Freitag, 10. Juni 2011

Lohn macht doof

In einem etwas älteren artikel berichtete die Süddeutsche Zeitung über ein experiment, bei dem herausgefunden werden sollte, ob man kinder durch belohnung zu mehr hilfsbereitschaft motivieren kann.

Kann man nicht. Im experiment wirkte sich die belohnung negativ auf die motivation der kinder aus.

Im weiteren verlauf des artikels wird die frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sei, mit null-euro-jobbern humane krankenhäuser zu betreiben, oder qualitätszeitungen zu schreiben.

Völlig unmöglich. Zwar bin ich durchaus in der lage, mir eine gesellschaft vorzustellen, die ohne geld funktioniert. In der derzeitigen gesellschaft jedoch hat der mensch exakt einen grund zu arbeiten: er muß zusehen, daß er sich geld verschaft, weil ihm sonst selbst dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten - z.b. wohnung, trinkwasser, essen - vorenthalten werden - allein über geld ist man vom allem, was man braucht ausgeschlossen - und da bekommt der lohnschreiber der SZ es tatsächlich hin, so zu tun, als stünde es einem frei, für lohn oder für spaß zu arbeiten. Das können sich aber die wenigsten leisten.

Es sei denn, man macht revolution und schafft das lohnsystem mitsamt den segnungen des rennens nach geld einfach ab! Aber soweit denken schreiberlinge bei der SZ leider nicht.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Polnische Gurken

Bei meldungen wie dieser fällt mir auf, daß in den normalmedien bei der berichterstattung über EHEC nie darüber nachgedacht wird, wie man das zeug, das zu ernährungszwecken auf den feldern gewachsen ist und nun untergepflügt wird, verwertet werden könnte - es wird davon ausgegangen, daß grünzeug, das für den rohverzehr gedacht ist auch nur so verwendet werden könnte, ausgenommen bestenfalls tomaten. Weil andere menschen ein problem mit der verwertung haben:

An meinem kaufverhalten, immer das preisgünstigste gemüse zu kaufen, habe ich nichts geändert. Weil ich keineswegs lebensmüde bin, habe ich sicherheitshalber die zubereitung meines essens (normalerweise esse ich gern rohkost) umgestellt - aus so ziemlich allem, das man roh essen kann, kann man auch irgendwas anderes machen, damit die leckeren gurken nicht weggeworfen werden müssen, empfehle ich, sie beispielsweise polnisch zuzubereiten:

1 gurke
1 zwiebel
1 - 2 eßlöffel butter
150 ml wasser, brühe oder weißwein
2 eßlöffel saure sahne,
 apfelessig, zucker, salz, pfeffer, dill nach belieben.

die gurke schälen, längs halbieren, die kerne entfernen und in stücke schneiden. Die zwiebel in feine stücke schneiden, in der butter glasig braten, die gurken hinzufügen, wenn sie leicht angebraten sind flüssigkeit hinzugeben, bei geschlossenem topf 5 minuten köcheln lassen, dann bei offenem deckel das wasser verdampfen lassen, so daß die gurke zart aber nicht verkocht ist. Mit den gewürzen und der sauren sahne nach belieben abschmecken. Schmeckt sehr gut zu gebratenem Havelzander, sofern man zufällig einen da hat. Wer keinen hat, verzichtet drauf und ißt halt pellkartoffeln dazu. Das zeug kann man gut ein paar tage im kühlschrank aufbewahren und bei bullenhitze als cholodnik (»kühli«) als erfrischung zwischendurch essen.

Ich kaufe genau so viel wenig wie sonst auch. Für den kapitalismus ist meine kaufkraft unbedeutend und mein »reste-nicht-wegschmeißen« gar schädlich: Ich werfe zu wenig eßbares weg.

Die leute kaufen jetzt bloß den vielen salat zum wegwerfen nicht. Das ist die EHEC-katastrophe.

