Sonntag, 25. Mai 2014

Ja zu Tempelhof. Nein zu Tempelhof.

Ich war schon wählen.

Ich habe die PARTEI gewählt. Davon konnte ich auch einige typische LINKS- oder nichtwähler überzeugen. Schließlich möchte ich, daß es mal ein paar vernünftige menschen nach Brüssel verschlägt und nicht bloß freizeitpolitiker wie Silvana Koch-Mehrin.

Nebenher durfte ich »ja« zu Tempelhof sagen. Und »nein« zu Tempelhof sagen. Und zwar genau in dieser reihenfolge.

Damit habe ich der idee der bürgerinitiative, die möchte, daß das Tempelhofer Feld so bleibt, wie es ist, zugestimmt. Und dem plan des senats, der randbebauung möchte, abgelehnt.

An sich finde ich beide vorschläge blöd. Ich bin sehr dafür, daß in Berlin wohnraum geschaffen wird. Wenn der senat das jedoch gewollt hätte, wären da andere möglichkeiten gewesen. Beispielsweise hätte er die »rückbauprogramme« für leerstehenden wohnraum nicht fördern, sondern unterbinden müssen. Ich glaube nicht, daß dieser senat auf dem land des Tempelhofer Feldes wohnraum für arme schaffen wird.

Deshalb bin ich für die, die wollen, daß es so bleibt, wie es ist. Das gesetz, das beschlossen wird, ist wie alle gesetze nicht für die ewigkeit. Vielleicht entscheiden sich die menschen irgendwann einmal, das Tempelhofer Feld anders zu nutzen.

Das geht aber nicht, wenn bereits tatsachen geschaffen sind. Also ist es vernünftig, sich erst einmal dafür zu entscheiden, daß erst einmal alles so bleibt, wie es ist.

Kommentare:

  1. Moin,

    Die Partei,oder ungültig mit passendem Kommentar.

    Habe mich gerade entschieden,und wähle auch den Sonneborn.

    Beste Grüße und Schönen Sonntag
    Hagnum

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    1. Noch superer. Der Sonneborn kriegt heute richtig stimmen. Zumindest drei...

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    2. Moin again,

      habe den Sonneborn um 14Uhr30 eingetütet.Na gut,bloß gefaltet und ab in die Box.

      War übrigens alleine im Lokal;abgesehen von den 3 Wahloffiziösen.

      Schönen Sonntag nochmals
      Hagnum

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  2. Berichtigung: 4 Stimmen, meine hat er auch!!!

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  3. Oh, das wird ja richtig spannend. Ich warte schon auf die erste hochrechnung.

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  4. Meine Stimme für die PARTEI hat die Hochrechnung 19 Uhr auf 0,5% hoch katapultiert.

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    1. Deine stimme war am schluß ausschlaggebend, immerhin hat DIE PARTEI so einen sitz in der quasselbude, die nichts zu sagen hat, erhalten.

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  5. Knapp Einhundertausend WählerInnen sind von der Linkspartei zur AfD gewechselt - das muss man sich mal reinziehen...

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    1. Wer eigentlich wähler der LINKEN ist und ausgerechnet zur AfD wechselt, müßte wohl schon einen ziemlichen klatsch an der waffel haben.

      Die AfD bietet auch für moderat linksorientierte freunde der bürgerlichen demokratie nichts. Sondern reaktionäre ideen, die sowohl für den arbeitenden als auch für den arbeitslosen normalmenschen nichts positives bedeuten. Das habe ich in diversen betrachtungen bereits dargelegt.

      Wie zählen die das eigentlich aus, wer von wo wohin wechselt?

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    2. In deinen Betrachtungen sehe ich diese Punkt aber nicht gewürdigt (aus einer AfD-Broschüre zur Wahl):
      * "Es darf kein Lohndumping zu Lasten der Arbeitnehmer geben."
      * "Sparkonten der Bürger müssen geschnützt werden, nicht die Bonuszahlungen für unfähige Banker. Wer als Banker Geld in den Sand setzt, darf nicht mit Abfindungen belohnt werden."
      * "Bevor für Schulden andere Länder in Anspruch genommen werden, sollen die Schulden erstmal durch eine Solidaritätsabgabe der Vermögenden im eigenen Land reduziert werden."
      * "Die EU soll dem Bürger dienen, nicht umgekehrt. Deshalb soll es ein Bürger-Veto geben, mit dem in jedem EU-Mitgliedsstaat die Bürger Unsinn der EU blockieren können."
      * "Universitäten sollten zu en traditionellen Studiengängen zurückkehren können, wenn sich der Bologna-Prozess nicht bewährt." (für mich ein starker Punkt für die AfD)
      * "Rückbesinnung auf den Maastricht-Vertrag, der jede Schuldengemeinschaft verbietet."
      * "Deutschland hat in der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank so viele Stimmen wie Malta und andere Kleinstaaten. Das ist ungerecht und muss geändert werden."

