In der diskussion zu »das wird man wohl mal sagen dürfen« habe ich ein foto erwähnt. Wie ich entdeckt habe, gibt es eine ganze doku über die entstehungsgeschichte des fotos. Es entstand in Rostock 1992. Die doku ist der reinste gruselfilm, weil sie einem noch mal vor augen führt, wie ganz normale leute, die über jahre hinweg friedlich in nachbarschaft mit ausländern gelebt hatten, sich von einem braunen mob aufhetzen ließen.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Dienstag, 30. Juli 2019
Freitag, 26. Juli 2019
Das wird man wohl mal sagen dürfen
Schrödingers ausländer arbeiten nicht und nehmen uns die arbeitsplätze weg!
SOCIAL MEDIA BULLSHIT-BINGO von Bob wurde auf youtube leider trotz hitqualität weitgehend ignoriert. Das beste musikvideo seit langem. Das muß ich hier auf jeden fall mal rumzeigen.
SOCIAL MEDIA BULLSHIT-BINGO von Bob wurde auf youtube leider trotz hitqualität weitgehend ignoriert. Das beste musikvideo seit langem. Das muß ich hier auf jeden fall mal rumzeigen.
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Dienstag, 23. Juli 2019
Foto am montag (375)
Schon ewig hatte ich keine amphibien mehr gesehen. Ist meist zu trocken für die. Mutmaßlich ist’s eine erdkröte.(bufo bufo).
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Dienstag, 16. Juli 2019
Europa nicht den Leyen überlassen!
Martin Sonneborns rede gegen frau von der Leyen:
Wie dämlich die tante am schluß des videos grinst, da könnte man glatt die wut kriegen.
Aber Nico Semsrotts einwurf war auch nicht schlecht:
Wie dämlich die tante am schluß des videos grinst, da könnte man glatt die wut kriegen.
Aber Nico Semsrotts einwurf war auch nicht schlecht:
Montag, 15. Juli 2019
Foto am montag (374)
Wo man auch hinguckt, überall, überall fichtenkreuzschnäbel ringeltauben, die brüten (columba palumbus).
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Samstag, 13. Juli 2019
Dümmer geht ümmer: solidarisches grundeinkommen
Nach etwas längerer abstinenz von meinem lieblingsthema »grundeinkommen« mal wieder etwas neues. Sämtliche modelle des »grundeinkommens« seien sie nun »bedingungslos« oder nicht, sind schäbig. Aber das erbärmlichste kommt, wer hätte es ahnen können, natürlich von der SPD und soll ab sofort in Berlin eingeführt werden.
Oh jubel! Auf den neuaufguß der ABM haben alle langzeitarbeitslosen schon lange gewartet, endlich wieder als arbeitnehmer dritter klasse wenigstens malochen zu dürfen!
Die stadt hat jahrelang öffentliche stellen im gemeinnützigen bereich abgebaut und jetzt sollen zur abwechslung einmal wieder langzeitarbeitslose zum schundlohn die lücken füllen. Mindestlohn oder gar tarif soll es geben, sofern es einen gibt. Das hört sich nahezu gut an, sofern man die ABMwohltaten kennt, die es vor einigen jahren in Berlin gab, bei denen bruttolöhne unter 1000€ oder nur knapp darüber als völlig normal galten. Bei vollzeit beim aktuellen mindestlohn von 9,19€ erhält man einen bruttolohn von ca. 1600€.
Und was bleibt davon übrig? 1.181€20, sagt der brutto-netto-rechner:
Oh jubel! Auf den neuaufguß der ABM haben alle langzeitarbeitslosen schon lange gewartet, endlich wieder als arbeitnehmer dritter klasse wenigstens malochen zu dürfen!
Die stadt hat jahrelang öffentliche stellen im gemeinnützigen bereich abgebaut und jetzt sollen zur abwechslung einmal wieder langzeitarbeitslose zum schundlohn die lücken füllen. Mindestlohn oder gar tarif soll es geben, sofern es einen gibt. Das hört sich nahezu gut an, sofern man die ABMwohltaten kennt, die es vor einigen jahren in Berlin gab, bei denen bruttolöhne unter 1000€ oder nur knapp darüber als völlig normal galten. Bei vollzeit beim aktuellen mindestlohn von 9,19€ erhält man einen bruttolohn von ca. 1600€.