Sonntag, 13. Februar 2011

Berlin: mehr als 98 % der teilnehmer stimmten für volksentscheid

Am sonntag fand in Berlin ein volksentscheid über die offenlegung der teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben statt (mehr zum thema beim Berliner Wassertisch.  Und hier der gesetzentwurf (pdf), der durch den volksentscheid angenommen wurde.

Die mehrheit der teilnehmer oder 665 713 personen stimmten mit »ja«. Das vorläufige ergebnis gibts unter:

Samstag, 22. Januar 2011

Zensur im Deutschen Fernsehen

Im Deutschen Fernsehen darf die dokumentation »der drückerkönig« nur noch zensiert gezeigt werden. Dr. h.c. Maschmeyer steht bei den ablehnungen der interview-anfragen des NDR blöde da, weil ihm alles auf die stirn geschrieben steht.

Freitag, 21. Januar 2011

Was es in diesem »besten aller wirtschaftssysteme« nicht gibt...

...sind versorgungsengpässe. Damit hat sich bekanntermaßen der Realexistierende Sozialismus herumgeplagt, daß es mangel hier und an allen ecken und enden gab und materialknappheit herrschte.

Derartiges gibt es im kapitalismus nicht, obgleich er keinen »versorgungsengpaß« ausläßt. Das problem, daß es keine nützlichen dinge, beispielsweise nahrung für die leute gibt, ist egal! 

Solange man auf dem markt geld verdienen kann - und mit einem knappen und begehrtem gut kann man doch viel besser etwas verdienen - wird das hungerproblem nicht aus der welt geschafft.

Der derzeitige außenminister und vorsitzende der FDP, Guido Westerwelle hat gesagt »im Kommunismus wird sogar der sand in der wüste knapp!« - in der wüste Brandenburg hat das nicht so recht geklappt mit der sandknappheit, weshalb der boden dort oft noch immer recht mager ist.

Aber der Realsozialismus war kein Kommunismus, weshalb aus dem sandigen Brandenburg auch noch was werden kann. Machen wir das mit dem Kommunismus doch einfach, damit alle menschen satt werden!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Gedanken zu einem radiointerview mit einem LINKEN

In einem radiointerview gab der schatzmeister der LINKEN mit dem wohlklingenden indischen namen zum besten, daß er »jetzt keinen kommunismus anstrebe.« (Zum nachhören und nachlesen des interviews bitte hier klicken)

Es ist ein trauerspiel, daß ausgerechnet bei denen, die eine alternative zur derzeitigen politik bieten möchten, der begriff »kommunismus« kein anfang einer diskussion ist, sondern das totschlagwort, mit dem sie beendet wird. Wenn man sich heldenhaft mit ex-terroristen nicht an einen tisch setzt, wer soll ihnen dann sagen, daß sie auf dem holzweg wandeln, wenn sie beispielsweise die meinung vertreten, daß »abfackeln von bundeswehreinrichtung« »legitim« sei - schon allein, weil das überhaupt nichts an den zielen, die der staat mit dem krieg verfolgt, ändert. Das ist kein widerstand sondern blödsinn!

Dann muß herr Sharma natürlich darauf beharren, daß man, wenn man schon vom kommunismus spricht, auf jeden fall an die opfer der gewaltherrschaft erinnern müsse - sicher, wenn man begriffe wie »feudalismus« oder »kapitalismus« ausspricht, liegen einem die zahlreichen opfer, man muß es gar nicht sagen, unausgesprochen auf der zunge!

Im grunde könnte es einem auffallen, daß diese menschenrechtsliebenden »westlichen zivilisierten länder« kaum probleme mit gewaltherrschaft und terror haben, solange die eigentumsstrukturen nicht in frage gestellt werden.

Wenn linke politik nicht hinterfragt, weshalb es in diesem reichen land und anderswo auf der welt armut gibt, obwohl der reichtum der produziert wird, wächst wie nie zuvor - und wenn linke politik nicht nach lösungen sucht, wie man die armut abschaffen kann (beispielsweise durch gleichzeitige abschaffung der ausbeutung), dann ist sie überflüssig!

