Im jahr 2006 startete in Sachsen-Anhalt das modellprojekt »bürgerarbeit«. Nach »erfolgreichen« tests wurde selbige auch in einzelnen gemeinden in Thüringen und Bayern eingeführt. Bundesweit soll die »bürgerarbeit« ab 2011 eingeführt werden.
Es ist nicht verwunderlich, daß derartige projekte »erfolgreich« die arbeitslosigkeit senken: erst werden normalbezahlte gemeinützige stellen gestrichen, weil dafür kein geld da sei. Dann werden die stellen mit jeweils zwei bis drei »unqualifizierten helfern« neu besetzt, die nicht protestieren dürfen, daß sie bei ihrer qualifikation anstatt 900 € lieber 2.300 € (oder so) verdienen würden.
Und wieder die allerseits beliebte heuchelei, daß das selbstwertgefühl durch die simulation eines »normalen« tagesablaufes mit erwerbsarbeit steige. Die meisten menschen arbeiten gern, aber von selbstwertgefühl allein kann der mensch nicht leben.
Besser wäre es, durch arbeit nicht nur das selbstwertgefühl, sondern auch den kontostand und den lebensstandard zu steigern.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Freitag, 30. April 2010
Montag, 26. April 2010
Donnerstag, 15. April 2010
Pflegebranche sucht keine arbeitskräfte, sondern h4empfänger
Einen echten »astheimer*« lieferte die FAZ anfang des monats: In der pflegebranche werden händeringend helfer gesucht, doch nur »normale« arbeitslose besaßen die frechheit, sich zu bewerben.
Da fängt der laie an zu staunen:
Es gibt arbeit, die getan werden muß.
Menschen bewerben sich und sind für die arbeit nicht zu gebrauchen. Nicht, weil sie unqualifiziert wären. Sie sind in der falschen form arbeitslos.
In der FAZ wird nicht hinterfragt, was denn an h4empfängern nun so attraktiv wäre. Stattdessen läßt man Ulrich Marseille zu wort kommen, daß angeblich kein einziger h4empfänger in die pflege vermittelt worden sei - der autorin des artikels fällt nicht einmal auf, daß herr Marseille vorstandsvorsitzender der Marseille AG ist.
Das ist keine gemeinnützige einrichtung, sondern kommerzielle abladestation für alte, kranke, demente, die sich pflege leisten können.
Altenpflege ist eine gesellschaftlich wichtige arbeit, die auch hilfskräfte in hohem maß psychisch belastet: wer hier arbeitet hat keine »pflegeerfolge«, niemand geht am ende frohen mutes und gesund aus dem altersheim raus, alle werden dort mit einem schwarzen wagen abgeholt, das gehört auch zum leben. Hier sollen, um den privaten profit zu steigern, auf staatskosten billigstlöhne etabliert werden.
Über den allerwertesten herrn Ulrich Marseille sei angemerkt, daß er 2002 spitzenkanditat der »Schill-Partei« in Sachsen Anhalt gewesen war und in den 1980er jahren versucht hatte durch betrug an ein jura-staatsexamen zu kommen (quelle: manager magazin) .
Außerdem wurde dieser saubere klinikbetreiber im vergangenen august zu einer bewährungsstrafe von einem jahr verurteilt, mit der auflage sechs millionen euro an die staatskasse zu zahlen.
Schon klar, daß herr Marseille dringend geld braucht. Das soll er aber nicht aus der staatskasse erhalten, in die er einzahlen muß!
Wenn herr Marseille, wie er der FAZ sagte (mindestens) 500 h4empfänger einstellen würde, um sie zwei jahre lang bei 400 € monatlich zu beschäftigen und dann (vielleicht) zu übernehmen, würde das den staat, wenn alle durchschnittliche alleinstehende wären, 5,4 millionen kosten. Weil viele menschen nun einmal familie haben, würde dieses beschäftigungsmodel über 6 millionen kosten.
Ein schelm, wem jetzt etwas auffällt!
*Um nicht zu sehr in die vulgärsprache zu geraten, habe ich mich dazu durchgerungen »astheimer« als synonym für »a…, wilde« zu verwenden bzw. um »besondere« jounalistische leistungen der bürgerlichen medien speziell zu würdigen.
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Sonntag, 11. April 2010
F 104 Starfighter
Munter gestorben wird bei der bundeswehr nicht erst, seit sie im ausland kriege führt, auch in der relativ friedlichen zeit des sogenannten »kalten krieges« starben menschen für die profitgier der rüstungskonzerne und durch korrupte politiker.
Bei arte gibt es derzeit einen interessanten dokumentarfilm über das größte und teuerste rüstungsprojekt der BRD zu sehen. Für den größenwahn, mit dem Starfighter eine mehrzweckwaffe einzuführen, die als aufklärer, als abfangjäger und als nuklearer kampfbomber einsetzbar sein sollte, starben 116 piloten und etliche unbeteiligte. Jeder sechste pilot stürzte ab.
Genau wie heute wurde damals vertuscht und gelogen, es kommt einem wie ein schlechter witz vor, daß die firma Lockheed 6 millionen mark an die hinterbliebenen zahlte. Für bestechung sollen insgesamt 22 millionen dollar in alle welt geflossen sein.
Im fernsehn wird die sendung am dienstag, 13. april 2010 um 10.50 uhr und am samstag, 17. april 2010 um 16.20 uhr wiederholt.
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Dienstag, 6. April 2010
Henkerhaus
Besucht man das städchen Bernau bei Berlin, findet man einen ort, an dem historische bausubstanz und romantische plattenbauten friedlich zusammenleben.
Beim umrunden der kernstadt im schatten der stadtmauer, findet man das heimatmuseum, das in einem historischen gebäude untergebracht ist.
Wenige meter entfernt ein kriegerdenkmal -
hier gedenkt man der ermordeten mörder an der richtigen adresse: »Am Henkerhaus« heißt die ecke an der man der toten gedenkt. Im »Henkerhaus« befindet sich heute das museum.
klein und bescheiden gedenkt man hier der deserteure.
Dort hatte man, als ich vorbeikam, in weiser voraussicht die tore geschlossen. Dies stellt nicht die vergangenheit dar, sondern die zukunft. Die namen, der im einsatz getöteten bundeswehrsoldaten erscheinen in einem erbärmlichen led-display. Eine wirklich zukunfts zugewandte investition - man kann ohne großen aufwand beliebig viele namen hinzufügen. Und seit meinem besuch dort ist das angebot an namen, die dort erscheinen, reichhaltiger geworden.
