Freitag, 20. Mai 2016

Volksabstimmung in der Schweiz zum BGE (5)

Der Werner Rätz mal wieder. Im interview mit der jw (leider nicht im kostenlos online lesbaren teil) spricht er darüber, daß das BGE nur dann ein gewinn sei, wenn es nicht als »sparmodell mißbraucht« würde.

Auch sei es eine »typisch Deutsche debatte«, daß man drüber redet, daß sich auch das »fieseste modell« durchsetzen kann. Wenn es tatsächlich »typisch Deutsch« ist, dinge mit logik und sachverstand zu begutachten und zu bewerten, dann bin ich gern typisch Deutsch.

Es ist nun einmal bei weitem wahrscheinlicher, daß es ein BGE geben wird, das unserem wirtschaftssystem gemäß ist. Schließlich kommt es nicht von ungefähr, daß seit 30 jahren ständig darüber gesprochen wird, daß der sozialstaat zu teuer werden würde. Trotz ständig steigender produktivität. Die produktionsmittelinhaber wissen eben, daß selber fressen dick macht und wollen deshalb nicht teilen.

Daran ändert auch die idee des grundeinkommens nichts. Die will überhaupt nichts an den produktionsverhältnissen ändern, durch die die leute ständig in interessenkonflikte gezwungen werden.

Hier mehr zum thema »grundeinkommen« lesen.

Kommentare:

  1. Hallo Mechthild,
    Du interessierst Dich eventuell für
    http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/buch.htm
    Ab Seite 155 setzt sich der Autor auch mit dem BGE auseinander. (Nicht, dass das davor und danach weniger lesenswert wäre...)
    Link gefunden mal wieder bei Georg Trappe.

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    1. Mit den ideen von »dr. Wo« hatte ich mich vor ca. acht oder neun jahren schon mal beschäftigt. Seinem urteil über das BGE stimme ich weitgehend zu.

      Seine begeisterung (s.173) für Ludwig Erhardt und die währungsreform teile ich allerdings nicht. Mit der währungsreform war das vermögen der gewerkschaften und der arbeitenden bevölkerung eiskalt enteignet, während das kapitalvermögen weitgehend geschont wurde.

      Im herbst 1948 kam es zum einzigen generalstreik in der Westdeutschen geschichte, der jedoch schnell niedergeschlagen werden konnte, weil die gewerkschaften kein geld in der streikkasse hatten.

      An das sogenannte »wirtschaftswunder« glaube ich nicht. Der Erhardt hat damals nichts »versäumt«, der war damals wegen der konkurrenz im osten gezwungen ein paar krümelchen an die arbeiter zu verteilen - das passiert im kapitalismus immer nur dann, wenn er gar nicht anders zu retten ist.

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    2. Ich sehe das ganz ähnlich; Erhardt in einer anderen Zeit oder Situation hätte wohl nicht posthume Begeisterung hervorgerufen. Dr. Wo geht auch leider nicht darauf ein, dass das Kopfgeld 1948 eben bei weitem nicht alles war. Immerhin ist er realistisch, was die Chance angeht, seinen Deckel-Vorschlag zu verwirklichen.

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