Donnerstag, 26. März 2015

90

Heute wird der französische dirigent und komponist Pierre Boulez 90 jahre alt. Die redaktion des 1-€-blog gratuliert.

Zur feier des tages gibt es die structures I & II aus den jahren 1952 und 1961

Mittwoch, 25. März 2015

Lachen verboten

Wegen des flugzeugunglücks in den Alpen fiel gestern abend »Die Anstalt« aus. Die sollte eigentlich am freitag, 27. märz 2015 um 1 uhr 50 auf zdf_neo kommen. Inzwischen ist auch die aus dem programm verschwunden.

Eigentlich hätte das zdf aus pietätsgründen auch mal auf den Hitler zur besten sendezeit verzichten können.Offenbar ist der mann jedoch für das zdf unverzichtbar, weshalb man lieber das kabarett zu später stunde streicht.

Natürlich ist es traurig, wenn 150 menschen plötzlich aus dem leben gerissen werden, darunter viele jugendliche. Im jahr 2013 starben 640 junge menschen unter 25 bei autounfällen, also jeden tag fast zwei. Hat das zdf wegen denen auch nur einmal das programm geändert?

Anfang des jahres gab es ein riesengeschrei um ermordete witzemacher. Im programm will man sowelche aber lieber nicht haben - zumindest so lange sie leben - und nutzt die gelegenheit, sie rauszuwerfen.

Nachtrag 25. märz 19:35

Auf der internetseite des zdf steht jetzt, daß der termin für die entfallene sendung in kürze folgen würde. Da bin ich mal gespannt.

Nachtrag 26. märz 13:18

Kommt dienstag 31. märz 2015 um 22:15

Dienstag, 24. März 2015

Der Kredit

Unter dem titel »mal wieder lachen, dachte ich« schrieb Anja Röhl in der jw vom 21. märz 2015 über das stück »Der Kredit«, daß es eine spur zu banal sei. Und daß sie sich vom autor Jordi Galceran, der für seine aufklärerischen texte bekannt sei, einblicke in die psychologie der geschäftemacher erwartet hätte. Und daß Ilja Richter seine figur eine spur zu flach spiele und überhaupt flache der spannungsbogen gegen ende des stückes ab und das ende zu abrupt und banal.

Zufällig habe ich das stück des Katalanischen dramatikers, der mir bisher nicht bekannt war, schon gesehen und fand es gar nicht schlecht. Wer in ein boulevard-theater geht, sollte eher unterhaltung als tiefschürfende gesellschaftskritik erwarten.

In diesem stück geht es nicht um kritik am bankgeschäft, sondern um menschen, die sich alles erdenkliche einfallen lassen, um zu bekommen, was sie benötigen. Daraus ergeben sich amüsante dialoge und wendungen im stück, die für manchen lacher gut sind. Beide darsteller spielen ihre rolle überzeugend. Markus Majowsky als karrieretyp, dessen beruf es als fillialleiter einer bank ist, »nein« zu sagen und Ilja Richter als Anton Herberg, der einerseits ehrlich ist, andererseits aber eben etwas hochstapelt, um sein gegenüber zu erweichen, weil er doch so dringend geld braucht.

Das stück läuft noch bis ende april. Wer mehr erwartet als unterhaltung, ist hier vermutlich an der falschen adresse. Wer hingegen ein lustiges boulevard-theaterstück mit witzigen dialogen sehen mag, wird wahrscheinlich spaß haben. Mir zumindest hat es gefallen.

Samstag, 21. März 2015

Greenpeace nicht mehr ernst zu nehmen

Daß teure marken nicht unbedingt besser als billigprodukte sein müssen, was die schadstoffbelastung betrifft, ist wohl nichts neues.

Daß Greenpeace müllbergeproduzenten lobt, hingegen wohl schon. Greenpeace hat unter anderem den einwegskleidungsproduzenten Primark gelobt, weil sie sich verpflichtet haben, die schlimmsten chemikalien nicht mehr zu verwenden.

Als ob etwas weniger giftig produzierte müllberge eine wohltat für die umwelt wären. Müllberge sind und bleiben müllberge.

Insgesamt einmal habe ich einen laden von Primark aufgesucht, weil ich wissen wollte, was es da gibt und wie es da zugeht. Das ist ca. 4 wochen her.

Es war grauenhaft. Als ich das geschäft betrat, schlug mir ein widerwärtiger geruch von billigen textilien entgegen, also ein dunst aus irgendwelchen chemikalien und staub, der mir fast den atem verschlug. Im laden hauptsächlich teenies, die unwarscheinlich geschäftig unterwegs waren und sich die stücke teilweise kreischend aus den händen rissen.

