mehr daran erinnern, daß es bei der zerstörung Eures landes um Euer menschenrecht auf leben gegangen soll. Und das stimmt leider auch, darum ist es nie gegangen. Die würden Euch jetzt gern nicht als asylbewerber in der EU sehen, da gehört Ihr nicht hin, der westen hat Euch schließlich gerettet.

Kommt trotzdem bitte alle, damit der imperialismus, der Euer land gespalten und in den ruin getrieben hat, wenigstens eine chance bekommt unterzugehen.

Freitag, 12. Juni 2015

Dresden hat etwas besonderes

Nein, nicht Tatjana Festerling, Dresdner Stollen, Semperoper und das Blaue Wunder, sondern, man schaue und staune, seit 25 jahren »rot«. Ganz ohne gelb und grün:


Mittwoch, 10. Juni 2015

Montag, 8. Juni 2015

Foto am montag (162)

Wellensittiche (melopsittacus undulatus)

21306 wählten diese frau

In Dresden war gestern oberbürgermeisterwahl. 9,6 % wählten Tatjana Festerling:


Zitat Tatjana Festerling: »Willkommen in der freiluftpsychiartrie Deutschland.« oder »Das bruttonationaleinkommen Eures staates wird explodieren, weil die gummimuschi- und plüschpimmelproduktion für die sexualaufklärung in kindergärten und schulen massiv angekurbelt werden muß« oder »kondomabrollwettbewerbe in kindergärten mit anschließender karottenkönigkrönung«

Amüsiert hat mich diese frau Festerling schon, aber diese sächsistischen Dresdner denken offensichtlich nur an schweinskram.