Unter der neuen regierung schreitet der bürokratieabbau voran. Menschen, die ergänzend zu ihrem lohn h4 benötigen, brauchen, um dies zu erhalten, eine fiktive wohngeldberechnung der wohngeldstelle. Das ist neu.
Das bedeutet, daß der mensch nicht nur mit einer behörde, sondern mit genau doppelt so vielen behörden zu tun hat. Während der papierkrieg sich, grob geschätzt, verdreifacht.
Und weil der gelben neidpartei die bürokraten lieb und teuer sind, möchte sie den arbeitslosen das geld kürzen.
Wer den nerv (den hab ich momentan nicht) dazu hat, möge bitte ein höfliches (!) dankschreiben an die FDPisten richten, die kopien dieser schreiben nehme ich gern per mail oder als kommentar entgegen - die beiträge, die mir gefallen (ironie erwünscht), werden - auf wunsch auch anonym - (vielleicht auf einer extraseite) veröffentlicht.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Samstag, 29. Mai 2010
Donnerstag, 13. Mai 2010
Dienstag, 11. Mai 2010
Kein recht auf computer
Nach einem beschluß des Landessozialgerichts NRW haben h4empfänger kein recht auf einen computer, weil diese für eine »geordnete haushaltsführung« nicht notwendig seinen. Darum gibt es hierfür auch keine prozeßkostenbeihilfe - wer sich keinen pc leisten kann, wird wohl wenigstens geld für einen anwalt haben.
In einer gesellschaft, in der ein teil der bevölkerung ihren gerade mal schulpflichtig gewordenen kindern high-tech-geräte wie das iPhone zu weihnachten schenkt, soll anderen nicht einmal eine bescheidene teilhabe am technischen fortschritt zugestanden werden. In vielen berufen ist man ohne halbwegs aktuelle computerkenntnisse absolut unvermittelbar.
Auch hier zeigt sich, es geht bei den hartzgesetzen keinesfalls darum, etwas für die bildung oder vermittlungschancen von arbeitslosen zu tun. Es wird akzeptiert, daß ein teil der bevölkerung zur produktivität dieser gesellschaft nicht benötigt wird - und sie sollen gefälligst keine forderungen stellen.
In einer gesellschaft, in der ein teil der bevölkerung ihren gerade mal schulpflichtig gewordenen kindern high-tech-geräte wie das iPhone zu weihnachten schenkt, soll anderen nicht einmal eine bescheidene teilhabe am technischen fortschritt zugestanden werden. In vielen berufen ist man ohne halbwegs aktuelle computerkenntnisse absolut unvermittelbar.
Auch hier zeigt sich, es geht bei den hartzgesetzen keinesfalls darum, etwas für die bildung oder vermittlungschancen von arbeitslosen zu tun. Es wird akzeptiert, daß ein teil der bevölkerung zur produktivität dieser gesellschaft nicht benötigt wird - und sie sollen gefälligst keine forderungen stellen.
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Sonntag, 9. Mai 2010
65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus
Es waren heute nachmittag sehr viele menschen am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin, um der toten zu gedenken - und um zu feiern.

In Moskau waren mehr menschen zur feier des sieges zusammengekommen. Daß die pastorentochter dort weilte und nicht in Berlin, war keinesfalls ein verlust.
Ein weiteres ereignis des tages waren die wahlen in NRW. Etwas amüsiert hat mich, daß ein journalist der ARD behauptete, nach dem bekanntwerden des wahlergebnisses hätten anhänger der partei DIE LINKE »Die Internationale« angestimmt. Die aufzeichnung des ereignisses zeigte etwas anderes. Zwar nehme ich an, daß die leser meines blogs wenigstens die melodie und einige textzeilen kennen (man kann nicht alles auswendig wissen) und ARDmitarbeiter hier selten oder nie vorbeischauen. Totzdem einfach zum mitsingen oder anhören (paßt irgendwie zum heutigen tag):
In Moskau waren mehr menschen zur feier des sieges zusammengekommen. Daß die pastorentochter dort weilte und nicht in Berlin, war keinesfalls ein verlust.
»Vor drei Jahren verkündete Hitler vor aller Welt, dass die Zerstückelung der Sowjetunion, die Losreißung des Kaukasus, der Ukraine, Bjelorußlands, der baltischen Länder und anderer Sowjetgebiete zu seiner Aufgabe gehört. Er erklärte unumwunden: „Wir werden Rußland vernichten, dass es sich niemals mehr erheben kann.“ Das war vor drei Jahren. Die wahnwitzigen Ideen Hitlers sollten jedoch nicht in Erfüllung gehen - im Verlaufe des Krieges sind sie wie Spreu im Winde verweht. Was in Wirklichkeit herauskam, ist das gerade Gegenteil dessen, wovon die Hitlerleute faselten. Deutschland ist aufs Haupt geschlagen. Die deutschen Truppen kapitulieren. Die Sowjetunion feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten.« J. W. Stalin (gesamte ansprache in Nadjas blog)
Ein weiteres ereignis des tages waren die wahlen in NRW. Etwas amüsiert hat mich, daß ein journalist der ARD behauptete, nach dem bekanntwerden des wahlergebnisses hätten anhänger der partei DIE LINKE »Die Internationale« angestimmt. Die aufzeichnung des ereignisses zeigte etwas anderes. Zwar nehme ich an, daß die leser meines blogs wenigstens die melodie und einige textzeilen kennen (man kann nicht alles auswendig wissen) und ARDmitarbeiter hier selten oder nie vorbeischauen. Totzdem einfach zum mitsingen oder anhören (paßt irgendwie zum heutigen tag):
Freitag, 7. Mai 2010
Wer nicht feiert, hat verloren
Zum tag des sieges über den deutschen faschismus wird am 9. mai in Berlin im Treptower Park (Rosengarten, nahe des Sowjetischen Ehrenmals) gefeiert. Ich freue mich auf ein »klassisches« konzert und nette menschen. Das foto ist ausnahmsweise nicht selbst gemacht, sondern wurde mir von einer aufmerksamen leserin zugesandt. Vielen dank!
Donnerstag, 6. Mai 2010
Irmtraud Morgner
Heute vor 20 jahren verstab im alter von 56 jahren (also viel zu jung) die schriftstellerin Irmtraud Morgner.