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    3. Wenn Du Dir darüber klarheit verschaffen möchtest, was man unter »kuhkäse« versteht, schlage vielleicht ein anderes buch auf.

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    4. Ich frage mich, wie man als denkender Mensch ernsthaft zu der Überzeugung gelangen kann, dass sich Politiker, die gute Menschen sind, allergrößtenteils nur in einer einzigen bestimmten Partei finden lassen (hier: die Linkspartei).
      Woraus folgt, dass in einer "guten" Welt so eine Partei nahezu alle Stimmen erhalten müsste.
      Diese schlichte Schwarz-weiß-Einteilung der Menschen, die Bemessung der Güte eines Menschen an seiner Parteizugehörigkeit...
      Dieses beschränkte Weltbild lässt mich schaudern.

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    5. Aha.

      Als nichtdenkender mensch bin ich der auffassung, daß politiker ohnehin schlechte menschen sind. Daher meine (siehe oben) wahlempfehlung für die, die keinen hehl daraus machen.

      Mein beschränktes weltbild ist daran schuld, daß ich kommentare abseits von meiner strikten parteiergreifung für DIE PARTEI überhaupt zugelassen habe - so dämlich würden bestenfalls demokraten handeln. Aber diesen mühlstein hast Du mir zum glück vom herzen genommen: Meine strikte schwarz-weiß einteilung macht alles wieder wett. Zwar weiß ich selbst nicht, wie die ausehen soll, aber zum glück habe ich Dich. Und Du wirst mir das schon erklären.

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    6. Gut, Deine Parteiergreifung für "Die Partei" war etwas Neues (daher noch nicht überzeugend ernsthaft). Bin auch ein Fan von Martin Sonneborn und habe ihn vor kurzem auf einer seiner Veranstaltungen gesprochen.
      Wenn Politiker ohnehin schlechte Menschen sind, müsste Politik also abgeschafft werden. Da sind wir gar nicht weit voneinander entfernt. Mein Vorschlag wäre Abschaffung von Parteien und Einrichtung einer Expertokratie, die von einem Bürgerparlament kontrolliert wird, zu dem ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung eingezogen wird wie zur Bundeswehr und neue Mitglieder vorbereitet und eingewiesen werden von ihren Vorgängern.

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  6. Soderle,

    Die PARTEI ist also drin.Nun kann die Welt gerettet werden,und mein Gang zur Losbox hat sich also gelohnt.

    Verregnete Grüße
    Hagnum

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    1. Der begriff »losbox« ist gut. Weltrettung mit nur einem sitz dürfte eine ziemliche herausforderung werden.

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  7. Wo ist das Tepelhofer Feld denn bitte?

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    1. Manfred Peters27. Mai 2014 um 13:05

      Wer nicht weiß wo das Tepelhofer Feld liegt, sollte hier nicht - besonders anonym - mitdiskutieren. :-(
      http://www.kliniekbeaucare.com/vrouw-plastische-chirurgie/ingrepen/tepelhofverkleining.html

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    2. Die Berliner wollen ihr »tepelhof« nicht verkleinern. Das ist jetzt ja wohl amtlich und so.

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    3. Der Herr Karl Manfred Peters muß nicht tun als ob er Niederländisch kann. Der Angeber hat nur mal „gegoogeld“, seine geistlose anzügliche Späßchen kann er sich sparen. ymmd
      Nadja

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  8. Moin,

    keine Ahnung wie das im rbb aussah,aber der Hessenschau im HR-Fernsehen
    war der Einzug der PARTEI ein eigener Filmbeitrag wert.Vielleicht weil die Listenkandidatin 2 aus Frankfurt ist,und der Justiziar des Bundesvorstands auch.

    Hessenschau vom 26. Mai im HR-Fernsehen.Wer mag,kann ja mal vorbeisurfen.

    Übrigens,den Justiziar kenne ich sogar persönlich,ist aber schon lange her,daß wir Kontakt hatten.

    Sonnige Grüße
    Hagnum

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  9. @anonym
    So neu war meine parteiergreifung für die PARTEI nun auch wieder nicht. In den wochen vor der bundestagswahl habe ich sie mehrfach durchaus wohlwollend erwähnt, während die LINKE mit ihren forderungen die sie plakatiert hatte, hier im blog nicht übermäßig gut wegkam. Aber gut, ich kann wohl kaum erwarten, daß Du sämtliche artikel kennst.

