Freitag, 16. Juni 2017

Auf der suche nach heilern

In der ard-mediathek habe ich einen interessanten dokumentarfilm von Rosa von Praunheim gefunden.

Der film beginnt mit dem geständnis, ein hypochonder zu sein »... und ich entschloß mich, wertfrei und hingebungsvoll allem und jedem zu glauben.« Am ende des films steht das fazit: »Was hat mir meine suche nach heilern gebracht? Wirklich geholfen hat mir niemand. Noch immer muß ich nachts siebenmal aufs klo, mein grüner star ist immer noch aktiv, und ohne schulmedizin würde ich erblinden. Noch immer habe ich polypen in der nase und muß kortison nehmen. Meine arthrose in den großen zehen ist nicht besser geworden und meine angst vor reisen hat eher zugenommen. Aber ich habe faszinierende menschen kennengelernt. Heiler, die gewillt sind, uns zuwendung und liebe zu geben und die an sich selbst glauben. Das jedenfalls können wir von ihnen lernen, vielleicht brauchen wir dann keine heiler mehr. Übrigens, durch sport und diät habe ich in sechs monaten mein körpergewicht reduziert von 105 kilo auf 90 kilo.«

Zum teil ist der quack, den die esos in diesem film erzählen, schwer zu ertragen. Eine der schönsten szenen ist ca. bei minute 23'30. Jürgen Flieges Wörishofener quackherbst. Mittendrin schnitt zu einer kuhweide. Stimmen aus dem off: »Oh, jetzt kackt sie gleich. Oh, toll - da. Und es leider keine nahaufnahme.« Schnitt zurück zu Jürgen Flieges Wörishofener Herbst. Besser kann man das wohl kaum kommentieren. Zwischendurch kommen aber auch immer wieder leute zu wort, die wissenschaftlich fundiert arbeiten. Und schlußendlich sind sie es, die helfen konnten.

Wie ich gesehen habe, gibt es den film auch bei youtobe:



Insgesamt ein sehenswerter film, der sehr unaufgeregt die arbeit von heilern und wissenschaftlichen medizinern gegenüberstellt.

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