Dienstag, 11. November 2014

Drachentröter

Leider wurde in den letzten Tagen zu viel darüber berichtet und diskutiert, daß in der vergangenen woche ein drittklassiger bänkelsänger im Bundestag auftrat und einen teil der gewählten palamentarier beleidigte.

Der sänger Ernst Busch ohrfeigte einst den politiker Erich Honecker wegen seines mangelhaften demokrativerständnisses.

Keiner der gewählten sesselwärmer im Bundestag griff den selbsternannten »drachentröter« an, die diskreditierten kollegen und die demokratie zu verteidigen.

Die waren froh, selbst auf der sicheren seite zu sein. Opposition scheint ausschließlich in der vergangenheitsform von interesse zu sein.

Kommentare:

  1. "... Opposition scheint ausschließlich in der vergangenheitsform von interesse zu sein."

    Oh, da muss ich entschieden widersprechen. Die O. ist sehr wohl von Interesse - nämlich als zu bekämpfendes Ziel. Da ist sich weder unser Bundespräsident noch unser Bundestagspräsident zu schaden für - auch unter konsequenter Missachtung demokratischer Prinzipien.

    Es ist bezeichnend für den Zustand dieser Republik, dass solch ein unwürdiger Auftritt noch von den MdB's beklatscht wird - auch wenn sie den politischen Gegner betreffen. Wahre Demokraten, jaja.

    Das alles im Auftrag und unter Duldung eines ach so unparteiischen Bundestagspräsidenten, der die Rechte ALLER Fraktionen zu schützen hat, und dessen Aufgabe es ist, die Geschäftsordnung des Bundestages umzusetzen.

    Wenn die Opposition mit so unwürdigen Mitteln bekämpft wird, scheint sie auch in der Gegenwart von Interesse zu sein.

    Biermann kann man getrost wahlweise weglächeln oder ignorieren. Er ist bemitleidenswert und demontiert sich selbst. Lammert aber hat sich als Bundestagspräsident selbst abgeschafft und einen großen Schaden für die Würde des Bundestages zu verantworten...

    Grüße, Duderich

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    1. Naja, 'Würde des Bundestages' liest sich schon ein wenig seltsam... :-)

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    2. Das mit der opposition meinte ich in bezug auf die oppositionellen in der DDR (im heutigen sprachgebrauch meist als »bürgerrechler« bezeichnet), zu denen heute auch brave mitläufer wie der bundesprediger gehört haben wollen.

      Es galt mal als vorteil der parlamentarischen demokratie, daß es »opposition« sogar in der quasselbude und nicht nur im stillen kämmerlein gäbe. Daß das so ist, scheint einigen figuren wie obertröte Biermann nicht in den kram zu passen. Da hocken nun die »oppositionellen« aus der DDR, die einst für frieden, demokratie und umweltschutz gewesen sind und lassen sich gern von diesem staat instrumentalisieren gegen die werte für die sie in der DDR einmal waren.

      In dem system, in dem sie nicht vorgesehen war und in dem es stattdessen eine »unverbrüchliche einheit aus staat und volk« geben sollte, soll die opposition etwas wertvolles gewesen sein. Und in diesem staat, in dem sie »dazu gehören« soll, beweist Biermann vor versammeltem haus verbale inkontinenz und niemand von diesen »gestandenen demokraten« verteidigt diesen angeblich hohen wert. So hatte ich das gemeint.

      Daß die opposition dahingehend von interesse ist, daß man sie gern mit loswäre, stimmt natürlich.

      Aufregen muß einen das nicht, denn die bürgerliche demokratie ist keine einrichtung, in der es um die interessen der menschen ginge.

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  2. Als stets um ausgleichende Gerechtigkeit besorgter Bürger werde ich beim Bundestagspräsidenten demnächst beantragen, zu einer der nächsten Sitzungen des Deutschen Bundestages Reinhard Fendrich einzuladen, der vor dem versammelten Hohen Hause seinen "Tango Korrupti" zum Besten geben wird. Mal schauen, ob er dafür dann ebenfalls frenetischen Applaus, Gabriel´sche Händeschüttler und Merkel´sche Schulterklopfer erhalten wird...

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    1. Für den bundestag wäre »tango korrupti« tatsächlich nicht schlecht. Für die flächendeckende überwachung könnte man aber auch einen US-Amerikanischen klassiker wie »someone to watch over me« singen. 

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  3. Liebe Mechthild,
    Tell me more: Ich weiß gar nichts davon daß Busch Honecker geohrfeigt habe. Das ist doch eine Sensation. Wann und wo wäre das gewesen? Freundschaftsgrüße aus Antwerpen,
    Nashenka

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    1. Liebe Nashenka,
      die ohrfeige soll der Ernst Busch dem Honecker in den frühen 50er jahren auf einer parteiversammlung verpaßt haben. 
      Herzliche grüße aus Berlin,
      Mechthild 

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