Und was bleibt davon übrig? 1.181€20, sagt der brutto-netto-rechner:
Sehr schön ist hier die werbung für die Riester-Rente in der mitte. Klar, wer dermaßen üppig verdient, hat ganz gewiß im monat 175 € im monat für eine windige geldanlage über, um später nicht als armutsrentner zu enden. Schließlich hat man auch geld für eine eigentumswohnung, ein auto, das fährt, eine Montgolfière, eine segelyacht. Und einen außenbordmotor.
Ist das anständig bezahlt?
Ich meine, nein.
Der arbeitsmarktexperte Jürgen Schupp meint, ja. Im interview mit der Zeit
Einem bericht des rbb zufolge liegt die armutsgefährdungsschwelle (tolle wortschöpfung) in Berlin aktuell bei 1.215€ und meinen bescheidenen berechnungen zufolge liegt der betrag von 1.181€20 leider irgendwie darunter. Und der herr professor meint, daß man in der situation, in der man als »armutsgefährdet« gilt, nicht irgendwie »prekär« beschäftigt wäre. Schöne ansicht. Obendrein ist der mann dann auch noch unredlich, indem er dinge vergleicht, die man so nicht vergleichen kann:
H4empfänger bekommen im durchschnitt in Berlin im schnitt 916€. Das bedeutet, daß sie 424€ regelsatz für sich und 492€ für ihren vermieter erhalten. Wenn man das Solidarische Grundeinkommen mit h4 vergleichen möchte, muß man also entweder 1.181€20 mit 916€ vergleichen oder, sofern man davon ausgeht, daß die leute die gleiche miete zahlen müssen, oder 689€20 mit 424€. Man hat also mit arbeit 265€20 mehr als ohne.
Da steht man mit dem Solidarischen Grundeinkommen noch beschissener da, als man es mit der ABM war, wo man meist so schlecht verdiente, daß man aufstocken mußte: Da wurde für gewöhnlich so aufgestockt, daß man für gewöhnlich knapp 300€ mehr hatte als ohne arbeit. Plus: mit dem niedriglohn in der ABM bekam man auch den »Berlinpass«, mit dem man den ÖPNV billiger nutzen kann (aktuell 27€50 statt 81€), günstiger ins schwimmbad kommt, bibliotheken nutzen kann, äußerst preisgünstig ins theater und sogar in die oper gehen kann, sofern es kurz vor beginn restkarten gibt. Auch diese nicht unbedingt schönen verhältnisse noch zu verschlechtern ist klassisch SPD. Bei so schönen maßnahmen wundert man sich glatt, daß keiner, der bei trost ist, die noch wählt.
Wenn es im öffentlichen bereich an arbeitskräften mangelt, dann wäre doch beispielsweise eine steile lösung, leute, die dafür geeignet sind auszubilden, umzuschulen oder fortzubilden und ganz normale stellen auszuschreiben, auf die ein jeder sich bewerben kann.
Es ist klar, wer sich beim Solidarischen Grundeinkommen mit wem solidarisieren soll. Umgangssprachlich sage ich dazu »küss die hand, die Dich schlägt!«
Keine wohltat für arme, sondern auch wieder nur maßnahme, etwas zu kaschieren anstatt es zu bewältigen.
Ich meine, nein.
Der arbeitsmarktexperte Jürgen Schupp meint, ja. Im interview mit der Zeit
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Die Jobs sind nicht toll bezahlt, aber auch nicht prekär. Ich halte sie für ein faires Angebot.«Es ist immer wieder schön, wenn irgendwelche professoren, die sehr bequem auf ihren lehrstühlen hocken darüber sprechen, welche arbeitskonditionen sie für andere als »nicht prekär« einstufen.
