Sonntag, 30. Juni 2013

Knast für kreidesprüche

Im land der grenzenlosen unmöglichkeiten hat ein mann seinen unmut über die banken mittels kreidesprüchen kundgetan.

Dreizehn mal schrieb er mit kreide dinge wie »no thanks big banks« oder »shame on the Bank of America« auf den bürgersteig vor bankfilialen.

Im grunde kaum eine bemerkenswerte leistung, stünde er jetzt nicht wegen dreizehnfachem vandalismus vor gericht. Für jeden kreidespruch droht ihm ein jahr haft - also dreizehn jahre knast für abwaschbare kreideschrift.

Ein aufregerthema scheint das in den hiesigen medien nicht zu sein. Ganz ohne nackte weiber und ohne gehörige dosis »puputin« merken Deutsche politiker oder journalisten nämlich nicht auf.

Kommentare:

  1. Man könnte ja in Deutschland mal zur Polizei gehen und anfragen, ob es ok ist, in den folgenden Tagen vor der Filiale einer Deutschen Bank mit abwaschbarer Kreide auf der Straße die Botschaft "No thanks big banks" zu schreiben und ob das mit der Meinungsfreiheit vereinbar wäre. Am Besten läßt man sich die Antwort schriftlich geben.

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    1. Von einem ladenbesitzer weiß ich, daß graffiti mit lack oft nur als ordnungswidrigkeit, nicht jedoch als straftat gewertet wird.

      Offensichtlich sind diesbezüglich die hiesigen gesetze äußerst dehnbar: Es kommt darauf an, wen es trifft. Auf der einen seite wurden in Berlin schon sprayer mit hubschraubern gejagt und sollen zukünftig mit drohnen verfolgt werden, auf der anderen nur eine ordnungswidrikeit, wenn ein es bloß einen büdcheninhaber trifft.

      In sofern würde ich auf diesen rechtsstaat nicht bauen. Eine schriftliche, polizeiliche genehmigung für protestkreidesprüche einzuholen, ist vermutlich gar keine schlechte idee.

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anmerkungen willkommen, mißbrauch strafbar.