Mittwoch, 5. Januar 2011

Wer will in diesem land eigentlich kommunismus?

Fragte der spiegel-schreiberling Stefan Berg am ende eines artikels.

Ich! Es gibt keinen grund, ihn nicht zu wollen. Wer denkt schon an die blutspur, die der kapitalismus hinterlassen hat und tagtäglich liefert?

Wer verliert auch nur ein einziges wort über die opfer des kapitalismus, die täglich krepieren, weil es »unwirtschaftlich« ist, ihnen sauberes wassser, nahrung, kleidung, ein dach über dem kopf und/oder medizinische versorgung zu geben?

Kapitalismus kann diverse formen annehmen. Nur eines bedeutet er nie: Mitmenschlichkeit.

Marxistenblatt ist ein ehrentitel für die Junge Welt! FDP-mitglied kann jeder depp sein, der zahlen kann, wissen muß man darfür nichts.

Wer hingegen marxist werden möchte, muß eine menge lernen und das ist eben nicht anstrengungslos zu haben. Die marxisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind nette leute - und im gegensatz zur regierung sind sie gegen gewalt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

2011 weniger 1-€-jobs

Leider ist dies keine gute nachricht, auch wenn es eigentlich so klingen sollte, ab 2011 soll es weniger 1-€-jobs geben - stattdessen soll es »bürgerarbeit« heißen. Zu gerinfügig anderen konditionen, die aber für die menschen keinesfalls besser werden.

Man kann auch eine jauchegrube in »heilbadeanstalt« umbenennen. Fragt sich nur, weshalb die ehemalige dauerstudentin Uschi nicht als erste drin baden sollte!

Samstag, 25. Dezember 2010

Kriegsweihnacht

Eher zynisch würde es mir vorkommen, angesichts der derzeitigen situation allen lesern und nichtlesern friedliche feiertage zu wünschen.

Auch wenn das mit dem frieden durchaus zu wünschen übrig läßt! Aber wenigstens weiße weihnacht...



Hierzu schrieb die tagesschau »weihnachtsfreude bleibt auf der strecke«. Daran läßt sich erkennen, daß die zeiten sich geändert haben. In der ewigen von a-nach-b-hetze haben die leute nicht einmal mehr zeit, sich über einen schönen wintertag zu freuen. So werden wetterwidrigkeiten zur katastophe, weil ferienflieger nicht starten können und der ICE fahrplangemäß nicht fahren kann, wenn eine schneeflocke quer auf den gleisen liegt.


Beim lesen der weihnachtsansprache des bundespräser wäre mir fast der gute weihnachtsborschtsch (der auch von atheisten gern gegessen wird) aus dem gesicht gefallen. Wenn herr Wulff in meine richtung spricht »wir gehören zusammen«, dann kann ich das nur vehement verneinen! Wir gehören nicht zusammen, weil die interessen, die herr Wulff vertritt, mit den meinen unvereinbar sind.

Punkt.


Dabei hat er mit dem was er sagt, nicht einmal völlig unrecht. Die deutsche gesellschaft lebt von denen, die für lau oder viel zu wenig arbeiten. Ein gemeinsames »füreinanderdasein« oder solidarität kann ich allerdings beim besten willen nicht erkennen!

Werter herr Wulff! Wenn Sie für ehrenamtliche arbeit sind, dann fragen Sie einfach mal Ihren freund Carsten Maschmeyer ob er nicht lust hat, im obdachlosenasyl oder im asylbewerberheim für wenigstens zehn stunden pro woche die flure zu fegen. Im gegensatz zu anderen hat er an der ruinierung der rentenkasse dermaßen viel geld verdient, daß er es sich leisten könnte, bis zu seinem todestag kostenlos zu arbeiten!

Arbeitslose können es sich nicht leisten, ihre arbeitskraft zu verschenken! Die haben kein vermögen, von dem sie zehren könnten. »Gebraucht werden« hat in unserem system grundsätzlich etwas mit entlohnung zu tun. Persönlich habe ich es tatsächlich noch kein einziges mal erlebt, daß es gereicht hätte, im kaufland an kasse der kassiererin zu sagen, daß sie gut arbeitet. Die wollte immer geld, obwohl ihr die nahrungsmittel, die ich haben wollte, nicht einmal gehörten!

Aber Sie können wohl nichts anderes sagen. Es ist krieg, fast wie vor fünfzig jahren.

