Samstag, 13. August 2011

Noch ein gedenktag

Heute vor 140 jahren wurde Karl Liebknecht geboren.







  








Das Liebknechtdenkmal in Luckau. Dort war Karl Liebknecht von 1916 bis zum ende des Ersten Weltkriegs inhaftiert.

Im dezember 1914 hatte er als einziger reichstagsabgeordneter gegen die verlängerung der kriegskredite gestimmt, 1916 schloß die SPD ihn und weitere kriegsgegner aus der Partei aus.


Freitag, 12. August 2011

In eigener sache


Eigentlich soll das 1-euro-blog designmäßig schöner werden, worauf man aber lange warten kann. Aber in der seitenleiste hat sich was getan: dazugekommen sind »der tropfen am eimer«, »gedanken(v)erbrechen« und die »schrottpresse«, rausgeflogen ist das INSM-watchblog. Nach oben gerutscht ist »nebenbei bemerkt«, wo er auch bleibt. Verbotenerweise las ich den täglich auf arbeit. Unmöglich zu beschreiben, wie ich mich über die texte gefreut hab.

Sonntag, 7. August 2011

14. August 1944

Am 13. august will die NPD zum 50. jahrestag des mauerbaus am s-bahnhof Bornholmer Straße der mauertoten gedenken.





















Wie man auf diesem bild unschwer erkennen kann, liegt der s-bahnhof unter einer brücke. Sie trägt den namen Bösebrücke, östlich der brücke befand sich bis zum verschwinden der DDR der grenzübergang Bornholmer Straße.

Benannt ist die brücke nach Wilhelm Böse, einem kommunisten und widerstandskämpfer, der, wie der zufall es will, am 14. august 1944 von den nazis im knast zu Brandenburg ermordet wurde.

Wenn die NPD dann schon beim gedenken ist, kann sie an diesem ort, wenn sie schon mal dabei ist, auch gleich gegen sich selbst demonstrieren.

Dienstag, 2. August 2011

Hunger und moral

Ein interessanter artikel zur derzeitigen hungerkatastrophe in Afrika und findet sich bei modesty:

»Der Kapitalismus wird nicht infrage gestellt. Es gibt nur wieder zweifelhafte Appelle an die Moral: Wir sollten verzichten, unseren Konsum überdenken und Kohle auf das Spendenkonto überweisen. Aber nur als Privatmenschen, als gute Bürger. Und wenn der Ablass bezahlt ist, dann konkurrieren wir die anderen als Staat und Volkswirtschaft wieder in Grund und Boden.« Hier den gesamten artikel lesen.
Spenden und den eigenen konsum zu überdenken hilft nicht gegen den hunger in der welt. In den letzen jahren hat immer wieder in den zeitungen gestanden, daß gern mit böden in den hungerregionen spekuliert wird. Ich bin dafür, daß endlich die konzerne spenden und das land und die produktionsmittel denen überlassen, die davon leben müssen! 
Und natürlich nicht nur in Afrika.

Sonntag, 31. Juli 2011

Der Dopppelanschlag von Oslo: »Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode.«

