Sonntag, 26. April 2015

Frühlingslied




Text/Musik: Georg Kreisler

Schatz, das Wetter ist wunderschön,
da leid ich's net länger zuhaus.
Wolln wir nicht rüber ins Kraftwerk gehn?
(Da kenn ich mich ziemlich gut aus!)
Die Leute sind heut auf den Wiesen,
wir können ihnen alles vermiesen!
Heut ist Sonntag und Frühling und Bootfahrn am See,
Schatz, ich hab eine Idee:

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
spieln wir Unfall im Kernkraftreaktor!
Heut ist jeder im Grünen mit Kindern und Frau,
das ist ein ganz wichtiger Faktor.
Du nimm dir mein Kind, ich dein Kind,
und ein jeder vergiftet a Kleinkind,
so ein Kernkraftreaktor geht schief dann und wann,
es ist gut, man gewöhnt sich daran.

Schatz, geh, bring das Plutonium her,
das tut sich am besten bewährn.
Ich benütz jetzt schon lang kein Arsen nimmermehr,
wenn's aus ist, kann sich niemand beschwern.
Erst schalt' mer ein die Sirenen,
dann fangen die Augen an zu tränen,
dann schalt' mer ein Katastrophenalarm -
und dann falln die Vogerln vom Baam.

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier,
spieln wir Unfall im Kernkraftreaktor!
Um zwei sind die Babys tot, und um halb vier
falln die älteren Bauern vom Traktor.
Um fünf tun wir alles vereisen,
dann können's uns nix mehr beweisen,
Der Staat zahlt den Witwen das halbe Gehalt,
und ein' Unfall vergißt mer ja bald...
Das Kraftwerk läuft weiter - um die Leut' ist's net schad.
Spieln wir Unfall, weil sonst ist mir fad!

Donnerstag, 23. April 2015

Wohlstand für alle

Kapitalismusfreunde mögen es gerne einfach. Wenn man die augen schließt muß man auch gar nicht sehen, daß der wohlstand um manche gegenden einfach einen bogen macht.

Dienstag, 21. April 2015

Schon wieder Bahnstreik


Und dabei wäre alles doch so einfach gewesen, wenn der bahnvorstand simpel auf die vorderungen der lokführer eingegangen wäre.

Zur erinnerung, was Max Uthoff im vergangenen herbst über den lokführerstreik sagte:



Dem kann ich mich nur anschließen.

Sicher, wenn man als bahnfahrer nicht so einfach da hinkommt, wo man gern hinmöchte oder in vielen fällen hin muß, ist das unangenehm. Aber wenn man möchte, daß die menschen, die einen jeden tag sicher und zuverlässig chauffieren, auch ein halbwegs anständiges leben haben, sind solche unannehmlichkeiten zu verkraften.

Schuld an den streiks sind schließlich nicht die gewerkschafter, die für bessere lebensbedingungen kämpfen, sondern die die bockigen arbeitgeber, die da was gegen haben.

Samstag, 18. April 2015

Leberwurst der woche

Das CDUbusenwunder ist beleidigt. Es sollte anfang der woche die eröffnungsrede der veranstaltungsreihe »Tage der Demokratie und Toleranz« in Zwickau halten, wovon es ausgeladen wurde.

So beweinte die ehemalige SEDmitgliedIn, friedensbewegte, GRÜNE, aktive mitgliedIn der Bürgerrechtspartei CDU, aktive bürgerrechtlecherIn und aktive pegidafreundIn auf einer internetseite, wo sie mit ähnlich politisch promisken in bester gesellschaft ist, ihren rausschmiß, der ja nur durch unbegründete denunziation zustande gekommen sein könnte. Schließlich habe sie als aktive bürgerrechtlerIn unbestritten einiges zu sagen. Gerade auch zum 25sten jahrestag der angeblich »Friedlichen Revolution«.