Reich gegen arm.

Sonntag, 28. November 2010

Die Atomlüge

Heut früh besuchte ich eine veranstaltung mit Dieter Herrmann. Bei allem respekt vor Herrn Prof. Dr. Dieter B. Hermann - ich bin im gegensatz zu ihm nach wie vor gegen atomenergie. Der schaden, den diese anrichtet wird langfristig erheblich größer sein als ihr nutzen.

Die 45-Min reportage berichtet über den »billigen« und »sauberen« atomstrom. An sich ist es nichts neues, daß die entstehenden kosten auf die allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn man sich das anschaut, kommt man auf den gedanken, daß eigentlich noch viel zu wenige in Gorleben gegen den castortransportdemonstriert haben.











In voller länge und am stück ist die doku auch hier

Niemand weiß, wohin das führen soll. Im umfeld der Asse
gibt es eine erhöhte anzahl von krebseerkrankungen. Und niemand weiß, woher das kommt.

Montag, 22. November 2010

Neuer Preis Ihres Stromprodukts, gültig ab 1. Januar 2011

lautete die hübsche betreffzeile eines schreibens, das mir kürzlich ins haus flatterte. Fast noch besser als die wortschöpfung »stromprodukt« gefiel mir die begründung, weshalb der strom teurer werden muß:

» ...der Anteil an umweltfreundlich erzeugtem Strom (z.B. aus Wind und Sonne) nimmt weiter zu. Diese erneuerbaren Energien werden durch eine gesetzliche Umlage finanziell gefördert, die alle Stromkunden über ihren Energieversorger tragen.
Die dadurch gestiegenen Kosten sind der wesentliche Grund, warum wir unsere Preise im kommenden Jahr leider nicht stabil halten können und eine Preisanpassung erforderlich ist...«

Verständlich, daß die preise erhöht werden müssen. Wie man den nachrichten entnehmen konnte, haben die energieversorger ordentliche gewinne gemacht.

Auch klar, daß die kosten durch regenerative steigen müssen, wenn die sonne kostenlos auf photovoltaikanlagen scheint und der wind völlig gratis windräder dreht. Das muß natürlich auf dauer teurer kommen, als menschen sich in einem bergwerk schinden zu lassen, um dort kohle oder uran abzubauen, störanfällige atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen und alle welt der gefahr der radioaktiven verseuchung preiszugeben, ohne zu wissen, wo man mit dem hochgiftigen müll hinsoll. Ganz zu schweigen von den gefährlichen und teuren castortransporten.

Als hätte die regierung mit den laufzeitverlängerungen für atomkraftwerke den konzernen nicht bereits ein milliardenschweres geschenk gemacht wird so getan, als sei allein die umlage für erneuerbare energien dran schuld, daß der preis steigt.

Selbst, wenn ich berücksichtige, daß in den 3,5 cent die ab dem 1. januar anstatt der bisher üblichen knapp 2,05 cent noch keine umsatzsteuer enthalten ist (ist das so?), berechnet mein anbieter pro kWh 1/3 cent zu viel, das klingt lächerlich gering, ergibt auf sämtliche stromkunden hochgerechnet allerdings millionen mehreinnahmen, die vor allem in ärmeren haushalten fehlen werden.



Zur erinnerung der »monitor«bericht vom 23. juli 2009 über die lügen vom billigen atomstrom

Freitag, 19. November 2010

Kaum überraschende »neuigkeiten«

Diese woche fand der Bundesrechnungshof heraus, daß 1eurojobs die vermittlungschancen arbeitsloser menschen nicht verbessern.

Was hätte man auch erwarten sollen? Es ist nach wie vor unmöglich, den menschen arbeitsstellen zu vermitteln, die es nicht gibt! (Lesen zum thema kann man hier  -  hier, hier und hier )

Und die »vermittlungserfolge«, die verbucht wurden, waren oft produkte der phantasie: Die leute wurden per »vergabe ABM«  vom dritten in den ersten arbeitsmarkt umsortiert: sie »durften« also auf staatskosten in privaten firmen aufträge, die im öffentlichen interesse standen, abwickeln. Wahrscheinlich in den meisten fällen für monatslöhne, die unter 1200 brutto lagen - somit ergänzend h4 bezogen werden mußte, sofern die leute es beantragt hatten.