Beim umrunden der kernstadt im schatten der stadtmauer, findet man das heimatmuseum, das in einem historischen gebäude untergebracht ist.
Wenige meter entfernt ein kriegerdenkmal -
hier gedenkt man der ermordeten mörder an der richtigen adresse: »Am Henkerhaus« heißt die ecke an der man der toten gedenkt. Im »Henkerhaus« befindet sich heute das museum.
Jenseits des »Henkerhauses« ist an der stadtmauer ein kleiner gedenkstein angebracht, fast hätte ich ihn übersehen.
klein und bescheiden gedenkt man hier der deserteure.
Auf der tafel, die unterhalb in den boden eingelassen ist, steht:
gewidmet
allen deserteuren und verweigerern
deren heimat die mutter erde ist
die im feind den menschenbruder erkennen
die statt auf generäle
auf den befehl ihres gewissens hören
die nicht an Ideologien
sondern am leben hängen
deren angst kleiner als ihre liebe ist
Derartige gedenktafeln findet man zu selten. Als »helden« gelten die, die helfen den »frieden« in die kassen der rüstunskonzerne zu tragen - während alle, die sich dem verweigern, als »feiglinge« gelten.
Hinter einem henkerhaus anderer qualität befindet sich ebenfalls ein ein ehrenmal:
Dort hatte man, als ich vorbeikam, in weiser voraussicht die tore geschlossen. Dies stellt nicht die vergangenheit dar, sondern die zukunft. Die namen, der im einsatz getöteten bundeswehrsoldaten erscheinen in einem erbärmlichen led-display. Eine wirklich zukunfts zugewandte investition - man kann ohne großen aufwand beliebig viele namen hinzufügen. Und seit meinem besuch dort ist das angebot an namen, die dort erscheinen, reichhaltiger geworden.
Ich möchte nicht an die denken, die in der perspektivelosigkeit dieser zeit als einzigen ausweg den dienst an der waffe sehen.
Mehr achtung verdienen diejenigen, die sich dem gesellschaftlichen druck nicht beugen, den allgemeinen verhöhnungen als h4empfänger standhalten und trotzdem NEIN sagen!
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Freitag, 2. April 2010
Ein Gespräch mit Karlheinz Deschner
BERLIN. (gbs/hpd) Anlässlich des kirchlichen Missbrauchsskandals führte die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) ein Gespräch mit Karlheinz Deschner. Offensichtlich waren dessen Antworten jedoch zu pointiert, weshalb dpa plötzlich von der zugesagten Verbreitung des Interviews abrückte. Der Humanistische Pressedienst (hpd) dokumentiert nachfolgend, was deutschen Zeitungslesern vorenthalten wurde.
Herr Deschner, Sie schreiben seit Jahrzehnten eine mehrbändige „Kriminalgeschichte des Christentums“. Hat es Razzien wie im Kloster Ettal in der Kirchengeschichte schon mal gegeben?
Etwas wirklich Vergleichbares kaum, zumindest schweigt meine „Kriminalgeschichte des Christentums“ hierzu ebenso wie meine Sexualgeschichte „Das Kreuz mit der Kirche“. Dazu muss man allerdings bedenken, dass die katholische Kirche – aus bösem Grund – über Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, mit der man verhinderte, dass derart Belastendes vor den Gläubigen ausgebreitet wurde. Die Heuchelei gehört bis heute zu den widerlichsten, doch wesentlichen Charakterzügen des Christentums. Gemäß der alten Devise „si non caste caute“, wenn schon nicht keusch, dann wenigstens vorsichtig, unterschieden viele Päpste zwischen einer heimlichen und einer bekannt gewordenen Sünde, bei der sie die Strafe verdoppelten, ja verdreifachten. Gegen das Sündigen im Allgemeinen hat man selbstverständlich nichts, im Gegenteil, es ist den Herren sehr willkommen; davon leben sie.
Haben Sie die immer mehr bekannt werdenden sexuellen Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen überrascht?
Nein, keinen Augenblick, wie gewiss keinen Kenner der kirchlichen Sexualgeschichte. Und längst laufe ich weg oder höre weg, wird das Problem, etwa in den Nachrichten, thematisiert. Überrascht hätte mich dagegen, aufs Äußerste überrascht, der Rücktritt auch bloß einiger Herren in höheren Rängen, wo man immer tut, als seien sexuelle Verfehlungen nur eine Sache des gemeinen Fußvolks!
Ist sexueller Missbrauch ein neues Phänomen in der Kirchengeschichte?
Sexuelle „Fehltritte“ aller Art sind so alt wie die Kirchengeschichte und sie florierten, je christlicher die Welt wurde, desto mehr. Die Klöster waren oft die reinsten Bordelle, doch mussten die armen Nonnen, aus Sittlichkeitsgründen nicht selten sogar der Beichtväter beraubt, auch mit Kindern vorlieb nehmen, mit Vierbeinern. Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens, verpflichtet, ein Leben „allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria“ zu führen, alles vögelten, was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere. Wie es ja auch im Vatikan, lange, sehr lange, recht locker zuging, etwa – einer für viele – Papst Sixtus IV, Erbauer der Sixtinischen Kapelle und eines Bordells, noch seine Schwester und Kinder besprang, sein Neffe, Kardinal Pietro Riario, sich buchstäblich zu Tode koitierte und auch noch, Ehre wem Ehre gebührt, eines der schönsten Grabdenkmäler der Welt bekam.
Sehen Sie hier allein das Versagen einzelner Menschen oder gibt es kirchliche Strukturen, die sexuellen Missbrauch, also Straftaten begünstigen?
Die Hauptursache all der Missstände, um die es hier geht, liegt in der kirchlichen Moral selbst. Sie ist weitgehend widernatürlich, sie hemmt die Sexualenergie, setzt sie in Destruktivität um, und sie führt in letzter terribelster Konsequenz vom Lustmord zur Mordlust. Auch andere religiöse wie weltliche Diktaturen wussten und wissen davon zu profitieren. Die christliche Sexualrepression führt aber nicht nur zur Steigerung des Kampfgeistes im Krieg, sie führt auch zu einem permanenten Krieg gegen sich selbst. Viele Hunderte erschütternder Briefe von Opfern klerikaler Sexualrepression haben mich erreicht, Opfern oft von kaum vorstellbarer Not. Bei andern aber sucht sich der unaufhaltbar gestaute Trieb ein Ventil für den Überdruck ...
