Mittwoch, 15. Januar 2014

Mechthild und die nazis

Einer, der hier nicht verlinkt wird, meint zu glauben, daß ich mich in einem kommentar, den ich gestern schrieb, auf den Nietzsche bezog. Damit ist selbstverständlich mein bezug zu den nazis hergestellt. Ich mußte erstmal herzlich drüber lachen, wie man auf die idee kommen kann, sich einen derart himmelschreienden blödsinn auszudenken. Absurd.

Tatsächlich habe ich mich noch nie auf den Nietzsche bezogen, wie sollte ich das können, wenn ich keins seiner werke gelesen habe? Das sorgt für erheiterung, wenn ich dann andernorts zu lesen kriege, daß meine »religion« der »glaube an den übermenschen« sei und deren »prophet« sei der olle Nietzsche selbst.

Was meinen bezug zu den nazis betrifft, kann ich glatt noch eins oben draufsetzen: den Hitler habe ich gelesen (zumindest zu weiten teilen). Und das würde ich auch jedem nahelegen, der lernen möchte, was die ideen des Deutschen faschismus waren. Es macht definitiv keinen spaß, das zu lesen. Wenn man jedoch über dieses »die nazis, die waren ääächt schlimm gewesen« rauskommen will, muß man wissen, was die eigentlich wollten. Da kommt man an der quallektüre nicht vorbei.

Ich schrieb übrigens folgendes:
Gegen eine reale gesellschaft ohne krieg spricht unsere wirtschaftsform. Kriege werden aus wirtschaftlichen interessen geführt, länder, die ihre bevölkerungen, rohstoffe und dergleichen der kapitalistischen verwertung entziehen, stehen den angeblich »zivilisierten« industrienationen bzw. deren kapitalinteressen entgegen.



Die übelsten diktaturen (z.b. in damals Spanien, Chile oder Griechenland) werden vom »zivilisierten westen« toleriert, solange sie nicht auf die idee kommen, etwas anderes als kapitalismus zu machen. Deshalb gelten vergleichsweise harmlose staaten wie Kuba oder Venezuela als »böse«, während einem finstren staat wie Saudiland im großen stil panzer und andere rüstungsgüter verkauft werden.

Hätte man eine wirtschaft, die nicht für kapitalvermehrung, sondern für die bedürfnisse der menschen produzieren würde, wären panzer, bomben, granaten etc. überflüssig. Im grunde ist die herstellung solcher güter zeitverschwendung. Kein mensch, der halbwegs bei trost ist, braucht dergleichen für seinen persönlichen bedarf (wer öfter zugeparkt wird, wünscht sich vielleicht schon manchmal einen T-35, aber der ist nicht schnell und vom verbrauch her ungünstig). In den meisten fällen will die mehrheit der bevölkerung der jeweiligen länder keinen krieg. Die leute wissen, daß in kriegen menschen sterben und verstümmelt werden. Die meisten lehnen das ab.



In Deutschland geht es langsam so hinterhältig zu wie in den USA, daß leute aus der unterschicht, wenn sie irgendwie aus ihrem elend rauswollen, in zur armee gehen müssen, weil das die einzige möglichkeit ist.

Mit dem wesen des menschen, wie der Herr Karl behauptet, hat das wenig zu tun.

Ich glaube keineswegs, wie andernorts behauptet, an irgendeinen »übermenschen«. Ich denke jedoch, daß wenn die menschen nicht mehr in ein globales konkurrenzsystem gezwungen werden, sondern stattdessen miteinander kooperieren können, weil die existenz eines jeden nicht in frage gestellt wird und die menschen nicht nach nationalen interessen gegeneinander aufgehetzt werden, die welt relativ friedlich sein könnte.

Mit der »selbsterlösung« eines »übermenschen« hat das nicht die bohne zu tun.

Mein verehrter und eifriger leser wird aus diesem artikel auch wieder nur mitnehmen, was ihm beliebt. Und das wird sein, daß ich Hitler gelesen habe, schließlich ist das ein »beweis«, daß ich faschistin bin und nicht das, was ich vorgebe zu sein.