»Zusätzliche« arbeit ist ein hirngespinst! Das gibt es nicht! Es wurden nur reguläre »öffentliche« stellen in 1eurostellen oder in ABMstellen umgemünzt. Das »jobwunder« (ich bin immer noch der auffassung, daß das ziel eines ausgebildeten menschen, der einen beruf hat, kein »job« sein kann!) bestand darin, einigermaßen »vernünftige« arbeitsstellen in jeweiles zwei bis drei »jobs« umzuwandeln. Heutzutage muß schließlich keiner mehr von der arbeit leben können. Man hat ja das amt - oder wenigstens die pulsadern, die man sich aufschlitzen könnte.

Freitag, 5. November 2010

Bedingungsloses grundeinkommen

In den vergangenen wochen habe ich an einem ausführlicheren artikel zum thema »bedingungsloses grundeinkommen« gearbeitet - weil am samstag in Berlin eine demo stattfinden wird, auf der man mich vergeblich suchen kann, möchte ich den schluß meines artikels vorwegnehmen:

Ich bin dagegen!

Wenn man die verschiedenen modelle vergleicht und darüber nachdenkt, stellt man fest, daß hier die habenichtse und die mittelschicht für die wohltaten bezahlen müssen, die der Oberschicht zugedacht sind. Im grunde genau wie immer, nur schlimmer als jetzt. Hier sollen die derzeitigen sozialsysteme, verbunden mit lohnkostenersparnis, zerschlagen werden.

Durch h4 ist die zahlungsmoral vieler arbeitgeber schon gründlich aufgeweicht »weshalb soll ich lohn zahlen? Du bekommst doch sowieso geld vom amt!« Heute läuft das auf halblegalem wege, denn eigentlich sollen arbeitslose sich schon nach bezahlter arbeit umsehen und unabhängig vom amt werden.

Arbeitgeber wie der herr Anti-Schlecker, die nach »bürgergeld« oder »bedingungslosem grundeinkommen schreien«, wollen endlich ein reines gewissen haben, wenn sie menschen ohne bezahlung ausbeuten, denn dann ist für jeden irgendwie gesorgt, man muß nichts bezahlen!

So verlockend der gedanke ist, relativ einfach aus dieser tretmühle herauszukommen: Ein bedingungsloses grundeinkommen ändert nichts an den derzeitigen verhältnissen. Im gegenteil: Stärker als zuvor wird erwartet werden, daß man auf seinen lohn verzichtet »um der guten sache willen«.

Wenn man das lohnsystem abschaffen möchte, gibt es gewiß bessere ansätze

Donnerstag, 4. November 2010

Merkel integrationsunwillig

Beim durchblättern eines boulevardblattes vom sonntage fiel mir auf, daß die kanzlerin zum ersten mal eine entscheidung getroffen hat, mit der ich konform gehe. Sie will das sarrazynische buch nicht lesen.



Wer Sarrazins schmierige scheiße in gebundener form nicht kaufen und zu konsumieren ist also integrationsunwillig. Der »sarrazene« scheint leicht verwirrt zu sein: Nicht die Türkei, oder hierlebende Türken, bedrohen christliche werte, sondern der werte Herr T.S. selbst.

Sofern er mit seiner theorie, daß dumme frauen öfter gebären als intelligente, wäre frau Ursula von der Leyen das allerbeste beispiel - manchmal trifft selbst die dümmste theorie zu! Ich werde es der kanzlerin gleichtun und das machwerk nicht lesen - manchmal hat die Merkel sogar recht.

Dienstag, 2. November 2010

Held

Erst heute hörte ich, daß Karl Held im Oktober verstorben sei.

Leseempfehlung: »DDR kaputt – Deutschland ganz«. Seine analysen und scharfsinnigen texte werde ich sehr vermissen.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Donnerstag, 30. September 2010

Hinweis auf ein neues blog

In zeiten, in denen ich keine zeit zum schreiben hab, empfehle ich meinen lieben leserinnen und lesern, sich mit »gedanken(v)erbrechen«, dem neuen blog modestys, zu befassen.

Ich freue mich, nun hoffentlich öfter interessante artikel von modesty lesen zu können.

Donnerstag, 16. September 2010

Welthunger sinkt unter 1 milliarde

Die tagesschau berichtete, daß die zahl der hungerleidenden erstmals seit 15 jahren gesunken sei. Dem bericht zufolge hungern »nur« 925 millionen menschen. Das sind rund 14 % der weltbevölkerung. Das ist keinesfalls wenig.