Alle Medien sind sich ziemlich1 einig: „Die Tat eines Irrsinnigen“, „Wahnsinn“, Psycho“ usw. Deswegen sei die Tat auch „nicht zu begreifen“, „nicht zu erklären“ und „nicht zu kommentieren“. Das mag als erste Reaktion verständlich sein. Immerhin stehen jedermann die Bilder von der Insel und der Innenstadt von Oslo vor Augen und hat jedermann die Zahl der Toten im Kopf. Doch es handelt sich bei diesen Verlautbarungen gar nicht um erste verstörte Reaktionen. Keiner der Schreiberlinge, die sich für unfähig erklären, angesichts der „Wahnsinnstat“ einen Kommentar abzugeben, legen Griffel oder Laptop weg, sondern legen los. Und wie. Der Befund „Wahnsinn“ oder „Irrsinn“ steht deshalb auch nicht für erste Sprachlosigkeit, sondern transportiert bereits knallharte Befunde: Die Attentate, so lauten sie, sind Ausgeburten eines kranken Gehirns, der Täter nicht bei Verstand2, weswegen sich eine ernsthafte Befassung mit der Tat verbietet - als ob die im Interesse von Presse und TV liegen würde.
Dabei wird überall ausführlich aus dem 1500 Seiten umfassenden Manifest des Attentäters zitiert und es werden Ausschnitte aus seiner Erklärung bei der ersten Anhörung vor Gericht vorgelegt, in denen er seine Motive klar und deutlich offenbart. Zusätzlich werden Hintergründe recherchiert, etwa über Norwegens Ausländerpolitik berichtet oder die rechtsextreme Szene in Skandinavien beleuchtet. Das scheint jedermann sofort zu wissen: Die Gedanken, die seine Motive ausmachen, hat er nicht erfunden; er weiß sich da einig mit rechten Gruppierungen, die Ähnliches denken wie er, und außerdem reagiert auf die norwegische Ausländerpolitik. Den text von Freerk Huisken bitte hier weiterlesen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Wenn das milchmännchen zweimal rechnet

Im fernen südwesten unserer mäßig schönen republik hat sich die LpB (landeszentrale für politische bildung Baden Würtemberg) für das wahlfaule volk etwas einfallen lassen: Beim »Zweiten Freiburger Bildungsüberfall« sollen die bewohner des stadtteils Freiburg-Weingarten für die demokratie wachgerüttelt werden.
Wenn ich den text durchlese, stelle ich fest, daß in Baden-Würtemberg offenbar nicht die selben gesetze gelten wie in Berlin. 

Zitat: Wie selbstverständlich erscheint uns heute ein Leben in Freiheit. Frei von Bedrohung, Bevormundung, staatlicher Gängelung. Frei von Angst und Zwang.
Wenn ich nicht wüßte, daß es in BW marode AKWs und demnächst wahrscheinlich auch eine milliardenschwere bauruine gibt, käme ich fast auf die idee, ein asylgesuch zu schreiben. Die meisten menschen, die ich kenne, merken nichts vom »leben in freiheit«. Die leben in ständiger angst: Die arbeit zu verlieren, die miete nicht bezahlen zu können, vom »jobcenter« die nächste unterbezahlte arbeitsstelle aufgedrückt zu bekommen, die nicht abgelehnt werden kann. Eher wird der zwang als selbstverständlich hingenommen, weshalb er manch einem schon als freiheit erscheint: »die arbeit schmeckt mir gar nicht, aber ich habs noch vergleichsweise gut getroffen« denken die leute und freuen sich, daß »diesmal ja wenigstens ein teekocher« am arbeitsplatz zur verfügung gestellt wird.

Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Wahlrecht und Menschenwürde sind keine Selbstverständlichkeit auch und gerade in Deutschland.
Wenn man hier an die aktuellen entwickungen »auch und gerade« in Deutschland denkt, fällt einem auf, daß man in der BRD noch nie hat sagen dürfen, was man von diesem saustall hält - und erst recht nicht auf arbeit. Sagen darf man es schon, es hat »bloß« materielle konsequenzen. In diesem system muß man nicht bedroht werden, daß man abgeholt und eingesperrt wird, wenn man nicht das richtige sagt. Eingesperrt ist man schon - und wenn man auf die idee kommt, etwas zu sagen, daß bestimmte ohren nicht hören wollen, dann wird es schlimmer, weil man seine materielle lebensgrundlage entzogen bekommt.