Was sollte die Kirche aus Ihrer Sicht als Kirchenhistoriker tun, um sexuellen Missbrauch in Zukunft den Boden zu entziehen?
Nicht nur, um dem sexuellen Missbrauch den Boden zu entziehen, denn der geistige ist oft noch viel schlimmer – sie sollte verschwinden…
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Donnerstag, 25. März 2010
Georg Schramm: Thomas Bernhard hätte geschossen
Einige zitate aus dem programm:
Eine sehens- und hörenswerte Aufzeichnung vom 3sat-Festival 2006:
»...mehr eigenverantwortung für den mündigen bürger - da weiß jeder sofort, aha, ’ne neue zuzahlung«
»Es gibt in finanzkreisen ein geflügeltes wort: nichts ist so ängstlich, wie das scheue reh des kapitals (...) ein finanzminister fällt vom ast (...) und schon zuckt’s zusammen, springt über den zaun und rennt weg nach Luxemburg.«
»Je höher die arztdichte in einer deutschen großstadt, desto niedriger ist die lebenserwartung der einwohner«
»Allein 20 milliarden gehen flöten nur durch korruption und betrug von pharmakonzernen und ärzteorganisationen (...). Und warum ist das so? Sagen Sie ja nicht, das sei eine fehlentwicklung! Nein, das ist deswegen so, weil das gesundheitssystem nicht für uns da ist, sondern wir sind für das gesundheitssystem da.«
»... und was brauchen wir zum wachstum? Brauchen wir dafür heerscharen von arbeitskräften? Nein, wir brauchen dafür heerscharen von konsumenten. Und da kann (...) dummheit nur hilfreich sein.«
»Scherflein. Da werden sich die pisakrüppel im Land am kopf gekratzt haben. Was?! Haben wir schon wieder ’ne neue währung? Scherflein - ja - können die doch nicht wissen, meinen Sie so ein pisatrottel weiß noch, was ein scherflein ist? Gucken Sie mal im lexikon, ich habe nachguckt. Scherflein: Kleinstmögliche münzeinheit! Das werden wir kriegen von den arbeitgebern!«
»Noch besser: Sie müssten sie aufessen, ihre ärztemuster. Vollständig aufessen. Stellen Sie sich das mal vor: Unter dem gejohle der patienten würden sie an einer riesigen überdosis ihrer dreckstabletten jämmerlich zugrunde gehen - einen meter entfernt von der klinke, die sie noch putzen wollten. Das volk würde tanzen auf den straßen.«
Eine sehens- und hörenswerte Aufzeichnung vom 3sat-Festival 2006:
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Freitag, 19. März 2010
Haushaltssperre 2010
In der vergangenen woche wurde von den hauptmedien das thema »haushaltssperre in der agentur für arbeit« zur gänze unter den tisch gekehrt. Um hinweise, wo darüber berichtet wurde, wird gebeten.
Die Bundesagentur für Arbeit hat die mittel für das »fördern und fordern« von langzeitarbeitslosen eingefroren, es dürfen keine arbeitslosen mehr in maßnahmen, gleich welcher art vermittelt werden.
Die gegner der zwangsmaßnahmen dürfen nun jubeln, nur wahrscheinlich nicht sehr lange.
Ich zumindest traue der regierung nicht. Die wird garantiert nicht diskutieren, wie man langzeitarbeitslosen helfen kann, es geht um weitere gesellschaftliche spaltung: Wer auf 1€jobbasis arbeiten darf, soll sich am ende freuen können, bevorzugt zu sein und nicht auf 0€jobbasis arbeiten zu müssen.
Verkündet wurde, »wer arbeitet soll mehr als h4 haben«. Umgesetzt soll nun offenbar werden »wer nicht arbeiten kann, soll weniger haben, als jetzt h4«
Die Bundesagentur für Arbeit hat die mittel für das »fördern und fordern« von langzeitarbeitslosen eingefroren, es dürfen keine arbeitslosen mehr in maßnahmen, gleich welcher art vermittelt werden.
Die gegner der zwangsmaßnahmen dürfen nun jubeln, nur wahrscheinlich nicht sehr lange.
Ich zumindest traue der regierung nicht. Die wird garantiert nicht diskutieren, wie man langzeitarbeitslosen helfen kann, es geht um weitere gesellschaftliche spaltung: Wer auf 1€jobbasis arbeiten darf, soll sich am ende freuen können, bevorzugt zu sein und nicht auf 0€jobbasis arbeiten zu müssen.
Verkündet wurde, »wer arbeitet soll mehr als h4 haben«. Umgesetzt soll nun offenbar werden »wer nicht arbeiten kann, soll weniger haben, als jetzt h4«
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Sonntag, 14. März 2010
Tele-Shopping: sonderangebote zu schleuderpreisen
Weil das 1-Euro-Blog nun mal ein echtes leistungsträgerblog ist, folgen nun einige werbemiuten für die CDU
Werbung CDU4you
Wie man am schluß erfährt, will den Wewe keiner haben, also bitte hier unterschreiben.
Werbung CDU4you
Wie man am schluß erfährt, will den Wewe keiner haben, also bitte hier unterschreiben.
Freitag, 12. März 2010
Westerwelle hat recht
Weil derzeit diese gemeine hetzkampagne gegen den gelben Guido läuft, sehe ich mich gezwungen, etwas positives zu schreiben, denn auch ein liberaler, der nicht weiß, was »freiheit« eigentlich sein soll, hat ein recht auf verteidigung.
Westerwelle hat recht, wenn er vom anstrengungslosen wohlstand spricht - ich habe dafür sogar beweise:
Als ich vor einiger zeit an einer arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilnehmen mußte, arbeitete ich in der firma x - dies war eine »normale« gmbh, an die der staat einen öffentlichen auftrag vergeben hatte. Meinem chef, dem herrn Professor Doktor, gehörte aber nicht nur die firma x, sondern auch die firma y und die firma z, wobei letztere augenscheinlich so klein war, daß sie in einem briefkasten platz fand.
Wir auf diese art bei der firma beschäftigten wurden zu 100 % vom staat entlohnt. So reichlich, daß fast alle nebenher h4 beantragen mußten. Der herr Professor Doktor allerdings ließ uns im gebäude der firma y arbeiten, von der er einen raum für uns anmietete. Die miete wurde vom staat bezahlt, obwohl das gebäude der y gmbh gehört und selbige dem herrn Professor Doktor. Er hat also gewissermaßen einen mietvertrag mit sich selbst geschlossen und auf diese weise rund 4000 € vom staat erhalten.
