Dienstag, 1. September 2015

»Das Weichziel ist der Mensch«


Zum weltfriedenstag. Ein gespräch mit Oberstleutnant Sanftleben, in welchem er die kernprobleme der Bundeswehr erläutert. Ist zwar schon etwas älter, aber immer noch aktuell.

Sonntag, 30. August 2015

60 jahre Helge Schneider

Zu diesem jubiläum gratuliert die gesamte redaktion des 1-euro-blog. Zur feier des tages gibt es die schlagerfilmparodie »Johnny Flash« des experimentalfilmers Werner Nekes. Die musik ist von Helge Schneider, der auch die hauptrolle spielte. Mit dabei waren unter anderem auch Andreas Kunze und Christoph Schlingensief.



Sehenswert sind natürlich meist auch die interviews von Alexander Kluge. Hier eins mit Helge als fachberater für berufsrevolutionäre:


Gratuliert hat auch Alexander Kluge. Natürlich finden sich in seinem artikel weitere interviews. Mir hat das sechste und letzte mit der scheuklappe für artilleristen am besten gefallen, auch wenn einem da das lachen im hals stecken bleibt.

Mittwoch, 26. August 2015

Willkommen im kollektiven freizeitpark. Oder: mal wieder »kritischer journalismus« in der FAZ.

Neulich berichtete Dietrich Creutzburg in der FAZ, daß es in Deutschland sehr viel bezahlte freizeit und zudem hohe löhne gäbe.

Das hat eine aktuelle studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft im auftrag der Bayrischen arbeitgeberverbände »bewiesen«, denn wenn man den tariflich gewährten urlaub von 30 tagen mit den in Bayern durchschnittlich 10 feiertagen im jahr addiert, kommt man auf »stolze« 40 bezahlte ferientage.

An sich könnte es einem bezahlten qualitätsjournalisten auffallen, daß viele arbeitnehmer gar keinen tariflichen urlaub mehr bekommen. Sondern nur noch den gesetzlichen mindesturlaub von 24 werktagen. Die urlaubsberechnung nach werktagen geht von einer sechstagewoche aus. Das bedeutet, daß jemand der keinen tariflichen urlaub, sondern bloß gesetzlichen hat, keine sechs wochen jahresurlaub kriegt, sondern bloß vier. In Berlin gibt es auch keine »durchschnittlich zehn« feiertage, sondern insgesamt bloß neun. Von denen fünf auf einen ohnehin arbeitsfreien tag fallen können.

Aber selbst wenn jemand auf diese 40 bezahlten freien tage kommt, stehen dem rund 240 arbeitstage gegenüber. Das bedeutet sechs mal so viel lohnmaloche wie schaffen im eigeninteresse.

Liebt man nun den chef, dem man den großteil des lebens widmet oder den lebenspartner, die kinder, die freunde, die freizeitbeschäftigungen, für die man immer zu wenig zeit hat?

Wer diese zustände bejubelt, muß schon einen gehörigen sprung in der schüssel haben.

Sonntag, 23. August 2015

Neues aus den fnl

Seit in Thüringen die LINKE regiert, geht es bergauf. Alle wollen wissen, was es dort so besonderes gibt und verbringen ihre wenigen urlaubstage dort und wollen die allerseits bekannten Thüringer spezialitäten genießen.

Ich auch.

Leider sind die Thüringer schlecht auf die heranströmenden menschenmassen vorbereitet, weshalb mancher durstige gast nicht nur durstig bergauf, sondern auch durstig bergab laufen muß.

Donnerstag, 20. August 2015

Ideologieunterricht

Im wirtschaftslehreunterricht in Westdeutschland wurde gelehrt, daß es einen »wirtschaftlichen konflikt« gäbe, weil der mensch mit seinen unbegrenzten und unersättlichen bedürfnissen auf das karge angebot begrenzter und knapper güter stieße und damit die nachfrage das angebot übersteige.

Im tafelbild sah das ungefähr so aus:

Da raus sollte der schluß gezogen werden, daß es geld bräuchte, um den zugriff auf die güter einzuschränken und da durch ermöglicht würde, auszuwählen, hauszuhalten, einzuteilen und zu verteilen.

Vermutlich wird das heute noch so ähnlich gelehrt, obgleich es damals schon falsch war. Zuerst möchte ich auf die seite »privatleben« und »nachfrage« eingehen: die menschlichen bedürfnisse sind nicht unbegrenzt und unersättlich. An heißen sommertagen kommt es vor, daß ein mensch sich nahezu ohne ende nach kaltgetränken sehnt. Das mag schon mal dazu geführt haben, daß einer maßlos bier gesoffen hat, endlos saufen kann aber niemand, weil aus biologischen gründen irgendwann schluß damit ist. Um die idee der menschlichen unersättlichkeit zu untermauern, wurde im unterricht gar ein verschrobener sektenguru genannt, der luxusautos im hohen zweistelligen bereich besessen haben soll. Die frage, wohin denn der normale stadtmensch mit dutzenden autos soll, wenn er doch schon probleme bekommt, auch nur eines irgendwo zu parken, wurde nicht beantwortet.

