Montag, 14. Dezember 2009

Grundeinkommen für künstler, aber nur bei adäquater qualifikation

Seit heute hat die tageszeitung »Neues Deutschland« einen neuen internetauftritt, neu ist dort auch die möglichkeit, artikel direkt zu kommentieren. In einem artikel über das symposium des kulturforums der Rosa-Luxemburgstiftung wird berichtet, daß dort die forderung nach einem grundeinkommen für hochqualifizierte hervorgebracht wurde. Eine solche forderung ist absurd.


Hochqualifizierte alimentieren?

»Grundeinkommen für künstler« das klingt toll! Hört sich erstmal an wie »nie wieder existenzangst« oder gar »freiheit der kunst«.

Die erste frage, die sich aufwirft: Ist ein schlechtverdienender künstler ein förderungswürdigeres mitglied unserer gesellschaft als eine krankenpflegerin, ein koch oder ein maurer, die von ihrer arbeit oft ebenfalls nicht leben können, weil er als kulturschaffender seiten volltextet, ölfarbe auf leinwände schmiert oder die nachbarschaft mit endlosen etüden erfreut?

Die zweite frage: weshalb klassendenken und »hochqualifizierte« alimentieren? Müßte man konsequenter weise nicht eher die fördern, die keine hohen bildungsabschlüsse haben und deshalb schlechtere chancen haben? In so einem system hätte ein erzähler wie Hamsun trotzdem hungern müssen, so ganz ohne doktorwürden!

In einer gesellschaft, in der sich die »geiz-ist-geil-mentalität« durchgesetzt hat, bedeutet ein grundeinkommen für künstler, daß der kulturbereich noch mehr auf sparflamme gesetzt wird, als er schon ist. Denn wenn die leute geld vom staat bekommen, wird keiner freiwillig die idee haben, daß menschen nicht nur eine existenzsicherung sondern auch eine lebensperspektive brauchen. Die meisten menschen haben kein problem mit geld, denn geld das nicht verdient wurde, kann auch nicht falsch angelegt werden. Es besteht eher das problem, daß auch künstler gelegentlich recht gern etwas essen.

Deshalb schlage ich vor, das geld abzuschaffen. Stattdessen bekommt jeder, was er möchte und tut was er kann. Das problem hierbei wäre, daß dann auffallen würde, daß die »leistungsträger« dieser gesellschaft eigentlich nichts können, außer andere um geld zu betrügen.

Aber vielleicht findet sich ein kunsttherapeut, der ihnen helfen kann.

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