Einem bericht des rbb zufolge liegt die armutsgefährdungsschwelle (tolle wortschöpfung) in Berlin aktuell bei 1.215€ und meinen bescheidenen berechnungen zufolge liegt der betrag von 1.181€20 leider irgendwie darunter. Und der herr professor meint, daß man in der situation, in der man als »armutsgefährdet« gilt, nicht irgendwie »prekär« beschäftigt wäre. Schöne ansicht. Obendrein ist der mann dann auch noch unredlich, indem er dinge vergleicht, die man so nicht vergleichen kann:
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Das sind je nach Tarif ungefähr 1.200 Euro netto und damit deutlich mehr als der Hartz-IV-Regelsatz von 424 Euro.«Einmal den nettoverdienst vor abzug der wohnkosten und einmal den regelsatz nach abzug der wohnkosten. Mich erinnert das an diesen schlauen professor, der vor jahren behauptete, man könne billigschuhe für 10€ 20 jahre lang tragen. Sicher, wenn man 40 paare davon hat, könnte es möglich sein. Ansonsten: knifflig.
H4empfänger bekommen im durchschnitt in Berlin im schnitt 916€. Das bedeutet, daß sie 424€ regelsatz für sich und 492€ für ihren vermieter erhalten. Wenn man das Solidarische Grundeinkommen mit h4 vergleichen möchte, muß man also entweder 1.181€20 mit 916€ vergleichen oder, sofern man davon ausgeht, daß die leute die gleiche miete zahlen müssen, oder 689€20 mit 424€. Man hat also mit arbeit 265€20 mehr als ohne.
Da steht man mit dem Solidarischen Grundeinkommen noch beschissener da, als man es mit der ABM war, wo man meist so schlecht verdiente, daß man aufstocken mußte: Da wurde für gewöhnlich so aufgestockt, daß man für gewöhnlich knapp 300€ mehr hatte als ohne arbeit. Plus: mit dem niedriglohn in der ABM bekam man auch den »Berlinpass«, mit dem man den ÖPNV billiger nutzen kann (aktuell 27€50 statt 81€), günstiger ins schwimmbad kommt, bibliotheken nutzen kann, äußerst preisgünstig ins theater und sogar in die oper gehen kann, sofern es kurz vor beginn restkarten gibt. Auch diese nicht unbedingt schönen verhältnisse noch zu verschlechtern ist klassisch SPD. Bei so schönen maßnahmen wundert man sich glatt, daß keiner, der bei trost ist, die noch wählt.
Wenn es im öffentlichen bereich an arbeitskräften mangelt, dann wäre doch beispielsweise eine steile lösung, leute, die dafür geeignet sind auszubilden, umzuschulen oder fortzubilden und ganz normale stellen auszuschreiben, auf die ein jeder sich bewerben kann.
Es ist klar, wer sich beim Solidarischen Grundeinkommen mit wem solidarisieren soll. Umgangssprachlich sage ich dazu »küss die hand, die Dich schlägt!«
Keine wohltat für arme, sondern auch wieder nur maßnahme, etwas zu kaschieren anstatt es zu bewältigen.
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Donnerstag, 11. Juli 2019
Benimmregeln für beutegreifer
Etliche jahre nach dem »problembären« Bruno könnte ein neuer bär nach Bayern eingewandert sein. Hoffentlich hält er sich an die regeln.
Montag, 8. Juli 2019
Freitag, 5. Juli 2019
Journalisten fragen - leser antworten
BLÖD fragt: »Sind wir zu blöd zum löschen?«
Mechthild antwortet: Ja, ihr seid zu blöd zum löschen. Brandstifter wie die der Springerpresse waren als feuerwehr schon immer säglich ungeeignet.
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Donnerstag, 4. Juli 2019
EU - posten vertauschen
Frau Rackete droht eine haftstrafe, weil sie menschen gerettet hat, frau von der Leyen soll an die spitze der EU, weil sie schon immer gern über leichen ging. Da gibts nichts mehr zu sagen.
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Montag, 1. Juli 2019
Dienstag, 25. Juni 2019
Burger vegan
Ich gebe zu, ich habe mich in der vergangenen woche gewaltig geirrt. Burger war schon immer vegan.
Es enthält roggenvollkornmehl, gerstenmalzmehl und salz. Wie konnte mir das nur entgehen? In sofern spricht relativ wenig gegen vegane lebensmittel. Kann man sehr gut verknuspern.