Mit »...und gerade auch in Deutschland.« ist das aber überhaupt nicht gemeint und auch nicht die immer stärkere einschränkung, beispielsweise der versammlungsfreiheit, sondern es wird die vergangenheit auf grausamste weise in einen topf gemanscht. Und weil die demokratie über alles erhaben ist, wird mit keinem wort erwähnt, daß zu jener zeit in der sauberen BRD die regimekritiker reihenweise eingesperrt, bestraft oder mit berufsverboten belegt wurden.

Und um zu beweisen, wie gut die demokratie ist, dann ausgerechnet ein zitat Winston Churchill:

»wenn es morgens um sechs an meiner tür läutet und ich kann sicher sein, daß es der milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer demokratie lebe.«
Tatsächlich hat Churchill Hitler gehaßt - aber nicht, weil er was gegen die unterdrückung anderer völker gehabt hätte. Hitler stand den imperialistischen interessen Großbritaniens im wege, weshalb zähneknirschend die Sowjetunion unterstützt wurde.

Er hat auch gesagt »demokratie ist die schlechteste aller regierungsformen. Ausgenommen alle anderen.« So widerwärtig einem dieser mensch sein kann, der am liebsten nach dem ende des Zweiten Weltkrieges sofort einen neuen krieg vom zaun gebrochen hätte, weil man mit Hitler »die falsche sau geschlachtet« habe (die folge war die gründung der NATO und der Kalte Krieg). Dumm war er nicht.

Der Churchill hat gewußt, daß wenn man nicht so enden möchte wie der russische zar, es besser ist, dem volk die illusion zu geben, daß es mitbestimmen könne - damit man hinterher sagen kann »ihr habts doch so gewollt!«

Ich kenne niemanden, der im bezirk Freiburg-Weingarten lebt, ein morgendliches wachrattern wegen geringer wahlbeteiligung als »bildungsüberfall« zu bezeichnen ist übertrieben. Wahrscheinlich haben die leut gut begriffen, was sie hier im staat ausrichten können und tun dann eben genau das. Absolut konsequent und richtig.

Liebe LpB! Wenn es bei denen an der tür klingelt, kommt da normalerweise nicht der »freiheitsbote« mit milch oder guten gaben, sondern der kontrolleur vom amt, der gerichtsvollzieher, der vermieter, der die austehende miete eintreibt oder andere unangenehme gäste. Ihr »aufrechten demokraten« werdet nicht müde, die herrschaftsform, der Ihr Euch unterzuodnen habt zu loben, auch wenn die rechnung nicht aufgeht.

»Freiheit beginnt an der Haustür« (zitat aus dem Flyer) - und endet am fabriktor.

Freitag, 10. Juni 2011

Lohn macht doof

In einem etwas älteren artikel berichtete die Süddeutsche Zeitung über ein experiment, bei dem herausgefunden werden sollte, ob man kinder durch belohnung zu mehr hilfsbereitschaft motivieren kann.

Kann man nicht. Im experiment wirkte sich die belohnung negativ auf die motivation der kinder aus.

Im weiteren verlauf des artikels wird die frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sei, mit null-euro-jobbern humane krankenhäuser zu betreiben, oder qualitätszeitungen zu schreiben.

Völlig unmöglich. Zwar bin ich durchaus in der lage, mir eine gesellschaft vorzustellen, die ohne geld funktioniert. In der derzeitigen gesellschaft jedoch hat der mensch exakt einen grund zu arbeiten: er muß zusehen, daß er sich geld verschaft, weil ihm sonst selbst dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten - z.b. wohnung, trinkwasser, essen - vorenthalten werden - allein über geld ist man vom allem, was man braucht ausgeschlossen - und da bekommt der lohnschreiber der SZ es tatsächlich hin, so zu tun, als stünde es einem frei, für lohn oder für spaß zu arbeiten. Das können sich aber die wenigsten leisten.