    Parteien abzuschaffen wäre tatsächlich eine gute idee. Allerdings habe ich zweifel, ob eine »expertenherrschaft« eine gute idee ist. Die wirtschaftsfuzzies von der AfD beispielsweise sind zweifellos experten. Aber wofür setzen die denn ihr expertenwissen ein? Doch nicht dafür, wie man allen menschen ein gescheites leben verschafft, sondern wie man die menschen noch stärker auf den markt zurichten müßte, damit der kapitalistische verwertungsprozeß besser klappt, um die nation in der standortkonkurrenz voran zu bringen. Für die interessen der leute, die all den schönen reichtum erarbeiten sollen, stehen die nicht, die vertreten knallhart kapitalinteressen.

    So lange die mehrheit der leute (also alle, die für geld arbeiten müssen oder von sozialleistungen, egal ob rente, alg, krankengeld, etc. leben) für die reichtumsvermehrung der minderheit (also alle, die davon leben, ihr kapital für sich »arbeiten« zu lassen, in welcher form auch immer) sorgen müssen, wird eine wie auch immer geartete bürgerbeteiligung immer darauf hinauslaufen, daß die mehrheit ihr eigenes interesse aus »vernunftsgründen« mit füßen tritt, weil sie zwangsläufig vom interesse der minderheit abhängig ist. Dagegen würde auch kein repräsentativer querschnitt im parlament helfen.

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    1. Die Vertreter der AfD im Europaparlament kann mir keiner als knallharte Vertreter des Kapitals verkaufen. Da hätte das allmächtige Kapital doch noch ganz andere Kaliber installiert, als Lucke (der die Partei gründete, weil er mit seinen Lösungsvorschlägen immer abgekanzelt wurde - warum er denn, wenn er doch dem Kapital dient?) und die Unbekannten: Kölmel (früher Polizeibeamter, heute Ministerialrat/Diplom-Rechtspfleger), von Storch (2004 Gründerin der Bürgerrechtsbewegung "Zivile Koalition"), Prof. Starbatty (VWL, Währungspolitik-Wissenschaftler), Trebesius (Bauingenieurin) und Pretzell (Rechtsanwalt).
      Selbst Henkels Lösungsvorschlag eines Nord- und Süd-Euros erscheint mir als Entlastung für Südeuropa.

      An Deinem letzter Absatz ist schon was dran - dennoch ist in Zeiten des Kapitalismus ein höherer Anteil der Menschen zu einem besseren Leben gekommen als je zuvor. Nicht nur in den Industrieländern, sondern anteilsmäßig auch jenseits davon. Siehe auch die weltweit im Durchschnitt massiv gestiegene Lebenserwartung und den stark gesunken Anteil der Arbeitszeit an der Lebenszeit.

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    2. Mit keinem wort habe ich behauptet, diese figuren wären »vom kapital installiert« worden. Muß auch überhaupt nicht sein. Die entstammen dem (besitzenden) bürgertum und adel, wer diesem personenkreis vielleicht nicht wirklich zuzurechnen ist, glaubt zumindest, daß er dazugehören täte und vertreten ihre bourgeoisen interessen, gepaart mit nationalismus, ganz von allein. Und mit dem geschrei nach der nation und der nationalen währung erreichen sie die kleinbürger, deren interessen sie ganz bestimmt nicht vertreten, die kleinbürgerlichen rindviehcher sollen sie in ihrem tumben nationalismus bloß wählen.

      Wo wurde der Lucke angefeindet? Der kerl sieht sich gern in der opferrolle. Die forderungen des »Hamburger Appels«, den er gemeinsam mit Funke und Straubhaar vor neun jahren veröffentlichte, wurden damals von der INSM breit unterstützt und sind inzwischen weitgehend umgesetzt. Zumindest was die verarmung und entrechtung der lohnabhängigen menschen betrifft.

      Die anderen sind ebenfalls keine leute aus dem einfachen volk:

      Den exIBMmanager und BDIchef Henkel kennt jedes kleinkind als vertreter der industrieinteressen aus dem fernsehen.

      Klömel ist ministerialrat beim rechnungshof. Damit ist er kein armer, kleiner beamter, der in einer verstauben dienststube hockt, sondern einer, der vermutlich zumindest das dreifache des medianlohns (eher mehr) an sold einstreicht, damit der laden so weiterläuft.

      Pretzel ist kein kleiner rechtsverdreher, sondern immobilienentwickler. Ein kleiner häuslebauer, der für sich und seine oma ein kleines zuhause bauen möchte, benötigt einen notar für den grunderwerb. Nicht aber solche figuren. Der ist einer von denen, die spekulationsangelegenheiten rechtlich wasserdicht absichern.