Grundeinkommen ist keine linke idee. Die FDP hat das, unter anderem namen im programm - und teile der CDU ebenso. Die situation der lohnarbeiter wird sich dadurch verschlechtern, weil viele arbeiten, die bisher noch halbwegs bezahlt werden, dann einfach nicht mehr bezahlt werden. Und wenn das großartige grundeinkommen für die miete nicht reicht, dann ist man gezwungen für jeden lohn zu arbeiten, koste es, was es wolle! Daran, daß es ausbeutung gibt, ändert das nichts und das ist überhaupt nicht friedlich.

Lieber herr Sharma, man kann den kapitalismus nicht verbessern. Man kann ihn nur abschaffen!

Sonntag, 16. Januar 2011

Seifenschaum...

Gestern abend fand im »Theater am Schiffbauerdamm« die premiere der Hanns-Eisler-Revue statt. Trotz »kommunismus-debatte« war das theater bis auf den letzten platz ausverkauft. Sehr gefreut hat mich, daß Gisela May anwesend war und nach der konzertpause etwas über ihre arbeit mit Eisler erzählte, leider wurde diese freude nicht von allen menschen im publikum geteilt - wer nicht zuhören mag, soll nicht ins theater gehen! Kritisieren kann man hinterher.


Als enttäuschend habe ich es empfunden, daß die politische seite der lieder nicht allzu sehr herausgestellt wurde. Hanns Eisler hat, als er in den USA vor gericht stand, gesagt, er wolle sich angesichts der heldentaten der widerstandskämpfer gegen den faschismus nicht anmaßen, sich als kommunist zu bezeichnen, er sei komponist. Mir ist überliefert, daß er mitglied der KPD war, aber nie beiträge zahlte, weil er kein geld hatte.

Er hat die arbeiterlieder nicht geschrieben, weil er darin eine möglichkeit gesehen hätte, den arbeitern geld aus der tasche zu ziehen, um sich selbst ein besseres leben zu machen. Er hat diese lieder aus überzeugung komponiert. Sein bekanntestes werk, die nationalhymne der DDR wurde ausgespart, dabei wäre es doch kein problem gewesen, den text von Johannes R. Becher, der seit 1974 in der DDR nicht mehr gesungen wurde, vorzutragen. Ist nicht verboten - und ich hätte dieses musikalisch gelungene werk sehr gern einmal live gehört (dazu fällt mir am rande ein, in der BRD wird noch immer die östereichische kaiserhymne gesungen - das sagt über diesen staat fast schon mehr aus als man verkraften kann!)... oder wenigstens ein satz aus dem Lenin-Requiem, vielleicht der siebente. Opus 13 war schon in ordnung, in den bildern der Kriegsfibel wird auf das »bimbambimbam«motiv ein schöner text aufgesetzt:

(bimbambimbam)
Die glocken läuten
und die salven krachen
nun danket gott
- als mörder und als christ!

Er gab uns feuer -
feuer anzufachen.
Dies volk ist übel,
gott ist ein faschist,
ein faschist!
(brecht)

Das wird man wohl noch singen dürfen! Des elenden copyrights wegen kann ich leider kein tonbeispiel dieser wunderbaren Eislerkomposition geben.

Äußerst gelungen war die inszenierung des abschlußliedes Die Solidarität. Der »bürgerliche ungehorsam« endet in der orientierungslosigkeit. Das bild das auf der bühne geboten wurde, ist exakt das bild, daß auf diverse protestbewegungen des landes paßt - egal ob castor, h4 oder stuttgart 21: in »anständigen grenzen« darf »protest« hier stattfinden, weil von anfang an feststeht, was im gesetzlichen rahmen zulässig ist. Wer darüber hinausschießt, wird bestraft - und an diesem system gibt es nichts zu rütteln.

Die verhältnisse sind klar: wer die mehrheit hat, hat die macht über die, die mehrheit sind, die menschen stehen hinterher orientierungslos im raum - sie sind für eine sache aufgestanden, haben sich gewehrt - und sind damit gescheitert.