Überhaupt sei es allerhöchstens rein zufällig, daß in »obskuren blogs« ihr verständnis für pegida gefeiert werde. Das ist selbstredend rein zufällig. Genau wie es rein zufällig ist, daß sie für »eigentümlich frei« rund fünf dutzend artikel geschrieben hat und es bei »eigentümlich frei« im grunde nicht übermäßig liberal oder gar libertär zugeht, sondern nationalistisch, konservativ, chauvinistisch und neurechts. Bürgerrechtlerisch ist sie im von Meinhard Miegel mitbegründetem Bürgerkonvent aktiv, die vom milliardär August von Finck unterstützt wird und wo sie an der seite von Beatrix von Storch im vorstand ist. Des weiteren gehört sie zum kuratorium der wirtschaftsliberalen denkfabrik Open Europe Berlin, die sich für die rechte des marktes, aber bestimmt nicht für die rechte der einfachen menschen einsetzt.

Eine bürgerrechtlerIn, die sich für die rechte der stärkeren einsetzt.

Aber heulen hilft. Frau Lengsfeld soll nun doch noch nach Zwickau kommen. Was soll die den leuten, die in der heutigen zeit mit ihren problemen leben, noch erzählen? Für viele wäre es ein ausweg, wenn sie für einige zeit ins ausland zum studieren geschickt würden.

Man muß ihr nicht zuhören.

Donnerstag, 16. April 2015

Verteidigung des christlichen abendlandes und morddrohungen in der kirche

Am vergangenen montag trat die Niederländische einmannpartei Geert Wilders in Dresden auf. Ungefähr 25 minuten soll er vor ca. 10.000 menschen (erwartet waren 30.000) geredet haben. Mehr als nebulöse gedankenwolken hatte diese rede nicht in sich. Bloß viel gelaber, daß es in Deutschland, ach, so schwer sei, ein stolzer patriot zu sein und daß daran ja nichts falsch sein könne, patriot zu sein. Was daran allerding richtig oder »gut« ist, hat sich zur abwechslung mal wieder nicht erschlossen.

Und dann selbstverständlich »unsere« jüdisch-christliche zivilisation in der moslems selbstverständlich nichts verloren haben. Ich weiß nicht, wie es in Holland um diese »zivilisation« bestellt ist, in Deutschland hat sie die meiste zeit so ausgesehen, daß im zweifelsfall die juden schuld waren, weshalb sie verfolgt wurden, was im vergangenen jahrhundert in dem versuch mündete, zumindest die europäischen juden auszurotten. Das ist keine tradition, die es wert wäre, aufrecht erhalten zu werden.
Interessanter als die rede dieser einmannpartei war jedoch, was sich eine woche zuvor, also am ostermontag, während der pegidakundgebung in der Dresdener Kreuzkirche zugetragen hat. Einige mutmaßliche pegidaanhänger (sie hatten fahnen und transparente dabei) fühlten sich durch das glockengeläut gestört und drohten ehrenamtlichen kirchenhelfern deshalb mit dem tode.

Wenn man das christliche abendland verteidigt, kann man schon mal ins schleudern geraten, wenn ausgerechnet an ostern die christen sich erdreisten, glocken zu läuten. Und dann auch noch wegen eines friedensgebetes.

Montag, 13. April 2015

Eduardo Galeano tot

Leider verstarb heute nicht nur Günter Grass, sondern auch der Uruguayische journalist und schriftsteller Eduardo Galeano.

Sein hauptwerk ist das 1971 erschienene buch »Die offenen Adern Lateinamerikas«, welches als die beste darstellung der geschichte Lateinamerikas gilt. Darin geht es um die kolonialherrschaft und die ausplünderung es kontinents von der entdeckung bis in die 1960er jahre.

Leider ist das qualitätsmedium »Zeit« auch im angesicht des todes imstande, völligen quatsch zu schreiben:
»Nach dem Militärputsch in Uruguay 1973 wurde Galeano verhaftet und gezwungen, Uruguay zu verlassen. Er floh nach Argentinien und gründete während des zweijährigen Exils das Kulturmagazin Crisis. Als 1976 auch in Argentinien das Militär die Macht übernahm und ihn nach ihm fahndete, wanderte er ins spanische Exil aus, wo er bis zum Ende der Franco-Diktatur verweilte.«
Eine schöne faschistische millitärdiktatur lädt einen linken schriftsteller sicherlich zum verweilen ein. Allerdings könnte einem qualitätsjournalisten auffallen, daß Franco im november 1975 starb und Spanien sich 1976 in der übergangsphase (»transición«) von der diktatur zur parlamentarischen monarchie befand und Galeano erst mitte der 80er jahre nach dem ende der diktatur in Uruguay in sein heimatland zurückkehrte. Aber das wäre vermutlich zu viel verlangt.