Daß es in der welt hunger geben muß, obgleich ausreichend nahrung produziert werden könnte, liegt an einem geisteskranken wirtschaftssystem, welches den hungertod von millionen klaglos überstehen kann. Den geldverlust einer bekloppten bevölkerungsschicht hingegen nicht.

Passend zum thema empfehle ich die doku Hühnerwahnsinn - niemals wird sich eine innerafrikanische marktwirtschaft entwickeln, deren bedingungen nicht von den derzeitigen industrienationen diktiert werden!

Montag, 30. August 2010

Und nochmal: Zirkus Sarrazyni

Ein gastbeitrag von modesty

Dass Banker in ihrem eigentlichen Job schon genügend Unheil anrichten, haben die aktuellen Finanzkrisen bewiesen. Ganz fatal wird es aber, wenn sich exponierte Bundesbanker und Ex-Finanz-Senatoren als Soziologen und gar als Genetiker betätigen wollen. Dann kommen Machwerke heraus wie »Deutschland schafft sich ab« - wobei es eigentlich gar nicht so schlimm wäre, wenn sich ein Staat, der solche Politiker hervor bringt, abschaffen würde. Aber bevor wir uns zu früh freuen, hier noch ein paar Fakten. Interessant ist allein schon ein Geständnis von Herrn Sarrazin, das auf WeltOnline zu finden ist: »Oftmals konnten subjektiv empfundene Wahrheiten nur dosiert vorgetragen werden«, gesteht er sein jahrelanges Leiden als Beamter und Politiker, der nie sagen durfte, was er dachte. Das ist nun wirklich cool, denn wie wahr sind »subjektiv empfundene  Wahrheiten«? Eine Wahrheit sollte eigentlich nicht subjektiv empfunden, sondern objektiv nachvollziehbar wahr sein, sonst ist es nämlich keine.

Aber ungerührt von solch spitzfindigen Überlegungen sondert Sarrazin die »Wahrheit« ab: »Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden« (sagte Sarrazin der »Welt am Sonntag« und der »Berliner Morgenpost«) Wenn es ein Gen für Ignoranz geben würde, fände es sich gewiss in der Erbsubstanz von Herrn Sarrazin, aber so etwas gibt es nun einmal nicht. Wobei, Ignoranz gibt es zweifelsohne, aber es wäre zu einfach, sie auf einen bestimmten Abschnitt der Desoxyribonukleinsäure (DNA) zu schieben. Das würde ja bedeuten, dass Herr Sarrazin gar nichts dafür kann, dass er so dumm ist. Genau das darf und muss man aber bezweifeln, denn wenn einer so berechnend giftige Halbwahrheiten verbreitet, aus denen falsche Schlüsse gezogen werden sollen, darf man dahinter schon eine gewisse Intelligenz vermuten, die bestimmte Ziele verfolgt. Allerdings kann man auch das wiederum nicht auf einen bestimmten DNA-Schnipsel schieben, der seinen Träger schlauer macht.

Unbestritten ist, dass es in allen Lebewesen Erbsubstanz und somit Gene für alles mögliche gibt. Derzeit sind beispielsweise gewisse Resistenzen gegen Antibiotika neu im Genom von früher wenig problematischen Bazillen zu finden, die dadurch nun zu gefährlichen Krankheitserregern mutiert sind. Man könnte sich natürlich auf den Standpunkt stellen, die Einzeller seien nun dank der Resistenz-Gene in ihrem Erbgut »intelligenter« geworden, aber das ist natürlich Unsinn. Sie machen uns dadurch leider mehr Probleme als zuvor, aber das ist ein anderes Kapitel.

Jedenfalls ist die primitive Vorstellung, dass es Gene gibt, die für bestimmte »Rassen« typisch seien, ist in der modernen Biologie obsolet. Im Gegenteil: Genetische Analysen haben gezeigt, dass dass die genetischen Unterschiede zwischen den Individuen innerhalb jeder Population ziemlich groß sind während im Vergleich dazu die genetische Variation zwischen den verschiedenen Populationen verhältnismäßig klein ist. Die Wahrnehmung im äußeren Erscheinungsbild (Hautfarbe, Augen- und Nasenform, Körperbau usw.) hat früher dazu verleitet, anzunehmen, dass es entsprechende genetische Unterschiede geben müsste, durch die verschiedene »Rassen« definiert wären. Genau das lässt sich durch die moderne Genetik allerdings nicht belegen.