      Trebesius ist bauingenieur. Und nicht mit einem betonfacharbeiter verheiratet, sondern mit einem bauunternehmer. Man kann also davon ausgehen, daß auch sie nicht die interessen der lohnmalocher vertritt.


      Auch Starbatty ist kein unbekannter. Der ist schon vor 20 jahren für den »Bund Freier Bürger« angetreten, der von Jörg Haider unterstützt und von August von Finck finanziert wurde. Von Finck zählt übrigens nicht unbedingt zum proletariat, er ist der zehntreichste Deutsche und soll sich auch schon mal eine kleine mehrwertsteuerreform gekauft haben.

      Auf eine adelige »bürgerrechtsbewegung« hat die menschheit ohnehin schon lange gewartet. Zeitungsberichten zufolge sind sämtliche gründungsmitglieder der »Zivilen Koalition«, in der von Storch engagiert ist, aus der familie - aber inzest war bei dem geschmeiß schon immer beliebt. Die enkelin des Reichsminiters für Finanzen setzt sich dafür ein, daß die Ostelbischen junker ihre ländereien zurückerhalten. Das verkniffene protestantenweib will, daß alles wieder wird wie vor 1918, das ist weder liberal noch konservativ, sondern reaktionär.

      Wenn man zu den menschen gehört, die für geld arbeiten müssen, ist man gut beraten, diesen figuren nicht über den weg zu trauen. Nationalisten sind noch nie für die angelegenheiten der lohnabhängigen eingetreten sondern stets für kirche, kapital und vaterland, was jedesmal zwangsläufig in einem blutbad endet.

      ----

      Zur €debatte: Wenn Griechenland (beispielsweise) keine schulden bei Deutschland hätte, wäre Griechenland wahrscheinlich besser dran, wenn es aus dem € irgendwie rauskönnte, um mit einer eigenen währung neu anzufangen. Zumal Griechenland jedoch €schulden hat, wäre es für die Griechische bevölkerung eine katastrophe, wenn sie mit ihrer abgewerteten währung an Deutschland in Deutscher währung zurückzahlen müßten. Die AfD will denen zusätzlich noch das genick brechen, indem sie anstatt 1,5 % zins 5 % anstrebt. Das ist ganz bestimmt kein menschenfreundliches programm.

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    3. Nachtrag:

      Du verwechselst »kapitalismus« mit »technischem fortschritt«. Es liegt keineswegs am akkumulationsbedürfnis des kapitals, daß viele menschen heute relativ gut leben können.

      Global betrachtet leben jedoch dermaßen viele menschen unter erbärmlichen bedingungen - und nicht, weil es nicht mögliche wäre, auch denen ein gutes leben zu verschaffen, sondern weil sie den kapitalinteressen im wege stehen. In Afrika verrecken sie auf den müllhalden unserer kapitalistischen produktion. Dort haben die leute auch keine tolle lebenserwartung. Die lebenserwartung sollte man auch nicht mit der tatsächlichen lebensdauer verwechseln. Mir fallen spontan fünf menschen aus meinem indirekten umfeld (beispielsweise auch kollegen von freunden, die ich nicht persönlich kannte) ein, die in den vergangenen acht monaten an streßbedingten krankheiten weit vor erreichen des rentenalters starben, weil sie aus angst um die lebensgrundlage rund um die uhr im einsatz waren. Sicher, man kann im kapitalismus sehr alt werden, wenn man sich einen gewissen lebensstil kaufen kann.

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    4. Mein Eindruck von der AfD

      Die AfD ist im wesentlichen ein Verein für Schwarzgelbe, denen Schwarzgelb nicht Schwarzgelb genug ist.Steuerbord voraus,vorbei an CDU/CSU und FDP.Dazu kommt noch der Kasten-Ausländer.

      Die 1.Kaste darf herein,die anderen bleiben bittschön draußen,und machen es sich da schön.

      Und noch eine Prise Deutsche Leitkultur wie vom ollen Fritze Merz daeinst gefordert.

      Wie sollte sich sonst der HOlaf dort wohl fühlen?

      Sonnige Grüße
      Hagnum

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    5. Ich denke, diesen technischen Fortschritt hätte es unter nicht-kapitalistischen Bedingungen nicht gegeben - es hängt also schon miteinander zusammen. Und es ist nicht möglich, dass die 1 % an der Spitze die weltweite Statistik der gesunkenen Arbeitszeit und gestiegenen Lebenszeit signifikant beeinflussen - erst recht nicht gegen einen andersherum verlaufenen Trend, sofern man unterstellt, dass der Kapitalismus die Menschen immer härter knechtet.