In unserem system ist protest und kritik erlaubt, weil das alles nichts ändert. Statt bürgerprotesten destruktive kritik!

Vorwärts und nicht vergessen!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Kommunisten und Moral

Unter dem äußerst originellen titel »Utopie und Terror« hat spiegelschreiber (ist das eigentlich so etwas wie ein spiegeltrinker?) Jan Fleischhauer zur abwechslung mal wieder einen völligen blödsinn publiziert. Der ärmste leidet noch heute, als fast 50jähriger, unter seiner SPD-geprägten kindheit. Daß man unter lauwarmer sozialdemokratie leiden kann ist für mich nachvollziehbar, daß man deshalb komplett bekloppt werden muß, nicht.

Werter herr Fleischhauer, den klassenwahn haben doch nicht kommunisten erfunden, sondern diejenigen, die zwar nicht wissen wollen, was kommunismus ist, aber auf jeden fall dagegen sind!

Wer will denn eine gesellschaft, in der diejenigen die den reichtum erarbeiten mit einem trockenen brotkanten abgefüttert werden?

Wer will denn eine gesellschaft, in der konkurrenz herrscht und diejenigen, die sich nicht durchsetzen von almosen leben müssen?

Wer will denn eine gesellschaft, in der es eine kleine, reiche »elite«gibt und im gegensatz dazu ein heer von armen?

Nicht die kommunisten. Im gegensatz zu Ihnen, werter herr Fleischhauer, wollen kommunisten klassenlos leben. Der kommunismus, den es übrigens bisher nirgendwo auf der welt gegeben hat, wird den egoismus und die gier der menschen nicht einschränken, es wird eben anders damit umgegangen.

Und dann auch noch diese moralvorstellungen! Kommunisten können für gewöhnlich mit moral nicht viel anfangen, das ist etwas für fromme bürger wie der herr Fleischhauer selbst einer ist.

Passend zum thema empfehle ich einen vortrag vonr Dr Peter Decker: Die Moral - Das gute Gewissen der Klassengesellschaft

Sicherlich, es ist viel menschlicher, die systemversager einfach verhungern zu lassen, anstatt sie einzusperren. Umerziehung jedoch findet im derzeitigen system statt: selbstlos soll man für den profit anderer arbeiten, sich aber keine gedanken um die »persönliche entfaltung« machen, sondern selbstentwöhnt dafür arbeiten, daß »Schland« exportweltmeister wird und bleibt.

Dienstag, 11. Januar 2011

Wiglaf Droste über den Antikommunismus

»Bis 1989 war ein gegeifertes Geh doch nach drüben! der zwangsrepitative rhetorische Höhepunkt des Antikommunismus; allein um diese kopfmäßige Bankrotterklärung wieder erleben zu können, sollte es die DDR noch einmal geben.« (Ganzer text hier)

Weil ich diese »kopfmäßige bankrotterklärung« in meiner kindheit und jugend übermäßig oft zu hören bekam - obgleich ich mich damals nicht als »kommunist« bezeichntet hätte, schon allein, weil ich keine ahnung hatte, was kommunismus eigentlich ist - wäre es in der tat eine gute sache, wenn es endlich wieder etwas zum »nach drüben gehen« gäbe.

Sonntag, 9. Januar 2011

Gedenken 2011

Auch heute kamen wieder tausende zur gedenkstätte in Berlin-Friedichsfelde, um der ermordeten zu gedenken.

Nicht nur gedenken sondern auch nach vorn schaun...

Mittwoch, 5. Januar 2011

Wer will in diesem land eigentlich kommunismus?

Fragte der spiegel-schreiberling Stefan Berg am ende eines artikels.

Ich! Es gibt keinen grund, ihn nicht zu wollen. Wer denkt schon an die blutspur, die der kapitalismus hinterlassen hat und tagtäglich liefert?

Wer verliert auch nur ein einziges wort über die opfer des kapitalismus, die täglich krepieren, weil es »unwirtschaftlich« ist, ihnen sauberes wassser, nahrung, kleidung, ein dach über dem kopf und/oder medizinische versorgung zu geben?

