Donnerstag, 31. Juli 2014

Die hofnarren sollen schweigen

Bei der kabarettsendung »Die Anstalt«, vormals »Neues aus der Anstalt« hatte man schon lange den eindruck, daß sie so etwas wie die hofnarrensendung des ZDF war bzw. ist. Dort wurde oft in kabarettistischem rahmen kritik ausgesprochen, auf die man im »heute-journal« vergeblich gewartet hätte. Nur scheint es einigen medienvertretern nicht geschmeckt zu haben.

Der medieninitiative »das ZOB« gegenüber äußerte sich Max Uthoff folgenermaßen:



Zitat Max Uthoff:
»[…]Es handelt sich tatsächlich nicht um eine zensurmaßnahme des ZDF, es ergab… ist schließlich eine gerichtliche anordnung gewesen. Das ZDF hat uns unterstützt, hat die einstweilige verfügung nicht unterschrieben. Und so wurde das ganze vom gericht geklärt und in der ersten instanz haben wir sozusagen verloren in anführungsstrichen und mußten die inkriminierten stellen aus der mediathek rausnehmen.[…]Und bei der nächsten instanz werden wir schauen, ob das bestand hat, das urteil.
[…]
Wir sind immer noch der meinung, daß unsere behauptungen stimmen. Und das ist natürlich ein bißchen eine frage der korinthenkackerei. Herr Bittner zum beispiel, behauptet er sei nicht mitglied des german marshall fund. Und das stimmt auch, der ist nicht mitglied der ist participant, also teilnehmer. An dieser kleinigkeit hängt der sich auf […]«

Dazu noch einmal die gesamte sendung vom 29. april. Interessant wird es ab minute 37:



Zitat:
»Moment mal, ein journalist von »Der Zeit« arbeitetet an einem strategiepapier mit, das die außenpolitik Deutschlands neu ausrichtet - und schreibt dann hinterher wohlwollend über diese strategie […]«

Mir ist nicht bekannt, daß die eliten aus politik oder wirtschaft die kritik aus der »Anstalt« nicht ertragen hätten. Es läßt doch tief blicken, daß es die sogenannten »qualitätsjournalisten« sind, die den hofnarren des ZDF den mund verbieten wollen und nach zensur schreien.

Kommentare:

  1. Hallo Mechthild!

    "Mir ist nicht bekannt, dass die eliten aus politik oder wirtschaft die kritik aus der "Anstalt" nicht ertragen hätten."

    Die haben das wahrscheinlich so gesehen, was Kabarett fürs Publikum ist. Unterhaltung mit dem gewissen " ja, so schlimm ist das alles", Beifall, persönliche Bestätigung und danach: " Gehen wir noch einen Wein trinken und was Essen?"

    Danach friedlich in die Molle. Wieder mal ein schöner Abend! Aufstehen, sonst kommst Du zu spät zur Arrbeiit.

    Journalismus ist Lohnarbeit und verlangt nach gleichen Arbeitsbedingungen mit gleichen Inhalten.

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  2. Warmschießen für mehr Zensur.

    Renate Carstens

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  3. @ Troptard
    Insgesamt wurde kabarett immer dafür genutzt, einfach mal »dampf abzulassen«. Daß es erlaubt ist, über die traurigen verhälnisse in denen man zu leben hat, wenigstens mal witze machen darf, damit man das elend, in dem man zu leben hat, erträgt.

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