Leistungslos.
Ich würde den herrn Professor Doktor nicht als »betrüger« bezeichnen wollen, rechtlich ist das wahrscheinlich einwandfrei, allerdings wirft es die frage auf, wie hoch der prozentsatz an schläfern im bundestag ist, die gesetze beschließen, die derartige mauscheleien zulassen.
Im büro hörte ich, wie eine kollegin der anderen erzählte, sie hoffe, übernommen zu werden - immerhin habe sie unterschrieben (klarer ausgedrückt: aus angst um den arbeitsplatz war sie genötigt gewesen zu unterschreiben), daß der herr Professor Doktor sie persönlich in einem bestimmten computerprogramm unterrichtet habe und das sei mit der zuständigen behörde abgerechnet worden und habe nicht schlecht geld gebracht. Soweit mir die geschichte überliefert ist, wurde sie tatsächlich übernommen, nachdem sich ein neuer staatlicher fördertopf aufgetan hatte. Ungewiß ist, ob besagter unterricht tatsächlich stattgefunden hat. Es gibt grund, daran zu zweifeln: der herr Professor Doktor hat einen zweit- und einen drittwohnsitz, beide im ausland, wo er sich zum fraglichen zeitpunkt aufgehalten haben dürfte. Es besteht allerdings die möglichkeit, daß er ein patent auf omnipräsenz hat und in einer allerseits beliebten steueroase weilt, während er in Berlin computerunterricht erteilt.
Dies sind nur einige beispiele »anstrengungslosem wohlstands« auf kosten des steuerzahlers. Es gibt viele möglichkeiten, wie man sich staatliche gelder aneigenen kann, obwohl man alles andere als bedürftig ist, beispielsweise indem man arbeitnehmer, die für staatsgeld öffentliche arbeiten erledigen sollen, für private arbeiten heranzieht, der phantasie sind kaum grenzen gesetzt.
Das kann man getrost als »dekadent« bezeichnen - ob spätrömisch oder nicht, darüber mögen die historiker sich streiten.
Das hat er gar nicht gemeint?
Und ich dachte schon, er hätte etwas richtiges gesagt. Aus versehen. Die welt ist also doch noch in »ordnung«, die FDP gelb vor sozialneid und Herr Wewe sagt das, wofür man ihn bezahlt hat.
Westerwelle hat recht, wenn er vom anstrengungslosen wohlstand spricht - ich habe dafür sogar beweise:
Als ich vor einiger zeit an einer arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilnehmen mußte, arbeitete ich in der firma x - dies war eine »normale« gmbh, an die der staat einen öffentlichen auftrag vergeben hatte. Meinem chef, dem herrn Professor Doktor, gehörte aber nicht nur die firma x, sondern auch die firma y und die firma z, wobei letztere augenscheinlich so klein war, daß sie in einem briefkasten platz fand.
Wir auf diese art bei der firma beschäftigten wurden zu 100 % vom staat entlohnt. So reichlich, daß fast alle nebenher h4 beantragen mußten. Der herr Professor Doktor allerdings ließ uns im gebäude der firma y arbeiten, von der er einen raum für uns anmietete. Die miete wurde vom staat bezahlt, obwohl das gebäude der y gmbh gehört und selbige dem herrn Professor Doktor. Er hat also gewissermaßen einen mietvertrag mit sich selbst geschlossen und auf diese weise rund 4000 € vom staat erhalten.
Leistungslos.
Ich würde den herrn Professor Doktor nicht als »betrüger« bezeichnen wollen, rechtlich ist das wahrscheinlich einwandfrei, allerdings wirft es die frage auf, wie hoch der prozentsatz an schläfern im bundestag ist, die gesetze beschließen, die derartige mauscheleien zulassen.
Im büro hörte ich, wie eine kollegin der anderen erzählte, sie hoffe, übernommen zu werden - immerhin habe sie unterschrieben (klarer ausgedrückt: aus angst um den arbeitsplatz war sie genötigt gewesen zu unterschreiben), daß der herr Professor Doktor sie persönlich in einem bestimmten computerprogramm unterrichtet habe und das sei mit der zuständigen behörde abgerechnet worden und habe nicht schlecht geld gebracht. Soweit mir die geschichte überliefert ist, wurde sie tatsächlich übernommen, nachdem sich ein neuer staatlicher fördertopf aufgetan hatte. Ungewiß ist, ob besagter unterricht tatsächlich stattgefunden hat. Es gibt grund, daran zu zweifeln: der herr Professor Doktor hat einen zweit- und einen drittwohnsitz, beide im ausland, wo er sich zum fraglichen zeitpunkt aufgehalten haben dürfte. Es besteht allerdings die möglichkeit, daß er ein patent auf omnipräsenz hat und in einer allerseits beliebten steueroase weilt, während er in Berlin computerunterricht erteilt.
Dies sind nur einige beispiele »anstrengungslosem wohlstands« auf kosten des steuerzahlers. Es gibt viele möglichkeiten, wie man sich staatliche gelder aneigenen kann, obwohl man alles andere als bedürftig ist, beispielsweise indem man arbeitnehmer, die für staatsgeld öffentliche arbeiten erledigen sollen, für private arbeiten heranzieht, der phantasie sind kaum grenzen gesetzt.
Das kann man getrost als »dekadent« bezeichnen - ob spätrömisch oder nicht, darüber mögen die historiker sich streiten.
Das hat er gar nicht gemeint?
Und ich dachte schon, er hätte etwas richtiges gesagt. Aus versehen. Die welt ist also doch noch in »ordnung«, die FDP gelb vor sozialneid und Herr Wewe sagt das, wofür man ihn bezahlt hat.
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Gsella am Donnerstang
Auf der Straße aufgeschnappt:
Schlimmes Kinderlied
Hausaufgaben nicht gemacht
Kindergeld halbieren
Rattateng rattateng
Kindergeld halbieren
... weiter geht es hier
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Mittwoch, 10. Februar 2010
Weshalb es in Deutschland nie Mindestlohn geben wird und was bei der Studie des KBI »übersehen« wurde
Würde ein arbeitgeber einem geringverdiener einen mindestlohn von 7€50 - das war der lohn, den die gewerkschaften in den letzten jahren forderten - zahlen, entstünde bei vollzeitarbeit folgende rechnung:
Der schlechter bezahlte arbeitnehmer kommt also mit seinen 5,50 € pro stunde auf einen nettolohn von 976,05 € - also nur 8,60 € weniger als der 2,00 € pro stunde mehr verdienende kollege - und sogar 8,05 € mehr netto als brutto.
