Donnerstag, 18. Dezember 2014

Ausbund faschistischen Denkens (oder kurz: AfD)

Wenn AfD-weib Beatrix von Storch meint, eine schwulenlobby entdeckt zu haben, die im fernsehen die homosexualität bewerben würde, darf man verwundert sein. Nicht minder verschroben ist Frauke Petrys wunsch nach Deutschen geburtstagsliedern, weil das singen von »happy birthday« auf kindergeburtstagen bedenklich sei.

Das sind auffassungen, die schrullig wirken, die jedoch im vergleich zu anderen ansichten aus der AfD jedoch eher harmlos sind. Anderswo gibt man sich bei der AfD offen militaristisch und faschistisch. So schrieb Alexander Gauland im juli 2012 im Berliner Tagesspiegel, daß millitärische gewalt an sich nichts schlechtes sei und Deutschen eben bloß ein gestörtes verhältnis zur gewalt hätten.

Zitat:»Statt also immer von Neuem die pazifistische Melodie zu singen, wäre es klug, eine politische zu intonieren, weil eben militärische Gewalt – siehe oben – nicht an sich schlecht, sondern nur als falsche Politik schlecht ist. Das aber setzt voraus, dass die Deutschen wieder eine Tatsache der Weltgeschichte akzeptieren lernen, die Bismarck in seiner ersten Regierungserklärung als preußischer Ministerpräsident 1862 in die berühmten Worte fasste: ›Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut.‹«

Das läßt auf alles mögliche schließen, allerdings nicht auf eine halbwegs friedliche gesinnung. Gewalt ist halt gut, wenn sie der richtigen sache dient.

Nicht minder fragwürdig sind die ansichten des AfD-vorstands in NRW, Hermann Behrendt. In seinem buch »Mandative Demokratie« setzt er sich für die abschaffung der mitbestimmung in unternehmen ein, die mitbestimmung und die gewerkschaften hätten zur schwächung des wirtschaftsstandortes Deutschland beigetragen.

Der kündigungsschutz und das streikrecht stehen einem starken Deutschland ohnehin im wege. Zwar will er eine direktwahl von kanzler und ministerpräsidenten, jedoch das parlament abschaffen, was der guten, alten faschistischen tradition, staat und wirtschaft nach dem »führerprinzip« zu ordnen schon recht nah kommt: die leute sollen nicht ihre eigenen interessen folgen, sondern im betrieb wie in der politik ihrem führungspersonal, schließlich geht es nicht um sie, sondern ums »große ganze«. Und da wissen experten schließlich viel besser was gut ist, wie beispielsweise eine rente frühenstens ab 70, wie zu Bismarcks zeiten.

Wer nicht möchte, daß auf dem nächsten kindergeburtstag Frauke Petry vorbeikommt und ihr zuliebe schönes Deutsches liedgut wie »Alte Kameraden« angestimmt werden muß und wer betriebsräte und gewerkschaften, so schlecht sie die interessen auch vertreten mögen, behalten möchte, sollte eines zumindest unterlassen: AfD wählen.

Kommentare:

  1. In klügeren Zeiten hätte ich gesagt: Geil, die schießen sich doch selber ab,
    lasse sabbern. Aber heute findet sowas u.U. Gehör.

    Kömm, oh Tod ,Du Schlafes Bruder usw.

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  2. Was, wenn es aus Gaulands Mund kommt, eine von unangenehmen Gerüchen begleitete Banalität ist, daß nämlich Gewalt 'an sich' nicht schlecht sei, ist, wenn es aus F.W. Bernsteins Feder kommt, eine duftende Blüte der Erkenntnis:

    "Nur mit Schlägen kriegst Du ein’ / Nagel in die Wand hinein
    Nur mit Sanftmut kannst Du ihn / schwerlich wieder rauseziehn"

    Aber trotzdem und darum muß man Gauland diesbezüglich recht geben, auch die militärische Gewalt wird falsch erst durch die Art ihrer Anwendung.

    Widersprechen muß man ihm allerdings bezüglich der Ansicht, wir Deutschen hätten ein gestörtes Verhältnis zu derselben. Wenn sich das Militär dazu verstehen könnte, dem Herrn Gauland mit Gewalt und einer Panzerkette über die Zehen zu fahren, dann stünde hier ein Deutscher, der zu dieser Tatsache ein ausgesprochen entspanntes Verhältnis haben würde.

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