Kapitalismus kann diverse formen annehmen. Nur eines bedeutet er nie: Mitmenschlichkeit.

Marxistenblatt ist ein ehrentitel für die Junge Welt! FDP-mitglied kann jeder depp sein, der zahlen kann, wissen muß man darfür nichts.

Wer hingegen marxist werden möchte, muß eine menge lernen und das ist eben nicht anstrengungslos zu haben. Die marxisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind nette leute - und im gegensatz zur regierung sind sie gegen gewalt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

2011 weniger 1-€-jobs

Leider ist dies keine gute nachricht, auch wenn es eigentlich so klingen sollte, ab 2011 soll es weniger 1-€-jobs geben - stattdessen soll es »bürgerarbeit« heißen. Zu gerinfügig anderen konditionen, die aber für die menschen keinesfalls besser werden.

Man kann auch eine jauchegrube in »heilbadeanstalt« umbenennen. Fragt sich nur, weshalb die ehemalige dauerstudentin Uschi nicht als erste drin baden sollte!

Samstag, 25. Dezember 2010

Kriegsweihnacht

Eher zynisch würde es mir vorkommen, angesichts der derzeitigen situation allen lesern und nichtlesern friedliche feiertage zu wünschen.

Auch wenn das mit dem frieden durchaus zu wünschen übrig läßt! Aber wenigstens weiße weihnacht...



Hierzu schrieb die tagesschau »weihnachtsfreude bleibt auf der strecke«. Daran läßt sich erkennen, daß die zeiten sich geändert haben. In der ewigen von a-nach-b-hetze haben die leute nicht einmal mehr zeit, sich über einen schönen wintertag zu freuen. So werden wetterwidrigkeiten zur katastophe, weil ferienflieger nicht starten können und der ICE fahrplangemäß nicht fahren kann, wenn eine schneeflocke quer auf den gleisen liegt.


Beim lesen der weihnachtsansprache des bundespräser wäre mir fast der gute weihnachtsborschtsch (der auch von atheisten gern gegessen wird) aus dem gesicht gefallen. Wenn herr Wulff in meine richtung spricht »wir gehören zusammen«, dann kann ich das nur vehement verneinen! Wir gehören nicht zusammen, weil die interessen, die herr Wulff vertritt, mit den meinen unvereinbar sind.

Punkt.


Dabei hat er mit dem was er sagt, nicht einmal völlig unrecht. Die deutsche gesellschaft lebt von denen, die für lau oder viel zu wenig arbeiten. Ein gemeinsames »füreinanderdasein« oder solidarität kann ich allerdings beim besten willen nicht erkennen!

Werter herr Wulff! Wenn Sie für ehrenamtliche arbeit sind, dann fragen Sie einfach mal Ihren freund Carsten Maschmeyer ob er nicht lust hat, im obdachlosenasyl oder im asylbewerberheim für wenigstens zehn stunden pro woche die flure zu fegen. Im gegensatz zu anderen hat er an der ruinierung der rentenkasse dermaßen viel geld verdient, daß er es sich leisten könnte, bis zu seinem todestag kostenlos zu arbeiten!

Arbeitslose können es sich nicht leisten, ihre arbeitskraft zu verschenken! Die haben kein vermögen, von dem sie zehren könnten. »Gebraucht werden« hat in unserem system grundsätzlich etwas mit entlohnung zu tun. Persönlich habe ich es tatsächlich noch kein einziges mal erlebt, daß es gereicht hätte, im kaufland an kasse der kassiererin zu sagen, daß sie gut arbeitet. Die wollte immer geld, obwohl ihr die nahrungsmittel, die ich haben wollte, nicht einmal gehörten!

Aber Sie können wohl nichts anderes sagen. Es ist krieg, fast wie vor fünfzig jahren.

Reich gegen arm.