Mit Peter Hartz zum einheitslohn, wer hätte das gedacht? Selbst Kuba hat den inzwischen abgeschafft. Beinahe noch erstaunlicher erscheint es, daß die »helden der gerechten steuerumverteilung« in ihrer studie (ich berichtete darüber) nicht bemerkt haben, daß dieser irrsinn im vergangenen jahr (janur bis september) 8,1 milliarden an steuergeldern verschlungen hat, obgleich sie, ich zitiere wörtlich: »für einen schlanken und sparsamen staat« sind und jedem steuercent hinterher rechnen.
Wenn wir, die steuerzahler, für die arbeitnehmer privater unternehmen zahlen sollen, dann werden wir demnächst auch bei Aldi an der kasse von freundlichen beamten bedient. Zum einheitslohn, versteht sich. Wäre auch schlimm steuergeld für schulen, infrastruktur, kultur oder gar arbeitslose auszugeben, dann geben wir es doch lieber denen, die es am nötigsten haben: unseren leistungssträgern. Und wenn wir ihnen schon das Geld geschenkt haben, werden wir wohl auch erwarten können, arbeiten zu dürfen.
Es gibt keinen grund es was an diesem umverteilungsmodel zu ändern. Es läuft - wie geschmiert.
Berechnungsjahr: 2010Da denkt sich der herr Schlecker (oder Roßmann oder sonstwer): »ich zahl nur 5,50 €, bleibt mehr für mich über«. Es folgt eine rechnung für eine vollzeitstelle, die den einen oder anderen vielleicht erstaunen wird:
Grundlohn/Bruttolohn steuerpflichtig:1.320,00 €
(darin enthaltene Sachbezüge/andere geldwerte Vorteile: 0,00 €)
Grundlohn/Bruttolohn steuerfrei: 0,00 €
Gesamtbrutto (steuerpflichtig + steuerfrei):1.320,00 €
Ergebnisse Arbeitnehmer:
Lohnsteuer gemäß Steuerklasse (I): 65,08 €
Solidaritätszuschlag (5,5%):0,00 €
Krankenversicherung (7,90%): 104,28 €
Pflegeversicherung (1,225%):16,17 €
Rentenversicherung (9,95%):131,34 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%):18,48 €
Nettolohn/Gehalt: 984,65 €
Ergebnisse Arbeitgeber:
Krankenversicherung (7,00%):92,40 €
Pflegeversicherung (0,975%):12,87 €
Rentenversicherung (9,95%):131,34 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%):18,48 €
Arbeitgeberbelastung:1.575,09
Berechnungsjahr: 2010
Grundlohn/Bruttolohn steuerpflichtig:968,00 €
(darin enthaltene Sachbezüge/andere geldwerte Vorteile: 0,00 €)
Grundlohn/Bruttolohn steuerfrei: 0,00 €
Gesamtbrutto (steuerpflichtig + steuerfrei):968,00 €
Ergebnisse Arbeitnehmer:Das war jetzt noch nicht der witz. Daß der arbeitgeber 420,02 € spart, wird für jeden ersichtlich sein. Weil man mit 760,05 nettolohn aber nicht so wirklich über die runden kommen kann, beantragt der schlechter bezahlte kollege h4. Das errechnet sich wie folgt, da h4 sich nach dem bedarf richtet, kommt es auf die höhe der kosten für heizung und unterkunft an:
Lohnsteuer gemäß Steuerklasse (I): 9,75 €
Solidaritätszuschlag (5,5%): 0,00 €
Krankenversicherung (7,90%): 76,47 €
Pflegeversicherung (1,225%): 11,86 €
Rentenversicherung (9,95%): 96,32 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%): 13,55 €
Nettolohn/Gehalt: 760,05 €
Ergebnisse Arbeitgeber:
Krankenversicherung (7,00%): 67,76 €
Pflegeversicherung (0,975%): 9,44 €
Rentenversicherung (9,95%): 96,32 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%): 13,55 €
Arbeitgeberbelastung: 1.155,07
Regelleistungen:359,00€
Kosten für Unterkunft und Heizung:360,00€
Bedarf:719,00€
zu berücksichtigendes Einkommen:−503,25€
Arbeitslosengeld-II (gerundet):216,00€
Der schlechter bezahlte arbeitnehmer kommt also mit seinen 5,50 € pro stunde auf einen nettolohn von 976,05 € - also nur 8,60 € weniger als der 2,00 € pro stunde mehr verdienende kollege - und sogar 8,05 € mehr netto als brutto.
Mit Peter Hartz zum einheitslohn, wer hätte das gedacht? Selbst Kuba hat den inzwischen abgeschafft. Beinahe noch erstaunlicher erscheint es, daß die »helden der gerechten steuerumverteilung« in ihrer studie (ich berichtete darüber) nicht bemerkt haben, daß dieser irrsinn im vergangenen jahr (janur bis september) 8,1 milliarden an steuergeldern verschlungen hat, obgleich sie, ich zitiere wörtlich: »für einen schlanken und sparsamen staat« sind und jedem steuercent hinterher rechnen.
Wenn wir, die steuerzahler, für die arbeitnehmer privater unternehmen zahlen sollen, dann werden wir demnächst auch bei Aldi an der kasse von freundlichen beamten bedient. Zum einheitslohn, versteht sich. Wäre auch schlimm steuergeld für schulen, infrastruktur, kultur oder gar arbeitslose auszugeben, dann geben wir es doch lieber denen, die es am nötigsten haben: unseren leistungssträgern. Und wenn wir ihnen schon das Geld geschenkt haben, werden wir wohl auch erwarten können, arbeiten zu dürfen.
Es gibt keinen grund es was an diesem umverteilungsmodel zu ändern. Es läuft - wie geschmiert.
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Montag, 8. Februar 2010
Wilde affenscheiße
Manchmal bekomme ich den eindruck, die bürgerlichen medien würden irgendwo in einem fernen paralleldeutschland geschrieben und gedruckt. Am vergangenen samstag berichtete die FAZ über berechnungen des Karl-Bräuer-Instituts. Daß sich für viele beschäftigte die arbeit nicht lohne, weil die h4-regelsätze so gigantisch hoch seien.