Dafür beweisen Sarrazins Äußerungen etwas anderes. Nämlich, dass Rassismus weiterhin in Deutschland weiterhin salonfähig ist und durchaus ernsthaft diskutiert wird. 

Rassismus ist der Glaube, dass sich menschliche Populationen (also Deutsche, Türken, Akademiker, Hartz-4-Empfänger usw.) in genetisch bedingten Merkmalen im sozialem Wert unterscheiden, so dass bestimmte Gruppen gegenüber anderen höher- oder minderwertig sind. Nochmals: Es gibt keinen überzeugenden wissenschaftlichen Beleg, dass es tatsächlich so ist, wie Herr Sarrazin glaubt. Aber das Problem mit dem Glaube ist ja, dass ein Gläubiger gegen Beweise resistent ist. Somit ist Glaube das Gegenteil von Wissen. Auch wenn Herr Sarrazin so tut, als habe sein Werk eine wissenschaftliche Grundlage: Es gibt kein Intelligenz-Gen. Und es gibt keine genetisch definierten Rassen.
Es ist kein Tabu, das Herr Sarrazin als mutiger Querdenker bricht, wenn er behauptet, »dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen«. Eine solche Äußerung ist schlicht ein Beweis seines Unwissens (vulgo Dummheit). Man kann sich jetzt noch kleinlich darüber streiten, wie groß der Anteil von kinderlosen Universitätsabsolventinnen in unserer Gesellschaft ist tatsächlich ist. Angesichts der heutigen Lage ist es aber tatsächlich so, dass eine Frau, die intelligent genug ist, über ihre Situation nachzudenken, lieber keine Kinder bekommt. Denn auch Sarrazins unwissenschaftliche Tiraden ändern nichts daran, dass die mit der Kinderaufzucht verbundenen Nachteile in erster Linie zu Lasten der Frauen gehen - und das keineswegs, weil die Biologie vorsieht, dass sie die Kinder bekommen und stillen. Viele Frauen begreifen diesen Umstand durchaus nicht als Nachteil.

Sondern diese Gesellschaft lässt auch ihre akademisch ausgebildeten Frauen komplett im Regen stehen, wenn sie so blöd sind, Kinder zu bekommen. Das fängt mit der oft vergeblichen Suche nach einem Kindergartenplatz an und hört längst nicht mit der oft noch vergeblicheren Suche nach einem halbwegs anständig bezahlten Job auf, der sich mit Kinderaufzucht vereinbaren lässt. Über die Doppelbelastung mit Haushalt und Job, falls sie es tatsächlich schaffen, sowohl die Kinderbetreuung, als auch eine Erwerbstätigkeit zu organisieren, mal gar nicht zu reden. Im Zweifelsfall ist die Mama zuständig, ganz gleich ob es ums Schulbrot, vergessene Hausaufgaben oder nicht vorhandene Turnschuhe geht. Oder um anständige Gene im völkischen Genpool.

Es wird zwar (gerade auch von Sarrazin) so getan, als sei es eine gesamtgesellschaftliche Pflicht und Aufgabe, Kinder zu produzieren und aufzuziehen, Fakt ist aber, dass es im Einzelfall Privatsache ist. Wie so vieles in diesem Staat Privatsache ist und auch bleiben soll. Und gerade Sarrazin als Staatsausgabeneinsparexperte sagt ja auch selbst immer mal wieder, dass die Leute, die sich keine Kinder leisten können, besser keine bekommen sollten. Das sollen lieber die mit den guten Akademiker-Jobs tun. Zwar hat auch ein Sarrazin davon gehört, dass es auch etwas mit der Umwelt bzw. dem Umfeld zu tun hat, ob aus einem Kind ein funktionierender Staatsbürger oder ein Problemfall wird. Trotzdem behauptet er, dass Intelligenz »zu 50 bis 80 Prozent erblich« sei, was seine Empfehlung nahelegt, doch bitte schön auch Akademikerinnen zum Kinderkriegen heranzuziehen, um eine weitere Verblödung des deutschen Volkes zu verhindern. Aber: Wenn ihm so sehr daran gelegen sein sollte - warum trägt er dann selbst massiv zur Massenverblödung bei?!


