Montag, 1. September 2014

Zum weltfriedenstag

»Aber wenn man selbst voll grimmer Lust hinterm Maschinengewehr hockt, dann ist das Gewimmel da vorn nicht mehr als ein Mückentanz. Zum Dauerfeuer! Hei, wie das spritzt. Da kann gar nicht genug Blei aus der Mündung fegen. Und nachher sitzen sie beisammen und erzählen: ›Junge, das war schön!‹ Das war wenigstens noch Krieg. Da lag einer neben dem andern wie hingerotzt. Und wenn man sieht, wie ihre Augen glänzen, wenn sie diese blutigen Phantome wieder heraufbeschwören, dann fühlt man: Das ist der Krieg, der nackte Krieg. Da sitzt das, was sie heute Militarismus nennen, und das sitzt tiefer als der Klang der Regimentsmärsche oder der Rausch in dem die Seidenfetzen zerschossener Fahnen flattern. Das ist nur das Bedürfnis des Blutes nach Festfreude und Feierlichkeit.«
Ernst Jünger im Essay »Der Kampf als inneres Erlebnis«

Zur feier des tages darf der Deutsche Bundestag heute über waffenlieferungen an die Kurden im Irak abstimmen. Beschlossene sache ist das ohnehin schon. Wer sonst nichts hat, worüber er sich aufregen kann, hat die möglichkeit, sich ab 14 uhr die debatte im Bundestag anzuschauen.


Zum livestream geht es hier.

Sonntag, 31. August 2014

Kriegsgeheul

Für ungefähr eine woche habe ich mich der Deutschen qualitätspresse ferngehalten. Ich dachte, daß die sehr gut ohne mich auskommt und ich mich nicht täglich über den selben mist aufregen muß. Aber gucke ich mal nicht rein, passiert natürlich gleich etwas richtig schlimmes:

Putin ist in die Ukraine einmarschiert. Die WELT hat es gesehen, die OSZE hingegen nicht. Anzunehmen ist, daß die WELT gespenster sieht. Wie damals schon, im Kalten Krieg.

Ganz in kaltkriegsrhetorik fordert Jaques Schuster, oder besser dr. Jaques Schuster, so viel zeit muß sein, daß nun die stunde der NATO schlagen solle, schließlich müsse man dem »letzten großen kolonialreich«, das gleichzeitig auch die »letzte verkörperung des imperialismus auf Europäischem boden« sei, entgegentreten.

In die selbe kerbe schlägt Richard Herzinger im selben blatt mit seinem artikel »Neosowjet-Imperialismus gegen westliche Demokratie«

Da bleibt einem fast die spucke weg. In Putins Rußland gibt es nichts »neosowjetisches«. Rußland ist keine wie auch immer organisierte sozialistische räterepublik, sondern ein nach Russischer art organisierter kapitalismus mit demokratisch gewählter herrschaft.

Als es die Sowjetunion noch gab und aus dem ostblock die westliche politik als »imperialistisch« bezeichnet wurde, lernte man in der schule, daß der imperialismus und die großen kolonialreiche politik des 19. jahrhunderts gewesen wären. Daß das damals wie heute nicht gestimmt hat ist wohl klar, nur ist zweifelhaft, ob ausgerechnet Rußland imperialistische interessen verfolgt. Hingegen darf man durchaus bemerken, daß die Vereinigten Staaten keine anderen mächte neben sich dulden. Einst galten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion als »supermächte«. Nach dem zerfall der Sowjetunion verblieben die Vereinigten Staaten als einzige weltmacht. Und für deren geschmack ist Rußland nach ende der Jelzinära schon viel zu weit gekommen.

Die NATO reicht heute bis weit in den ehemaligen ostblock hinein. Eine der bedingungen für die sogenannte »Deutsche wiedervereinigung« war, daß die NATO nicht über die damaligen grenzen nach osten ausgedehnt werden darf. Nicht Rußland ist vertragsbrüchig, sondern die westmächte, die es nicht für nötig erachteten, sich daran zu halten. Die staaten Osteuropas sind nach westlichen interessen möglichst kleinteilig zerlegt worden, sie sind der hinterhof der EU. Am liebsten würden sie mit Rußland selbes tun, wenn es dann ginge.

