Donnerstag, 21. Mai 2020

Nembro

Das Norditalienische städtchen Nembro hat ca. 11.500 einwohner und liegt in der nähe von Bergamo in der Lombardei, einer der bisher in Europa mit am schwersten von der corona-pandemie betroffenen regionen. Das coronavirus wurde in Nembro ende februar nachgewiesen, ab 8. märz wurde es zur »roten zone«, die niemand verlassen und niemand betreten durfte.

Die durchschnittliche sterblichkeit in Nembro lag in den vergangenen jahren relativ konstant bei durchschnittlich ca. zehn todesfällen pro monat. Völlig anders war es in diesem jahr: bis zum 11. april 2020 verstarben in Nembro 194 menschen, 151 allein im monat märz - also in nur einem monat rund ein viertel mehr als normalerweise im gesamten jahr zu erwarten gewesen wäre.

Es gab in Nembro im ersten quartal 2020 eine erhebliche übersterblichkeit im vergleich zu den vorjahren. Während der infektionswelle verstarben 166 menschen, von denen aber nur 85 positiv auf das sars-cov-2-virus getestet und offiziell als covid-19-sterbefälle gemeldet wurden. Einerseits, weil es nicht genug testmaterial gab, um alle kranken zu testen und andererseits, weil das gesundheitssystem durch die vielen kranken überlastet war und menschen mit anderen erkrankungen nicht bzw. nicht rechtzeitig versorgt werden konnten oder aus furcht vor infektion nicht ins krankenhaus kamen.

Nur gut, daß so etwas in Deutschland nie passieren könnte, weil wir hier experten wie den Doktor W.W. Zausel, Professor Doktor Suchard Bacardi und den herrn Doktor von der Schwindelambulanz haben. Die wissen schließlich, daß sars-cov-2 absolut harmlos ist, was die Italiener halt nicht wußten und allein deshalb gestorben sind.

Kommentare:

  1. Die Paniker und die Nicht-Paniker sind immer besser zu unterscheiden. Finde ich.
    Ich empfehle den Dokumentarfilm -Profiteure der Angst -.

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  2. Ach ja, noch was: wie hoch war das Durchscnittsalter der Toten?
    Die Sterblichkeit erhöht sich ab einem Alter von 80 Lebensjahren.

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  3. Meinst Du diesen humbug mit der schweinerippe?

    Dazu kann ich die aktuelle folge des NDRpodcasts mit Christian Drosten empfehlen, sofern man ein einigermaßen objektives bild von der sachlage bekommen möchte. Er erklärt darin, was damals die beweggründe waren, was die wissenschaft damals wußte und was man zu der zeit noch nicht wissen konnte. Das ist hochinteressant, auch wenn es anstrengend ist, da fast eine stunde lang aufmerksam zuzuhören. Lohnt sich auf jeden fall, sofern einem daran gelegen ist, was zu lernen - ist folge 42.

    Ich gehöre auf jeden fall zu den nicht-panikern, weil ich nämlich weiß, daß das problem ganz in ruhe lösbar ist. Soweit möglich, kann man es zu hause aussitzen. Es gibt keinen grund vor panik kreischend auf die straße rennen, weil der mißgünstige Drosten und das herrschsüchtige Merkel dem volk das recht auf gewerkschaftswürstchen und frisch gezapftes bier im gedränge (im volksmund »maikundgebung«) weggenommen haben. Durchaus klar, wenn die MerkelIn sagt »ich möchte Sie aber bitten zu akzeptieren, daß die wissenschaft herausgefunden hat, daß zwei und zwei vier ist«, dann muß ich meine opposition zum »mainstream« beweisen, indem ich drauf beharre, daß es drei ist oder höchstens drei komma neun. Tut mir leid, das ist trotzphasenlogik.

    Das durchschnittsalter sagt nichts darüber aus, ob man die infektion überlebt oder nicht. Der Chinesische doc, der als einer der ersten vor dem virus warnte, verstarb im biblischen alter von dreiunddreißig jahren.

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  4. Das Problem der "Verschwörungstheoretiker" ist ein falsches Verständnis von der Politik, die müss doch für sie da sein. Jede geistige Strömung des Bürgertums/Proletariats hat natürlich andere Ansprüche und die werden größtenteils nicht erfüllt.
    "Wenn die Politik nichts für mich tut, muss deren Tätigkeit doch gegen meine Interessen gerichtet sein und das weil..." Das weil ist dann natürlich oftmals beliebig doof, je nach Intellekt der Gruppe.