Foto am montag (154)

Wie? Schon wieder bloß eine blaumeise (parus caeruleus)?
Natürlich nicht. Heute geht es um die unverzichtbar schöne sternmagnolie (magnolia stellata).

Freitag, 10. April 2015

Pegida erhält hilfe aus dem ausland

Nachdem es für einige zeit erfreulich ruhig um die pegidisten war und die hoffnung bestand, daß die sich totgelaufen haben, bekommen sie nun unterstützung vom Niederländischen islamhasser Geert Wilders.

Wahrscheinlich wird dies gebäude am montag abgerissen:

Sieht einfach zu orientalisch aus und gehört nicht nach Dresden. Ist aber gar keine moschee, sondern eine ehemalige zigarettenfabrik. In den angestaubten zeiten anfang des vergangenen jahrhunderts fand man ein gebäude, das wie ein morgenländisches gotteshaus aussieht, für das stadtbild erträglicher als eine abendländisch aussehende fabrik.

Mittwoch, 8. April 2015

Absturz des journalismus

In einer diskussion um RTdeutsch bemerkte ich im herbst des vergangenen jahres, daß ein gut gemachter auslandsrundfunk durchaus eine bereicherung der medienlandschaft sein kann. RTdeutsch gehört nach wie vor leider nicht dazu.

Viele Deutsche haben es noch nicht bemerkt, daß Bulgarien seit acht jahren mitglied der EU ist und »Radio Bulgaria« auch über eine Deuschsprachige internetseite mit täglich ca. halbstündigem programm verfügt. Dort ging es am ostersonntag um die berichterstattung zum absturz der Germanwingsmaschine.

Die einleitende frage war »Die Boykottkampagne gegen die BILD-Zeitung wegen der Germanwings-Berichterstattung könnte der Anstoß zu einem Überdenken der Rolle der Medien im deutschen Alltagsleben. Könnte das auch in Bulgarien passieren?«

Es wurde nicht nur über den absturz der Deutschen medien berichtet, sondern auch über den der Bulgarischen. Denn auch sie schickten trotz geldmangel korrespondenten zu den orten des geschehens, von wo sie viel und schlecht berichteten.
Nach dem Flugzeugunglück wurde jeder im Netz kurzerhand zum Experte. Dort tobt man sich aus: ob Tennis, Fußball, Krim-Annexion, Schuldenkrise oder eben Cockpit-Regeln – jeder kennt sich aus und lässt den wildesten Spekulationen freien Lauf. So geschehen ist es auch mit dem angeblich exklusiven Mitschnitt aus dem abstürzenden Flugzeug. Er lief mit der Bemerkung: "Noch ist unklar, ob der Mitschnitt echt ist". Allein diese Bemerkung ist Grund genug, ihn nicht laufen zu lassen.
Mit diesen sätzen endet der artikel bei Radio Bulgaria, den man hier auch ganz lesen kann.

Sonntag, 5. April 2015

Geldmangel nicht schuld an armut

Die neuesten wissenschaftlichen erkenntnisse aus der FAZ.

Eigentlich ist es schon fast erstaunlich, daß es inzwischen sogar in der FAZ steht, daß menschen mit hohem einkommen im durchschnitt zehn jahre länger leben als arme. Der der online-wirtschaftsressorleiter der FAZ Patrick Bernau schreibt hierzu:
»In Deutschland zum Beispiel liegen laut Robert-Koch-Institut zehn Jahre zwischen der Lebenserwartung der ärmsten Einkommensgruppe (2013: 980 Euro netto monatlich für Singles) und der reichsten Gruppe (2013: 2450 Euro netto) monatlich für Singles«
Die angeblich »einkommensreichen« sollen laut dieser aussage tatsächlich nur zweieinhalbmal so viel verdienen wie die »einkommensarmen«. Das wäre schon fast realsozialismus, wenn es in diesem staat nur eine so geringe lohnspreizung gäbe. Wenn man nicht vom medianlohn ausginge, der niedrig liegt, weil es so viele niedriglöhner gibt, würde das nicht so aussehen. Und wenn man nicht nur »lohn«, sondern jede form von »einkommen« einbezöge, stellte man fest, daß hier verhamlosung betrieben wird. Tatsächlich verdienen die »einkommensreichen« oft das 1000fache der »einkommensarmen«.