Bergeweise billige textilien ab 1€, die gekauft werden, weil sie so sagenhaft billig sind und wegen ihrer lumpigkeit dann lieber doch nicht getragen werden oder allerhöchstens ein mal. Den besuch dieser verkaufsräume fand ich so furchtbar, daß ich es mir lieber nicht vorstellen möchte, wie es erst dort zugehen mag, wo dieser ramsch produziert wird.

Und das soll umweltschonend sein? Bloß weil etwas weniger gift für die produktion verwendet wird? Das glaube, wer mag. Ich nicht.

Fenstersims

… äh finsternis. In Brandenburg sah die sonnenfinsternis vom gestrigen frühlingsanfang bei ca. 73 % bedekungsgrad so aus:


Die sonne überstrahlte den mond. Und wenn irgendjemand nicht gewußt hätte, daß gerade »finsternis« ist, hätte er sich vielleicht gewundert, daß es irgendwie nicht ganz so hell war, wie es an so einem strahlend schönen frühlingstag zu erwarten gewesen wäre und die landschaft für einige minuten in ein sonderbares licht getaucht war.

Im grunde war das ereignis völlig überbewertet, denn trotz klarem himmel gab es für die, die keine spezialbrille erbeutet hatten, wenig zu sehen. Interessant ist das nur, wenn die finsternis total ist.

Das habe ich einmal miterlebt. Da war es für einige minuten richtig dunkel. Zu sehen gab es da allerdings auch nichts, weil es zu dem zeitpunkt wie aus kübeln goß.

Freitag, 20. März 2015

SZ in wahrheit bald unzumutbar

Unter dem titel »die wahrheit ist den menschen zumutbar« schrieb Stefan Ulrich am vergangenen wochenende in der Süddeutschen Zeitung über wahrheit und lüge. Hierbei kommt er zuerst auf allerhand biblischen quatsch,auf mythologie und geschichte, um dann die alten Griechen, die päpste, Adolf Hitler und Walter Ulbricht in einem einem atemzug zu nennen, die ja allesamt notorische lügner waren.

Dann kommt die tatsächliche lüge des George W.Busch über den massenvernichtungswaffenbesitz des Saddam Hussein und die des SZ-redakteurs Stefan Ulrich, daß die lügen des russischen präsitenten Wladimir W. Putin »beim griff nach der Krim« und dem »krieg in der Ostukraine« das vertrauen der Europäer zerstört hätte. Das ist glatt gelogen. Mein vertrauen hat der Russische präsident nicht zerstört.

Und das der Krimbewohner, die ebenfalls Europäer sind, offensichtlich auch nicht: das größte Deutsche marktforschungsinstitut GfK kam bei einer umfrage zu dem ergebnis, daß 82% die wiedervereinigung mit Rußland unterstützen. Natürlich kann man anzweifeln, ob so eine umfrage auch wirklich repräsentativ sei. Ich kann mir jedoch vorstellen, daß es den leuten auf der Krim derzeit wirtschaftich in Rußland besser geht, als wenn sie bei der Ukraine geblieben wären, zwar wird in den medien ständig über die schwäche des Rubel berichtet, der im seit märz 2014 um 22,5 % abgewertet wurde, während über die talfahrt der Ukrainischen währung gern geschwiegen wird, deren kurs um mehr als 40% sank.

Doch das beste kommt im letzten absatz:
Zitat:"Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar", mahnte Ingeborg Bachmann die Schriftsteller. Das ist ein guter Leitsatz, auch für Politiker und Journalisten.«
Das wäre es mit sicherheit. Allerdings fängt der folgende satz gleich mit einer unwahrheit an:
Zitat:»Zur Wahrheit gehört, dass Putin Krieg in der Ukraine führt,…«
Soweit ich informiert bin, gibt es dafür bis jetzt keine eindeutigen beweise und so lange nichts bewiesen ist, ist es nur eine behauptung, die man glauben kann oder nicht. Und wird ohne beweise zur lüge, wenn man behauptet, daß das die wahrheit wäre.
Zitat:»...die Globalisierung auch vielen Menschen Nachteile bringt, die Lasten der Finanzkrise nicht gerecht verteilt sind, der Euro noch nicht gerettet ist und Griechenland vielleicht aus der gemeinsamen Währung ausscheidet. Letzteres hat Finanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag eingeräumt. Weiter so.«
Was da das »weiter so« soll wirft rätsel auf. Die vorhersage, die minister Schäuble geäußert hat, hört sich doch eher wie ein horoskop an. Und womöglich wäre es in wahrheit gar keine gute idee, wenn Griechenland aus dem Euro ausscheiden würde. Aber das ist ja auch egal, denn oben stand ja schon, daß bereits im antiken Griechenland gelogen wurde.