Ihre ersten werke waren im stil des Sozialistischen Realismus verfaßt, aus welchem sie später ihren eigenen unverkennbaren stil herausarbeitete. Ihre hexenromane »Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura« und »Amanda« in den 70er und frühen 80er jahren galten im westen als eine art »feministischer katechismus«. Im gegensatz zu vielen westlichen autorinnen vertrat sie eine sozialistische variante des feminismus, die keinesfalls männerfeindlich war. 1989 wurde sie mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken humor geehrt.
Irmtraud Morgners grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin
Ihre ersten werke waren im stil des Sozialistischen Realismus verfaßt, aus welchem sie später ihren eigenen unverkennbaren stil herausarbeitete. Ihre hexenromane »Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura« und »Amanda« in den 70er und frühen 80er jahren galten im westen als eine art »feministischer katechismus«. Im gegensatz zu vielen westlichen autorinnen vertrat sie eine sozialistische variante des feminismus, die keinesfalls männerfeindlich war. 1989 wurde sie mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken humor geehrt.
Irmtraud Morgners grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin
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Samstag, 1. Mai 2010
Am ersten Mai zu singen
Maikäfer flieg!
noch sind wir Republik.
In Bayern und in Pommerland,
Da tut sich ja schon allerhand.
Maikäfer flieg!
Maikäfer flieg!
Es war mal Republik.
Laß dir die Flügel amputieren!
Jetzt brauchst Du bloß noch zu marschieren.
Maikäfer flieg!
Erich Weinert
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Freitag, 30. April 2010
Reichsarbeitsdienst nun bundesweit möglich
Im jahr 2006 startete in Sachsen-Anhalt das modellprojekt »bürgerarbeit«. Nach »erfolgreichen« tests wurde selbige auch in einzelnen gemeinden in Thüringen und Bayern eingeführt. Bundesweit soll die »bürgerarbeit« ab 2011 eingeführt werden.
Es ist nicht verwunderlich, daß derartige projekte »erfolgreich« die arbeitslosigkeit senken: erst werden normalbezahlte gemeinützige stellen gestrichen, weil dafür kein geld da sei. Dann werden die stellen mit jeweils zwei bis drei »unqualifizierten helfern« neu besetzt, die nicht protestieren dürfen, daß sie bei ihrer qualifikation anstatt 900 € lieber 2.300 € (oder so) verdienen würden.
Und wieder die allerseits beliebte heuchelei, daß das selbstwertgefühl durch die simulation eines »normalen« tagesablaufes mit erwerbsarbeit steige. Die meisten menschen arbeiten gern, aber von selbstwertgefühl allein kann der mensch nicht leben.
Besser wäre es, durch arbeit nicht nur das selbstwertgefühl, sondern auch den kontostand und den lebensstandard zu steigern.
Es ist nicht verwunderlich, daß derartige projekte »erfolgreich« die arbeitslosigkeit senken: erst werden normalbezahlte gemeinützige stellen gestrichen, weil dafür kein geld da sei. Dann werden die stellen mit jeweils zwei bis drei »unqualifizierten helfern« neu besetzt, die nicht protestieren dürfen, daß sie bei ihrer qualifikation anstatt 900 € lieber 2.300 € (oder so) verdienen würden.
Und wieder die allerseits beliebte heuchelei, daß das selbstwertgefühl durch die simulation eines »normalen« tagesablaufes mit erwerbsarbeit steige. Die meisten menschen arbeiten gern, aber von selbstwertgefühl allein kann der mensch nicht leben.
Besser wäre es, durch arbeit nicht nur das selbstwertgefühl, sondern auch den kontostand und den lebensstandard zu steigern.
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Montag, 26. April 2010
Donnerstag, 15. April 2010
Pflegebranche sucht keine arbeitskräfte, sondern h4empfänger
Einen echten »astheimer*« lieferte die FAZ anfang des monats: In der pflegebranche werden händeringend helfer gesucht, doch nur »normale« arbeitslose besaßen die frechheit, sich zu bewerben.
Da fängt der laie an zu staunen:
Es gibt arbeit, die getan werden muß.
Menschen bewerben sich und sind für die arbeit nicht zu gebrauchen. Nicht, weil sie unqualifiziert wären. Sie sind in der falschen form arbeitslos.
In der FAZ wird nicht hinterfragt, was denn an h4empfängern nun so attraktiv wäre. Stattdessen läßt man Ulrich Marseille zu wort kommen, daß angeblich kein einziger h4empfänger in die pflege vermittelt worden sei - der autorin des artikels fällt nicht einmal auf, daß herr Marseille vorstandsvorsitzender der Marseille AG ist.
Das ist keine gemeinnützige einrichtung, sondern kommerzielle abladestation für alte, kranke, demente, die sich pflege leisten können.
Altenpflege ist eine gesellschaftlich wichtige arbeit, die auch hilfskräfte in hohem maß psychisch belastet: wer hier arbeitet hat keine »pflegeerfolge«, niemand geht am ende frohen mutes und gesund aus dem altersheim raus, alle werden dort mit einem schwarzen wagen abgeholt, das gehört auch zum leben. Hier sollen, um den privaten profit zu steigern, auf staatskosten billigstlöhne etabliert werden.
Über den allerwertesten herrn Ulrich Marseille sei angemerkt, daß er 2002 spitzenkanditat der »Schill-Partei« in Sachsen Anhalt gewesen war und in den 1980er jahren versucht hatte durch betrug an ein jura-staatsexamen zu kommen (quelle: manager magazin) .
Außerdem wurde dieser saubere klinikbetreiber im vergangenen august zu einer bewährungsstrafe von einem jahr verurteilt, mit der auflage sechs millionen euro an die staatskasse zu zahlen.
Schon klar, daß herr Marseille dringend geld braucht. Das soll er aber nicht aus der staatskasse erhalten, in die er einzahlen muß!
Wenn herr Marseille, wie er der FAZ sagte (mindestens) 500 h4empfänger einstellen würde, um sie zwei jahre lang bei 400 € monatlich zu beschäftigen und dann (vielleicht) zu übernehmen, würde das den staat, wenn alle durchschnittliche alleinstehende wären, 5,4 millionen kosten. Weil viele menschen nun einmal familie haben, würde dieses beschäftigungsmodel über 6 millionen kosten.
Ein schelm, wem jetzt etwas auffällt!
