Sonntag, 24. Mai 2015

Europa stirbt und Die Welt geht gleich unter

Im grunde genommen ist der ESC ungefähr so interessant wie ein geplatztes würstchen in der Volksrepubik China. Allerdings gab es nach dem »null-punkte-sieg« Deutschlands in den medien einige beiträge bei denen ich mich hätte kugeln können.

So schrieb Matthias Mattusek in Der Welt:
»Nein, nach diesem Eurovision Song Contest hab ich keine Lust mehr auf Europa. So springt man mit dem Fußballweltmeister 2014 nicht um. So nicht. Es ist doch nicht unsere Schuld, dass wir so viel besser spielen als alle anderen. Und auch noch besser aussehen. Wie Ann Sophie bewiesen hat. Schon ihr Rücken hätte gewinnen müssen.«

Jawollo. Das ist ungerecht, daß die anderen nicht wissen wollen, daß »wir« nun einmal nicht nur besser kicken können als alle anderen, sondern auch besser singen oder weltkriege anzetteln.

Wenn das alles nicht anerkannt wird, kann einem die »lust auf Europa« tatsächlich vergehen.

Freitag, 22. Mai 2015

Tarifeinheitsgesetz

Zum heute von 444 bundestagsabgeordneten durchgewunkenen gewerkschaftsüberflüssigmachungsgesetz der sozialdemokratischen arbeitsministerIn A. Nahles fällt mir folgendes ein:



AfD? Nee!

Ein bißchen freut es mich schon, daß die »Affengesichter für Dummdeutsche« offenbar vor der spaltung stehen. Aber nicht zu sehr, weil ich mich nicht zu früh freuen möchte.

Das traurige ist, daß mit dem verschwinden der partei weder die wirtschaftsidiotischen noch die mottenkugelrechten ideen aus der welt wären.

Dienstag, 19. Mai 2015

Ratten würden retten...

...oder: anderen helfen ist wichtiger als schokolade.

So denken zumindest ratten.

Japanische forscher haben herausgefunden, daß ausgerechnet das »ekeltier« ratte wahrscheinlich so etwas wie mitgefühl mit anderen empfindet.

Im versuchsaufbau konnten die tiere sich entscheiden, ob sie einen in not geratenen käfiggenossen vor dem ertrinken retten oder ob sie lieber schokolade wollen, die sie, wie andere auch, sehr gern mögen. Alle ratten entschieden sich fürs retten. Besonders engagiert waren die ratten, die selbst die notsituation aus eigener erfahrung kannten.

Das ist zumindest ein indiz gegen die beliebte behauptung, daß in der natur egoismus herrsche und es somit völlig natürlich sei, nicht an andere, sondern immer nur an sich zu denken.

Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, warum ratten in not geratenen artgenossen helfen. Womöglich denken sie in dem punkt einfach einen schritt weiter als beispielsweise unsere neoliberalen oder rechten artgenossen. Vielleicht ahnen sie, daß sie selbst in not geraten könnten und gehen mit anderen um, wie sie selbst gern in not behandelt werden würden.

So weit ist die menscheit leider nicht allerorten.

Samstag, 16. Mai 2015

FDP für umverteilung

Als wäre es nicht schon ulkig genug, daß die selbsternannten experten für wirtschaft nun in der schuldenfalle hocken, wollen sie nun ihr schuldenproblem auch noch durch umverteilung lösen.

Die basis soll für die schulden des bundesverbandes aufkommen. Die nehmen sich gern die freiheit, das geld, das sie nicht haben, woanders zu holen.

Der bundesvorsitzende der partei ist 36 jahre alt und seit 15 jahren berufspolitiker. Nebenher hat er als unternehmer eine firma an die wand gefahren, die von der KFW einen millionenkredit erhalten hat, der nicht zurückgezahlt werden mußte.

Das nenne ich umverteilung! Von reich (staat) zu unfähig. Dagegen hat die FDP offensichtlich nichts. Nur bei vielen h4 empfängern ist eben nichts zu machen, weil den anforderungen nicht entsprechen: die sind leider nicht blöd, dreist und unfähig.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Verschlüsselung staatsfeindlich

Zwar ist es nicht die neuigkeit des tages, aber dafür eine alte nachricht, an die ich erinnern möchte.