Dazu sage ich, meidet sekundärliteratur: wenn Ihr wissen wollt, was ich denke, lest hier. Wenn Ihr wissen wollt, was andere denken, lest bei denen. Aber mißtraut denen, die über andere schreiben. Auch mir, schließlich habe ich gerade über einen anderen geschrieben.

Hoffentlich ist es mir gelungen, einigermaßen sachlich zu bleiben, das ist nicht einfach, wenn man mit konfusem konfrontiert wird.

Kommentare:

  1. Wer Deinen verehrten(?) und eifrigen Leser kennt wird nicht überrascht sein.
    Er schreibt sich seine Welt - wie sie ihm gefällt.

    Er hasst alles, was systemkritisch ist. All jene, die außerhalb seiner ideologischen Leitplanken denken, bekämpft er. Und das, in Ermangelung eigener Ressourcen auch noch schlecht. Ihm bleibt nur Agitation und Hetze, gegen Andersdenkende. Das nennt dieser dann >linksliberal< (kicher).

    Mechthild: Wenn Du in seinen Fokus gerätst, dann hast Du wohl alles richtig gemacht.
    Jemand, der mit so einer Vehemenz linke Blogger bekämpft, der hat Angst, dass seine Puppenhaus-Ideologie zusammenbricht.
    Lass ihn spielen!
    Schau einfach nur, wie viele ihn kommentieren und betrachte die Gesinnung von Denen wenigen, die sich auf seine Argumentation einlassen.

    Mir selbst sprach er Mitleid aus. Nein, er leidet nicht für mich. Die geheuchelte Anteilnahme ist nur ein geheucheltes Instrument seiner Demagogie.

    Seinen ursprünglichen Blog hat er gelöscht.
    http://flatterwatch.blogspot.de/

    Er gab sich geläutert - wollte niemanden mehr persönlich angreifen - und viel sehr schnell in seine alten Muster zurück.
    Er kann einfach nicht anders.
    Er versucht beispielsweise, mich gegen Pantoufle aufzuhetzen. Schon seit langem. Es gelingt ihm nicht, aber er wird nicht müde es zu versuchen. Er begreift einfach nicht, dass seine manipulativen und dilettantischen Versuche bei mir nicht verfangen.

    Wer seine Seite liest, wird ziemlich schnell bemerken, dass sie nur den Sinn hat, gegen opportunistische Kräfte anzukämpfen.

    Aus ihm spricht eine tiefe Angst, dass sich irgend etwas verändern könnte.
    Weil er sich nicht bereit fühlt, sich auf veränderte Umstände einzulassen - selbst wenn sie ihm Vorteile versprächen.

    Schlicht ein Mensch, der überall seinen Feind sieht, der außerhalb seines ideologischen Tellerrandes denkt - ja träumt.

    Vor nicht allzu langer Zeit wäre er ein Blockwart gewesen - heute ist er ein Blogwart.

    Nimm ihn nicht ernst - und nimm es nicht persönlich.

    Das Internet ist groß. Dementsprechend tummeln sich auch viele Kleingeister und ewig Gestrige, die auf dicke Hose machen, aber nichts konstruktives beizusteuern haben. Dessen einzige Waffe die Provokation ist.

    Lächeln und ignorieren!

    Liebe, solidarische Grüße
    vom
    Duderich



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    1. An sich habe ich mich lange zeit aus diskussionen mit oder über, den, den ich meinen verehrten und eifrigen leser nenne, vermieden, weil mir relativ früh aufgefallen ist, daß der es mit dem argumentieren nicht so hat und das ist für eine diskusion schlecht. Der verwechselt glatt behauptung und argument, wobei das argument stets ausbleibt.

      Bei »flatterwatch« hab ich mich gefragt, was der eigentlich will. Inzwischen scheint es klar, daß der als verfechter der hufeisentheorie »beweisen« will, daß die linken blogger alle »eh bloß rotlackierte faschisten« sind - und bei manch einem wurde das umlackieren halt vergessen.