*Um nicht zu sehr in die vulgärsprache zu geraten, habe ich mich dazu durchgerungen »astheimer« als synonym für »a…, wilde« zu verwenden bzw. um »besondere« jounalistische leistungen der bürgerlichen medien speziell zu würdigen.
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Sonntag, 11. April 2010
F 104 Starfighter
Munter gestorben wird bei der bundeswehr nicht erst, seit sie im ausland kriege führt, auch in der relativ friedlichen zeit des sogenannten »kalten krieges« starben menschen für die profitgier der rüstungskonzerne und durch korrupte politiker.
Bei arte gibt es derzeit einen interessanten dokumentarfilm über das größte und teuerste rüstungsprojekt der BRD zu sehen. Für den größenwahn, mit dem Starfighter eine mehrzweckwaffe einzuführen, die als aufklärer, als abfangjäger und als nuklearer kampfbomber einsetzbar sein sollte, starben 116 piloten und etliche unbeteiligte. Jeder sechste pilot stürzte ab.
Genau wie heute wurde damals vertuscht und gelogen, es kommt einem wie ein schlechter witz vor, daß die firma Lockheed 6 millionen mark an die hinterbliebenen zahlte. Für bestechung sollen insgesamt 22 millionen dollar in alle welt geflossen sein.
Im fernsehn wird die sendung am dienstag, 13. april 2010 um 10.50 uhr und am samstag, 17. april 2010 um 16.20 uhr wiederholt.
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Dienstag, 6. April 2010
Henkerhaus
Besucht man das städchen Bernau bei Berlin, findet man einen ort, an dem historische bausubstanz und romantische plattenbauten friedlich zusammenleben.
Beim umrunden der kernstadt im schatten der stadtmauer, findet man das heimatmuseum, das in einem historischen gebäude untergebracht ist.
Wenige meter entfernt ein kriegerdenkmal -
hier gedenkt man der ermordeten mörder an der richtigen adresse: »Am Henkerhaus« heißt die ecke an der man der toten gedenkt. Im »Henkerhaus« befindet sich heute das museum.
klein und bescheiden gedenkt man hier der deserteure.
Dort hatte man, als ich vorbeikam, in weiser voraussicht die tore geschlossen. Dies stellt nicht die vergangenheit dar, sondern die zukunft. Die namen, der im einsatz getöteten bundeswehrsoldaten erscheinen in einem erbärmlichen led-display. Eine wirklich zukunfts zugewandte investition - man kann ohne großen aufwand beliebig viele namen hinzufügen. Und seit meinem besuch dort ist das angebot an namen, die dort erscheinen, reichhaltiger geworden.
Beim umrunden der kernstadt im schatten der stadtmauer, findet man das heimatmuseum, das in einem historischen gebäude untergebracht ist.
Wenige meter entfernt ein kriegerdenkmal -
hier gedenkt man der ermordeten mörder an der richtigen adresse: »Am Henkerhaus« heißt die ecke an der man der toten gedenkt. Im »Henkerhaus« befindet sich heute das museum.
Jenseits des »Henkerhauses« ist an der stadtmauer ein kleiner gedenkstein angebracht, fast hätte ich ihn übersehen.
klein und bescheiden gedenkt man hier der deserteure.
Auf der tafel, die unterhalb in den boden eingelassen ist, steht:
gewidmet
allen deserteuren und verweigerern
deren heimat die mutter erde ist
die im feind den menschenbruder erkennen
die statt auf generäle
auf den befehl ihres gewissens hören
die nicht an Ideologien
sondern am leben hängen
deren angst kleiner als ihre liebe ist
Derartige gedenktafeln findet man zu selten. Als »helden« gelten die, die helfen den »frieden« in die kassen der rüstunskonzerne zu tragen - während alle, die sich dem verweigern, als »feiglinge« gelten.
Hinter einem henkerhaus anderer qualität befindet sich ebenfalls ein ein ehrenmal:
Dort hatte man, als ich vorbeikam, in weiser voraussicht die tore geschlossen. Dies stellt nicht die vergangenheit dar, sondern die zukunft. Die namen, der im einsatz getöteten bundeswehrsoldaten erscheinen in einem erbärmlichen led-display. Eine wirklich zukunfts zugewandte investition - man kann ohne großen aufwand beliebig viele namen hinzufügen. Und seit meinem besuch dort ist das angebot an namen, die dort erscheinen, reichhaltiger geworden.
Ich möchte nicht an die denken, die in der perspektivelosigkeit dieser zeit als einzigen ausweg den dienst an der waffe sehen.
Mehr achtung verdienen diejenigen, die sich dem gesellschaftlichen druck nicht beugen, den allgemeinen verhöhnungen als h4empfänger standhalten und trotzdem NEIN sagen!
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Freitag, 2. April 2010
Ein Gespräch mit Karlheinz Deschner
BERLIN. (gbs/hpd) Anlässlich des kirchlichen Missbrauchsskandals führte die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) ein Gespräch mit Karlheinz Deschner. Offensichtlich waren dessen Antworten jedoch zu pointiert, weshalb dpa plötzlich von der zugesagten Verbreitung des Interviews abrückte. Der Humanistische Pressedienst (hpd) dokumentiert nachfolgend, was deutschen Zeitungslesern vorenthalten wurde.
Herr Deschner, Sie schreiben seit Jahrzehnten eine mehrbändige „Kriminalgeschichte des Christentums“. Hat es Razzien wie im Kloster Ettal in der Kirchengeschichte schon mal gegeben?
Etwas wirklich Vergleichbares kaum, zumindest schweigt meine „Kriminalgeschichte des Christentums“ hierzu ebenso wie meine Sexualgeschichte „Das Kreuz mit der Kirche“. Dazu muss man allerdings bedenken, dass die katholische Kirche – aus bösem Grund – über Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, mit der man verhinderte, dass derart Belastendes vor den Gläubigen ausgebreitet wurde. Die Heuchelei gehört bis heute zu den widerlichsten, doch wesentlichen Charakterzügen des Christentums. Gemäß der alten Devise „si non caste caute“, wenn schon nicht keusch, dann wenigstens vorsichtig, unterschieden viele Päpste zwischen einer heimlichen und einer bekannt gewordenen Sünde, bei der sie die Strafe verdoppelten, ja verdreifachten. Gegen das Sündigen im Allgemeinen hat man selbstverständlich nichts, im Gegenteil, es ist den Herren sehr willkommen; davon leben sie.