Dienstag, 17. März 2015

Bahntelefonate

Oft nervt es mich, daß manche menschen in der bahn einander ständig zu piepen müssen, wo sie gerade sind. Die sagen ständig so komische sachen wie »komme gleich Rohrdamm«, »war grad Ostkreuz« oder gar »bin Hohenzollern…«. Letzteres möchte ich niemandem wünschen. Und anhören mag ich das auch nicht.

Das klingt nach identitätskrise. Aber wenn schon identitätskrise, dann doch gescheit. Freuen würde ich mich, wenn ich mal hören würde, daß so ein handyfritze sagt: »ich bin grad Karl Marx…, vormals Stalin…«

Das wird aber wohl nie passieren. Denn »Stalin…« heißt heute keineswegs »Karl Marx…« sondern »Frankfurter…«.

Freitag, 13. März 2015

Zum glück keine soziale ungleichheit in Deutschland

»Meine Erkenntnisse sind so nicht der Fall. Ich glaube, wir haben in Deutschland keine wirkliche soziale Ungleichheit, sondern wir haben hier die soziale Marktwirtschaft.«

Eric Schweitzer, der präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages am 13. märz 2015 im interview mit dem Deutschlandfunk.

Weiteren kommentar dazu spare ich mir.

Donnerstag, 12. März 2015

Die blödheit und die achtsamkeit

Im grunde ist es in jedem jahr das selbe: die ersten blümlein erscheinen und schon treten die idioten auf den plan. Zum glück war es die woche nicht übermäßig warm, weshalb das wieschen darauf verzichten mußte, von den ärschen der achtsamen plattgehockt zu werden.


Das hier ist eine der trittgeschützten wiesen im Botanischen Garten Berlin. Hier sieht man, daß die natur viel zu bieten hat, das man (noch) nicht wahrnimmt. Man sieht die schönen krokusblüten, über die sich die meisten menschen freuen, nur die figuren in ihren wallegewändern wollen oft nur ungern erkennen, daß diese wiesen nicht dafür gedacht sind, sich da drauf zu setzen und zu jenseitigen »höheren wesen« kontakt aufzunehmen.

Diese wiesen bieten im verlauf des jahres raum für viele kleine, sehr unscheinbare lebewesen, die diesseitig gesonnene naturfreunde weder plattsitzen noch tottreten. Botanikfreunde freuen sich, daß sie hier pflanzen finden, die man in der natur leider selten findet.

Dafür benötigen sie keine besondere achtsamkeit, sondern nur die erkenntnis, daß eine naturnahe wiese eben alles andere als ein liegerasen ist und man erstere besser vom rande betrachten sollte, weil man sonst das besondere daran zerstört.

Wenn die selbsternannt »achtsamen« vielleicht einen ihrer gedanken auf die schnöde realität umlenken könnten und womöglich gar davon abließen in ihrer strunzenblöden form der vermeintlichen »naturverbundenheit«, der verklärung der natur zu »etwas besserem« ablassen könnten und sie stattdessen schlicht beobachten würden, wie sie ist, wäre schon ein bißchen gewonnen.

Sonntag, 8. März 2015

Und als wir

Heute mal wieder etwas musik. »Und als wir« von Mathias Spahlinger.



Eigentlich muß man dieses stück live erleben. Das besondere daran ist, daß jeder der im konzertsaal anwesenden es etwas anders hört.

Die trennung zwischen publikum und orchester wird aufgehoben. Je nach den gegebenheiten des konzertsaals werden plätze getauscht: die musiker steigen von der bühne, das publikum kann die pespektive tauschen und auf der bühne platz nehmen oder zwischen den musikern. Der dirigent steht nicht vor einem ochester, sondern in der mitte. Er koordiniert 54 solisten inmitten des publikums, anstatt ein orchester zu dirigieren.

Die gewohnten perspektiven werden aufgelöst. Und obwohl alle im selben saal sitzen und das selbe stück hören, erlebt jeder es ein bißchen anders.

Donnerstag, 5. März 2015

Promoviert, niedriglohngeil, plemplem.

Den goldenen bescheidenheitsvogel mit quadratmeise für den vergangenen montat hat Stefanie Schmidt in der taz abgeschossen. Die promovierte historikerin bejammert es, daß sie nach der gesetzesänderung nicht mehr als billigstarbeitskraft (praktikantin) bei der taz arbeiten kann. Denn wenn man schon keine »richtige« arbeit findet, so will man doch wenigstens so tun, als ob.

