Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachstslied

von Erich Mühsam, 1930

Freut euch Mädels, freut euch, Knaben,
morgen kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinem Sack voll Gaben,
wo sich’s Vater leisten kann.
Doch ist Vater arbeitslos,
Kommt er mit der Rute bloß.

Sparsamkeit heißt die Parole
für das holde Weihnachtsfest.
Spart das Fleisch das Brot die Kohle,
spart, was sich nicht zahlen läßt.
Auch das Reich spart überall –
außer für den Kriegesfall.

»Friede, Friede sei auf Erden«,
singt die Dame fromm im Stift.
Nur laß keinen Film draus werden!
Der ist für das Deutschtum Gift.
Dolch und weiße Maus bereit –
gnadenvolle Weihnachtszeit.

Mit den Löhnen und Gehältern
nieder! Nieder mit Remarque!
Füttert statt mit Fett ihr Eltern,
euer Kind mit Kriegsgeist stark!
Die Entscheidung fällt - wer weiß? –
schneller oft als jeder Preis!

Englein überm Christbaum schweben,
teil aus Wolle, teils aus Glas.
Morgen, Kinder wird’s was geben -
aber fragt mich nur nicht: was?
Einmal wird ganz Deutschland wach –
heißa, dann ist Hitlerkrach!

Kommentare:

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    1. Weshalb sollte denn bei mir der Christus herein kommen? Und dann ausgerechnet an weihnachten? Das wäre doch zum gähnen langweilig.

      Das gedicht stammt nicht übrigens nicht von mir, sondern von Erich Mühsam, was ich auch dran geschrieben hatte. Der war zum glück alles andere als ein »heiliger«, allerdings hatte er in den letzten monaten seines lebens mehr zu durchleiden als »bloß« eine kreuzigung.

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    3. Was ausgerechnet der herr Mosebach damit zu tun haben soll, wird wohl für immer ein geheimnis bleiben.

      Anstatt küsschen kommt da wohl besser das nudelholz zum einsatz.

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    5. Tiger konnte ich noch nie ausstehen.

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    7. Ei, das beeindruckt mich jetzt schwer.

      Mach halt.

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  2. Guten Abend Mechthild,
    Dir alles Gute für die Zukunft!

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    1. Herzlichen dank, Troptard, wünsche ich Dir auch. Und einige erholsame tage zum jahresende.

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