      Mir ist klar, daß der provozieren und spalten will, der kann oder will halt nicht anders. Aber die behauptungen, die er gegen »uns« (damit meine ich die linken blogger die im grunde kein »wir« sind, weshalb seine anrede »ihr« völlig für die hose ist) sollte man durchaus ernst nehmen. Auf der argumentativen ebene macht der vergleichsweise schnell schlapp. Also ernst nehmen, möglichst rational argumentieren.

      Ein wenig ironie kann ich mir dabei kaum verkneifen… ist er doch der einzige der mein blog offenbar regelmäßig und aufmerksam studiert (grins).

      Liebe grüße von
      Mechthild

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    2. @Mechthild
      Immer das selbe Spiel, immer die selben 3 Kernsätze, die in absehbarer Reihenfolge kombiniert werden. Es ist ermüdend: Irgend jemand erzählt von Südafrika – Karl hat dort Jahre verbracht. Ein Kommentar über Wirtschaft – Karl war Kaufmann; Kindererziehung? Karl bekommt virtuelle fünf Kinder. Tränengas und Gummiknüppel? Karl war dabei: Zuerst auf der »bösen« Seite der Barrikade, was sich in der Neuauflage der Flatterwatch zum »langjährigen Polizist « verwandelt.
      Eine eigene Meinung hat er nicht: Er hat die Meinung derer, nach denen er die Kommentarspalten der Blogs fleddert. Was soweit geht, daß er sich selbst deren Formulierungen aneignet und sie als eigene verkauft.
      Jetzt hat er also auch Nietzsche gelesen – wenigstens das, was die Wikipedia hergibt und auch das hat er nicht verstanden. Selbst den unwahrscheinlichen Fall angenommen, er unternehme den Versuch, so würde das genau so enden wie seine primitiven Versuche, Reizworte als Argumente zu mißbrauchen. (und anstelle der Aufforderung, Zusammenhänge mit dem 1€Blog und Nietzsche herzustellen, zitiert er...sich selber.) Was erwartet uns als nächstes? Hegel? Wittgenstein? Carnap?

      Was man also an seinen Behauptungen gegen die »linken Blogger« ernst nehmen sollte, erschließt sich mir nicht. Das erinnert mich zu sehr an die Affen und die Encyclopaedia Britannica. Von seinen schwachsinnigen kreisförmigen Hufeisentheorien und dergleichen einmal ganz abgesehen.
      Ich werde meine Zeit damit nicht verschwenden, das ewig gleichen Gebrüll nach Diskussionsfähigem zu durchstöbern. Mein Interesse gilt Neuem, nicht dem Inhalt einer Müllhalde (weswegen ich unter anderem eben auch Dein Blog aufmerksam lese :-) ) Gespräche interessieren mich dann, wenn ich etwas lernen kann – man sollte sie nicht führen, um die Grenzen der eigenen Selbstbeherrschung zu ergründen.

      Karl?
      »Ich bin ja einer der ganz Wenigen, wenn nicht der Einzige, der gegen eine Übermacht von Kapitalsimusüberwindern, Geld- und Kriegsabschaffern steht«.
      Das habe ich schon mal gehört. Schon zu oft. Nicht wörtlich, nur dem Sinn und dem Selbstverständnis nach. Und vor Jahrzehnten habe ich für mich selber entschieden, genau das bis aufs Messer zu bekämpfen.
      Nie wieder Faschismus.

      LG
      das Pantoufle

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    4. Wahrscheinlich hast Du recht. Wenn man den den Karl dazu auffordert, seine behauptungen mit argumenten zu belegen, dann kommt da meist gar nichts oder selbstzitate, die er aus wikipedia zusammengezimmert zu haben scheint.

      Der scheint es mit dem glauben zu haben, der hat den boden des rationalen verlassen und da ist diskussion tatsächlich sinnlos. Offenbar merkt er es selbst nicht mal, daß er argumentativ ziemlich schwach ist.

      lg,
      Mechthild

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  2. @MM
    Ich habe Nietzsche gelesen. Also kann ich Deine Fantastereien über eine bessere, gerechtere Gesellschaft ohne Krieg und ohne Geld in Bezug auf Nietzsche beurteilen.
    Da Du Nietzsche nicht gelesen hast, kannst Du's wohl nicht.