Es ist zwar klar, daß wer beim KBI einen bürositz wärmen darf, ein interesse daran hat »steuerzahlerinteressen« zu vertreten (hinweis: die interessen der menschen, die in erster linie mehrwertsteuer oder lohnsteuer zahlen, sind damit selbstvertändlich nicht gemeint, unter den steuern leiden schließlich am meisten unsere, armen geplagten »leistungsträger« die andere für sich arbeiten lassen) - jedoch sollte man von einem institut das immerhin als »gemeinnützig« gilt und gefördert wird, sachlich korrekte angaben erwarten können.
Ich glaube nicht, daß die herren vom KBI nicht begriffen haben, daß h4 mit der möglichkeit, niedriglohn über das alg2 aufzustocken eine form von kombilohnmodel ist, in welchem ein armer der arbeitet durch subvention des armutslohns immer etwas mehr hat als ein armer, der keine stelle findet. Somit bin ich gezwungen zu unterstellen, daß es hier um die absicht geht, den weg ein stück weiter zu ebnen, sich weiter von unserem grundgesetz zu entfernen, welches sozialstaatlichkeit vorschreibt und zwangsarbeit verbietet. Es ist interessant, daß nun die »experten« vom KBI im auftrag einer seriösen(?) bürgerlichen zeitung rechnen, aber zu unglaubwürdigen ergebnissen kommen.
Lesebeispiel (zum besseren verständnis ist es sinnvoll die verlinkte tabelle anzuschauen):
Hier wird behauptet, daß ein geringverdienender familienvater mit nicht arbeitender frau und zwei kindern bei einem bruttoverdienst von 1262 € im monat schlechter dastünde, als wenn er nicht arbeiten würde.
Ich habe den h4 rechner bemüht und folgendes herausgefunden:
Dreist wird in diesem beispiel behauptet, die 368 € kindergeld würden die aufstockung des niedriglohns kürzen. Das ist eine lüge! Der niedriglohnarbeitende mann mit familie hat 368 € mehr als wenn er nicht arbeiten würde. Im vergangenen jahr sprach ich mit unterschiedlichen niedriglöhnern, die mir erzählten, daß sich die arbeit deshalb lohne, weil das sie das kindergeld behalten dürften.
Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, daß die gelogen haben (hab mir deren kontoauszüge nicht zeigen lassen) - die wollten in der heutigen situation, in der die faulheit in allen bereichen des lebens angepriesen wird, vermutlich nicht zugeben, daß sie arbeitssüchtig sind und es ihnen egal ist, ob sie vom verdienten ihre familie ernähren können.
Desweiteren kann man in diesem FAZ artikel so hübsche wie sinnfreie sätze lesen wie:
Welcher denn? Da sind doch mehre! Hinzufügen möchte ich, daß als »ungelernte« auch solche gelten, die einen guten bildungsabschluß haben, aber keine reguläre arbeit finden.
Werter herr Astheimer!
Ein bruttolohn von 1823 € bedeutet bei 40stundenbeschäftigung einen lohn von 10€35 pro stunde. Ist ihnen schon mal aufgefallen, daß hierzulande ein mindestlohn von 7€50 als unzumutbar gilt?
Und zwar nicht für diejenigen, die für weniger als das täglich malochen gehen, sondern für die armen schweine, die den geldgierigen arbeitern lohn zahlen müssen?!
Journalisten, die wie Sven Astheimer nicht in der lage sind, selbst zu recherchieren, und nur tasten drücken können, sind gesellschaftlich überflüssig. Der gesellschaftliche schaden wäre geringer, wenn solche menschen der arbeit fern blieben. Wie herr Astheimer darauf kommt, daß alleinstehende h4empfänger ohne arbeit ausgerechnet 637 € erhielten, hat vermutlich irgendwo im kaffeesatz gestanden (ach ja, das hatten die herren von der KBI »errechnet« - wie auch immer) - kann man in Frankfurt/Main für 278 € warm eine einraumwohnung mieten?
Astheimer - leben Sie im astloch oder in einem leerstehenden bunker?
Bei so viel affenscheiße auf einmal kann man als FAZleser froh sein, daß gleich auch papier zum arschwisch frei haus in ausreichendem umfang vorhanden ist. Man knülle das papier!
---
Der vollständigkeit halber möchte ich auf das blog von Klaus Baum aufmerksam machen über welches ich dieses machwerk der volksverblödung fand.
Es ist zwar klar, daß wer beim KBI einen bürositz wärmen darf, ein interesse daran hat »steuerzahlerinteressen« zu vertreten (hinweis: die interessen der menschen, die in erster linie mehrwertsteuer oder lohnsteuer zahlen, sind damit selbstvertändlich nicht gemeint, unter den steuern leiden schließlich am meisten unsere, armen geplagten »leistungsträger« die andere für sich arbeiten lassen) - jedoch sollte man von einem institut das immerhin als »gemeinnützig« gilt und gefördert wird, sachlich korrekte angaben erwarten können.
Ich glaube nicht, daß die herren vom KBI nicht begriffen haben, daß h4 mit der möglichkeit, niedriglohn über das alg2 aufzustocken eine form von kombilohnmodel ist, in welchem ein armer der arbeitet durch subvention des armutslohns immer etwas mehr hat als ein armer, der keine stelle findet. Somit bin ich gezwungen zu unterstellen, daß es hier um die absicht geht, den weg ein stück weiter zu ebnen, sich weiter von unserem grundgesetz zu entfernen, welches sozialstaatlichkeit vorschreibt und zwangsarbeit verbietet. Es ist interessant, daß nun die »experten« vom KBI im auftrag einer seriösen(?) bürgerlichen zeitung rechnen, aber zu unglaubwürdigen ergebnissen kommen.
Lesebeispiel (zum besseren verständnis ist es sinnvoll die verlinkte tabelle anzuschauen):
Hier wird behauptet, daß ein geringverdienender familienvater mit nicht arbeitender frau und zwei kindern bei einem bruttoverdienst von 1262 € im monat schlechter dastünde, als wenn er nicht arbeiten würde.
