Dienstag, 4. November 2014

4. November

Im grunde müßte der 4. november ein gedenktag sein.

Am 4. november 1948 fand der einzige generalstreik der Deutschen nachkriegsgeschichte statt. Und nicht einmal wackere gewerkschaftler erinnern an diesen tag. Jeder meint über den 17. juni 1953 bescheid zu wissen, der sogar früher Westdeutscher nationalfeiertag war.

Wegen eines streiks. An den viel größeren streik im westen möchte niemand mehr denken.

Ab donnerstag werden die lokführer wieder streiken. Diesmal wird es auch mich betreffen. Ich habe schon vor längerer zeit eine bahnfahrt gebucht, weil ich diesen unsäglichen »mauerfallsonntag« unter keinen umständen in Berlin verbringen möchte. Wie ich gesehen habe, wird meine reiseroute bestreikt, irgendwie werde ich aber schon fahren können. Wahrscheinlich wird es schwierig, auf der anderen seite freue ich mich sehr, daß diese beschissenen feierlichkeiten zum 25. jahrestag des mauerfalls bestmöglich boykottiert werden.

Solidarität.

Kommentare:

  1. Nur mal als Tipp, sowas wie Mitfahrgelegenheit.de bspw. könnte Dir und vielen anderen Betroffenen helfen...

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    1. Mitfahrgelegenheiten sind kein ersatz für den verkehr auf der schiene.

      Ich hatte es von anfang an befürchtet, daß gestreikt werden könnte. Ich habe eine fahrkarte gekauft und die werde ich nutzen. Ich gehöre offenbar zu der minderheit, die diesen streik eher positiv bewerten.

      Für mich ist das kein thema. Ich werde mit der bahn reisen. Ich nehme ausreichend zu lesen und zu essen mit.

      Kein feiges ausweichen, sondern solidarität mit den streikenden arbeitern!

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    2. Hallo Mechthild!

      Von den grossen Streiks 1948 und 1953 habe ich niemals nie etwas gehört. Da habe ich wohl noch in die Windel gepinkelt.

      Soweit ich mich erinnern kann, haben meine Eltern, noch in der deutschen Volksgemeinschaft aufgewachsen, nie gestreikt.

      Die wollten immer nur arbeiten. Ich bekam als Belohnung einen Schlüssel, damit ich vom Kindergarten in die Wohnung kommen konnte.
      Ich vermute, die haben unter Solidarität etwas vollkommen anderes verstanden, den unbehinderten Zugang zur Maloche.

      Na ja, und eben mal in die Bahn steigen, das war vom magerem Hungerlohn auch nicht so ohne weiteres drin.

      Dafür scheint es meiner inzwischen graumellierten Generation doch überraschend gut zu gehen.

      Wahrscheinlich braucht es noch nicht einmal einen besonderen Führerschein, um Strassen und Parkplätze mit den LKW-grossen Wohnmobils zu verstopfen.

      Von denen erwarte ich ohnehin keine Solidarität. Und von dem Rest des Menschengeschlechtes ohnehin weniger als möglich wäre.
      Im Kopf liesse sich sowas ja durchaus entwickeln, als denkender Mensch, und dann auch als Betroffener.

      "Kein feiges ausweichen, sondern solidarität mit den streikenden arbeitern !"

      Unterschreibe ich sofort! Nur wer wird sich wieder den Tritt in den Arsch von seinen solidarischen mündigen Mitbürgern einholen?

      Na wer ?











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    3. Hallo troptard,

      es ist klar, daß die streikenden gewerkschafter den tritt in den arsch kriegen. Und zwar dafür, daß sie solidarisch für ihre kollegen mitstreiken.

      In den medien wurde gestern viel über den wirtschaftlichen schaden berichtet, der durch den streik entsteht. Kein wort darüber, welcher schaden jeden tag denen entsteht, die hier lohnmalochen müssen.

      Leider ist es bis heute wohl die mehrheit, die lieber brav ihre arbeit tut. Und das kann man den leuten nicht einmal übel nehmen, denn letztendlich sind es immer sie, die in diesem tollen system die konequenzen zu tragen haben. Schließlich bestimmt immer die gegenseite, wer zu welchen konditionen arbeiten »darf«.

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  2. Na denn gute Reise sowie ausreichend Lesestoff und genügend "Fourage" für unterwegs gwünscht.

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  3. http://www.marktende.de/BUECHER/NORBERT04.PDF
    Kleine Geschichte zum Thema Generalstreik 1948 für Interessierte.

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    1. Danke für den link. Das pdf hab ich auf den eBookReader geladen, damit ich was zu lesen habe, falls ich unterwegs irgendwo »strande«.

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    2. Jederzeit gern, der Mensch freut sich doch, wenn er was für andere tun kann, und dann auch noch mit so wenig Aufwand; Deiner ist ja viel größer, und ich lese hier immer mit großem Interesse!

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