    Die müssten sich glatt einen Kopf darum machen wie ihre heile bürgerliche Welt des kapitalistischen Miteinanders wirklich funktioniert.
    Die aktuelle Situation ist dafür eigentlich wie geschaffen. Natürlich kann man nicht jede Industrie von jetzt auf gleich abschalten (Atomkraftwerke z.B. nicht), aber wie sieht denn der Schaden aus, wenn Biergarten, Restaurant und Fitnessstudio zumachen müssen, während sonst für alles gesorgt ist? Das einzige was fehlt ist die Zirkulation des Geldes. Das Geschäft bleibt aus, wurde aber antizipiert und schon stockt der Geldfluss und die Profite bleiben aus. Davon ist man betroffen. Immer wieder das alte Problem: Während die Regale voll sind fehlt das Geld um am Überfluss teilzunehmen.
    *Polemik an* Ob der Kapitalismus irgendwann mal genug Geld für alle bereitstellen wird? *Polemik aus*

    Merkel und Macron wollen den Wiederaufbau gestalten, dabei ist gar nichts kaput gegangen. Es gibt keinen relevanten Ernteausfall, keine Seuche rafft die arbeitsfähige Bevölkerung dahin und die Fabriken sind von Naturkatastrophen verschont geblieben. Alle gesund und alles heil. Wenn Corona überstanden ist, könnten wir einfach wieder loslegen.

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    1. Das mit dem »geld genug für alle bereitstellen« ist ja das, was befürworter des BGE fordern - zufällig eines meiner lieblingsthemen, weil das einfach bescheuert ist.

      Im grunde wäre es derzeit tatsächlich eine gute gelegenheit über das kapitalistische »miteinander« nachzudenken. An sich ist es eigenartig, daß es allen einzuleuchten schein, daß möglichst bald »normal« gearbeitet werden muß, damit die (laden)miete gezahlt werden kann, jedoch niemand sich fragt, weshalb eigentlich überhaupt miete gezahlt werden muß, denn eigentlich ist das doch der größte unsinn überhaupt.

      Wenn es hier halbwegs vernünftig zugehen würde, bräuchte man nicht über »wiederaufbau« reden, denn es ist tatsächlich nichts kaputtgegangen. An sich müßte man sich doch tatsächlich bloß ein paar gedanken machen, wie möglichst viele leute gesund bleiben und wie man die möglichst gut mit allem lebensnotwendigen versorgt. Stattdessen muß man sich sorgen um die zirkulation des geldes machen und das ist doch völlig am thema vorbei.

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  5. In der Region Bergamo gab es im Herbst eine große Impfkampagne gegen Influenza und Pneumokokken - die Übersterblichkeit dort könnte durchaus mit Impfnebenwirkungen zusammenhängen.

    https://www.bergamonews.it/2019/10/21/vaccinazione-antinfluenzale-a-bergamo-ordinate-185-000-dosi-di-vaccino/332164/

    'Die Anti-Grippe- und Anti-Pneumokokken-Kampagne 2019-2020, die von der Health Protection Agency und dem ASST der Provinz Bergamo in Zusammenarbeit mit den Hausärzten organisiert wird, beginnt am 4. November.' ... 'Dieses Jahr wurden 185.000 Dosen Impfstoff bestellt. Die Kalender mit den Orten und Uhrzeiten für die Impfungen werden derzeit vom ASST festgelegt' (DeepL-Übersetzung)

    Bericht bei Rubikon (hauptsächlich zum Kawasaki-Syndrom bei Kindern): https://www.rubikon.news/artikel/der-sundenbock-4

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    1. Daß das eine besondere impfkampagne war, wage ich zu bezweifeln. Ich hab ebenfalls mal den übersetzer bemüht. Da steht doch bloß drin, daß kinder, menschen über 65, bestimmte berufsgruppen und menschen mit bestimmten erkrankungen sich kostenlos gegen grippe und pneumokokken impfen lassen können und außerdem auch eine impfung gegen herpes zoster (verursacht die äußerst schmerzhafte und keinesfalls ungefährliche gürtelrose) angeboten wird. Das ist nichts außergewöhnliches. Derartige impfaufrufe habe ich auch schon in Deutschen lokalzeitungen gelesen und ich kann mich nicht erinnern, daß danach jemals besonders fleißig gestorben worden wäre.

      Weshalb sollten in der Lombardei an den gleichen impfungen plötzlich so viele menschen gestorben sein, in anderen gegenden aber nicht?

      Du hast diesen artikel von Christine Siber-Graaf, investegative journalistin in den bereichen medizin, politik, psychologie und recht, verlinkt. Wo publiziert sie für gewöhnlich? Rubikon ist nicht unbedingt das fachblatt für medizinische fragen - und daß sie dann auch noch von Doktor W.W. Zausel zitiert wird, macht sie nicht unbedingt glaubwürdiger. In puncto masernimpfung wäre zu sagen, daß wenn die das Kawasakisyndrom hervorriefe, das in der DDR in den 70er und 80er jahren gehäuft hätte auftreten müssen, denn dort gab es ab 1970 eine impfpflicht gegen masern. In den USA hätte das Kawasakisyndrom in den 90ern verstärkt auftreten müssen, die haben damals so fleißig geimpft, daß das land im jahr 2000 masernfrei war. Leider müssen die inzwischen wieder impfen, weil das masernvirus dort erneut eingeschleppt wurde - aus unterentwickelten ländern wie unter anderem Deutschland.

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