      Beispiele aus dem persönlichen Umfeld sollte man nicht verallgemeinern. Es würde hier ja auch keiner auf die Idee kommen, z.B. sich ähnelnde Erfahrungen mit Mitgliedern bestimmter Bevölkerungsgruppen zu verallgemeinern.

      Was die nähere Betrachtung der AfD-Repräsentanten angeht, sehe ich den Grund zur Skepsis... Aber diese wird bei mir bei der näheren Betrachtung anderer Parteien nicht kleiner. Mit den Blockparteien müssen wir gar nicht erst anfangen. Und die Personalien der Linkspartei sind mir nicht weniger suspekt. Mit Janine Wissler wurde kürzlich ein Mitglied des Netzwerks Marx21, das Kommunismus durch Revolution als Zielsetzung hat, zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt... Bei Gregor Gysi ist nach den nun veröffentlichten Tonmitschnitten aus DDR-Zeiten klar, dass er bis heute über seine Vergangenheit lügt. Usw.
      Martin Sonneborn ist ein prima Satiriker, aber natürlich keine Lösung.

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    6. @ Hagnum

      Die AfD vertritt den standpunkt »gute ausländer rein - schlechte ausländer raus«. Damit ist sie vom NPDwahlplakatespruch »wir sind nicht das sozialamt der ganzen welt« nicht weit entfernt.

      Ein denkender mensch sollte zumindest imstande sein zu fragen, weshalb eigentlich nach 180 jahren kapitalistischer wohlstandsproduktion kaum mehr rausgekommen ist, als lauter arme schlucker, die fortwährend auf sozialleistungen angewiesen sind. Zum sozialfall wird man nicht wegen seiner mangelhaften natur, sondern weil man dazu gemacht wird.

      Berlingrüße,
      Mechthild

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    7. Warum sollte es technischen fortschritt unter nichtkapitalistischen bedingungen nicht geben?

      Als zum ersten mal ein mensch auf die idee kam, eine steinaxt zu bauen, tat er das höchstwahrscheinlich nicht, weil er die geschäftsidee hatte, daß seine kumpels die schick finden würden und mit steinäxten ein geschäft zu machen wäre, sondern weil so ein ding einen nutzen hat. Vermutlich wurde die steinaxt aber auch gar nicht von einem einzelnen entwickelt, sondern die idee, ein nützliches werkzeug zu haben wurde kollektiv entwickelt und über viele jahre hinweg verbessert.

      Die Sowjetunion wurde in rund 35 jahren vom agrarland zur atommacht. Wenn man es sich zum ziel macht, alle menschen mit nützlichem zeug zu versorgen, ist kapitalakkumulation das letzte, was man benötigt. Die steht der versorgung der leute eher ständig im weg.

      Subjektive eindrücke zu schildern, ist noch kein übertragen auf bestimmte bevölkerungsgruppen. Das ist aber in bestimmten kreisen absolut üblich: die leute die nie mit ausländern oder arbeitslosen zu tun haben, kennen generell immer einen, der kriminelle oder faulen. Ich kann mich allerding dran erinnern, daß kollegen mit gesundheitsproblemen zur kur geschickt wurden. Es hieß immer, daß die gesundheit vorginge. Heute läßt sich kaum noch jemand krankschreiben. Oft aus angst nicht fit genug für die arbeit gehalten zu werden und rauszufliegen. Geschweige denn, zur kur zu fahren.

      Das ist allerdings eine überraschung, daß es bei der LINKSpartei, menschen mit linken ansichten gibt! Ich dachte, daß es da hauptsächlich so würstchen wie den Liebich oder den Lederer gibt. Frau Wissler war mir bisher nicht bekannt. Was sollte man denn sonst wollen, wenn nicht revolution, wenn man festgestellt hat, daß die kapitalistischen produktionsverhältnisse für die mehrheit der menschen nicht bekömmlich sind?

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    8. Kapitalanhäufung ist das eine, Wettbewerb, der zu technischem Fortschritt in dem Umfang der letzten 100 Jahre führte, das andere.
      Bei der Sowjetunion und dem heutigen Osten würde mich interessieren, wie groß der Anteil eigener technologischer Entwicklungen ist, die da zum Einsatz kommt, und wieviel aus dem Westen importiert wird. Oder warum sich Ost-Promis medizinisch gerne im Westen behandeln lassen.

      Revolution schön und gut, aber muss die Zielsetzung zum Guten hin explizit "Kommunismus" sein, wie durch Fr. Wissler im Linkspartei-Vorstand vertreten?