Haben Sie die immer mehr bekannt werdenden sexuellen Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen überrascht?
Nein, keinen Augenblick, wie gewiss keinen Kenner der kirchlichen Sexualgeschichte. Und längst laufe ich weg oder höre weg, wird das Problem, etwa in den Nachrichten, thematisiert. Überrascht hätte mich dagegen, aufs Äußerste überrascht, der Rücktritt auch bloß einiger Herren in höheren Rängen, wo man immer tut, als seien sexuelle Verfehlungen nur eine Sache des gemeinen Fußvolks!
Ist sexueller Missbrauch ein neues Phänomen in der Kirchengeschichte?
Sexuelle „Fehltritte“ aller Art sind so alt wie die Kirchengeschichte und sie florierten, je christlicher die Welt wurde, desto mehr. Die Klöster waren oft die reinsten Bordelle, doch mussten die armen Nonnen, aus Sittlichkeitsgründen nicht selten sogar der Beichtväter beraubt, auch mit Kindern vorlieb nehmen, mit Vierbeinern. Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens, verpflichtet, ein Leben „allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria“ zu führen, alles vögelten, was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere. Wie es ja auch im Vatikan, lange, sehr lange, recht locker zuging, etwa – einer für viele – Papst Sixtus IV, Erbauer der Sixtinischen Kapelle und eines Bordells, noch seine Schwester und Kinder besprang, sein Neffe, Kardinal Pietro Riario, sich buchstäblich zu Tode koitierte und auch noch, Ehre wem Ehre gebührt, eines der schönsten Grabdenkmäler der Welt bekam.
Sehen Sie hier allein das Versagen einzelner Menschen oder gibt es kirchliche Strukturen, die sexuellen Missbrauch, also Straftaten begünstigen?
Die Hauptursache all der Missstände, um die es hier geht, liegt in der kirchlichen Moral selbst. Sie ist weitgehend widernatürlich, sie hemmt die Sexualenergie, setzt sie in Destruktivität um, und sie führt in letzter terribelster Konsequenz vom Lustmord zur Mordlust. Auch andere religiöse wie weltliche Diktaturen wussten und wissen davon zu profitieren. Die christliche Sexualrepression führt aber nicht nur zur Steigerung des Kampfgeistes im Krieg, sie führt auch zu einem permanenten Krieg gegen sich selbst. Viele Hunderte erschütternder Briefe von Opfern klerikaler Sexualrepression haben mich erreicht, Opfern oft von kaum vorstellbarer Not. Bei andern aber sucht sich der unaufhaltbar gestaute Trieb ein Ventil für den Überdruck ...
Was sollte die Kirche aus Ihrer Sicht als Kirchenhistoriker tun, um sexuellen Missbrauch in Zukunft den Boden zu entziehen?
Nicht nur, um dem sexuellen Missbrauch den Boden zu entziehen, denn der geistige ist oft noch viel schlimmer – sie sollte verschwinden…
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Donnerstag, 25. März 2010
Georg Schramm: Thomas Bernhard hätte geschossen
Einige zitate aus dem programm:
Eine sehens- und hörenswerte Aufzeichnung vom 3sat-Festival 2006:
»...mehr eigenverantwortung für den mündigen bürger - da weiß jeder sofort, aha, ’ne neue zuzahlung«
»Es gibt in finanzkreisen ein geflügeltes wort: nichts ist so ängstlich, wie das scheue reh des kapitals (...) ein finanzminister fällt vom ast (...) und schon zuckt’s zusammen, springt über den zaun und rennt weg nach Luxemburg.«
»Je höher die arztdichte in einer deutschen großstadt, desto niedriger ist die lebenserwartung der einwohner«
»Allein 20 milliarden gehen flöten nur durch korruption und betrug von pharmakonzernen und ärzteorganisationen (...). Und warum ist das so? Sagen Sie ja nicht, das sei eine fehlentwicklung! Nein, das ist deswegen so, weil das gesundheitssystem nicht für uns da ist, sondern wir sind für das gesundheitssystem da.«
»... und was brauchen wir zum wachstum? Brauchen wir dafür heerscharen von arbeitskräften? Nein, wir brauchen dafür heerscharen von konsumenten. Und da kann (...) dummheit nur hilfreich sein.«
»Scherflein. Da werden sich die pisakrüppel im Land am kopf gekratzt haben. Was?! Haben wir schon wieder ’ne neue währung? Scherflein - ja - können die doch nicht wissen, meinen Sie so ein pisatrottel weiß noch, was ein scherflein ist? Gucken Sie mal im lexikon, ich habe nachguckt. Scherflein: Kleinstmögliche münzeinheit! Das werden wir kriegen von den arbeitgebern!«
»Noch besser: Sie müssten sie aufessen, ihre ärztemuster. Vollständig aufessen. Stellen Sie sich das mal vor: Unter dem gejohle der patienten würden sie an einer riesigen überdosis ihrer dreckstabletten jämmerlich zugrunde gehen - einen meter entfernt von der klinke, die sie noch putzen wollten. Das volk würde tanzen auf den straßen.«
Eine sehens- und hörenswerte Aufzeichnung vom 3sat-Festival 2006:
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Freitag, 19. März 2010
Haushaltssperre 2010
In der vergangenen woche wurde von den hauptmedien das thema »haushaltssperre in der agentur für arbeit« zur gänze unter den tisch gekehrt. Um hinweise, wo darüber berichtet wurde, wird gebeten.
Die Bundesagentur für Arbeit hat die mittel für das »fördern und fordern« von langzeitarbeitslosen eingefroren, es dürfen keine arbeitslosen mehr in maßnahmen, gleich welcher art vermittelt werden.
Die gegner der zwangsmaßnahmen dürfen nun jubeln, nur wahrscheinlich nicht sehr lange.
Ich zumindest traue der regierung nicht. Die wird garantiert nicht diskutieren, wie man langzeitarbeitslosen helfen kann, es geht um weitere gesellschaftliche spaltung: Wer auf 1€jobbasis arbeiten darf, soll sich am ende freuen können, bevorzugt zu sein und nicht auf 0€jobbasis arbeiten zu müssen.