Den Russischen nationalismus mag ich genau so wenig wie jeden anderen nationalismus auf der welt auch. Ich habe gehört, daß es in Rußland diesen sommer mode gewesen sein soll, Putin-t-shirts zu tragen, unter anderem mit dem aufdruck »er ist der höflichste von allen«. Ob er »höflich« ist, weiß ich nicht. In bezug auf die andere herrscher, könnte man jedoch sagen, »er ist der vernünftigste von allen«. Und das ist schon eine ganze menge, wenn ich die unvernunft der Deutschen regierung betrachte.

Hoffentlich wird das kriegsgeheul der Springerpresse einfach im raum verhallen.

Freitag, 29. August 2014

EUmagermilch


Nach dem Russischen importstop dürfen butter, käse und magermilchpulver nicht mehr nach Rußland eingeführt werden.

Magermilchpulver? Haben das die Russen denn überhaupt aus der EU gebraucht? Ich erinnere mich, daß die regierung der BRD empfahl, in pakete für die verwandten oder freunde in der DDR immer auch magermilchpulver zu packen. Aber nicht, weil die im osten das gebraucht hätten, sondern damit wir glaubten, daß »die da drüben« nicht einmal milch hätten. Dabei konnte die DDR sich reichlich selbst mit milch versorgen.

Dürfen sich die verbraucher in der EU nun über fallende lebensmittelpreise freuen? Nach den prinzipien des marktes müßten milchprodukte nun eigentlich billiger werden.

Selbstverständlich nicht. Denn unsere herzensgute EU will die milchbauern unterstützen. Und diese unterstützung sieht selbstverständlich so aus, daß sie den milchbauern hilft, die preise stabil zu halten, anstatt ihnen zu helfen verluste am markt zu überleben.

So wird die überproduktion über monate auf kosten der EU in lagerhäusern verschwinden. Und bei gelegenheit in die märkte irgendwelcher drittweltstaaten gedrückt, um deren landwirtschaft zu helfen, da zu bleiben, wo sie ist: unten.

Donnerstag, 28. August 2014

Wo die elite urlaub macht

Die sogenannte »polit-elite« übertrifft sich mal wieder in bescheidenheit. Verreist wird in Deutschland oder ins grenznahe ausland, beispielsweise Brandenburg.

Dies sieht nicht unbedingt nach einer ferienresidenz, sondern nach einer Brandenburger bruchbude - im fachjargon als »brabubrubu« bezeichnet - aus.

Der vorgarten ganz bescheiden aber liebevoll mit ausgewähltem unkraut bepflanzt.

Dahinter eine tür mit einem blechernen messingschild. Und was steht auf dem schild?

Merkel.

Montag, 25. August 2014

Foto am montag (121)

Beim (rad)wandern in Brandenburg kann es passieren, daß einem gefährliche raubtiere über den weg laufen. Oder, wie in diesem fall, im weg liegen:


Zum glück hat es geschlafen. Mitten auf dem weg. Und gar nicht weit davon ein zweites von dieser sorte:


Schnell weiter. Aber, psssst! Bloß keine schlafenden hunde wecken!

Sonntag, 24. August 2014

H4märchenstunde bei der FAZ

Von allen guten geistern lebenslang verlassen schreibt Christoph Schäfer in FAZ über eine offensichtlich frei erfundene in Deutschland lebende Türkin.
Frei erfunden?

Na, klar. Denn die heute angeblich 41jährige tochter einer alleinerziehenden mutter, die ihre kettenraucherei ohne den Deutschen sozialstaat nicht finanzieren könnte, erhält laut FAZ geld vom sozialamt. Das ist eine merkwürdige sache, denn die fleißige friseurin, die nicht genug geld verdient, um davon leben zu können, müßte eigentlich auf dem jobcenter und auf dem wohnungsamt anträge um ergänzende sozialleistungen stellen, wenn das geld nicht für miete und essen reicht.

Hinzu kommt noch die absurde geschichte mit dem abgelaufenen ausweis. Die frei erfundene aus dem artikel verfügt angeblich nur über einen seit zwei jahren abgelaufenen türkischen pass. Damit bekäme man auf Deutschen ämtern keine arbeitserlaubnis. Und schon gar keine sozialleistungen.

Ohne gültige papiere bekommt man auf Deutschen ämtern allerhöchstens einen tritt in den arsch. Und das gilt für aus- und inländer gleichermaßen.

Stattdessen das angebliche problem, sich bei »großen firmen bewerben zu können«. Bei welchen »großen firmen« sollte sich eine friseurin denn bewerben? Vielleicht aus hausfriseuse bei Rheinmetall oder Aldi? Brauchen die neuerdings sowas?