Ich habe den h4 rechner bemüht und folgendes herausgefunden:
Personen-Haushalt, 2 Kinder (eines 14 eines 10)
Regelleistungen: 1.184,00€
Kosten für Unterkunft und Heizung: 466,00€
Bedarf: 1.650,00€
zu berücksichtigendes Einkommen: −1.088,80€
Arbeitslosengeld-II und Sozialgeld (gerundet): 561,00€
Bitte beachten Sie, dass die Voraussetzungen für den Erhalt von Arbeitslosengeld-II auch die Bedürftigkeit des Antragstellers umfasst! Ein Kinderzuschlag würde Ihren Bedarf leider nicht decken.
Dreist wird in diesem beispiel behauptet, die 368 € kindergeld würden die aufstockung des niedriglohns kürzen. Das ist eine lüge! Der niedriglohnarbeitende mann mit familie hat 368 € mehr als wenn er nicht arbeiten würde. Im vergangenen jahr sprach ich mit unterschiedlichen niedriglöhnern, die mir erzählten, daß sich die arbeit deshalb lohne, weil das sie das kindergeld behalten dürften.
Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, daß die gelogen haben (hab mir deren kontoauszüge nicht zeigen lassen) - die wollten in der heutigen situation, in der die faulheit in allen bereichen des lebens angepriesen wird, vermutlich nicht zugeben, daß sie arbeitssüchtig sind und es ihnen egal ist, ob sie vom verdienten ihre familie ernähren können.
Desweiteren kann man in diesem FAZ artikel so hübsche wie sinnfreie sätze lesen wie:
Derzeit erhält ein ungelernter Geringverdiener in Deutschland einen monatlichen Bruttolohn in Höhe von 1823 Euro.
Welcher denn? Da sind doch mehre! Hinzufügen möchte ich, daß als »ungelernte« auch solche gelten, die einen guten bildungsabschluß haben, aber keine reguläre arbeit finden.
Werter herr Astheimer!
Ein bruttolohn von 1823 € bedeutet bei 40stundenbeschäftigung einen lohn von 10€35 pro stunde. Ist ihnen schon mal aufgefallen, daß hierzulande ein mindestlohn von 7€50 als unzumutbar gilt?
Und zwar nicht für diejenigen, die für weniger als das täglich malochen gehen, sondern für die armen schweine, die den geldgierigen arbeitern lohn zahlen müssen?!
Journalisten, die wie Sven Astheimer nicht in der lage sind, selbst zu recherchieren, und nur tasten drücken können, sind gesellschaftlich überflüssig. Der gesellschaftliche schaden wäre geringer, wenn solche menschen der arbeit fern blieben. Wie herr Astheimer darauf kommt, daß alleinstehende h4empfänger ohne arbeit ausgerechnet 637 € erhielten, hat vermutlich irgendwo im kaffeesatz gestanden (ach ja, das hatten die herren von der KBI »errechnet« - wie auch immer) - kann man in Frankfurt/Main für 278 € warm eine einraumwohnung mieten?
Astheimer - leben Sie im astloch oder in einem leerstehenden bunker?
Bei so viel affenscheiße auf einmal kann man als FAZleser froh sein, daß gleich auch papier zum arschwisch frei haus in ausreichendem umfang vorhanden ist. Man knülle das papier!
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Der vollständigkeit halber möchte ich auf das blog von Klaus Baum aufmerksam machen über welches ich dieses machwerk der volksverblödung fand.
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verarschismus
Sonntag, 24. Januar 2010
Musik der gegenwart
Programmhinweis. In Berlin findet vom 22. bis zum 31. januar das festival Ultraschall statt. Heute abend ab 20 uhr überträgt Deutschlandradio Kultur live aus dem Großen Sendesaal des rbb live ein konzert des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin unter der leitung von Martyn Brabbins. Der abend verspricht interessant zu werden:
leider werde ich dieses konzert nicht im radio hören können, ich wünsche den vielen millionen zuhörern an den radiogeräten einen interessanten abend.
206. Konzert Musik der Gegenwart
Johannes Maria Staud
Im Lichte (2007)
Musik für 2 Klaviere und Orchester
Nigel Osborne
2. Sinfonie (1983)
Jonathan Harvey
Body Mandala (2005–2007)
Und eine uraufführung:
Erhard Großkopf
… durch ein Unendliches (2009) (Uraufführung)
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musik der gegenwart
Sonntag, 10. Januar 2010
Luxemburg-Liebknecht-Ehrung
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Freitag, 8. Januar 2010
Angriffsfriedenstauben
In Berlin gibt es eine straße, die nach einem bombenattentäter benannt ist. Sie führt in nord-südrichtung zwischen kulturforum und gemäldegalerie vom tiergarten zum landwehrkanal.
In dieser straße befindet sich, neben der bereits genannten gemäldegalerie, dem kulturforum und einem hotel nicht nur eine gedenkstätte für den bombenattentäter, sondern auch das friedensministerium - und dort hinter allem, was man für den frieden braucht, nämlich einem zaun, einem millitärischen sicherheitsbereich, vielen autos und überwachungskameras mit hinweisschildern, daß von schußwaffen gebrauch gemacht wird, an einer sonst schmucklosen wand folgendes plakat:
Manche kinder haben spaß an dem spiel, immer das gegenteil von dem zu sagen, was sie meinen. Einigen geht dies spiel so in fleisch und blut über, daß sie nicht anders können, als später politiker zu werden, um frieden und freiheit oder »leistung muß sich wieder lohnen« zu verkünden.
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Freitag, 1. Januar 2010
Neujahrsansprache
Allen lesern und nichtlesern wünsche ich ein friedliches jahr 2010.
Beim anhören der neujahrspredigt der pastorentochter stellte ich fest, offensichtlich nach wie vor nicht im selben land wie sie zu leben. Sie könne sich daran erinnern, wie sie 1989 auf 1990 zum ersten mal sylvester in freiheit verbracht habe.
An etwas vergleichbares kann ich mich nicht erinnern. Freiheit ist schließlich nicht für alle da. Hingegen kann ich mich daran erinnern, daß durch einen merkwürdigen zufall genau heute vor 30 jahren neujahr 1980 war.
Es war das jahr in welchem der »freie« westen die olympischen spiele in Moskau boykottierte, des krieges in Afghanistan wegen. Heute wird nichts mehr boykottiert, man nimmt sich einfach die freiheit, selbst krieg zu führen.
Beim anhören der neujahrspredigt der pastorentochter stellte ich fest, offensichtlich nach wie vor nicht im selben land wie sie zu leben. Sie könne sich daran erinnern, wie sie 1989 auf 1990 zum ersten mal sylvester in freiheit verbracht habe.