Verkündet wurde, »wer arbeitet soll mehr als h4 haben«. Umgesetzt soll nun offenbar werden »wer nicht arbeiten kann, soll weniger haben, als jetzt h4«
Die Bundesagentur für Arbeit hat die mittel für das »fördern und fordern« von langzeitarbeitslosen eingefroren, es dürfen keine arbeitslosen mehr in maßnahmen, gleich welcher art vermittelt werden.
Die gegner der zwangsmaßnahmen dürfen nun jubeln, nur wahrscheinlich nicht sehr lange.
Ich zumindest traue der regierung nicht. Die wird garantiert nicht diskutieren, wie man langzeitarbeitslosen helfen kann, es geht um weitere gesellschaftliche spaltung: Wer auf 1€jobbasis arbeiten darf, soll sich am ende freuen können, bevorzugt zu sein und nicht auf 0€jobbasis arbeiten zu müssen.
Verkündet wurde, »wer arbeitet soll mehr als h4 haben«. Umgesetzt soll nun offenbar werden »wer nicht arbeiten kann, soll weniger haben, als jetzt h4«
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Sonntag, 14. März 2010
Tele-Shopping: sonderangebote zu schleuderpreisen
Weil das 1-Euro-Blog nun mal ein echtes leistungsträgerblog ist, folgen nun einige werbemiuten für die CDU
Werbung CDU4you
Wie man am schluß erfährt, will den Wewe keiner haben, also bitte hier unterschreiben.
Werbung CDU4you
Wie man am schluß erfährt, will den Wewe keiner haben, also bitte hier unterschreiben.
Freitag, 12. März 2010
Westerwelle hat recht
Weil derzeit diese gemeine hetzkampagne gegen den gelben Guido läuft, sehe ich mich gezwungen, etwas positives zu schreiben, denn auch ein liberaler, der nicht weiß, was »freiheit« eigentlich sein soll, hat ein recht auf verteidigung.
Westerwelle hat recht, wenn er vom anstrengungslosen wohlstand spricht - ich habe dafür sogar beweise:
Als ich vor einiger zeit an einer arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilnehmen mußte, arbeitete ich in der firma x - dies war eine »normale« gmbh, an die der staat einen öffentlichen auftrag vergeben hatte. Meinem chef, dem herrn Professor Doktor, gehörte aber nicht nur die firma x, sondern auch die firma y und die firma z, wobei letztere augenscheinlich so klein war, daß sie in einem briefkasten platz fand.
Wir auf diese art bei der firma beschäftigten wurden zu 100 % vom staat entlohnt. So reichlich, daß fast alle nebenher h4 beantragen mußten. Der herr Professor Doktor allerdings ließ uns im gebäude der firma y arbeiten, von der er einen raum für uns anmietete. Die miete wurde vom staat bezahlt, obwohl das gebäude der y gmbh gehört und selbige dem herrn Professor Doktor. Er hat also gewissermaßen einen mietvertrag mit sich selbst geschlossen und auf diese weise rund 4000 € vom staat erhalten.
Leistungslos.
Ich würde den herrn Professor Doktor nicht als »betrüger« bezeichnen wollen, rechtlich ist das wahrscheinlich einwandfrei, allerdings wirft es die frage auf, wie hoch der prozentsatz an schläfern im bundestag ist, die gesetze beschließen, die derartige mauscheleien zulassen.
Im büro hörte ich, wie eine kollegin der anderen erzählte, sie hoffe, übernommen zu werden - immerhin habe sie unterschrieben (klarer ausgedrückt: aus angst um den arbeitsplatz war sie genötigt gewesen zu unterschreiben), daß der herr Professor Doktor sie persönlich in einem bestimmten computerprogramm unterrichtet habe und das sei mit der zuständigen behörde abgerechnet worden und habe nicht schlecht geld gebracht. Soweit mir die geschichte überliefert ist, wurde sie tatsächlich übernommen, nachdem sich ein neuer staatlicher fördertopf aufgetan hatte. Ungewiß ist, ob besagter unterricht tatsächlich stattgefunden hat. Es gibt grund, daran zu zweifeln: der herr Professor Doktor hat einen zweit- und einen drittwohnsitz, beide im ausland, wo er sich zum fraglichen zeitpunkt aufgehalten haben dürfte. Es besteht allerdings die möglichkeit, daß er ein patent auf omnipräsenz hat und in einer allerseits beliebten steueroase weilt, während er in Berlin computerunterricht erteilt.
Dies sind nur einige beispiele »anstrengungslosem wohlstands« auf kosten des steuerzahlers. Es gibt viele möglichkeiten, wie man sich staatliche gelder aneigenen kann, obwohl man alles andere als bedürftig ist, beispielsweise indem man arbeitnehmer, die für staatsgeld öffentliche arbeiten erledigen sollen, für private arbeiten heranzieht, der phantasie sind kaum grenzen gesetzt.
Das kann man getrost als »dekadent« bezeichnen - ob spätrömisch oder nicht, darüber mögen die historiker sich streiten.
Das hat er gar nicht gemeint?
Und ich dachte schon, er hätte etwas richtiges gesagt. Aus versehen. Die welt ist also doch noch in »ordnung«, die FDP gelb vor sozialneid und Herr Wewe sagt das, wofür man ihn bezahlt hat.
Westerwelle hat recht, wenn er vom anstrengungslosen wohlstand spricht - ich habe dafür sogar beweise:
Als ich vor einiger zeit an einer arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilnehmen mußte, arbeitete ich in der firma x - dies war eine »normale« gmbh, an die der staat einen öffentlichen auftrag vergeben hatte. Meinem chef, dem herrn Professor Doktor, gehörte aber nicht nur die firma x, sondern auch die firma y und die firma z, wobei letztere augenscheinlich so klein war, daß sie in einem briefkasten platz fand.
Wir auf diese art bei der firma beschäftigten wurden zu 100 % vom staat entlohnt. So reichlich, daß fast alle nebenher h4 beantragen mußten. Der herr Professor Doktor allerdings ließ uns im gebäude der firma y arbeiten, von der er einen raum für uns anmietete. Die miete wurde vom staat bezahlt, obwohl das gebäude der y gmbh gehört und selbige dem herrn Professor Doktor. Er hat also gewissermaßen einen mietvertrag mit sich selbst geschlossen und auf diese weise rund 4000 € vom staat erhalten.