Die FAZ bringt zur abwechslung den reinsten schwachsinn und die braven bürger löffeln diesen quark.

Freitag, 22. August 2014

Gesundheitsexperte der SPD: Salzen schlimmer als saufen

Im gedruckten Spiegel, heft nr. 34 vom 18. august 2014 steht auf seite 100 ein interview mit dem gesundheitsexperten der SPD, Karl Lauterbach, in welchem er über seine salzfreie ernährung spricht.

Selbst gehe ich mit salz relativ sparsam um, daß man jedoch erst durch den verzicht auf salz andere gewürze wie pfeffer, chilli oder kurkuma zu schätzen lerne, halte ich für eine gewagte these, die sicherlich überall auf der welt alltäglich millionenfach widerlegt werden dürfte.

Am schluß, gibt er noch zum besten, daß er bei einem bankett im Weißen Haus zu dem ihn die damalige US-gesundheitsministerin eingeladen hatte trotz absprache mit gesalzener nahrung bewirtet werden sollte und dann dort nicht gegessen, sondern nur wein getrunken haben. Ungefähr wie »das bißchen, was ich esse, kann ich auch trinken«.

Sicher, zwei bis drei flaschen wein können eine mahlzeit kalorienmäßig durchaus ersetzen. Nur ob das gesünder ist als eine normal gesalzene mahlzeit zu essen, sollte angezweifelt werden.


Montag, 18. August 2014

Bundeswehr und bullerei ganz oben

Will man wissen welches die beliebtesten arbeitgeber im lande sind, fragt man besser nicht die, die schon einige jahre »spaß« mit denen hinter sich haben. Sondern die jüngeren, die die »freuden des erwerbslebens« noch vor sich haben.

So passiert es seit einigen jahren im Schülerbarometer. Das Trendence Institut befragt hierfür ca. 12.000 schüler der klassen acht bis dreizehn per fragebogen nach den für sie beliebtesten arbeitgebern. Hierraus wird dann ein »ranking« erstellt.

Den schülern soll bei der arbeitgeberwahl die wertschätzung des arbeitnehmers und die sicherheit der stelle wichtig gewesen sein. An sich ist es irreführend, schülern einreden zu wollen, sie könnten ihren arbeitgeber wählen. Es ist seit je her umgekehrt: die dürfen sich bewerben und werden dann vielleicht ausgewählt. In den meisten fällen aber eben nicht.

Einige textilhändler sollen seit der letzten befragung an beliebtheit verloren haben, weil sie durch die diskussion über arbeitsbedingungen von den jugendlichen als »ausbeuter« wahrgenommen werden. Trotzdem ist lumpenhändler Primark erstmals vertreten, der ramsch gilt unter schülern mit wenig geld als schick. Und daß man in unserem schönen wirtschaftssystem generell überall ausgebeutet wird, hat sich leider noch immer nicht überall herumgesprochen.

Ansonsten finden sich im ranking allerhand unternehmen, die produkte anbieten, deren zielgruppe junge leute sind. Allerdings auch beispielsweise SAP. Was bietet SAP an, das für teenager interessant sein könnte? Liegt bei denen derzeit vielleicht die schrullige kombination aus übelstem programmcode und benutzerunfreundlicher buchhaltungssoftware »echt voll im trend«?

Auf platz eins und drei ist der staat der arbeitgeber. Polizei und bundeswehr. Sicherheit und wertschätzung kann man hier allerdings wohl kaum erwarten. Mit den alten, angestaubten, sicheren beamtenstellen von einst hat das nichts mehr zu tun. Die gibt es längst nicht mehr.

Sicher daran ist nur, daß die leute, die sich für eine solche arbeit entscheiden, den kopf für den staat hinhalten müssen und die wertschätzung dann posthum vom bundesprediger in salbungsvollen worten erhalten.

Derartige wertschätzung ist für die katz.

Foto am montag (120)

Sibirischer schnee-uhu (bubo bubo sibiricus)

Samstag, 16. August 2014

Krieg

August Stramm
Wehe wühlt
Harren starrt entsetzt
Kreißen schüttert
Bären spannt die Glieder
Die Stunde blutet
Frage hebt das Auge
Die Zeit gebärt
Erschöpfung
Jüngt
Der
Tod.