Es sei denn, man macht revolution und schafft das lohnsystem mitsamt den segnungen des rennens nach geld einfach ab! Aber soweit denken schreiberlinge bei der SZ leider nicht.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Polnische Gurken

Bei meldungen wie dieser fällt mir auf, daß in den normalmedien bei der berichterstattung über EHEC nie darüber nachgedacht wird, wie man das zeug, das zu ernährungszwecken auf den feldern gewachsen ist und nun untergepflügt wird, verwertet werden könnte - es wird davon ausgegangen, daß grünzeug, das für den rohverzehr gedacht ist auch nur so verwendet werden könnte, ausgenommen bestenfalls tomaten. Weil andere menschen ein problem mit der verwertung haben:

An meinem kaufverhalten, immer das preisgünstigste gemüse zu kaufen, habe ich nichts geändert. Weil ich keineswegs lebensmüde bin, habe ich sicherheitshalber die zubereitung meines essens (normalerweise esse ich gern rohkost) umgestellt - aus so ziemlich allem, das man roh essen kann, kann man auch irgendwas anderes machen, damit die leckeren gurken nicht weggeworfen werden müssen, empfehle ich, sie beispielsweise polnisch zuzubereiten:

1 gurke
1 zwiebel
1 - 2 eßlöffel butter
150 ml wasser, brühe oder weißwein
2 eßlöffel saure sahne,
 apfelessig, zucker, salz, pfeffer, dill nach belieben.

die gurke schälen, längs halbieren, die kerne entfernen und in stücke schneiden. Die zwiebel in feine stücke schneiden, in der butter glasig braten, die gurken hinzufügen, wenn sie leicht angebraten sind flüssigkeit hinzugeben, bei geschlossenem topf 5 minuten köcheln lassen, dann bei offenem deckel das wasser verdampfen lassen, so daß die gurke zart aber nicht verkocht ist. Mit den gewürzen und der sauren sahne nach belieben abschmecken. Schmeckt sehr gut zu gebratenem Havelzander, sofern man zufällig einen da hat. Wer keinen hat, verzichtet drauf und ißt halt pellkartoffeln dazu. Das zeug kann man gut ein paar tage im kühlschrank aufbewahren und bei bullenhitze als cholodnik (»kühli«) als erfrischung zwischendurch essen.

Ich kaufe genau so viel wenig wie sonst auch. Für den kapitalismus ist meine kaufkraft unbedeutend und mein »reste-nicht-wegschmeißen« gar schädlich: Ich werfe zu wenig eßbares weg.

Die leute kaufen jetzt bloß den vielen salat zum wegwerfen nicht. Das ist die EHEC-katastrophe.

Sonntag, 13. Februar 2011

Berlin: mehr als 98 % der teilnehmer stimmten für volksentscheid

Am sonntag fand in Berlin ein volksentscheid über die offenlegung der teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben statt (mehr zum thema beim Berliner Wassertisch.  Und hier der gesetzentwurf (pdf), der durch den volksentscheid angenommen wurde.

Die mehrheit der teilnehmer oder 665 713 personen stimmten mit »ja«. Das vorläufige ergebnis gibts unter:

Samstag, 22. Januar 2011

Zensur im Deutschen Fernsehen

Im Deutschen Fernsehen darf die dokumentation »der drückerkönig« nur noch zensiert gezeigt werden. Dr. h.c. Maschmeyer steht bei den ablehnungen der interview-anfragen des NDR blöde da, weil ihm alles auf die stirn geschrieben steht.

Freitag, 21. Januar 2011

Was es in diesem »besten aller wirtschaftssysteme« nicht gibt...

...sind versorgungsengpässe. Damit hat sich bekanntermaßen der Realexistierende Sozialismus herumgeplagt, daß es mangel hier und an allen ecken und enden gab und materialknappheit herrschte.

Derartiges gibt es im kapitalismus nicht, obgleich er keinen »versorgungsengpaß« ausläßt. Das problem, daß es keine nützlichen dinge, beispielsweise nahrung für die leute gibt, ist egal! 