Samstag, 21. August 2010

Unterschriftenaktion

Wer bereit ist, einem oder vielleicht sogar zwei fässern des besten atommülls in der eigenen wohnung ein obdach zu gewähren, der möge sich bitte in die liste der folgenden herren eintragen.

Josef Ackermann, Deutsche Bank
Dietrich Austermann, schleswig-holsteinischer Wirtschaftsminister a. D., CDU
Werner Bahlsen, Bahlsen
Paul Bauwens-Adenauer, Bauwens
Wulf Bernotat, BDI-Vizepräsident, früher E.on
Oliver Bierhoff, Manager der Fußball-Nationalmannschaft
Manfred Bissinger, Publizist
Herbert Bodner, BDI-Vizepräsident
Wolfgang Clement, Ministerpräsident und Bundesminister a. D.
Eckhard Cordes, Metro
Gerhard Cromme, ThyssenKrupp
Michael Fuchs, Unternehmer
Ulrich Grillo, Grillo-Werke
Jürgen Großmann, BDI, RWE
Rüdiger Grube, Deutsche Bahn
Christopher W. Grünewald, Papierfabrik Gebr. Grünewald, BDI
Jürgen Hambrecht, BASF, BDI-Vizepräsident
Tuomo Hatakka, Vattenfall
Wolfgang Herrmann, TU München
Horst W. Hippler, KIT
Hans-Peter Keitel, BDI-Präsident
Arndt G. Kirchhoff, Kirchhoff Automotive, BDI
Kurt J. Lauk, Wirtschaftsrat der CDU
Ulrich Lehner, Henkel, BDI-Vizepräsident
Friedhelm Loh, Friedhelm Loh Group, BDI-Vizepräsident
Carsten Maschmeyer, MaschmeyerRürup
Friedrich Merz, Rechtsanwalt
Arend Oetker, BDI-Vizepräsident
Hartmut Ostrowski, Bertelsmann
Bernd Scheifele, HeidelbergCement
Otto Schily, Rechtsanwalt
Bernd Scheifele, HeidelbergCement
Wolff Schmiegel, Ruhr-Universität Bochum
Johannes Teyssen, E.on
Rainer Thieme, Salzgitter
Jürgen Thumann, BusinessEurope, Ex-Präsident und heutiger Vizepräsident des BDI
Michael Vassiliadis, IG BCE
Hans-Peter Villis, EnBW
Gerhard Weber, Gerry Weber International
Werner Wenning, Bayer
Matthias Wissmann, VDA, BDI-Vizepräsident

Diese helden unserer republik erklären sich bereit, im falle eines störfalls sofort am unfallort zu erscheinen und mit ihrem kompletten privatvermögen zu haften. Die interessen eventueller erben sind hierbei nicht zu berücksichtigen. Gelder, die gestiftet, gespendet oder verschenkt wurden, sind zugunsten der opfer dieser politik zurückzuholen.

Dies ist keine exklusive liste der lobbyisten, jeder der eine technik mit unbezahlbarem risiko wünscht, darf gewiß noch nachzeichnen. Wer das nicht möchte, könnte hier klicken, oder sich sonst irgendwas einfallen lassen. 

Sollen sich achtzig millionen menschen von einundvierzig rücksichtslosen idioten diktieren lassen, mit welchem risiko sie zukünftig zu leben haben?

Donnerstag, 12. August 2010

Plattenbauten in den Osten tragen

Nachdem zwei jahrzehnte hauptsächlich niedergerissen wurde, muß nun offenbar aufgebaut werden.

Damit jetzt die wohnbaubranche wieder ein paar fördergelder einstreichen kann, wurden auch denkmalgeschützte häuser abgerissen.

Donnerstag, 5. August 2010

Werbepause

Da ist der präsidentschaftswahlkampf sechs wochen her, und man findet den kandidaten der SPD und Grünen als werbemaskottchen einer tageszeitung wieder, die weder der SPD noch den Grünen jemals besonders gesonnen war und die gelegentlich auch schon erwähnung in meinem blog fand. Die bilder der werbekampagne kann man hier oder hier ansehen.