Sonntag, 28. November 2010

Die Atomlüge

Heut früh besuchte ich eine veranstaltung mit Dieter Herrmann. Bei allem respekt vor Herrn Prof. Dr. Dieter B. Hermann - ich bin im gegensatz zu ihm nach wie vor gegen atomenergie. Der schaden, den diese anrichtet wird langfristig erheblich größer sein als ihr nutzen.

Die 45-Min reportage berichtet über den »billigen« und »sauberen« atomstrom. An sich ist es nichts neues, daß die entstehenden kosten auf die allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn man sich das anschaut, kommt man auf den gedanken, daß eigentlich noch viel zu wenige in Gorleben gegen den castortransportdemonstriert haben.











In voller länge und am stück ist die doku auch hier

Niemand weiß, wohin das führen soll. Im umfeld der Asse
gibt es eine erhöhte anzahl von krebseerkrankungen. Und niemand weiß, woher das kommt.

Montag, 22. November 2010

Neuer Preis Ihres Stromprodukts, gültig ab 1. Januar 2011

lautete die hübsche betreffzeile eines schreibens, das mir kürzlich ins haus flatterte. Fast noch besser als die wortschöpfung »stromprodukt« gefiel mir die begründung, weshalb der strom teurer werden muß:

» ...der Anteil an umweltfreundlich erzeugtem Strom (z.B. aus Wind und Sonne) nimmt weiter zu. Diese erneuerbaren Energien werden durch eine gesetzliche Umlage finanziell gefördert, die alle Stromkunden über ihren Energieversorger tragen.
Die dadurch gestiegenen Kosten sind der wesentliche Grund, warum wir unsere Preise im kommenden Jahr leider nicht stabil halten können und eine Preisanpassung erforderlich ist...«

Verständlich, daß die preise erhöht werden müssen. Wie man den nachrichten entnehmen konnte, haben die energieversorger ordentliche gewinne gemacht.

Auch klar, daß die kosten durch regenerative steigen müssen, wenn die sonne kostenlos auf photovoltaikanlagen scheint und der wind völlig gratis windräder dreht. Das muß natürlich auf dauer teurer kommen, als menschen sich in einem bergwerk schinden zu lassen, um dort kohle oder uran abzubauen, störanfällige atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen und alle welt der gefahr der radioaktiven verseuchung preiszugeben, ohne zu wissen, wo man mit dem hochgiftigen müll hinsoll. Ganz zu schweigen von den gefährlichen und teuren castortransporten.

Als hätte die regierung mit den laufzeitverlängerungen für atomkraftwerke den konzernen nicht bereits ein milliardenschweres geschenk gemacht wird so getan, als sei allein die umlage für erneuerbare energien dran schuld, daß der preis steigt.

Selbst, wenn ich berücksichtige, daß in den 3,5 cent die ab dem 1. januar anstatt der bisher üblichen knapp 2,05 cent noch keine umsatzsteuer enthalten ist (ist das so?), berechnet mein anbieter pro kWh 1/3 cent zu viel, das klingt lächerlich gering, ergibt auf sämtliche stromkunden hochgerechnet allerdings millionen mehreinnahmen, die vor allem in ärmeren haushalten fehlen werden.



Zur erinnerung der »monitor«bericht vom 23. juli 2009 über die lügen vom billigen atomstrom

Freitag, 19. November 2010

Kaum überraschende »neuigkeiten«

Diese woche fand der Bundesrechnungshof heraus, daß 1eurojobs die vermittlungschancen arbeitsloser menschen nicht verbessern.

Was hätte man auch erwarten sollen? Es ist nach wie vor unmöglich, den menschen arbeitsstellen zu vermitteln, die es nicht gibt! (Lesen zum thema kann man hier  -  hier, hier und hier )

Und die »vermittlungserfolge«, die verbucht wurden, waren oft produkte der phantasie: Die leute wurden per »vergabe ABM«  vom dritten in den ersten arbeitsmarkt umsortiert: sie »durften« also auf staatskosten in privaten firmen aufträge, die im öffentlichen interesse standen, abwickeln. Wahrscheinlich in den meisten fällen für monatslöhne, die unter 1200 brutto lagen - somit ergänzend h4 bezogen werden mußte, sofern die leute es beantragt hatten.