Solange man auf dem markt geld verdienen kann - und mit einem knappen und begehrtem gut kann man doch viel besser etwas verdienen - wird das hungerproblem nicht aus der welt geschafft.

Der derzeitige außenminister und vorsitzende der FDP, Guido Westerwelle hat gesagt »im Kommunismus wird sogar der sand in der wüste knapp!« - in der wüste Brandenburg hat das nicht so recht geklappt mit der sandknappheit, weshalb der boden dort oft noch immer recht mager ist.

Aber der Realsozialismus war kein Kommunismus, weshalb aus dem sandigen Brandenburg auch noch was werden kann. Machen wir das mit dem Kommunismus doch einfach, damit alle menschen satt werden!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Gedanken zu einem radiointerview mit einem LINKEN

In einem radiointerview gab der schatzmeister der LINKEN mit dem wohlklingenden indischen namen zum besten, daß er »jetzt keinen kommunismus anstrebe.« (Zum nachhören und nachlesen des interviews bitte hier klicken)

Es ist ein trauerspiel, daß ausgerechnet bei denen, die eine alternative zur derzeitigen politik bieten möchten, der begriff »kommunismus« kein anfang einer diskussion ist, sondern das totschlagwort, mit dem sie beendet wird. Wenn man sich heldenhaft mit ex-terroristen nicht an einen tisch setzt, wer soll ihnen dann sagen, daß sie auf dem holzweg wandeln, wenn sie beispielsweise die meinung vertreten, daß »abfackeln von bundeswehreinrichtung« »legitim« sei - schon allein, weil das überhaupt nichts an den zielen, die der staat mit dem krieg verfolgt, ändert. Das ist kein widerstand sondern blödsinn!

Dann muß herr Sharma natürlich darauf beharren, daß man, wenn man schon vom kommunismus spricht, auf jeden fall an die opfer der gewaltherrschaft erinnern müsse - sicher, wenn man begriffe wie »feudalismus« oder »kapitalismus« ausspricht, liegen einem die zahlreichen opfer, man muß es gar nicht sagen, unausgesprochen auf der zunge!

Im grunde könnte es einem auffallen, daß diese menschenrechtsliebenden »westlichen zivilisierten länder« kaum probleme mit gewaltherrschaft und terror haben, solange die eigentumsstrukturen nicht in frage gestellt werden.

Wenn linke politik nicht hinterfragt, weshalb es in diesem reichen land und anderswo auf der welt armut gibt, obwohl der reichtum der produziert wird, wächst wie nie zuvor - und wenn linke politik nicht nach lösungen sucht, wie man die armut abschaffen kann (beispielsweise durch gleichzeitige abschaffung der ausbeutung), dann ist sie überflüssig!

Grundeinkommen ist keine linke idee. Die FDP hat das, unter anderem namen im programm - und teile der CDU ebenso. Die situation der lohnarbeiter wird sich dadurch verschlechtern, weil viele arbeiten, die bisher noch halbwegs bezahlt werden, dann einfach nicht mehr bezahlt werden. Und wenn das großartige grundeinkommen für die miete nicht reicht, dann ist man gezwungen für jeden lohn zu arbeiten, koste es, was es wolle! Daran, daß es ausbeutung gibt, ändert das nichts und das ist überhaupt nicht friedlich.

Lieber herr Sharma, man kann den kapitalismus nicht verbessern. Man kann ihn nur abschaffen!

Sonntag, 16. Januar 2011

Seifenschaum...

Gestern abend fand im »Theater am Schiffbauerdamm« die premiere der Hanns-Eisler-Revue statt. Trotz »kommunismus-debatte« war das theater bis auf den letzten platz ausverkauft. Sehr gefreut hat mich, daß Gisela May anwesend war und nach der konzertpause etwas über ihre arbeit mit Eisler erzählte, leider wurde diese freude nicht von allen menschen im publikum geteilt - wer nicht zuhören mag, soll nicht ins theater gehen! Kritisieren kann man hinterher.


