Montag, 28. Dezember 2009

Liebe ist, wenn es paßt...

klingt nach ZDF vorabendserienromantik, wenn der gutverdienende tierarzt die wohlsituierte rechtsanwältin trifft - es »paßt«. Mithin muß es sich um »liebe« handeln, wie die werbung einer partnerfindungsagentur einreden möchte.

Einen derartigen schmarrn kann sich höchstens ein bereits herztoter komapatient einfallen lassen, aber nur wenn er zuvor ausreichend morphium bekommen hat - oder eben ein überbezahlter werbefritze, für den das höchste der gefühle die private rentenversicherung oder die kreditwürdigkeit bei der Deutschen Bank ist. Man liebt schließlich, was einem bequem ist - und nicht etwa einen menschen, der einem liebenswert erscheint, trotz aller makel oder gar unbequemlichkeit.

Der mensch liebt die linde, weil man aus ihr lindenblütentee machen kann (anmerkung der redaktion: mutwillig gestohlen, sinngemäß). Das ist eine schöne liebe! Rational begründbar, zweckdienlich - und, was das beste ist, völlig frei von lästigen gefühlen - wenn Du mir nicht taugst, dann geh zu einem anderen!

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Diesen text habe ich vor einigen wochen zur »verwendung bei gelegenheit« geschrieben. Hinweisen möchte ich auf Roberto de Lapuentes text »züchtig züchtend«, der zwar anders gelagert ist, aber in eine ähnliche richtung zielt.

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