Auf der anderen seite stand das angebot der wirtschaft mit den begrenzten, knappen gütern. Als hätte es damals keine butterberge oder nicht verkäufliche autos oder andere formen von überproduktion gegeben. Das wurde eher als eine art »betriebsunfall« erklärt. Schließlich kann es vorkommen, daß wenn die leute zu viel geld haben, keine kleinwagen mehr fahren wollen. Und logischer weise geht das damit einher, daß die leute billigstreichfett statt butter möchten. Weshalb eigentlich in der wunderbaren marktwirtschaft, wenn die »unersättlichen« bedürfnisse dann doch einmal gesättigt sind, nicht zufriedenheit und glück, sondern krise ist, wurde leider nie erklärt.

Tatsächlich sind die bedürfnisse der menschen durchaus maßvoll. Die breite mehrheit lebt nicht im luxus und hat eher den bescheidenen wunsch nach einem leben. Das maßlose bedürfnis findet sich auf der »wirtschaftsseite«, denn erst mit dem geld gibt es das maßlose bedürfnis, daß re-investiert wird, damit das geld mehr wird. Dabei geht es um kein harmloses tauschmittel, sondern kapital, das vorgeschossen wird, um gewinn abzuwerfen. Darüber nachzudenken oder gar kritik dran zu üben war unerwünscht.

Offensichtlich ging es auch in der alten Bundesrepublik nicht darum, daß schüler tatsachen lernen, sondern um ideologie.

Dienstag, 18. August 2015

Trostlos

Früher wurde gern behauptet, daß Kassel samstag nachts eher traurig sei.

Offenbar gilt das für dienstag morgen auch.

Mittwoch, 12. August 2015

Aktion gegen den herztod

In der stadt Gera haben die menschen offensichtlich humor. Eine initiative wirbt für den großen herztag. Und gleich daneben klebt als mahnung das bild eines bekanntermaßen seit jahrzehnten herztoten:

Dienstag, 11. August 2015

Donnerstag, 6. August 2015

Widerlegtes bibelzitat

»Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?«Matthäus 6.26
Anscheinend wollen die spatzen sich auf »den da oben« nicht verlassen. Auf meinem balkon haben sie sonnenblumen gesät. Mal sehen, ob sie auch ernten werden.

Dienstag, 4. August 2015

Die misere hat system: kapitalismus

Wer noch auf der suche nach einer spannenden urlabslektüre ist, sollte sich das buch anschauen, das die »Gruppen gegen Kapital und Nation« herausgegeben haben. Man muß es auch gar nicht mit in den urlaub nehmen, sondern kann es auch sehr gut zu hause lesen. Gleich am bildschirm oder auf e-bookreader oder gedruckt am badesee. In neun kapiteln wird in verständlicher sprache beschrieben, warum die kapitalistische wirtschaftsordnung der bedürfnisbefriedigung sehr vieler menschen entgegensteht.

Das buch kann hier in den gängigen e-bookformaten heruntergeladen werden. Auf der seite steht zwar, daß der download umsonst sei. Ich bin jedoch der auffassung, daß es kostenlos und keineswegs umsonst ist.

Wer lieber ein gedrucktes buch möchte, kann es auf der selben seite für 4€ inklusive porto und verpackung bestellen.

Samstag, 1. August 2015

»Magische ansichten« von tieren und fahrzeugen

Vorhin habe ich zum ersten mal die »magische ansicht« bei »flickr« ausprobiert und habe dabei gelernt, daß eichhörnchen und kaninchen katzen sind. Das ist plausibel, schließlich ist eine katze auch ein »dachhase« und ein eichörnchen eine »eichkatze«. Damit gehören sie eindeutig in die gleiche kategorie.

Weshalb jedoch katze und vielfraß in wirklichkeit hunde sind, hat sich mir nicht erschlossen.

Richtig spannend wird es in der kategorie »fahrzeuge«. Unersetzlich schön finde ich, was alles als »zweirad« durchgeht:


Und ein zug ist trotzdem schon ein zug, auch wenn er noch gar nicht da ist.

Vielleicht sollte hier aber auch die theorie bestätigt werden, daß es bei der Berliner s-bahn unsichtbare fahrzeuge gibt, es in wirklichkeit niemals zu zugausfällen kommt, sondern immer alles planmäßig läuft und die leute die züge eben bloß nicht sehen.