Als enttäuschend habe ich es empfunden, daß die politische seite der lieder nicht allzu sehr herausgestellt wurde. Hanns Eisler hat, als er in den USA vor gericht stand, gesagt, er wolle sich angesichts der heldentaten der widerstandskämpfer gegen den faschismus nicht anmaßen, sich als kommunist zu bezeichnen, er sei komponist. Mir ist überliefert, daß er mitglied der KPD war, aber nie beiträge zahlte, weil er kein geld hatte.

Er hat die arbeiterlieder nicht geschrieben, weil er darin eine möglichkeit gesehen hätte, den arbeitern geld aus der tasche zu ziehen, um sich selbst ein besseres leben zu machen. Er hat diese lieder aus überzeugung komponiert. Sein bekanntestes werk, die nationalhymne der DDR wurde ausgespart, dabei wäre es doch kein problem gewesen, den text von Johannes R. Becher, der seit 1974 in der DDR nicht mehr gesungen wurde, vorzutragen. Ist nicht verboten - und ich hätte dieses musikalisch gelungene werk sehr gern einmal live gehört (dazu fällt mir am rande ein, in der BRD wird noch immer die östereichische kaiserhymne gesungen - das sagt über diesen staat fast schon mehr aus als man verkraften kann!)... oder wenigstens ein satz aus dem Lenin-Requiem, vielleicht der siebente. Opus 13 war schon in ordnung, in den bildern der Kriegsfibel wird auf das »bimbambimbam«motiv ein schöner text aufgesetzt:

(bimbambimbam)
Die glocken läuten
und die salven krachen
nun danket gott
- als mörder und als christ!

Er gab uns feuer -
feuer anzufachen.
Dies volk ist übel,
gott ist ein faschist,
ein faschist!
(brecht)

Das wird man wohl noch singen dürfen! Des elenden copyrights wegen kann ich leider kein tonbeispiel dieser wunderbaren Eislerkomposition geben.

Äußerst gelungen war die inszenierung des abschlußliedes Die Solidarität. Der »bürgerliche ungehorsam« endet in der orientierungslosigkeit. Das bild das auf der bühne geboten wurde, ist exakt das bild, daß auf diverse protestbewegungen des landes paßt - egal ob castor, h4 oder stuttgart 21: in »anständigen grenzen« darf »protest« hier stattfinden, weil von anfang an feststeht, was im gesetzlichen rahmen zulässig ist. Wer darüber hinausschießt, wird bestraft - und an diesem system gibt es nichts zu rütteln.

Die verhältnisse sind klar: wer die mehrheit hat, hat die macht über die, die mehrheit sind, die menschen stehen hinterher orientierungslos im raum - sie sind für eine sache aufgestanden, haben sich gewehrt - und sind damit gescheitert.

In unserem system ist protest und kritik erlaubt, weil das alles nichts ändert. Statt bürgerprotesten destruktive kritik!

Vorwärts und nicht vergessen!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Kommunisten und Moral

Unter dem äußerst originellen titel »Utopie und Terror« hat spiegelschreiber (ist das eigentlich so etwas wie ein spiegeltrinker?) Jan Fleischhauer zur abwechslung mal wieder einen völligen blödsinn publiziert. Der ärmste leidet noch heute, als fast 50jähriger, unter seiner SPD-geprägten kindheit. Daß man unter lauwarmer sozialdemokratie leiden kann ist für mich nachvollziehbar, daß man deshalb komplett bekloppt werden muß, nicht.

Werter herr Fleischhauer, den klassenwahn haben doch nicht kommunisten erfunden, sondern diejenigen, die zwar nicht wissen wollen, was kommunismus ist, aber auf jeden fall dagegen sind!

Wer will denn eine gesellschaft, in der diejenigen die den reichtum erarbeiten mit einem trockenen brotkanten abgefüttert werden?