An etwas vergleichbares kann ich mich nicht erinnern. Freiheit ist schließlich nicht für alle da. Hingegen kann ich mich daran erinnern, daß durch einen merkwürdigen zufall genau heute vor 30 jahren neujahr 1980 war.
Es war das jahr in welchem der »freie« westen die olympischen spiele in Moskau boykottierte, des krieges in Afghanistan wegen. Heute wird nichts mehr boykottiert, man nimmt sich einfach die freiheit, selbst krieg zu führen.
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Neulich auf dem Wedding
stellte ich im vorbeigehen fest, daß am Kurt-Schumacher-Haus offenbar bereits zusammen gewachsen ist, was zusammen gehört:
Freitag, 25. Dezember 2009
Weihnachtslied
O Tannenbaum, o Tannebaum -
sechs Zweiglein sind dein Alles.
so klein und dürr - man sieht dich kaum:
du hast in einem Stiefel Raum.
O Tannenbaum, o Tannebaum,
du Sinnbild unsres Dalles!
O Weihnachtsmann, o Weihnachtsmann -
du gehts vorbei ins Weite.
Hast ein zerfetztes Röcklein an,
bringst nichts was Kinder freuen kann.
Oh Weihnachtsmann, o Weihnachtsmann,
auch Dein Geschäft ist pleite.
O stille Nacht, o heilige Nacht -
in ungeheizter Stube!
Das Christkind hat sich fortgemacht.
Es schläft das Recht, die Feme wacht.
O stille Nacht, o heilige Nacht,
o Wulle und o Kube*
O Friedensfest, o Liebesfest -
in Not und Angst Millionen!
Und wer sich’s nicht gefallen läßt,
den setzt die Republike fest.
O Friedensfest, o Liebesfest -
beim Rumfutsch oder Bohnen.
O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
es hungern selbst die Flöhe.
Doch ob nach Milch der Säugling schreit,
der Stahlhelmbund steht putschbereit.
O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
Hosiana in der höhe!
Erich Mühsam, 1925
*zwei deutschnationale
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Montag, 14. Dezember 2009
Grundeinkommen für künstler, aber nur bei adäquater qualifikation
Seit heute hat die tageszeitung »Neues Deutschland« einen neuen internetauftritt, neu ist dort auch die möglichkeit, artikel direkt zu kommentieren. In einem artikel über das symposium des kulturforums der Rosa-Luxemburgstiftung wird berichtet, daß dort die forderung nach einem grundeinkommen für hochqualifizierte hervorgebracht wurde. Eine solche forderung ist absurd.
Hochqualifizierte alimentieren?
»Grundeinkommen für künstler« das klingt toll! Hört sich erstmal an wie »nie wieder existenzangst« oder gar »freiheit der kunst«.
Die erste frage, die sich aufwirft: Ist ein schlechtverdienender künstler ein förderungswürdigeres mitglied unserer gesellschaft als eine krankenpflegerin, ein koch oder ein maurer, die von ihrer arbeit oft ebenfalls nicht leben können, weil er als kulturschaffender seiten volltextet, ölfarbe auf leinwände schmiert oder die nachbarschaft mit endlosen etüden erfreut?
Die zweite frage: weshalb klassendenken und »hochqualifizierte« alimentieren? Müßte man konsequenter weise nicht eher die fördern, die keine hohen bildungsabschlüsse haben und deshalb schlechtere chancen haben? In so einem system hätte ein erzähler wie Hamsun trotzdem hungern müssen, so ganz ohne doktorwürden!
In einer gesellschaft, in der sich die »geiz-ist-geil-mentalität« durchgesetzt hat, bedeutet ein grundeinkommen für künstler, daß der kulturbereich noch mehr auf sparflamme gesetzt wird, als er schon ist. Denn wenn die leute geld vom staat bekommen, wird keiner freiwillig die idee haben, daß menschen nicht nur eine existenzsicherung sondern auch eine lebensperspektive brauchen. Die meisten menschen haben kein problem mit geld, denn geld das nicht verdient wurde, kann auch nicht falsch angelegt werden. Es besteht eher das problem, daß auch künstler gelegentlich recht gern etwas essen.
Deshalb schlage ich vor, das geld abzuschaffen. Stattdessen bekommt jeder, was er möchte und tut was er kann. Das problem hierbei wäre, daß dann auffallen würde, daß die »leistungsträger« dieser gesellschaft eigentlich nichts können, außer andere um geld zu betrügen.
Aber vielleicht findet sich ein kunsttherapeut, der ihnen helfen kann.
Hochqualifizierte alimentieren?
»Grundeinkommen für künstler« das klingt toll! Hört sich erstmal an wie »nie wieder existenzangst« oder gar »freiheit der kunst«.
Die erste frage, die sich aufwirft: Ist ein schlechtverdienender künstler ein förderungswürdigeres mitglied unserer gesellschaft als eine krankenpflegerin, ein koch oder ein maurer, die von ihrer arbeit oft ebenfalls nicht leben können, weil er als kulturschaffender seiten volltextet, ölfarbe auf leinwände schmiert oder die nachbarschaft mit endlosen etüden erfreut?
Die zweite frage: weshalb klassendenken und »hochqualifizierte« alimentieren? Müßte man konsequenter weise nicht eher die fördern, die keine hohen bildungsabschlüsse haben und deshalb schlechtere chancen haben? In so einem system hätte ein erzähler wie Hamsun trotzdem hungern müssen, so ganz ohne doktorwürden!
In einer gesellschaft, in der sich die »geiz-ist-geil-mentalität« durchgesetzt hat, bedeutet ein grundeinkommen für künstler, daß der kulturbereich noch mehr auf sparflamme gesetzt wird, als er schon ist. Denn wenn die leute geld vom staat bekommen, wird keiner freiwillig die idee haben, daß menschen nicht nur eine existenzsicherung sondern auch eine lebensperspektive brauchen. Die meisten menschen haben kein problem mit geld, denn geld das nicht verdient wurde, kann auch nicht falsch angelegt werden. Es besteht eher das problem, daß auch künstler gelegentlich recht gern etwas essen.
Deshalb schlage ich vor, das geld abzuschaffen. Stattdessen bekommt jeder, was er möchte und tut was er kann. Das problem hierbei wäre, daß dann auffallen würde, daß die »leistungsträger« dieser gesellschaft eigentlich nichts können, außer andere um geld zu betrügen.
Aber vielleicht findet sich ein kunsttherapeut, der ihnen helfen kann.
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