Leistungslos.
Ich würde den herrn Professor Doktor nicht als »betrüger« bezeichnen wollen, rechtlich ist das wahrscheinlich einwandfrei, allerdings wirft es die frage auf, wie hoch der prozentsatz an schläfern im bundestag ist, die gesetze beschließen, die derartige mauscheleien zulassen.
Im büro hörte ich, wie eine kollegin der anderen erzählte, sie hoffe, übernommen zu werden - immerhin habe sie unterschrieben (klarer ausgedrückt: aus angst um den arbeitsplatz war sie genötigt gewesen zu unterschreiben), daß der herr Professor Doktor sie persönlich in einem bestimmten computerprogramm unterrichtet habe und das sei mit der zuständigen behörde abgerechnet worden und habe nicht schlecht geld gebracht. Soweit mir die geschichte überliefert ist, wurde sie tatsächlich übernommen, nachdem sich ein neuer staatlicher fördertopf aufgetan hatte. Ungewiß ist, ob besagter unterricht tatsächlich stattgefunden hat. Es gibt grund, daran zu zweifeln: der herr Professor Doktor hat einen zweit- und einen drittwohnsitz, beide im ausland, wo er sich zum fraglichen zeitpunkt aufgehalten haben dürfte. Es besteht allerdings die möglichkeit, daß er ein patent auf omnipräsenz hat und in einer allerseits beliebten steueroase weilt, während er in Berlin computerunterricht erteilt.
Dies sind nur einige beispiele »anstrengungslosem wohlstands« auf kosten des steuerzahlers. Es gibt viele möglichkeiten, wie man sich staatliche gelder aneigenen kann, obwohl man alles andere als bedürftig ist, beispielsweise indem man arbeitnehmer, die für staatsgeld öffentliche arbeiten erledigen sollen, für private arbeiten heranzieht, der phantasie sind kaum grenzen gesetzt.
Das kann man getrost als »dekadent« bezeichnen - ob spätrömisch oder nicht, darüber mögen die historiker sich streiten.
Das hat er gar nicht gemeint?
Und ich dachte schon, er hätte etwas richtiges gesagt. Aus versehen. Die welt ist also doch noch in »ordnung«, die FDP gelb vor sozialneid und Herr Wewe sagt das, wofür man ihn bezahlt hat.
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Gsella am Donnerstang
Auf der Straße aufgeschnappt:
Schlimmes Kinderlied
Hausaufgaben nicht gemacht
Kindergeld halbieren
Rattateng rattateng
Kindergeld halbieren
... weiter geht es hier
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zirkus sarrazyni
Mittwoch, 10. Februar 2010
Weshalb es in Deutschland nie Mindestlohn geben wird und was bei der Studie des KBI »übersehen« wurde
Würde ein arbeitgeber einem geringverdiener einen mindestlohn von 7€50 - das war der lohn, den die gewerkschaften in den letzten jahren forderten - zahlen, entstünde bei vollzeitarbeit folgende rechnung:
Der schlechter bezahlte arbeitnehmer kommt also mit seinen 5,50 € pro stunde auf einen nettolohn von 976,05 € - also nur 8,60 € weniger als der 2,00 € pro stunde mehr verdienende kollege - und sogar 8,05 € mehr netto als brutto.
Mit Peter Hartz zum einheitslohn, wer hätte das gedacht? Selbst Kuba hat den inzwischen abgeschafft. Beinahe noch erstaunlicher erscheint es, daß die »helden der gerechten steuerumverteilung« in ihrer studie (ich berichtete darüber) nicht bemerkt haben, daß dieser irrsinn im vergangenen jahr (janur bis september) 8,1 milliarden an steuergeldern verschlungen hat, obgleich sie, ich zitiere wörtlich: »für einen schlanken und sparsamen staat« sind und jedem steuercent hinterher rechnen.
Wenn wir, die steuerzahler, für die arbeitnehmer privater unternehmen zahlen sollen, dann werden wir demnächst auch bei Aldi an der kasse von freundlichen beamten bedient. Zum einheitslohn, versteht sich. Wäre auch schlimm steuergeld für schulen, infrastruktur, kultur oder gar arbeitslose auszugeben, dann geben wir es doch lieber denen, die es am nötigsten haben: unseren leistungssträgern. Und wenn wir ihnen schon das Geld geschenkt haben, werden wir wohl auch erwarten können, arbeiten zu dürfen.
Es gibt keinen grund es was an diesem umverteilungsmodel zu ändern. Es läuft - wie geschmiert.
Berechnungsjahr: 2010Da denkt sich der herr Schlecker (oder Roßmann oder sonstwer): »ich zahl nur 5,50 €, bleibt mehr für mich über«. Es folgt eine rechnung für eine vollzeitstelle, die den einen oder anderen vielleicht erstaunen wird:
Grundlohn/Bruttolohn steuerpflichtig:1.320,00 €
(darin enthaltene Sachbezüge/andere geldwerte Vorteile: 0,00 €)
Grundlohn/Bruttolohn steuerfrei: 0,00 €
Gesamtbrutto (steuerpflichtig + steuerfrei):1.320,00 €
Ergebnisse Arbeitnehmer:
Lohnsteuer gemäß Steuerklasse (I): 65,08 €
Solidaritätszuschlag (5,5%):0,00 €
Krankenversicherung (7,90%): 104,28 €
Pflegeversicherung (1,225%):16,17 €
Rentenversicherung (9,95%):131,34 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%):18,48 €
Nettolohn/Gehalt: 984,65 €
Ergebnisse Arbeitgeber:
Krankenversicherung (7,00%):92,40 €
Pflegeversicherung (0,975%):12,87 €
Rentenversicherung (9,95%):131,34 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%):18,48 €
Arbeitgeberbelastung:1.575,09
Berechnungsjahr: 2010
Grundlohn/Bruttolohn steuerpflichtig:968,00 €
(darin enthaltene Sachbezüge/andere geldwerte Vorteile: 0,00 €)
Grundlohn/Bruttolohn steuerfrei: 0,00 €
Gesamtbrutto (steuerpflichtig + steuerfrei):968,00 €
Ergebnisse Arbeitnehmer:Das war jetzt noch nicht der witz. Daß der arbeitgeber 420,02 € spart, wird für jeden ersichtlich sein. Weil man mit 760,05 nettolohn aber nicht so wirklich über die runden kommen kann, beantragt der schlechter bezahlte kollege h4. Das errechnet sich wie folgt, da h4 sich nach dem bedarf richtet, kommt es auf die höhe der kosten für heizung und unterkunft an:
Lohnsteuer gemäß Steuerklasse (I): 9,75 €
Solidaritätszuschlag (5,5%): 0,00 €
Krankenversicherung (7,90%): 76,47 €
Pflegeversicherung (1,225%): 11,86 €
Rentenversicherung (9,95%): 96,32 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%): 13,55 €
Nettolohn/Gehalt: 760,05 €
Ergebnisse Arbeitgeber:
Krankenversicherung (7,00%): 67,76 €
Pflegeversicherung (0,975%): 9,44 €
Rentenversicherung (9,95%): 96,32 €
Arbeitslosenversicherung (1,40%): 13,55 €
Arbeitgeberbelastung: 1.155,07
Regelleistungen:359,00€
Kosten für Unterkunft und Heizung:360,00€
Bedarf:719,00€
zu berücksichtigendes Einkommen:−503,25€
Arbeitslosengeld-II (gerundet):216,00€
Der schlechter bezahlte arbeitnehmer kommt also mit seinen 5,50 € pro stunde auf einen nettolohn von 976,05 € - also nur 8,60 € weniger als der 2,00 € pro stunde mehr verdienende kollege - und sogar 8,05 € mehr netto als brutto.
