Sonntag, 16. November 2014

(Geld)Quelle Karstadt

Im grunde erscheint es als durchaus erfreuliche nachricht, daß der manager Middelhoff für seine missetaten für drei jahre in den knast soll.

Das traurige daran ist, daß er nicht wegen seines managements, dem die leute egal waren, eingebuchtet wird, sondern wegen steuerhinterziehung und untreue dem konzern gegenüber.

Im mai 2009 zogen die mitarbeiter von Karstadt vor das wirtschaftsministerium. Sie hatten angst um ihre arbeitsplätze. Hier ein archivbild. Es entstand mai 2009 eher zufällig.



Sie zogen vor das wirtschaftsministerium, wo der damals amtierende »almöli« großartige lösung parat hatte. Sie wurden »gerettet«. Nicolas Berggruen kaufte die warenhauskette für 1 €. Der »investor« galt als »wohltäter«, weil er einen teil der arbeitsplätze unter härteren ausbeutungsbedingungen erhalten konnte. Investiert hat er keinen weiteren cent, sondern getan, was investoren tun: hand aufhalten, kassieren. Hätte man der belegschaft den laden für diesen spottpreis überlassen, hätten die im eigenen interesse schon etwas damit angefangen. Stattdessen mußten sie auch unter dem neuen eigentümer lohneinbußen hinnehmen und schlechtere arbeitsbedingungen.

Und weil wir im besten wirtschaftssystem der welt leben, ist es völlig normal, einen ganzen konzern für einen einzelnen Euro aufzukaufen, tausende menschen über jahre hinweg um den von ihnen geschaffenen mehrwert zu bescheißen und dafür als »retter« durchzugehen.

Mit sicherheit ist es eine gute idee, den Middelhof einzusperren. Der grund allerdings grundverkehrt. Niemand kommt für den beschiß an den menschen in den knast.

Weshalb das zwangsläufig so ist, wäre zu klären.

Kommentare:

  1. Für den Beschiss am Menschen kommt man in den Knast - Steuerhinterziehung ist nichts anderes.

    Für die Ausbeutung von Menschen kommt man nicht in den Knast, den unser System basiert darauf.

    Grüße,
    Duderich

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    1. Na, Beschiss ist illegal!

      Sonst gibt es keinen - da haste Wohl recht.

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    2. Der Unterschied ist, dass der Ausgebeutete die Bedingungen seiner Ausbeutung durch Unterschrift akzeptiert hat, der Beschissene eben nicht, sondern was anderes vereinbart hat. Soweit hat ja eure Kurzdiskussion mühelos geführt.
      Es dürfte nicht leicht sein, aus dem Blickwinkel der Justiz magelnde "Menschlichkeit" zu verfolgen, also kann sie sich nur auf Beschiss beziehen und eben nicht auf Ausbeutung mit Einverständnis. Sobald es gelänge, mangelnde Menschlichkeit justiziabel zu machen, wäre Justiz wohl überflüssig, denn dann hätten sich so viele Menschen schon auf eine andere Basis des Zusammenlebens geeinigt, dass der kleine Rest weglaufen würde.
      Odr hoffe ich da zu viel?

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    3. Ob die ausgebeuteten tatsächlich freiwillig ihre ausbeutung akzepieren, ist die frage. Als mensch der keine eigenen produktionsmittel hat, bleibt einem als einzige legale möglichkeit, geld zu verdienen, lohnarbeit. Und die geschäftsordnung, wie die hierzulande vonstatten geht, hat der staat gesetzlich geregelt.

      Manager wie der Middelhoff sind dafür da, das eigentum der kapitalbesitzer möglichst effizient zu mehren, bei Karstadt ist das über viele jahre hinweg dadurch geschehen, daß die mitarbeiter dazu genötigt wurden, auf teile ihres kleinen einkommens zu verzichten, damit der laden weiterläuft. Es sollte wirklich zu denken geben, daß diese art der erpressung völlig legal ist, während ein paar flüge auf firmenkosten zu weit gehen.

      Solange für profit im privatinteresse gewirtschaftet wird, wird es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein, menschlichkeit einklagbar zu machen. Unser gesamtes rechtssystem ist auf das privateigentum ausgerichtet und nicht auf menschliches miteinander.

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  2. Ach, übrigens:
    'Die Schrottpresse' ist umgezogen:
    http://edelfeda.wordpress.com/

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    1. Schande, schande, ha’ick glatt übasehen! Link wird direktemang erneuert.

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  3. Moin Mechthild
    Wär doch nicht nötig gewesen - ich hatte mich schon an meinen Stammplatz am Grunde gewöhnt. Jetzt hüpfe ich wieder rauf und runter :-)

    Das Al Capone-Prinzip. Wegen Steuerhinterziehung, nicht wegen all der Morde und anderer Verbrechen wanderte jener in den Bau. Da möchte ich nicht Mitglied der Strafermittlungsbehörde sein: Die werden das nicht anders sehen, müssen aber zähneknirschend das nehmen, was sie nachweisen können. Das beste Justizsystem, das man für Geld kaufen kann.

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