      Die AfD vertritt den Standpunkt »Gute Ausländer rein - schlechte Ausländer raus«? Damit ist sie vom NPDwahlplakatespruch »wir sind nicht das Sozialamt der ganzen Welt« nicht weit entfernt?
      Damit sind die klassischen Einwanderungsländer Kanada und Australien und die allermeisten anderen also auch Neonazi-geprägt.
      Von dieser experimentellen Sonderrolle, die Deutschland Deiner Meinung nach spielen soll, halte ich nichts - es spricht vieles dagegen, dass sie funktioniert.

      Subjektive Eindrücke zu schildern ist noch kein Übertragen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen? Also wenn hier jemand schreiben würde: "Ein (offenbar) Moslem hat mich gestern Schweinefleischfresser genannt", dann würdest Du darin keine Vorschubleistung von Ressentiments gegen eine Bevölkerungsgruppe sehen?

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    9. Kapitalanhäufung ist das eine, Wettbewerb, der zu technischem Fortschritt in dem Umfang der letzten 100 Jahre führte, das andere.
      Bei der Sowjetunion und dem heutigen Osten würde mich interessieren, wie groß der Anteil eigener technologischer Entwicklungen ist, die da zum Einsatz kommt, und wieviel aus dem Westen importiert wird. Oder warum sich Ost-Promis medizinisch gerne im Westen behandeln lassen.

      Revolution schön und gut, aber muss die Zielsetzung zum Guten hin explizit "Kommunismus" sein, wie durch Fr. Wissler im Linkspartei-Vorstand vertreten?

      Die AfD vertritt den Standpunkt »Gute Ausländer rein - schlechte Ausländer raus«? Damit ist sie vom NPDwahlplakatespruch »wir sind nicht das Sozialamt der ganzen Welt« nicht weit entfernt?
      Damit sind die klassischen Einwanderungsländer Kanada und Australien und die allermeisten anderen also auch Neonazi-geprägt.
      Von dieser experimentellen Sonderrolle, die Deutschland Deiner Meinung nach spielen soll, halte ich nichts - es spricht vieles dagegen, dass sie funktioniert.

      Subjektive Eindrücke zu schildern ist noch kein Übertragen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen? Also wenn hier jemand schreiben würde: "Ein (offenbar) Moslem hat mich gestern Schweinefleischfresser genannt", dann würdest Du darin keine Vorschubleistung von Ressentiments gegen eine Bevölkerungsgruppe sehen?

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    10. An sich war das hier als bejubelungsfaden für DIE PARTEI gedacht. Deren slogan ist »denn sie ist SEHR GUT«.

      Mit diesem slogan hat DIE PARTEI über die tauglichkeit von moralischen wertungen wie »gut« oder »böse« in der politik bereits alles gesagt.

      Kapitalismus ist nicht »gut« oder »böse«. Genauso wenig wie kommunismus »gut« oder »böse« wäre. Sofern es ihn dann irgendwann einmal irgendwo geben würde. Es kommt auf die blickrichtung an.

      Für die akkumulation von kapital würde der kommunismus immer eine scheißidee bleiben, weil es eben nicht geht, für die bedürfnisse der leute zu produzieren, den gemeinsam geschaffenen reichtum zu verteilen und gleichzeitig einseitig aufzuhäufen.

      Wohin könnte eine revolution denn sonst führen, wenn nicht zum kommunismus? Sicher. Man könnte auch ganz im sinne von Storchs handeln und zugunsten der adelsprivilegien auf den bürgerkram verzichten. Das wäre auch revolution. Konterrevolution, um das dagewesene wieder herzustellen.

      Hm.

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    11. Ich halte wie gesagt nichts davon, dass gerade Deutschland der erste Experimentalstaat für Kommunismus der Geschichte werden soll.
      Warum wurde es noch nie in der Geschichte von irgendeinem Land der Welt, das vielleicht sogar tiefer im Schlamassel steckt, angegangen?
      Und warum gibt es keine Gruppe von Intellektuellen, die sich klar für Kommunismus positioniert und dies eindringlich als gebotene Lösung der Klugheit und Menschlichkeit vertritt? Selbst wenn sie als Außenseiter dargestellt werden würden, wüsste man, dass es sie gibt, und sie könnten es aus der Genugtuung heraus machen, das überlegene Modell zu vertreten.

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    12. Selbstverständlich gibt es gruppen von intelektuellen, die sich klar für kommunismus positionieren. Die muß man nur erst finden, beispielsweise farberot.de

      Die machen jeden monat radiobeiträge, es hört bloß (fast) keiner.

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    13. Ich meinte schon Intellektuelle mit einem Bekanntheitsgrad, dass man sie zumindest dann und wann in Feuilletons für den Kommunismus trommeln hört. Es ist ja nicht so, dass keine fundamental Kapitalismus-kritische Stimmen zugelassen sind in der deutschen Presse, da könnte ich jede Menge anführen.