Mit Peter Hartz zum einheitslohn, wer hätte das gedacht? Selbst Kuba hat den inzwischen abgeschafft. Beinahe noch erstaunlicher erscheint es, daß die »helden der gerechten steuerumverteilung« in ihrer studie (ich berichtete darüber) nicht bemerkt haben, daß dieser irrsinn im vergangenen jahr (janur bis september) 8,1 milliarden an steuergeldern verschlungen hat, obgleich sie, ich zitiere wörtlich: »für einen schlanken und sparsamen staat« sind und jedem steuercent hinterher rechnen.
Wenn wir, die steuerzahler, für die arbeitnehmer privater unternehmen zahlen sollen, dann werden wir demnächst auch bei Aldi an der kasse von freundlichen beamten bedient. Zum einheitslohn, versteht sich. Wäre auch schlimm steuergeld für schulen, infrastruktur, kultur oder gar arbeitslose auszugeben, dann geben wir es doch lieber denen, die es am nötigsten haben: unseren leistungssträgern. Und wenn wir ihnen schon das Geld geschenkt haben, werden wir wohl auch erwarten können, arbeiten zu dürfen.
Es gibt keinen grund es was an diesem umverteilungsmodel zu ändern. Es läuft - wie geschmiert.
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Montag, 8. Februar 2010
Wilde affenscheiße
Manchmal bekomme ich den eindruck, die bürgerlichen medien würden irgendwo in einem fernen paralleldeutschland geschrieben und gedruckt. Am vergangenen samstag berichtete die FAZ über berechnungen des Karl-Bräuer-Instituts. Daß sich für viele beschäftigte die arbeit nicht lohne, weil die h4-regelsätze so gigantisch hoch seien.
Es ist zwar klar, daß wer beim KBI einen bürositz wärmen darf, ein interesse daran hat »steuerzahlerinteressen« zu vertreten (hinweis: die interessen der menschen, die in erster linie mehrwertsteuer oder lohnsteuer zahlen, sind damit selbstvertändlich nicht gemeint, unter den steuern leiden schließlich am meisten unsere, armen geplagten »leistungsträger« die andere für sich arbeiten lassen) - jedoch sollte man von einem institut das immerhin als »gemeinnützig« gilt und gefördert wird, sachlich korrekte angaben erwarten können.
Ich glaube nicht, daß die herren vom KBI nicht begriffen haben, daß h4 mit der möglichkeit, niedriglohn über das alg2 aufzustocken eine form von kombilohnmodel ist, in welchem ein armer der arbeitet durch subvention des armutslohns immer etwas mehr hat als ein armer, der keine stelle findet. Somit bin ich gezwungen zu unterstellen, daß es hier um die absicht geht, den weg ein stück weiter zu ebnen, sich weiter von unserem grundgesetz zu entfernen, welches sozialstaatlichkeit vorschreibt und zwangsarbeit verbietet. Es ist interessant, daß nun die »experten« vom KBI im auftrag einer seriösen(?) bürgerlichen zeitung rechnen, aber zu unglaubwürdigen ergebnissen kommen.
Lesebeispiel (zum besseren verständnis ist es sinnvoll die verlinkte tabelle anzuschauen):
Hier wird behauptet, daß ein geringverdienender familienvater mit nicht arbeitender frau und zwei kindern bei einem bruttoverdienst von 1262 € im monat schlechter dastünde, als wenn er nicht arbeiten würde.
Ich habe den h4 rechner bemüht und folgendes herausgefunden:
Dreist wird in diesem beispiel behauptet, die 368 € kindergeld würden die aufstockung des niedriglohns kürzen. Das ist eine lüge! Der niedriglohnarbeitende mann mit familie hat 368 € mehr als wenn er nicht arbeiten würde. Im vergangenen jahr sprach ich mit unterschiedlichen niedriglöhnern, die mir erzählten, daß sich die arbeit deshalb lohne, weil das sie das kindergeld behalten dürften.
Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, daß die gelogen haben (hab mir deren kontoauszüge nicht zeigen lassen) - die wollten in der heutigen situation, in der die faulheit in allen bereichen des lebens angepriesen wird, vermutlich nicht zugeben, daß sie arbeitssüchtig sind und es ihnen egal ist, ob sie vom verdienten ihre familie ernähren können.
Desweiteren kann man in diesem FAZ artikel so hübsche wie sinnfreie sätze lesen wie:
Welcher denn? Da sind doch mehre! Hinzufügen möchte ich, daß als »ungelernte« auch solche gelten, die einen guten bildungsabschluß haben, aber keine reguläre arbeit finden.
Werter herr Astheimer!
Ein bruttolohn von 1823 € bedeutet bei 40stundenbeschäftigung einen lohn von 10€35 pro stunde. Ist ihnen schon mal aufgefallen, daß hierzulande ein mindestlohn von 7€50 als unzumutbar gilt?