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Montag, 24. Juni 2019
Foto am montag (371)
Nichts für arachnophobiker: ein spinnennest
Wahrscheinlich handelt es sich um hauswinkelspinnen (tegenaria domestica), aber sie sind ja noch so klein.
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Sonntag, 23. Juni 2019
Bier trinken gegen nazis
Im Sächsischen Ostritz haben bürger aus protest gegen das rechtsextreme Schild-und-Schwert-Festival 100 kästen bier aufgekauft, damit die nazis nichts zu saufen kriegen.
Das ist ein heldenhafter einsatz gegen rechts, der mich gleich an die »Licherkette« erinnerte:
Das ist ein heldenhafter einsatz gegen rechts, der mich gleich an die »Licherkette« erinnerte:
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Freitag, 21. Juni 2019
Mittsommerrätsel
Weil heute sommeranfang ist, gibt es heute ein insektenrätsel, dessen auflösung ich selbst leider nicht weiß. Die frage ist, was ist das für ein tier?
Es ist ungefähr so groß wie eine große erdhummel, brummt wie eine hummel, sucht die gleichen blühpflanzen auf wie eine hummel, ist aber mit sicherheit keine hummel, denn hummeln bilden staaten, man sieht sie eigentlich selten bloß einzeln. Dies war aber das einzige insekt dieser art, das ich gesehen habe.
Tut mir leid, daß die bildqualität nicht besser ist. Sind bloß händyfotos und man erkennt leider nur ansatzweise, daß das insekt einfach herrlich metallisch blau in der sonne glänzte. Es ist typisch, da bin ich ein mal zu faul, die fotoausrüstung mit zu schleppen und schon entdecke ich etwas interessantes, das ich noch nie gesehen habe.
Hat irgendjemand eine ahnung, was das ist?
Hat irgendjemand eine ahnung, was das ist?
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Donnerstag, 20. Juni 2019
Karneval und Süßwaren
Manchmal ist Google Maps sogar recht lustig. Anfang der woche war die AfD Neukölln dort als karnevalsverein gelistet und der homöopathiehersteller Hevert als süßwarenladen.
Leider ist das schon wieder geändert, die verstehen halt keinen spaß. Aber es gibt noch bildschirmfotos davon.
Leider ist das schon wieder geändert, die verstehen halt keinen spaß. Aber es gibt noch bildschirmfotos davon.
Mittwoch, 19. Juni 2019
Falafel, burger, klopse, bekloppte
Zur abwechslung mal wieder das leidige thema, wie man vegetarische bzw. vegane fleischersatzprodukte vernünftig benennen könnte.
Vielleicht sind die orientalen in der begriffsfindung ein bißchen schlauer: bei denen heißen die klopse mit fleisch »köfte« und die ohne fleisch »falafel« (gab am 18. juni 2019 zu ehren ehren des falafel sogar ein googledoodle). Falafel sind nichts anderes als »kichererbsbratlinge«, nur schmecken sie eben besser. Wahrscheinlich, weil sie nicht aus einer ideologie herraus entstanden sind, sondern mutmaßlich von menschen erfunden wurden, die eben gerade keinen verzicht üben wollten, aber leider nichts besseres hatten. Wenn man mal kein fleisch essen mag, findet man häufig in der traditionellen küche christlicher länder gute hinweise, wie man mit einfachen mitteln etwas leckeres kochen kann, denn durch die fastenzeiten waren die leute dort teilzeitvegetarier.
In der Süddeutschen Zeitung hingegen wird beklagt, daß
Nicht minder absurd mutet es an, wenn folgende zubereitungen eines namhaften herstellers beide als »leberwurst« durchgehen sollen. Erstmal die nichtvegetarische variante:
Gegen vegetarischen/veganen brotaufstrich ist im grunde nichts einzuwenden, es gibt durchaus genießbares aus vergleichsweise hochwertigen zutaten, der für nichtvegetarier interessant ist, weil er eben kein fleischimitat ist, sondern einfach etwas anderes ist und nach pilzen, gemüse oder kräutern schmeckt.