      Was ist überhaupt mit der Deutschen Kommunistischen Partei, wenn der Kommunismus die Lösung ist? Die müsste doch dann unter Freunden des Systemwechsels rege Unterstützung und vor allem Mitarbeit genießen. In etlichen Jahren des Lesens linker Blogs bin ich noch nicht auf auch nur einen einzigen unterstützenden Beitrag zur DKP gestoßen.

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  10. @Hagnum
    Moinsen,

    die Titanic kommt halt aus FFM. Ich hab gesehen, daß der hr die PARTEI erwähnt hat, was unterdessen beim rbb lief, habe ich nicht mitbekommen. In der ZDFmediathek gibt es noch den Lanz (den schaue ich sonst nie) mit Oliver Maria Schmitt, wäre ich nicht darauf hingewiesen worden, hätte ich glatt was verpaßt,

    grüße von der Spree,
    Mechthild

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  11. Es gibt intelektuelle wie prof. dr. M. Wirth, prof. Dr. F. Huisken oder prof. dr. A. Krölls, um willkürlich mal drei zu nennen, die den kapitalismus (vorsichtig ausgedrückt) nicht unbedingt mögen, die in der bürgerlichen presse jedoch so gut wie nicht vorkommen. Nicht weil die nichts vernünftiges schreiben würden, sondern weil in der presse einfalt statt vielfalt erwünscht ist.

    Ich erinnere daran, daß dr. Lötzsch aus der LINKSpartei vor einigen jahren in einem artikel zur Rosa-Luxemburg-Konferenz im titel das böse kWort verwendet hat. Das geschrei in der bürgerlichen presse war riesig, alle haben plötzlich darüber diskutiert, ob man sowas schreiben darf, obgleich die wenigsten gelesen hatten, was sie tatsächlich geschrieben hatte.

    Ich will ganz bestimmt keine position für die AfD einnehmen, ich habe genug gründe genannt, weshalb man schwer was gegen die haben kann. Den Deutschen »qualitätsmedien« reicht es völlig, die auf »populismus« und vielleicht auch noch antisemitismus festnageln zu wollen. Das zieht immer. Keinesfalls wird darüber geredet, was das für figuren sind, was die wollen und was gegen sie spräche (aus staatsdienernder sicht nämlich nichts). Von linker seite kann es derartiges nicht geben. Kommunisten, die in irgendeiner form von lohnabhängig sind, können nicht einfach agitieren, wie AfD das tut.

    Wo findest Du denn kapitalismuskritisches in der presse?

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  12. Kapitalismuskritisches in der Presse...
    Da fällt mir gleich das Spiegel-Titelthema von vor kurzem ein: "Die Wohlstandslüge - Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden" (samt drastischer Illustration auf dem Titelblatt)
    www.spiegel.de/spiegel/print/index-2014-19.html

    Als nächstes ein Heft des Wirtschaftsmagazins BrandEins (das zu den wichtigsten Magazinen gehört, die in den "oberen Etagen" gelesen werden), das sich ganz den Problemen des Kapitalismus und Alternativen widmete.
    Zitat aus dem Editorial: "... Sechs Jahre später scheint das System [der Kapitalismus] nahezu alle seine Anhänger verloren zu haben... Wer ist verantwortlich dafür, dass chinesische Arbeiter unter unwürdigen Bedingungen unsere Luxusgüter montieren, und wer könnte es ändern (S.82)? Sind Drogenkriege in amerikanischen Großstädten eine natürliche Folge des Kapitalismus - oder des Versuchs, aus seiner Bändigung Kapital zu schlagen (S.126)? Ist es Naturgesetz, wenn Wettbewerb auf Kosten der Mitarbeiter und fairer Löhne ausgetragen wird (S.90)?"
    www.brandeins.de/archiv/2012/kapitalismus/das-kann-man-besser-machen.html

    Ich könnte jetzt ungezählte weitere Artikel nennen.
    Der Spiegel hat mit Jakob Augstein und Jan Fleischhauer (um nur die bekanntesten und meistgelesenen zu nennen) zwei Politik-Kolumnisten, die sich mit den meisten ihrer Beiträge abseits der Blockparteien positionieren - auch wenn Du mindestens einen der beiden sicher überhaupt nicht magst.

    Ungeklärt ist weiterhin, warum die DKP in allen linken Blogs, die ich kenne (Nachdenkseiten, Spiegelfechter, Ad Sinistram, Feynsinn u.a.), totgeschwiegen wird, obwohl sie die angebliche Lösung sogar im Namen trägt.