Und zwar nicht für diejenigen, die für weniger als das täglich malochen gehen, sondern für die armen schweine, die den geldgierigen arbeitern lohn zahlen müssen?!
Journalisten, die wie Sven Astheimer nicht in der lage sind, selbst zu recherchieren, und nur tasten drücken können, sind gesellschaftlich überflüssig. Der gesellschaftliche schaden wäre geringer, wenn solche menschen der arbeit fern blieben. Wie herr Astheimer darauf kommt, daß alleinstehende h4empfänger ohne arbeit ausgerechnet 637 € erhielten, hat vermutlich irgendwo im kaffeesatz gestanden (ach ja, das hatten die herren von der KBI »errechnet« - wie auch immer) - kann man in Frankfurt/Main für 278 € warm eine einraumwohnung mieten?
Astheimer - leben Sie im astloch oder in einem leerstehenden bunker?
Bei so viel affenscheiße auf einmal kann man als FAZleser froh sein, daß gleich auch papier zum arschwisch frei haus in ausreichendem umfang vorhanden ist. Man knülle das papier!
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Der vollständigkeit halber möchte ich auf das blog von Klaus Baum aufmerksam machen über welches ich dieses machwerk der volksverblödung fand.
Es ist zwar klar, daß wer beim KBI einen bürositz wärmen darf, ein interesse daran hat »steuerzahlerinteressen« zu vertreten (hinweis: die interessen der menschen, die in erster linie mehrwertsteuer oder lohnsteuer zahlen, sind damit selbstvertändlich nicht gemeint, unter den steuern leiden schließlich am meisten unsere, armen geplagten »leistungsträger« die andere für sich arbeiten lassen) - jedoch sollte man von einem institut das immerhin als »gemeinnützig« gilt und gefördert wird, sachlich korrekte angaben erwarten können.
Ich glaube nicht, daß die herren vom KBI nicht begriffen haben, daß h4 mit der möglichkeit, niedriglohn über das alg2 aufzustocken eine form von kombilohnmodel ist, in welchem ein armer der arbeitet durch subvention des armutslohns immer etwas mehr hat als ein armer, der keine stelle findet. Somit bin ich gezwungen zu unterstellen, daß es hier um die absicht geht, den weg ein stück weiter zu ebnen, sich weiter von unserem grundgesetz zu entfernen, welches sozialstaatlichkeit vorschreibt und zwangsarbeit verbietet. Es ist interessant, daß nun die »experten« vom KBI im auftrag einer seriösen(?) bürgerlichen zeitung rechnen, aber zu unglaubwürdigen ergebnissen kommen.
Lesebeispiel (zum besseren verständnis ist es sinnvoll die verlinkte tabelle anzuschauen):
Hier wird behauptet, daß ein geringverdienender familienvater mit nicht arbeitender frau und zwei kindern bei einem bruttoverdienst von 1262 € im monat schlechter dastünde, als wenn er nicht arbeiten würde.
Ich habe den h4 rechner bemüht und folgendes herausgefunden:
Personen-Haushalt, 2 Kinder (eines 14 eines 10)
Regelleistungen: 1.184,00€
Kosten für Unterkunft und Heizung: 466,00€
Bedarf: 1.650,00€
zu berücksichtigendes Einkommen: −1.088,80€
Arbeitslosengeld-II und Sozialgeld (gerundet): 561,00€
Bitte beachten Sie, dass die Voraussetzungen für den Erhalt von Arbeitslosengeld-II auch die Bedürftigkeit des Antragstellers umfasst! Ein Kinderzuschlag würde Ihren Bedarf leider nicht decken.
Dreist wird in diesem beispiel behauptet, die 368 € kindergeld würden die aufstockung des niedriglohns kürzen. Das ist eine lüge! Der niedriglohnarbeitende mann mit familie hat 368 € mehr als wenn er nicht arbeiten würde. Im vergangenen jahr sprach ich mit unterschiedlichen niedriglöhnern, die mir erzählten, daß sich die arbeit deshalb lohne, weil das sie das kindergeld behalten dürften.
Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, daß die gelogen haben (hab mir deren kontoauszüge nicht zeigen lassen) - die wollten in der heutigen situation, in der die faulheit in allen bereichen des lebens angepriesen wird, vermutlich nicht zugeben, daß sie arbeitssüchtig sind und es ihnen egal ist, ob sie vom verdienten ihre familie ernähren können.
Desweiteren kann man in diesem FAZ artikel so hübsche wie sinnfreie sätze lesen wie:
Derzeit erhält ein ungelernter Geringverdiener in Deutschland einen monatlichen Bruttolohn in Höhe von 1823 Euro.
Welcher denn? Da sind doch mehre! Hinzufügen möchte ich, daß als »ungelernte« auch solche gelten, die einen guten bildungsabschluß haben, aber keine reguläre arbeit finden.
Werter herr Astheimer!
Ein bruttolohn von 1823 € bedeutet bei 40stundenbeschäftigung einen lohn von 10€35 pro stunde. Ist ihnen schon mal aufgefallen, daß hierzulande ein mindestlohn von 7€50 als unzumutbar gilt?
Und zwar nicht für diejenigen, die für weniger als das täglich malochen gehen, sondern für die armen schweine, die den geldgierigen arbeitern lohn zahlen müssen?!
Journalisten, die wie Sven Astheimer nicht in der lage sind, selbst zu recherchieren, und nur tasten drücken können, sind gesellschaftlich überflüssig. Der gesellschaftliche schaden wäre geringer, wenn solche menschen der arbeit fern blieben. Wie herr Astheimer darauf kommt, daß alleinstehende h4empfänger ohne arbeit ausgerechnet 637 € erhielten, hat vermutlich irgendwo im kaffeesatz gestanden (ach ja, das hatten die herren von der KBI »errechnet« - wie auch immer) - kann man in Frankfurt/Main für 278 € warm eine einraumwohnung mieten?
Astheimer - leben Sie im astloch oder in einem leerstehenden bunker?
Bei so viel affenscheiße auf einmal kann man als FAZleser froh sein, daß gleich auch papier zum arschwisch frei haus in ausreichendem umfang vorhanden ist. Man knülle das papier!
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Der vollständigkeit halber möchte ich auf das blog von Klaus Baum aufmerksam machen über welches ich dieses machwerk der volksverblödung fand.
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