Beim grillen brauchts keine fleischersatzwürste aus soja, wenn mal weniger fleisch auf den grill soll. Stattdessen benötigt man eher ein bißchen fantasie. Man kann beispielsweise auch vegetarisch gefüllte spitzpaprika oder pilzspießchen grillen. Das mit dem fleischersatzzeug ist die conveniencementalität, daß man eben frißt, was einem die industrie vorsetzt.
Damit wird man das plastmüllproblem und den klimawandel ganz bestimmt in den griff kriegen.
»Er riecht wie Fleisch, schmeckt wie Fleisch und sieht auch ein bisschen so aus. Doch der Beyond-Meat-Burger besteht hauptsächlich aus Wasser, Erbsenproteinen und Pflanzenölen. Obwohl es ihn erst seit Kurzem in Deutschland zu kaufen gibt, wird er gehypt wie kaum ein Lebensmittel. Aber wäre das Interesse auch so riesig, wenn er nicht Burger heißen würde, sondern "Erbsen-Öl-Bratling"? Sicher nicht. Burger, das klingt verheißungsvoll, das gönnt man sich. Bratling klingt nach Reformhaus. Wenn das Ziel ist, dass weltweit weniger Fleisch gegessen wird, sollte dieses Ding auch Burger heißen dürfen.«Wer essen erwerben möchte, das irgendwie etwas mit »lecker« zu tun hat, kauft ohnehin nichts, wo »burger« auf der verpackung steht. »Orange« vom Handelsblatt hat den Beyond Burger getestet und für weder gesund noch nachhaltig befunden. In dem artikel findet man auch eine zutatenliste. Im Deutschen benennt man derartige dinger als »bratling«. Dieses lustbetonte wort entstammt der reaktionären lebensreformbewegung, die die pioniere des vegetarismus in Deutschland waren und die nicht unbedingt als freunde eines ausschweifenden lebens bekannt waren.
Vielleicht sind die orientalen in der begriffsfindung ein bißchen schlauer: bei denen heißen die klopse mit fleisch »köfte« und die ohne fleisch »falafel« (gab am 18. juni 2019 zu ehren ehren des falafel sogar ein googledoodle). Falafel sind nichts anderes als »kichererbsbratlinge«, nur schmecken sie eben besser. Wahrscheinlich, weil sie nicht aus einer ideologie herraus entstanden sind, sondern mutmaßlich von menschen erfunden wurden, die eben gerade keinen verzicht üben wollten, aber leider nichts besseres hatten. Wenn man mal kein fleisch essen mag, findet man häufig in der traditionellen küche christlicher länder gute hinweise, wie man mit einfachen mitteln etwas leckeres kochen kann, denn durch die fastenzeiten waren die leute dort teilzeitvegetarier.
In der Süddeutschen Zeitung hingegen wird beklagt, daß
»[...]"vegane Leberwurst" künftig in so etwas wie "vegane Sojastreichwurst nach Art einer Leberwurst" umbenannt werden [...]«müsse. Und sowas sei doch absurd.
Nicht minder absurd mutet es an, wenn folgende zubereitungen eines namhaften herstellers beide als »leberwurst« durchgehen sollen. Erstmal die nichtvegetarische variante:
»Schweinefleisch (40%), Schweineleber (30%), Speck, Zwiebeln (9%), Äpfel (6%), Kochsalz, Gewürze, Gewürzextrakte, Glucosesirup, Emulgator: Lecithine, Zucker, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Konservierungsstoff: Natriumnitrit, Rauch.«Und dann die vegane variante:
»Trinkwasser, Rapsöl, Erbsenproteinisolat (5%), Ballaststoffe: alpha-Dextrin, Inulin; Schnittlauch (3%), Stärke, Kochsalz, natürliches Aroma, Gewürze, Erbsenfasern, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Zucker, Emulgator: Lecithine, Karamell, Farbstoff: Eisenoxid.«Sie enthalten beide kochsalz, gewürze, zucker und als emulgator lecithine. Und das soll gemeinsamkeit genug sein, um beide als »leberwurst« durchgehen zu lassen? Womöglich bin ich ein bißchen arg konservativ, aber ich bin durchaus der auffassung, daß in leberwurst zumindest leber enthalten sein sollte. Wasser und maschinenöl als hauptzutaten sind doch ein bißchen dürftig. Aber immerhin ist auch noch die sonderwohltat methylcellulose mit drin. Nein, gegen methylcellulose ist wenig einzuwenden. Die kann man gut gebrauchen. Wenn man tapeten an die wand kleben möchte, beispielsweise.