Das kampanenmotiv erinnert mich von der farbgebung her ein wenig an die darstellung des paradieses, wie man sie in den schmökerheftchen der Zeugen Jehovas findet. Als besitzer von augen ist mir sofort aufgefallen, daß bei dem auf dem Bild gezeigten stand der sonne der schattenwurf ein anderer sein müßte, ist man zusätzlich auch besitzer von ortskenntnis fällt einem auf, daß diese sichtachse im Großen Tiergarten ziemlich genau nach nordwesten zeigt. 

Zu überhaupt keiner zeit im jahr steht die sonne so hoch über dieser wiese! Sofern es dem verständnis dient, nehme man einen guten stadtplan (oder google maps) und diese graphik zur hand.

Im realexisierenden »Naturberlin« sieht es auf dieser wiese im monat august (die unter der belastung der kampagnenproduktion offenbar stark gelitten hat, wie man im vordergrund erkennen kann) so aus:
















Die platanen, deren blätter im vordergrund des werbebildchens zu sehen sind, gibt es nicht. Diese schneise im Großen Tiergarten bietet sehr realitätsnah trübe aussichten, die zu keiner zeit sonnendurchflutet sind - und eben deutsche eichen.

Den herrn pastor sollte man besser nicht als moralische instanz sehen:






















Wegen der hohen waldbrandgefahr ist das grillen im Großen Tiergarten verboten - und im Kleinen Tiergarten ist es ohnehin nicht erlaubt. Früher sagte man, daß diktaturen unter anderem daran erkannt werden könnten, daß bilder gefälscht werden. Da beginnt einem zu schwanen, wo die Propagandafuzzies von Scholz & Friends eigentlich hinwollen, diese werbeagentur (»bist Du zu doof, sind sie zu schlau« zitat, ähnlich) hat unter anderem das konzept für die INSM entwickelt, deren methoden marktdiktatorische züge haben.

Darüber, in der DDR eine westzeitung in die hand zu bekommen sagt der pastor: »Das war, als ob jemand, der immer Hunger hat, eine Torte geschenkt bekommt. Es war einfach ein Genuss, dem freien Wort zu begegnen.«

Merdwürdig, mich erinnert das an eine andere kampagne von Scholz & Friends zum thema menschenrechte.
Bitte hier klicken.

Auch eine fotomontage. Aber was ist die lehre daraus? Wenn das volk kein brot hat, drücke man der regierung eine torte ins gesicht?

Das menschenrecht auf essen besteht in Deutschland übrigens genau so wie in Nordkorea, trotzdem gibt es hier eine steigende anzahl menschen, die um sich sattessen zu können, auf almosen angewiesen sind.

Wenn man für seine ernährung auf den guten willen dritter angewiesen ist, dann ist das recht auf nahrung nicht umgesetzt.

Samstag, 17. Juli 2010

Ausgesetzt

Hänsli, Gritli und Dr. Schröder wurden nach den hartherzigen entscheidungen der familienministirin von den eltern im walde ausgesetzt.














Im gegensatz zu vielen anderen kindern wissen Hänsli und Gritli sich jedoch gegen Dr. Schröder zu wehren, wie man auf diesem bild unschwer erkennen kann.

Montag, 12. Juli 2010

Die Schweiz ist Weltmeister

Zwar nicht darin, mit elf personen einen ball über einen rasen zu kicken, aber dafür im ersinnen vernünftiger konzepte für den öffentlichen personenverkehr.

Im film Bahn unterm Hammer, der vom tv abgelehnt wurde, erfährt man nicht nur über den irrsinn, den die Deutsche Bahn AG treibt, um nicht für ihre kunden, sondern für investment-haie interessant zu sein und über die privatisierte bahn in England, sondern ab ca. der 29. minute auch ein wenig über das bahnkonzept der Schweiz, welches zwar keine hochgeschwindigkeitszüge bietet, dafür aber funktioniert. Zur fortsetzung des films geht es hier.


Man beachte bitte den konjunktiv in der aussage des verkehrsministers Ramsauer nach den unschönen ereignissen bei der Deutschen Bahn AG : Auch bei 40 °C plus müßten die züge zuverlässig fahren.

Sie müßten, aber tun es nicht. Eigentlich hätten sie auch im vergangenen winter zuverlässig fahren müssen, bei 20°C minus. Dennoch liefert die Deutsche Bahn AG ihre fahrgäste entweder als backhendl oder als tiefkühlgemüse aus - in Mitteleuropa sind jahreszeitbedinge temperaturschwankungen noch nie vorgekommen, man kann schließlich nicht alles vorher wissen.