Der frisch wiedergewähle Britische premierminister David Cameron
hat etwas gegen kommunikationsmittel, bei denen er (bzw. pappa staat) nicht mitlesen kann.. Bereits im januar hatte er angekündigt, sich im falle seiner wiederwahl für das verbot von messengern mit ende-zu-ende-verschlüsselung, wie beispielsweise Threema, einzusetzen.

Schließlich dürfe der staat nicht erlauben, ohne kontrolle einer höheren stelle zu chatten. Und wenn der staat nicht mitlesen darf, soll niemand mehr etwas schreiben. Schließlich können wir alle offen miteinaner umgehen und anständige menschen haben ohnehin keine geheimnisse.

Dienstag, 12. Mai 2015

Arbeit im wirtschaftswunderland

Angesichts der wirtschaftlichen lage wird gern in die 70er jahre zurückgeschaut. In eine zeit, als die wirtschaft noch »rund« lief und am »wohlstand für alle« gearbeitet wurde. Wie der »Monitor-bericht« vom januar 1978 zeigt, ging dieser »wohlstand für alle« leider an etlichen vorbei. Im video ab ca 9 min 50 zu sehen.

Selbst in den zeiten als angeblich »alles gut« war, sind leute als billiglöhner unter die räder geraten und wurden als leiharbeiter vermietet. Diese zeiten zurückzusehnen, nur weil die leiharbeit damals noch etwas illegaler war als heute, ist nicht übermäßig schlau: der staat hat damals das problem auf die denkbar einfachste weise aus der welt geschafft, er hat den mißstand legalisiert, weil es ein interesse an billigen arbeitskräften, die man leicht wieder loswerden kann, gab.

Es hat nicht funktioniert, mit den damaligen wirtschaftsprogrammen das elend aus der welt zu schaffen. Im gegenteil, damit die wirtschaft weiterlaufen konnte, mußte die mehrheit immer mehr zumutungen in kauf nehmen, während gleichzeitig der wohlstand fleißig vermehrt wurde.

Weil die im film gezeigten arbeitsverhälnisse für die wirtschaft nützlich waren, gehört der handel mit arbeitskräften heute zur normalität.

Sonntag, 10. Mai 2015

Totgestreikt

Merkwürdiger weise wurde in den vergangenen tagen in den nachrichten wenig über den streik der lokführer berichtet. Zumindest, wenn man von maulenden oder sogar verständnisvollen fahrgästen absieht und dem nicht ausbleibenden gejammere, welcher schaden der wirtschaft durch den streik entstanden wäre. Nebenher fällt natürlich auf, daß gar nicht gestreikt werden müßte, wenn den leuten durch die wirtschaft nicht ständig ein schaden entstünde - und diese verhältnisse zu beseitigen, wäre dann ehrlich mal einen richtigen streik wert.

Allerdings habe ich eher den eindruck, daß der vorstand der bahn nicht verhandeln will und das problem aussitzen möchte, bis das tarifeinheitsgesetz kommt und es der regierung außerdem recht ist, wenn die bevölkerung aus unmut über die streiks dafür ist, auch wenn das alles andere als eine verbesserung der arbeiterrechte ist.

Mich erinnert das ein bißchen an den streik der Britischen bergleute 1984/85 als die Thatcherregierung das problem erfolgreich aussaß und es damit schaffte, die gewerkschaften dauerhaft zu entmachten. Die haben sich damals einfach totgestreikt.

Samstag, 9. Mai 2015

Спасибо

Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten


Auch wenn es etwas aus der mode zu kommen scheint, das kriegsende als befreiung zu sehen und Erika Steinbach der begriff »dankbarkeit« nie in den sinn gekommen wäre und geschichtsklitternd behauptet, daß Hitler und Stalin Polen gemeinsam überfallen hätten.

Man kann dankbar sein, daß Deutschland den krieg verloren hat und das land vom faschismus befreit wurde, wenngleich auch ungenügend.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Hilfe! Erpressung!

Einen geistigen höhenflug ungeahnten ausmaßes hatte Susanne Kablitz, die ehemalige vorsitzende der PdV: sie hat festgestellt, daß es einen zusammenhang zwischen »kapitalismus« und »erpressung« gibt.