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    1. Da habe ich mal ganz schnell einen Screenshot von gemacht, bevor das im Mülleimer verschwindet.
      Leider nur der Kommentar.

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    2. @ Herr Karl
      Sehr gut, wenn Du den Nietzsche gelesen hast, dann kannst Du sicherlich die parallelen nennen, die zwischen dem von mir geschriebenen, das sich auf unser wirtschaftsystem bezog und dem was Nietzsche schrieb, benennen. Ein paar quellenangaben dazu wären nett, damit ich das bei gelegenheit nachprüfen kann.

      Es ist eine hanebüchene idee, daß ich mich auf einen autor beziehen könnte, der mir dem namen nach selbstverständlich geläufig ist, den ich jedoch nie gelesen habe. Erklär halt die parallelen, die zwischen dem text von mir und den texten Nietzsches existieren.

      Ansonsten kann man Deine behauptungen getrost unter »ulk« verbuchen.

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  3. @MM
    Ich hatte Dich doch für kluger gehalten, als mir hier in einem eigenen Artikel eine Plattform zu geben. Ich bedanke mich jedenfalls recht herzlich dafür.

    Aber wie Ihr Linksaussen halt so seid: Wie Duderich und Pantoufle dauernd "totales Ignorieren" meiner Person und meines Blogs geloben und mich dann immer wieder in Artikeln und Kommentaren erwähnen...

    Scheiss Streisand-Effekt!

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    1. Das hier soll eine plattform für Dich und den streusand-effekt sein? Habe ich versucht Deine kruden behauptungen medienwirksam per gericht zu unterbinden?

      Nein.

      Lediglich habe ich argumente genannt, die gegen Deine behauptungen sprechen.

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  4. Ich habe in meinem langen Leben ja schon einiges an Blödheit und Stumpfsinn gesehen: Aber daß sich sich jemand mit heruntergelassenen Hosen hinstellt und kreischt: »Ich bin ein Troll, ich bin ein Troll - seht Ihr?«
    ...
    Aber es gibt immer ein erstes Mal.

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    1. Daran kann man nun wirklich niemanden hindern. Meine uroma hat immer gesagt, jeder blamiert sich selbst, so gut er kann.

      Wenn einer über mich unargumentativ behauptungen aufstellt, ist das ungefähr so viel wert, wie einmal gekonnt in die hohle hand geschissen.

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    3. Jeder hier kennt Deine behauptung. Hier geht es allein um argumente, die sie belegen.

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  6. Einfach bitte so weiterschreiben Fr. Mühlstein. Beim Kehren wird manchmal Staub aufgewirbelt. Das ist nur schwer zu vermeiden.
    Und nun zu Ihnen Herr Karl:
    Wenn Sie die Gesellschaft in der wir leben verstehen wollen, lesen Sie nicht Nietzsche sondern die Bedienungsanleitung. Die ist von einem gewissen Herrn Marx und heist "Das Kapital".

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    1. Keine sorge: hier geht es absolut »normal« weiter. Das mit der »bedienungsanleitung« gefällt mir.

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  7. 6 (In Worten: Sechs) Kommentare vom Troll entfernt. Gibts dazu noch eine besondere Edition? Die interessierte Öffentlichkeit hat ein Recht auf Amusement.

    pantoufle hat irgendwann einmal völlig richtig die Analogie gezogen, dass jemand, der überall, insbesondere permanent beim Spiegelfechter so richtig was auf die Moppe kriegt, auch im realen Leben eines Tages Amok laufen wird. Mit Rücksicht auf die evtl. Opfer in einem derartigen Rausch sollte man ihn und seine Provokationen wirklich nur noch ignorieren.

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    1. Das hier ist ein kommunistisches blog. Hier ist alles absolut toternst und lachen ist verboten, wo kämen wir sonst hin?

      Ein recht auch amusement gibt es so oder so nicht. Weit mehr als sechs kommentare entfernt. Alles woanders nachlesbar. Mir egal.

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anmerkungen willkommen, mißbrauch strafbar.