Wer will denn eine gesellschaft, in der konkurrenz herrscht und diejenigen, die sich nicht durchsetzen von almosen leben müssen?

Wer will denn eine gesellschaft, in der es eine kleine, reiche »elite«gibt und im gegensatz dazu ein heer von armen?

Nicht die kommunisten. Im gegensatz zu Ihnen, werter herr Fleischhauer, wollen kommunisten klassenlos leben. Der kommunismus, den es übrigens bisher nirgendwo auf der welt gegeben hat, wird den egoismus und die gier der menschen nicht einschränken, es wird eben anders damit umgegangen.

Und dann auch noch diese moralvorstellungen! Kommunisten können für gewöhnlich mit moral nicht viel anfangen, das ist etwas für fromme bürger wie der herr Fleischhauer selbst einer ist.

Passend zum thema empfehle ich einen vortrag vonr Dr Peter Decker: Die Moral - Das gute Gewissen der Klassengesellschaft

Sicherlich, es ist viel menschlicher, die systemversager einfach verhungern zu lassen, anstatt sie einzusperren. Umerziehung jedoch findet im derzeitigen system statt: selbstlos soll man für den profit anderer arbeiten, sich aber keine gedanken um die »persönliche entfaltung« machen, sondern selbstentwöhnt dafür arbeiten, daß »Schland« exportweltmeister wird und bleibt.

Dienstag, 11. Januar 2011

Wiglaf Droste über den Antikommunismus

»Bis 1989 war ein gegeifertes ›Geh doch nach drüben!‹ der zwangsrepitative rhetorische Höhepunkt des Antikommunismus; allein um diese kopfmäßige Bankrotterklärung wieder erleben zu können, sollte es die DDR noch einmal geben.« (Ganzer text hier)

Weil ich diese »kopfmäßige bankrotterklärung« in meiner kindheit und jugend übermäßig oft zu hören bekam - obgleich ich mich damals nicht als »kommunist« bezeichntet hätte, schon allein, weil ich keine ahnung hatte, was kommunismus eigentlich ist - wäre es in der tat eine gute sache, wenn es endlich wieder etwas zum »nach drüben gehen« gäbe.

Sonntag, 9. Januar 2011

Gedenken 2011

Auch heute kamen wieder tausende zur gedenkstätte in Berlin-Friedichsfelde, um der ermordeten zu gedenken.

Nicht nur gedenken sondern auch nach vorn schaun...

Mittwoch, 5. Januar 2011

Wer will in diesem land eigentlich kommunismus?

Fragte der spiegel-schreiberling Stefan Berg am ende eines artikels.

Ich! Es gibt keinen grund, ihn nicht zu wollen. Wer denkt schon an die blutspur, die der kapitalismus hinterlassen hat und tagtäglich liefert?

Wer verliert auch nur ein einziges wort über die opfer des kapitalismus, die täglich krepieren, weil es »unwirtschaftlich« ist, ihnen sauberes wassser, nahrung, kleidung, ein dach über dem kopf und/oder medizinische versorgung zu geben?

Kapitalismus kann diverse formen annehmen. Nur eines bedeutet er nie: Mitmenschlichkeit.

Marxistenblatt ist ein ehrentitel für die Junge Welt! FDP-mitglied kann jeder depp sein, der zahlen kann, wissen muß man darfür nichts.

Wer hingegen marxist werden möchte, muß eine menge lernen und das ist eben nicht anstrengungslos zu haben. Die marxisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind nette leute - und im gegensatz zur regierung sind sie gegen gewalt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

2011 weniger 1-€-jobs

Leider ist dies keine gute nachricht, auch wenn es eigentlich so klingen sollte, ab 2011 soll es weniger 1-€-jobs geben - stattdessen soll es »bürgerarbeit« heißen. Zu gerinfügig anderen konditionen, die aber für die menschen keinesfalls besser werden.