    Ich halte wie gesagt nichts davon, dass gerade Deutschland der erste Experimentalstaat für "richtig umgesetzten" Kommunismus der Geschichte werden soll.
    Wenn das Prinzip so klar und überzeugend ist, warum wurde es noch nie in der Geschichte von irgendeinem Land der Welt, das vielleicht sogar tiefer im Schlamassel steckt als das heutige Deutschland, angegangen?

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    1. Schaust Du, wenn Du wissen willst, was kuhkäse ist, in büchern über die Alten Griechen nach? Es gibt blogs, die der DKP nahestehen. Wenn man allerdings in parteilosen oder eher sozialdemokratischen blogs liest, muß man sich wohl eher nicht wundern, nichts über die DKP zu lesen.

      Die KPD ist verboten, die DKP ist erlaubt. Im bürgerlichen staaten steht bei einer wahl das wirtschaftssystem nicht zur wahl, sondern welchen hanseln man es am ehesten zutraut, den staat in der globalen konkurrenz voran zu bringen. Wer als partei antritt und etwas anderes will als das, gilt als feind des staates und wird verboten. Und kommt irgendwo jemand durch wahlen an die macht, der der »westlichen wertegemeinschaft« nicht recht ist, wird ein putsch angezettelt, wie beispielsweise 1973 in Chile mit unterstützung aus Deutschland.

      Der »Spiegel« ist ein neoliberales kampfblatt und ganz bestimmt nicht kapitalismuskritisch. Klar, ab und zu steht auch da etwas anderes drin. Aber damit man nicht vergißt, für wen die schreiben, war in der printausgabe des »Spiegels«, in welchem beklagt wurde, daß man durch arbeit nicht reich werden könne, gleich vorn eine zweiseitige werbung für ein fahrzeug, das der, der durch arbeit nicht reich wird, sich ohnehin nie leisten kann.

      Der »Spiegel« hat nichts angesprochen, was nicht ohnehin jeder BILDleser wüßte, der regelmäßig seinen lottoschein ausfüllt: es ist erheblich wahrscheinlicher, durch einen lottogewinn reich zu werden, als durch arbeit. Dem »warum« geht der »Spiegel«, wie alle anderen bürgerlichen blätter auch, allerdings nicht nach.

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  13. Die genannten Blogs ergreifen alle offen Partei für die LINKE, von Parteilosigkeit und SPD-Nähe kann da überhaupt keine Rede sein. Dein Vergleich Kuhkäse/Alte Griechen ist daher abwegig. Wenn Du nicht mal diese Blogs näher kennst oder liest, hast Du offenbar auch die besagten Spiegel-Artikel nicht gelesen, in denen sehr wohl Gründe stehen.

    Ich auch sprach nicht vom Stand der DKP in der Gesellschaft insgesamt, sondern vom (sehr eigenartigen) Stand innerhalb des linken Spektrums.

    Seit über einem halben Jahrzehnt beschäftige ich mich nun mehr oder weniger täglich mit den genannten linken Blogs, und die Fragwürdigigkeit vieler ihrer Thesen und Standpunkte wird für mich nicht weniger. Ausgehend von fragwürdigen Annahmen werden sich die Dinge so zurechtgewichtet und -gedeutet, dass sie ins eigene Weltbild passen. Die Selbstverständlichkeit und Absolutheit, mit der da gerne Einordnungen und Lösungsansätze proklamiert werden, ist häufig nicht gegeben, wenn man ihnen weiter nachgeht und Folgefragen stellt.
    Ich gehe also weder mit dem jetzigen System d'accord noch mit den seltsamen selbstüberhöhenden messianischen Anwandlungen in linken Kreisen.

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  14. Das ist eine gewagte behauptung, daß wenn ich blog xyz nicht kennte auch unmöglich besagten »Spiegelartikel« kennen könne.

    Soweit ich mich erinnere stand in besagtem artikel nichts davon, daß es kein problem der verteilung, sondern ein problem der produktionsbedingugen selbst ist. Vielleicht erinnere ich mich falsch?!

    Du hingegen scheinst die von Dir selbst genannten  »nachdenkseiten« nicht gut zu kennen. Deren gründer sind  beide mitglieder der SPD, allerdings der auffassung, daß man die LINKE nicht ausgrenzen solle. 

    Und wenn die anderen tatsächlich so sehr für die LINKE wären, wie Du behauptest, weshalb sollten sie dann für die DKP sein?

    Was daran »selbstüberhöhend« oder gar »messianisch« sein soll, wenn man ein blog betreibt, mit welchem man auf probleme aufmerksam machen möchte, oder über ideen schreibt, solltest Du mal erklären. 

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