Und überhaupt sei in wirklichkeit die lebenserwartung im grunde völlig unabhägig vom geld, schließlich bekommen Nobelpreisträger den preis oft im hohen alter, und die lebten länger als die forscher, die den preis knapp verfehlten, also hätte anerkennung einfluß auf die lebenserwartung.

Umgekehrt: wer länger lebt, hat eher noch eine chance, im hohen alter geehrt zu werden. Tote erhalten keinen Nobelpreis mehr.

Und als wenn das alles nicht schon schlimm genug wäre, soll dann auch noch das riskante leben von spielernaturen rechtfertigen, daß niedriglohn völlig in ordnung sei. Denn lottogewinner, die unverhofft zu viel geld kommen, leben angeblich nicht länger. Woher wissen die eigentlich, wie lange die einzelnen personen denn ohne ihren gewinn gelebt hätten? Das läßt sich durch auswerten von statistiken bestenfalls mutmaßen, beweisen läßt sich da nichts.
»Das deutet darauf hin, dass die Lebenserwartung mehr vom Lebensstil abhängt als davon, wie viel Geld jemand auf dem Konto hat.«
Ist völlig selbstverständlich, daß der lebensstil nun so gar nichts mit dem konto zu tun hat, ein armer niedriglöhner mit leerem konto geht selbstverständlich am jet-set-leben und kokainkonsum zugrunde.

Und überhaupt »lebensstil«: der arme teil der bevölkerung findet es einfach »stylish« in ungesunden verhältnissen zu leben. Eine schimmelnde hochhauswohnung neben einem kohlekraftwerkt an der stadtautobahn ist viel schicker als eine villa im grünen. Deren gesundheitsprobleme und frühzeitiges ableben könnten einfach behoben werden, wenn die einfach mal ihre ansprüche etwas heruntersetzen könnten.
»Wer mehr weiß, verdient oft mehr – und wer mehr weiß, kann länger leben. Wissen über gesunde Ernährung und das Kochen von gesunden Speisen muss erst erlangt werden.«
Diese hohe erkenntnis darf selbstverständlich auf keinen fall fehlen. Die tendenz, daß auch akademiker immer häufiger arbeitslos werden und in prekären arbeitsverhältnissen landen, ist bei der FAZ noch nicht angekommen. Aber es ist immerhin etwas, wenn man weiß, wie man gesunde speisen zubereiten könnte, wenn man an die dafür brauchbaren zutaten rankäme.

Die wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß F.A.Z. auch BLÖD enthält, BLÖD enthält...

Samstag, 4. April 2015

Freitag, 3. April 2015

Kohl des tages

»Ich möchte heute nicht mehr Abitur machen. Die Chancen wären gleich null« (Welt am Sonntag, 17. Mai 1987)

Das will ich wohl meinen. Siehe hier:

»Ich weiß, daß ich 1945 fünfzehn war und 1953 achtzehn.« (Frankfurter Rundschau, 21. dezember 1988)

Wenn das so stimmt, wäre der mann heute 66 jahre und da fängt das leben bekanntermaßen an.

Donnerstag, 2. April 2015

Neues von Raif Badawi

In der aktuellen ausgabe druckt der Spiegel den »brief aus dem gefängnis« ab, den Raif Badawi schrieb und der gestern zusammen mit seinen blogtexten im Ullsteinverlag erschienen ist.

In der kleinen auswahl an blogposts, die der Spiegel abgedruckt hat, konnte ich nichts blasphemisches finden. Im grunde glaube ich nicht, daß die mehrheit der muslime so denkt. In einem dieser artikel aus dem jahr 2011 schreibt er, daß seine großmutter ihm erzählt habe, daß die es die trennung der geschlechter noch nicht lange gäbe und daß vorher frauen auch in händlerinnen auf dem markt oder auch in handwerksbetrieben gearbeitet hätten, und daß dies erst seit ungefähr dreißig jahren nicht mehr so wäre.