Das stimmt auffallend. Wie zu erwarten, betrachtet sie das allerdings von der völlig idiotischen seite.

Denn, daß der Klaus Weselsky von der GDL und die streikenden lokführer schuld an der erpressung wären, ist blödsinn. Denn weder der herr Weselsky noch irgendwelche streikbereiten menschen haben die verhältnisse, die auf erpressung beruhen, so eingerichtet.

So träumt frau Kablitz, deren blogmotto »Jenseits der Illusionsbedürftigkeit« ist vor sich hin
Zitat Kablitz: »Jeder Mitarbeiter kann – wenn ihm die Bedingungen seines Arbeitsplatzes nicht mehr gefallen – die Kündigung einreichen und sich einen angenehmeren Arbeitsplatz suchen. Es ist aber in negativer Hinsicht bemerkenswert, wenn sich jemand dieser Mühe nicht aussetzen, die erworbenen Annehmlichkeiten und Sicherheiten nicht missen möchte, jedoch keine Skrupel damit hat, einseitig von den vereinbarten Vertragsbedingungen abzuweichen und die eigenen Vorstellungen abzupressen.«
Als wenn das nicht nach dem bedürfnis nach der illusion, daß in diesem system irgendetwas ohne erpressung ablaufen könnte, schreien würde: Da steckt die illusion drin, daß man sich irgendwas aussuchen könnte.

Kann man nicht. Das ist doch der clou am system des »kaufens und verkaufens«: die leute, die nichts anderes verkaufen können als ihre arbeitskraft, sind immer erpreßbar, weil sie immer verkaufen müssen, um zu überleben. Ihre gesellschaftliche macht der mehrheit gegen die minderheit dürfen sie per gesetz nicht ausnutzen.

Wie die erpressungsverhältnisse liegen, sollte damit klar sein.

---

Mich würde es nicht wundern, wenn tante Kablitz demnächst in AfDkreisen auftauchen täte.

Freitag, 1. Mai 2015

In würdigem Rahmen!

(Für brave Sozialdemokraten)

Begehst du jetzt nach alter Sitte
den ersten Mai, benimm dich bitte!
Nimm deinen Sonntagsanzug her!
Bleib auf der Straße nirgends steheh!
Auch darfst du nur zu zweien gehen.
Die Straße dient ja dem Verkehr.

Dann setz dich still im Saale nieder!
Ein Männerchor singt Frühlingslieder.
Zur Andacht wirst Du eingestimmt.
Ein Redner mit solidem Bauche
spricht was vom alten Freiheitshauche,
der noch in deiner Seele glimmt.

Nach Tische, in der Sofaecken,
laß dir die Festzigarre schmecken!
Häng dir die Schafskopfhörner um!
Dann deck dich zu mit Haupt- und Beiblatt
von deinem würdigen Parteiblatt,
und schlummre bis um viere ’rum!

Dann mach dich auf mit Streuselkuchen,
den Kaffeegarten aufzusuchen.
Da gibt es Bier und Blechmusik.
Familien können Kaffee kochen.
Auch wird ein Festprolog gesprochen
vom Vorwärtsmarsch der Republik.

Und triffst du nachts auf Kommunisten,
so ruf den nächsten Polizisten.
Der bringt schon Ruh und Ordnung ’rein.
Im Bett darfst du zufrieden sagen:
Für dieses würdige Betragen
wird Hindenburg mir dankbar sein!


Erich Weinert, 1929

Donnerstag, 30. April 2015

Rosen für den Staatsanwalt

Einer der besseren filme der Adenauerära.

Gegen ende des Zweiten Weltkrieges wird der soldat Rudi Kleinschmidt beschuldigt, zwei tafeln Scho-Ka-Kola entwendet zu haben und wird wegen wehrkraftzersetzung zum tode verurteilt. Als er vor das erschießungskommando gestellt werden soll, kann er während eines fliegeralarms entkommen.

Nach dem krieg begegnet er zufällig dem ehemaligen kriegsgerichtsrat Dr. Wilhelm Stamm, der ihn zum tode verurteilt hatte und in der jungen BRD karriere gemacht, weil er einige details aus seiner vergangenheit verschwiegen hat.