Mittwoch, 1. Januar 2020

Schöner schwurbeln mit den sternen

Während man sich drüber aufregte, daß im WDR SUVfahrende, Deutsche ommsen in einem bekloppten kinderlied verunglimpft wurden, gab sich der RBB weitgehend unbemerkt nicht minder bescheuert: ein astrologischer schwurbelonkel durfte uns erzählen, was die sterne uns über das kommende jahr verraten.

Zitat: »Der himmel gibt uns zeichen. Die können wir deuten und verstehen, ja [...] zu behaupten, daß 2020 ein leichtes jahr wäre, wäre gelogen, es birgt doch ganz große herausforderungen. Wichtig ist, daß uns jetzt klar ist, was wir jetzt an weichenstellungen vornehmen, daß das sehr langfristige konsequenzen haben wird, also was 2020 passiert legt ein fundament für eine zukunft, die über jahrzehnte hinweg bestand haben wird. In sofern ist es wichtig, daß wir die fundamente richtig setzen und gleichzeitig einen schlußstrich unter das ziehen, was vergangen ist. Das ist ja nicht immer einfach zu erkennen, was ist vorbei?«

So tiefsinnige gedanken können einem schon mal kommen, wenn man sternhagelvoll über die reling reihert und man sich danach sehnt, dieser zustand möge bitte irgendwie vorüber gehen. Aber warum muß so etwas im öffentlichrechtlichen rundfunk laufen? An sich kann ich recht gut damit leben, daß leute einen blödsinn glauben. Aber sollte das obendrein offiziell unterstützt werden?

Es ist ohnehin lustig, daß ausgerechnet Jesus und Stalin das selbe sternzeichen haben. Und ich übrigens auch. Das hat ganz gewiß einen tieferen sinn.

Kommentare:

  1. "In sofern ist es wichtig, daß wir die fundamente richtig setzen..."

    Mein Reden: Die Basis ist die Grundlage des Fundaments.

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  2. Ja, schön tiefsinnig. Man muss aber gar nicht erst nach den Sternen greifen, um das zerebrale Sumpfgas in seiner alltäglichen Blasenbildung beim Ausdünsten zu erleben: Ich empfehle Leo Fischer über das Innenleben eines Reporters.

    Gruß, Reinplatzer.

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    1. Um horoskope zu schreiben, muß man ohnehin nicht in die sterne schauen. Ein freund von mir, der mit astrologie nichts zu tun hat, schrieb einst die horoskope für eine zeitschrift - er erzählte, daß er oft freundliche leserpost bekam, weil es immer gestimmt hat, was er schrieb. Der kannte seine zielgruppe.

      Leo Fischer ist (fast) immer gut.

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  3. Um Horoskope zu schreiben genügt es vollauf, den Barnum-Effekt zu kennen.

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