Es sei denn, man ist ein Schweizer eisenbahntechniker. Dann ist man für derartige unvorhersehbarkeiten aber auch ausgebildet.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Blühende Landschaften?


In seinem vor über 10 Jahren erschienenen artikel schrieb Dario Azzellini über die entwicklung in Berlin:

»Die rasante Verarmung - verursacht durch das kontinuierliche Absinken der Haushaltseinkommen - ist vor allem in Berlin deutlich spürbar. Bis zum Mauerfall wurde ein Großteil des Berliner Haushaltes über Bundesmittel subventioniert. Noch 1990 summierte sich die Bundeshilfe auf 14,2 Milliarden DM (6.625 DM pro EinwohnerInnen in Westberlin). Damit wurde das bereits damals einsetzende Absterben der Industrie gebremst. 1998 bekam Berlin über den Länderfinanzausgleich - als größter Nehmer - immerhin noch 4,89 Milliarden DM - 2.525 DM pro EinwohnerInnen. In Westberlin führte dies zu einem starken Kaufkraftverlust und der Verringerung der öffentlichen Ausgaben. Die Berliner Verwaltung reduzierte die Anzahl ihrer Beschäftigten im Zeitraum 1991-1998 von 298.338 auf 199.298 Personen.«
Die richtung, in die es gehen würde, war damals absehbar. Auch im jahr 2000 war es bereits gängige praxis, bestimmte tatigkeiten an sogenannte dienstleistungsfirmen zu übertragen, um tarifverträge zu umgehen. Über die situation der berufstätigen Frauen schrieb er: 
»Tarifverträge sind eine Errungenschaft, die vorwiegend Männern, und in zunehmendem Maße nur noch Deutschen vorbehalten ist. Frauen bleiben in der Regel auf unterbezahlte, nicht tariflich geregelte oder illegalisierte Beschäftigung verwiesen. De facto verfügen 73 Prozent aller Frauen über 15 Jahre über keine eigenen Einkünfte oder über monatliche Einkünfte von unter 1.800 DM, auch wenn sie Vollzeit beschäftigt sind. Frauen in bessergestellten Positionen verdienen im Durchschnitt 30 Prozent weniger als Männer, die mit den gleichen Aufgaben betraut sind.«
Na da können berufsemanzen wie »Tante Emma« jubeln! Immerhin beträgt der unterschied zwischen dem gehalt von männern und frauen heute »nur« noch 25 %. Mädchen, wenn du warten kannst, wirst Du in wenigen jahren schon genau so viel verdienen wie ein mann!
Oder eben genau so wenig. Daß der unterschied kleiner geworden ist, liegt eben nicht daran, daß jetzt mehr frauen in besser bezahlte positionen gelangen und tariflohn erhalten - vor 10 jahren gehörte ich zu den bevorzugten, die in einer eher männlich dominierten branche tariflohn bekamen - ich sehe nicht, daß mehr frauen es in derartige tariflohnarbeit geschafft hätten, die zeiten sind vorbei. Die politik hat dafür gesorgt, daß mehr männer in armutsarbeitsverhältnisse gezwungen werden. Das freut mich kein bißchen - schon allein weil es mir gar nichts nützt, wenn andere auch nicht von ihrer arbeit leben können.

Donnerstag, 1. Juli 2010

schöner mobben im gesetzlichen rahmen

Die interessante sendung »Unrecht des Stärkeren« kann noch eine woche hier nachgehört werden.

Die anwaltskanzlei, die sich in dieser sendung nicht äußern wollte, hatte beispielsweise auch einen meiner ehemaligen chefs beraten, dementsprechend »interessant« war selbige firma organisiert. Amüsanter weise residiert jene kanzlei dann auch noch in der »Niedersten Straße« - kein witz, das kann gern recherchiert werden, die werde ich nämlich nicht verlinken.

Es hilft aber nicht, sich darüber aufzuregen, daß die »bösen« aber auch jede grauzone des gesetzes finden, arbeitnehmerrechte auszuhebeln - vielmehr ist es ratsam, endlich damit anzufangen, darüber nachzudenken, wem die gesetze hauptsächlich dienen und ob es nicht ratsam ist, das (rechts)system in frage zu stellen.

Dank an Klaus Baum, durch den ich auf diesen beitrag aufmerksam wurde.