Bereits am 18. februar 2012 schrieb er über das kalifat in seinem blog:

Träume vom Kalifat

Viele islamistisch frömmelnden Aktivisten in unserer Region träumen von einer Wiedereinführung des Kalifats. […] Es ist eine systematische Massenmobilisierung im Gange, bei der die Bürger indoktriniert werden, indem man sie die ganze Zeit mit Religion und Religiosität berieselt - oder zumindest mit dem, was Islamisten dafür halten.

Doch in letzter Zeit haben sie angefangen, sich gegenseitig mit ihrer Liebe zum Propheten Mohammed, Friede sei mit ihm geradezu zu überbieten. Man wetzt jetzt kräftig die Messer, wiegelt die Gemüter auf und droht lautstark mit eine Vernichtungskrieg gegen alles, was irgendwie mit Kultur und Aufklärung zu tun hat. Denn aus ihrer Sicht ist das gleichzusetzen mit Ketzertum, Atheismus und Blasphemie.

Hoffentlich bleiben ihm die weiteren 950 peitschenhiebe erspart.

Der religionskritische blogger Abhijit Roy wurde ende februar in Bangladesch von unbekannten ermordet

Nachtrag: Am 30. märz 2015 wurde in Bangladesch der blogger Washiqur Rahman ermordet.
Bereits im Jahr 2013 war Bangladesch der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider von einer kleinen Islamistengruppe ermordet worden. Sein Tod trieb damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straßen. Zugleich forderten radikale Islamisten, atheistische Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten.

Die säkulare Regierung von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina ließ daraufhin vier Blogger festnehmen und ein Dutzend Websites und Blogs blockieren. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Blogger.

Mittwoch, 1. April 2015

Otto von Bismarck kein millitarist

Als ich vor einigen tagen im Deutschlandfunk dies interview mit dem historiker Christoph Nonn über den »friedensengel« Otto von Bismarck hörte, dachte ich, daß das ein verfrühter aprilscherz sei.
Zitat Christoph Nonn: »Er ist kein kriegstreiber gewesen, sondern er hat vor allem nach 1866, als er zum ersten mal ein schlachtfeld gesehen hat, […] und seine reaktion darauf war, daß auch sein ältester sohn Herbert unter den toten hätte sein können […] und spätestens von da ab hat er […] immer wieder betont […], daß wenn es einen krieg mit ehren zu vermeiden gäbe, dann würde er versuchen, diesen krieg zu vermeiden. Und das ist ihm dann eigentlich, bis auf 1870/71 in der zeit danach ja auch gelungen. Und 1870 war dann auch der punkt, daß er dann tatsäch von den Franzosen die Preußische ehre so weit in frage gesellt sah, daß er meinte man könnte von diesem feld der ehre […] dann nicht mehr zurück gehen.«
Also nichts mit Emser Depesche und schuld sind immer die andern. Denn wenn es um die Preußische Ehre geht, ist der spaß zu ende. Und 1884 und 1885 mußte die inzwischen Deutsch gewordene ehre in Afrika verteidigt werden und daran war gar nichts friedlich.

Friedrich Wilhelm IV. im November 1848 über Bismarck: »Nur zu gebrauchen, wenn das Bajonett schrankenlos waltet.« Vielleicht hatte der alte Hohenzollernholzkopf da mal recht.

Dienstag, 31. März 2015

Drückeberger

Nicht nur, daß die BRD heute nichts an Griechenland zahlt, sie hat sich auch nach dem krieg schon gedrückt und die DDR allein zahlen lassen. 727 mrd DM wäre sie der DDR schuldig gewesen. Hier ein zeitungsausschnitt aus dem nd vom 29. november 1989:

Die Bonner Republik war wirtschaftlich nicht toll aufgestellt. Die hat sich einfach um ihre pflichten gedrückt. Und tut es bis heute.

Wer es noch nicht gesehen hat, dem empfehle ich die letzen knapp zehn minuten aus der aktuellen »Anstalt«



1. Regeln sind Regeln.
2. Schulden müssen bezahlt werden.
3. Keine Tricks

Vielleicht wäre es zur abwechslung an der zeit, daß Schland mit der trickserei aufhört.