»Zurecht kritisieren nun der Vegetarier- und Veganerverband ProVeg und 16 Hersteller wie Rügenwalder Mühle und Dennree die Leitsätze. Sie sind zwar nicht rechtsverbindlich, ein EU-Gesetz wäre es jedoch schon und der Vorstoß der Parlamentarier im April war zumindest ein erster Schritt in diese Richtung.«Daß ausgerechnet Rügenwalder Mühle meine auffassung nicht teilt, wundert mich nicht. Ist deren geschäftsziel, billiges zeug möglichst teuer als hippes livestyleprodukt zu vermarkten.
Gegen vegetarischen/veganen brotaufstrich ist im grunde nichts einzuwenden, es gibt durchaus genießbares aus vergleichsweise hochwertigen zutaten, der für nichtvegetarier interessant ist, weil er eben kein fleischimitat ist, sondern einfach etwas anderes ist und nach pilzen, gemüse oder kräutern schmeckt.
»Die fleischlichen Assoziationen im Namen könnten damit sogar dazu beitragen, dass Nicht-Vegetarier öfter zu fleischlosen Alternativen greifen.«Bei mir zumindest nicht. Es ist betrug, irgendwelches zusammengepanschtes zeug als »leberwurst« oder »schnitzel« zu verkaufen, um dem minderwertigen den anstrich zu geben, es sei etwas höherwertiges. Es kann im grunde nicht im interesse von vegetariern sein, daß die lebensmittelindustrie zusammengepanschtes zeug teuer vermarkten kann, weil sie die namen bereits bekannter produkte verwendet. Im interesse von vegetariern wäre es, wenn diese produkte entsprechend ihrer zutaten günstiger angeboten würden, völlig unabhängig davon, wie man das dann nennt.
»Wenn mehr Fleischesser auf Veggie-Schnitzel umstiegen, wäre das ein Schritt, den enorm wachsenden Fleischkonsum einzudämmen, der Klima und Gesundheit schadet. Den Fleischessern gelüstet es ja nicht danach, dass Tiere sterben - sie wollen den Geschmack von Fleisch. Ob der bei Soja-Hack, Saitan-Salami und Beyond-Meat-Burgern genauso gut ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fleischesser zu einem vegetarischen Schnitzel greift, dürfte sehr viel höher sein, wenn auch Schnitzel draufsteht - und nicht Bratling.«Klar, Beyond Meat aus Amiland heranzukarren ist klimafreundlicher als einfach einen Brandenburger weidebullen zu verspeisen. Als allesfresser benötigt man kein schnitzel aus seitan. Wenn einem danach der sinn steht, kann man ein richtiges essen.
Beim grillen brauchts keine fleischersatzwürste aus soja, wenn mal weniger fleisch auf den grill soll. Stattdessen benötigt man eher ein bißchen fantasie. Man kann beispielsweise auch vegetarisch gefüllte spitzpaprika oder pilzspießchen grillen. Das mit dem fleischersatzzeug ist die conveniencementalität, daß man eben frißt, was einem die industrie vorsetzt.
Damit wird man das plastmüllproblem und den klimawandel ganz bestimmt in den griff kriegen.
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Montag, 17. Juni 2019
Sonntag, 16. Juni 2019
Quatuor pour la fin du temps
Mein kommentar zur oberbürgermeisterstichwahl in Görlitz:
Olivier Messian: »Quartett für das Ende der Zeit«. Komponiert und uraufgeführt 1940/41 im Stammlager VIII-A in Görlitz.
Olivier Messian: »Quartett für das Ende der Zeit«. Komponiert und uraufgeführt 1940/41 im Stammlager VIII-A in Görlitz.
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