Man kann auch eine jauchegrube in »heilbadeanstalt« umbenennen. Fragt sich nur, weshalb die ehemalige dauerstudentin Uschi nicht als erste drin baden sollte!

Samstag, 25. Dezember 2010

Kriegsweihnacht

Eher zynisch würde es mir vorkommen, angesichts der derzeitigen situation allen lesern und nichtlesern friedliche feiertage zu wünschen.

Auch wenn das mit dem frieden durchaus zu wünschen übrig läßt! Aber wenigstens weiße weihnacht...



Hierzu schrieb die tagesschau »weihnachtsfreude bleibt auf der strecke«. Daran läßt sich erkennen, daß die zeiten sich geändert haben. In der ewigen von a-nach-b-hetze haben die leute nicht einmal mehr zeit, sich über einen schönen wintertag zu freuen. So werden wetterwidrigkeiten zur katastophe, weil ferienflieger nicht starten können und der ICE fahrplangemäß nicht fahren kann, wenn eine schneeflocke quer auf den gleisen liegt.


Beim lesen der weihnachtsansprache des bundespräser wäre mir fast der gute weihnachtsborschtsch (der auch von atheisten gern gegessen wird) aus dem gesicht gefallen. Wenn herr Wulff in meine richtung spricht »wir gehören zusammen«, dann kann ich das nur vehement verneinen! Wir gehören nicht zusammen, weil die interessen, die herr Wulff vertritt, mit den meinen unvereinbar sind.

Punkt.


Dabei hat er mit dem was er sagt, nicht einmal völlig unrecht. Die deutsche gesellschaft lebt von denen, die für lau oder viel zu wenig arbeiten. Ein gemeinsames »füreinanderdasein« oder solidarität kann ich allerdings beim besten willen nicht erkennen!

Werter herr Wulff! Wenn Sie für ehrenamtliche arbeit sind, dann fragen Sie einfach mal Ihren freund Carsten Maschmeyer ob er nicht lust hat, im obdachlosenasyl oder im asylbewerberheim für wenigstens zehn stunden pro woche die flure zu fegen. Im gegensatz zu anderen hat er an der ruinierung der rentenkasse dermaßen viel geld verdient, daß er es sich leisten könnte, bis zu seinem todestag kostenlos zu arbeiten!

Arbeitslose können es sich nicht leisten, ihre arbeitskraft zu verschenken! Die haben kein vermögen, von dem sie zehren könnten. »Gebraucht werden« hat in unserem system grundsätzlich etwas mit entlohnung zu tun. Persönlich habe ich es tatsächlich noch kein einziges mal erlebt, daß es gereicht hätte, im kaufland an kasse der kassiererin zu sagen, daß sie gut arbeitet. Die wollte immer geld, obwohl ihr die nahrungsmittel, die ich haben wollte, nicht einmal gehörten!

Aber Sie können wohl nichts anderes sagen. Es ist krieg, fast wie vor fünfzig jahren.

Reich gegen arm.

Sonntag, 28. November 2010

Die Atomlüge

Heut früh besuchte ich eine veranstaltung mit Dieter Herrmann. Bei allem respekt vor Herrn Prof. Dr. Dieter B. Hermann - ich bin im gegensatz zu ihm nach wie vor gegen atomenergie. Der schaden, den diese anrichtet wird langfristig erheblich größer sein als ihr nutzen.

Die 45-Min reportage berichtet über den »billigen« und »sauberen« atomstrom. An sich ist es nichts neues, daß die entstehenden kosten auf die allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn man sich das anschaut, kommt man auf den gedanken, daß eigentlich noch viel zu wenige in Gorleben gegen den castortransportdemonstriert haben.











In voller länge und am stück ist die doku auch hier

Niemand weiß, wohin das führen soll. Im umfeld der Asse
gibt es eine erhöhte anzahl von krebseerkrankungen. Und niemand weiß, woher das kommt.