»Zusätzliche« arbeit ist ein hirngespinst! Das gibt es nicht! Es wurden nur reguläre »öffentliche« stellen in 1eurostellen oder in ABMstellen umgemünzt. Das »jobwunder« (ich bin immer noch der auffassung, daß das ziel eines ausgebildeten menschen, der einen beruf hat, kein »job« sein kann!) bestand darin, einigermaßen »vernünftige« arbeitsstellen in jeweiles zwei bis drei »jobs« umzuwandeln. Heutzutage muß schließlich keiner mehr von der arbeit leben können. Man hat ja das amt - oder wenigstens die pulsadern, die man sich aufschlitzen könnte.

Freitag, 5. November 2010

Bedingungsloses grundeinkommen

In den vergangenen wochen habe ich an einem ausführlicheren artikel zum thema »bedingungsloses grundeinkommen« gearbeitet - weil am samstag in Berlin eine demo stattfinden wird, auf der man mich vergeblich suchen kann, möchte ich den schluß meines artikels vorwegnehmen:

Ich bin dagegen!

Wenn man die verschiedenen modelle vergleicht und darüber nachdenkt, stellt man fest, daß hier die habenichtse und die mittelschicht für die wohltaten bezahlen müssen, die der Oberschicht zugedacht sind. Im grunde genau wie immer, nur schlimmer als jetzt. Hier sollen die derzeitigen sozialsysteme, verbunden mit lohnkostenersparnis, zerschlagen werden.

Durch h4 ist die zahlungsmoral vieler arbeitgeber schon gründlich aufgeweicht »weshalb soll ich lohn zahlen? Du bekommst doch sowieso geld vom amt!« Heute läuft das auf halblegalem wege, denn eigentlich sollen arbeitslose sich schon nach bezahlter arbeit umsehen und unabhängig vom amt werden.

Arbeitgeber wie der herr Anti-Schlecker, die nach »bürgergeld« oder »bedingungslosem grundeinkommen schreien«, wollen endlich ein reines gewissen haben, wenn sie menschen ohne bezahlung ausbeuten, denn dann ist für jeden irgendwie gesorgt, man muß nichts bezahlen!

So verlockend der gedanke ist, relativ einfach aus dieser tretmühle herauszukommen: Ein bedingungsloses grundeinkommen ändert nichts an den derzeitigen verhältnissen. Im gegenteil: Stärker als zuvor wird erwartet werden, daß man auf seinen lohn verzichtet »um der guten sache willen«.

Wenn man das lohnsystem abschaffen möchte, gibt es gewiß bessere ansätze

Donnerstag, 4. November 2010

Merkel integrationsunwillig

Beim durchblättern eines boulevardblattes vom sonntage fiel mir auf, daß die kanzlerin zum ersten mal eine entscheidung getroffen hat, mit der ich konform gehe. Sie will das sarrazynische buch nicht lesen.



Wer Sarrazins schmierige scheiße in gebundener form nicht kaufen und zu konsumieren ist also integrationsunwillig. Der »sarrazene« scheint leicht verwirrt zu sein: Nicht die Türkei, oder hierlebende Türken, bedrohen christliche werte, sondern der werte Herr T.S. selbst.

Sofern er mit seiner theorie, daß dumme frauen öfter gebären als intelligente, wäre frau Ursula von der Leyen das allerbeste beispiel - manchmal trifft selbst die dümmste theorie zu! Ich werde es der kanzlerin gleichtun und das machwerk nicht lesen - manchmal hat die Merkel sogar recht.

Dienstag, 2. November 2010

Held

Erst heute hörte ich, daß Karl Held im Oktober verstorben sei.

Leseempfehlung: »DDR kaputt – Deutschland ganz«. Seine analysen und scharfsinnigen texte werde ich sehr vermissen.

Mittwoch, 27. Oktober 2010