Sie habe eine ausbildung zur bürokauffrau gemacht und seit ihrem 18. lebensjahr in ihrer freizeit in der fabrik am fließband gestanden - da merkt der weniger akademische arbeitsmensch auf, denn freizeit und fließband sind zwei sachen, die einander ausschließen - und was sie nicht alles noch für jobs getan hätte.
Zitat: „Ich kann mir vorstellen, wie es Ihnen geht“, sagt die Dame, „ich habe auch eine Freundin, die in Geschichte promoviert hat. Sie ist jetzt 40 Jahre alt und verdient das erste Mal in ihrem Leben mehr als 1.500 Euro“ … (Kunstpause) … „Aber wir suchen niemanden, der einen Job macht, nur weil er verzweifelt ist. Wir wollen eine Referentin, die überglücklich ist, dass sie den Presseverteiler unseres Museums pflegen darf. Sie können mit 1.000 Euro doch gar nicht allein in Berlin leben!“

Da gibt es in Berlin in einem museum offensichtlich eine einzelne personalchefin, die bei verstand ist und feststellt, daß man als single von 1000 € in Berlin nicht leben kann und das, ach, so »linke« blättchen taz schreibt dagegen.

Gewundert hat mich das nicht. Im jahr vor der einführung von h4 jubelten die immer wieder, daß darin große chanchen steckten. Und das hat ja auch gestimmt, die hatten die chance, gut ausgebildete menschen für lau zu beschäftigen und da muß es kaum wundern, daß die es bedauernswert finden, daß wenigstens diese sauerei abgeschafft wurde.

Mittwoch, 4. März 2015

Parada

Fast wäre ich aus den latschen gekippet, weil es diesen tollen Serbischen schwulenfilm kostenlos und Deutsch zu sehen gibt.

Nehmt Euch meinethalben ein bier und schaut Euch das an.

 

Mein heimatland schland hat dafür geld gegeben, damit dieser film produziert wird. Leider aber auch dafür, daß Yugoslavien zerlegt wird.

Sonntag, 1. März 2015

Hamburger Appell (Teil 11)

Fortsetzung.

Selbstverständlich wird beklagt, daß die medien nicht positiv über die globalisierung berichten und im zuge dessen nur stellenabbau beklagt wird.
11. Die öffentliche Diskussion zum Thema Globalisierung in Deutschland wird leider häufig in einseitiger Art und Weise geführt: Während im Rahmen des Strukturwandels notwendigerweise auftretende Arbeitsplatzverluste in den Medien sehr stark thematisiert werden, fehlen klare Aussagen zu den positiven Auswirkungen der Globalisierung. Die vertiefte internationale Arbeitsteilung ist - nur vergleichbar mit dem technischen Fortschritt – der zentrale Motor zur Steigerung unseres Lebensstandards. Neben einem höheren Konsumniveau durch billigere Produkte trägt auch eine deutlich größere Produktvielfalt maßgeblich zur Steigerung unseres Lebensstandards bei. Eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe besteht darin, diese positiven Effekte der internationalen Arbeitsteilung zu vermitteln und durch einen schnelleren Strukturwandel dafür zu sorgen, dass Wachstum und Wohlfahrtsgewinne in möglichst großem Umfang realisiert werden können.
Mich hat das an einen zeitungsausschnitt aus dem 19. jahrhundert erinnert, den ich vor einigen jahren im Märkischen Museum in Berlin gesehen habe. Dort wurde über das fischesterben in der Spree dahingehend berichtet, daß es eben an den strunzblöden »beschuppten Spreebewohnern« läge, daß sie einfach zu dumm sind, mit den wohltaten, die ihnen die liebe industrie in den fluß kippt, etwas sinnvolles anzufangen und anstatt sich zu freuen und aufzublühen, einfach abkratzen.

Ungefähr so scheinen diese wirtschaftsprofessoren auf uns, die lohnabhängigen zu gucken: schließlich sind wir selbst schuld, wenn wir diese chancen nicht nutzen. Das arbeitsvolk muß bloß billiger und produktiver als anderswo sein. Und schon wird alles wieder gut. Darüber, daß das keine guten lebensbedingungen bedeutet, soll man einfach hinwegsehen. Schließlich geht es um etwas wichtigeres als bloß ein gutes leben: die Deutsche wirtschaft.

Wer AfD wählt, wählt in puncto wirtschaftspolitik diese elf punkte. Das ist in dieser partei nicht nur der wirtschaftsliberale flügel um Lucke, der das vertritt. Dafür stehen die konservativen in dieser partei ganz ähnlich. Wer das zumindest in einigen punkten für fragwürdig hält, sollte mißtrauisch sein.

Der »expertenverein« AfD verspricht kein besseres leben, keine auskömmlichen arbeitsplätze und keine verbesserungen, sondern einfach bloß mehr ausbeutung.

Und das ist für die meisten menschen unbekömmlich.

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