August Stramm, geboren am 29. juli 1874 in Münster, fiel am 1. september 1915 am Dnepr-Bug-Kanal im heutigen Weißrußland.
Das grab August Stramms auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf

Dienstag, 12. August 2014

Neues vom »Herrn der Akten«

Am vergangenen sonntag durfte der chef aller »stasi«akten im Deutschlandfunk einige sätze sagen. Unter anderem folgendes:

Roland Jahn:»[...]Gerade auch die Gleichsetzung von Staatssicherheit und NSA ist etwas, was ich ablehne, was uns einfach auch in der Beschäftigung mit der Vergangenheit deutlich wird.«

Weshalb es »uns« bei der beschäftigung mit der vergangenheit »deutlich wird«, daß man das MfS nicht mit der NSA gleichsetzen sollte, bleibt mir zumindest schleierhaft.

Hingegen könnte einem, wenn man sich mit der gegenwart beschäftigt, zumindest auffallen, daß das MfS vor rund 25 jahren gemeinsam mit dem staat, dessen interessen es schützen sollte, untergegangen ist. Während die NSA ein realexistierender geheimdienst unserer zeit ist.

Wenn man zwischen jener untergegangenen organisation und der NSA die gemeinsamkeit feststellt, daß es sich bei beiden um geheimdienste handelt, setzt man nichts gleich.

Eine möglichst totale kontrolle ist nämlich kein merkmal einer diktatur, sondern ein system- und grenzüberschreitendes interesse nationaler staaten. Alle leisten sich einen geheimdienst nach innen und außen, um die staatsmacht zu erhalten.

Aber was hat der »Herr der Akten« denn noch gesagt?

Roland Jahn:»Man kann das nicht gleichsetzen. Die Staatssicherheit ist eine Geheimpolizei gewesen, die dazu da war, die Macht einer Partei zu stützen und sicherzustellen. Die Arbeit eines Geheimdienstes einer Demokratie hat den Auftrag, Freiheit und Menschenrechte zu schützen. Und das ist der prinzipielle Unterschied. Und wenn das sozusagen aus dem Ruder läuft in einer Demokratie, müssen die Instrumente der Demokratie genutzt werden, um das zu korrigieren.[...]«

Wer würde denn leugnen wollen, daß das MfS dafür da war, die macht in der DDR zu erhalten? Dazu könnte man anmerken, daß das MfS offenbar nicht radikal bis zum äußersten gegangen ist, weil es den staat den es schützen sollte, dann eigentlich noch geben müßte. Jeder geheimdienst der welt dient nichts anderem als dem machterhalt. Die NSA (was übersetzt im grunde nichts anderes als »staatsicherheit« heißt) tut nichts anderes. Die will wissen, wie die leute in aller welt zur staatsmacht der USA stehen und ob sie ihr gefährlich werden könnten und nimmt im vorbeigehen technische neuentwicklungen und dergleichen mit.

Daß die DDR bestimmte technische neuentwicklungen vom westen abgekupfert hat, ist hinlänglich bekannt. Daß sie in großem ausmaß industriespionage betrieben hätte, um technische patente anzumelden, bevor die wessis das tun, ist zumindest mir nicht bekannt.

Vergleichen kann man unterschiedliche geheimdienste schon. Das ist etwas anderes als gleichsetzen.

Die herbeikonstruierten »prinzipiellen unterschiede«, die herr Jahn ausgemacht haben will, sind ein witz. Wenngleich auch kein guter. In dieser bürgerlichen demokratie wacht nicht das nach bürgerlich demokratischen ideen gewählte parlament über die zahlreichen geheimdienste. Stattdessen überwachen die geheimdienste einen teil der gewählten parlamentarier.

Und da sollen die »mittel der demokratie« als korrektorat auftreten?

Es darf gelacht werden!

Donnerstag, 7. August 2014

Asyl verlängert

Edward Snowden hat von Rußland eine aufenthaltsgenemigung erhalten und darf mindestens bis 2017 dort bleiben.

Ich hoffe sehr, daß er nicht auf die schnapsidee der GRÜNpartei eingehen wird, in Deutschland vor dem NSA-ausschuß auszusagen. In Deutschland wäre er nicht sicher. Ich erinnere an den US-Amerikaner Jeffrey Martin Carney, der im Kalten Krieg mit dem MfS kooperierte, später als Jens Karney in die DDR eingebürgert wurde, somit Deutscher staatsbürger war, als er im april 1991 in Berlin auf offener straße entführt und in die USA verschleppt wurde, wo auf ihn eine langjährige gefängnisstrafe wartete.

Soweit ich informiert bin, gibt es zwischen Deutschland und den USA ein auslieferungsabkommen. Das bedeutet, daß Snowden, wenn er nach Deutschland einreisen würde, sofort in die USA abgeschoben werden müßte.

Für Snowden wäre es das klügste in Rußland zu bleiben. Kein westliches land ist für ihn sicher.

Mittwoch, 6. August 2014

Mieten mit hintertür

Am Riverside Drive in New York gibt es ein neues 33 geschossiges luxuswohnhaus. Dort sind in den unteren sechs etagen 55 mietwohnungen für menschen mit niedrigem einkommen gedacht und die auf den restlichen stockwerken 219 luxuriöse eigentumswohnungen. Dafür, daß an wohnungen für familien mit niedrigen einkommen gedacht wird, verspricht die stadt New York steuererleichterungen.

Das ist sozialer wohnungsbau 20 : 80. Da könnte man fast neidisch werden: in NYC gibt es offenbar nur 20 % arme schlucker, die eine bezahlbare mietwohnung bräuchten, aber 80 % gut betuchte, denen der sinn nach luxus steht.

Da fragt man sich, wozu die dort überhaupt so etwas wie öffentliche förderung brauchen, wenn die armut doch ohnehin kein problem sei, in dem land in dem milch und honig zwar nicht für alle, aber doch zumindest für die, die sich ordentlich anstrengen, reichlich fließen.

Ein studio, was auch immer die amis darunter verstehen, kostet 845 $. Eine einraumwohnung 908 $, eine zweiraumwohnung 1099 $. Für arme, die den in NYC geltenden mindestlohn von derzeit 8 $ pro stunde erhalten, ist das wohl eher nicht gedacht: Die müßten nämlich für die billigste variante bereits 57 % ihres lohns auf den tisch legen, um dort irgendwie hausen zu dürfen.

Für so wenig geld den haupteingang benutzen zu dürfen wäre zu viel verlangt. Die mieter des hauses müssen einen hintereingang benutzen. Die idee ist nicht neu und in London schon bekannt.

Der rührige konservative bürgermeister Londons, Boris Johnson, entdeckt im zweiklasseneingang sein herz für die armen: so könnten die kosten der mieter niedrig gehalten werden, weil sie es schließlich kaum leisten könnten, das teure personal der haupteingänge mitzufinanzieren.

Ja, warum eigentlich?

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die hofnarren sollen schweigen

Bei der kabarettsendung »Die Anstalt«, vormals »Neues aus der Anstalt« hatte man schon lange den eindruck, daß sie so etwas wie die hofnarrensendung des ZDF war bzw. ist. Dort wurde oft in kabarettistischem rahmen kritik ausgesprochen, auf die man im »heute-journal« vergeblich gewartet hätte. Nur scheint es einigen medienvertretern nicht geschmeckt zu haben.

Der medieninitiative »das ZOB« gegenüber äußerte sich Max Uthoff folgenermaßen:



Zitat Max Uthoff:
»[…]Es handelt sich tatsächlich nicht um eine zensurmaßnahme des ZDF, es ergab… ist schließlich eine gerichtliche anordnung gewesen. Das ZDF hat uns unterstützt, hat die einstweilige verfügung nicht unterschrieben. Und so wurde das ganze vom gericht geklärt und in der ersten instanz haben wir sozusagen verloren in anführungsstrichen und mußten die inkriminierten stellen aus der mediathek rausnehmen.[…]Und bei der nächsten instanz werden wir schauen, ob das bestand hat, das urteil.
[…]
Wir sind immer noch der meinung, daß unsere behauptungen stimmen. Und das ist natürlich ein bißchen eine frage der korinthenkackerei. Herr Bittner zum beispiel, behauptet er sei nicht mitglied des german marshall fund. Und das stimmt auch, der ist nicht mitglied der ist participant, also teilnehmer. An dieser kleinigkeit hängt der sich auf […]«

Dazu noch einmal die gesamte sendung vom 29. april. Interessant wird es ab minute 37:



Zitat:
»Moment mal, ein journalist von »Der Zeit« arbeitetet an einem strategiepapier mit, das die außenpolitik Deutschlands neu ausrichtet - und schreibt dann hinterher wohlwollend über diese strategie […]«

Mir ist nicht bekannt, daß die eliten aus politik oder wirtschaft die kritik aus der »Anstalt« nicht ertragen hätten. Es läßt doch tief blicken, daß es die sogenannten »qualitätsjournalisten« sind, die den hofnarren des ZDF den mund verbieten wollen und nach zensur schreien.